Iulia Maesa bis 225 n.Chr.

Silber Denar Rom Iulia Maesa 218/222 n.Chr.

Münze:
Denar der römischen Kaiserzeit 218/222 n.Chr.
Material: Silber
Durchmesser: 19mm
Gewicht: 2,85g
Münzstätte: Rom
Provenienz: Roma Numismatic, London, Ex Private Sammlung England
Referenz: RIC IV Elagabalus 268

Avers:
Zu sehen ist die nach rechts gerichtete drapierte Büste der Iulia Maesa. Die Inschrift lautet: IVLIA MAESA AVG für Iulia Maesa Augusta.

Am 8. Juni 218 n.Chr. kam es in der Nähe von Antiocheia zwischen den Truppen des Elagabal und Macrinus zur Entscheidungsschlacht, die chaotisch verlief, da es beiden Heeren an kompetenter Führung mangelte. Iulia Maesa und Iulia Soaemias waren auf dem Schlachtfeld anwesend. Der zeitgenössische Geschichtsschreiber Cassius Dio berichtet, dass die Truppen des Macrinus zunächst die Oberhand hatten, aber Maesa und Soaemias die bereits fliehenden Soldaten Elagabals zum Standhalten bewegen konnten und so den Sieg ermöglichten. Mit der Machtübernahme des Elagabal erhielten seine Großmutter Iulia Maesa und seine Mutter Iulia Soaemias den Titel Augusta.

Augusta (die Erhabene) ist eine Ehrenbezeichnung, die römische Kaiser ihren Ehefrauen oder nahen weiblichen Verwandten – etwa ihren Müttern, Schwestern, Großmüttern oder Töchtern – verleihen konnten. Sie stellt bis in die Spätantike das weibliche Gegenstück zum Titel Augustus dar, der im Römischen und frühen Byzantinischen Reich einen Bestandteil der Kaisertitulatur bildete. Obwohl nicht mit bestimmten rechtlichen oder politischen Kompetenzen ausgestattet, kam der Augusta-Würde ideologisch große Bedeutung zu. Die Augustae nahmen oft eine besondere, teils sehr machtvolle Stellung am kaiserlichen Hof ein.

Erstmals bekam Livia Drusilla, die langjährige dritte Ehefrau des ersten Kaisers Augustus, durch testamentarische Verfügung des verstorbenen Princeps im Jahr 14 n.Chr. den Namen Augusta verliehen. Aus dem ehrenhalber verliehenen Cognomen Augusta entwickelte sich zunehmend ein Titel der Kaisergattin oder anderer weiblicher Verwandter, der jedoch – wie auch der Augustus-Titel – keinerlei bestimmte rechtliche Kompetenzen verlieh. Auch fortan war der Augusta-Titel bedeutsam, da er in Gestalt der Augusta als Kaiserinmutter (mater principis) eine dynastische Herrschaft legitimieren konnte. Die Verleihung erfolgte durch einen Senatsbeschluss mit Zustimmung des Kaisers, häufig auch auf dessen Betreiben. Anlässe dafür waren vor allem der Herrschaftsantritt des Kaisers, die Eheschließung oder die Geburt eines Nachkommen. Die Augusta war die erste Frau im Staat, was ihr vor allem zeremonielle Würden und Aufgaben einbrachte. Jedoch waren nicht alle Kaisergattinnen Trägerinnen des Titels. Auch konnte die Verleihung abgelehnt werden (recusatio). Ob kaiserliche Frauen diese Ehre erfuhren oder nicht, gibt aber nicht zwingend Aufschluss über ihre politische Bedeutung. Unabhängig von der Verleihung des Titels Augusta wurden im griechischsprachigen Osten des Imperium Romanum Gattinnen oder weibliche Angehörige der Kaiser häufig mit dem ins Griechische übersetzten Namen Sebaste geehrt.

Iulia Domna führte den Augusta-Titel seit Herrschaftsbeginn ihres Gatten Septimius Severus im Jahr 193 n.Chr. Zudem trug sie als zweite Kaiserin nach Faustina Minor ab 195 n.Chr. den Titel einer mater castrorum, der ihr anlässlich ihrer Anwesenheit im Militärlager verliehen und der später zu mater castrorum et senatus et patriae erweitert wurde. Beide Titel wurden fortan parallel zueinander verwendet. Bei Iulia Mamaea, der Mutter des Severus Alexander, wurde die inoffizielle Titulatur einer spanischen Inschrift zufolge zu einer „Mutter des Heerlagers, des Senats, des Vaterlands und des ganzen Menschengeschlechts“ (mater castrorum et senatus et patriae et universi generis humani) gesteigert.

Septimius Severus Sohn Caracalla machte seine Frau Fulvia Plautilla zur Augusta. Nachdem ihr Vater Plautianus von Caracalla des geplanten Mordes an Septimius Severus bezichtigt und getötet worden war, verlor Plautilla jedoch ihren Titel, wurde verbannt und 211 n.Chr. schließlich ermordet. Ihr Name verfiel der damnatio memoriae. Unter den Severern kam zeitweise vor allem der Großmutter und Mutter des Kaisers die Augusta-Würde und außerordentliche politische Bedeutung zu. So führte Iulia Maesa, die Großmutter Kaiser Elagabals, den Augusta-Titel und widmete sich anstelle ihres unmündigen Enkels den Regierungsgeschäften. Elagabals Mutter und die Tochter Maesas, Iulia Soaemias, erlangte den Titel ebenso wie alle drei bezeugten Ehefrauen des Princeps, Iulia Paula, Aquilia Severa und Annia Faustina. Als Kaiserinmutter des Severus Alexander und Augusta übte Iulia Mamaea über die Volljährigkeit ihres Sohnes hinaus großen Einfluss auf die Regentschaft aus. Auch Severus Alexanders Frau Orbiana trug den Augusta-Titel. In severischer Zeit wurde außerdem der Titel sanctissima Augusta geschaffen, den Inschriften etwa für Iulia Maesa, Iulia Mamaea und Orbiana bezeugen und der sich bis zum Ende des 3. Jahrhunderts häufig findet. Zudem dokumentierten die meisten der machtbewussten Augustae des 3. Jahrhunderts ihre außerordentliche Stellung in eigenen Münzen.

Die Haarpracht und Haarmode der Severer Dynastie. Im Vergleich zu den schrillen Frisuren der flavischen und trajanischen Zeit, die keine hundert Jahre zurücklagen, wirkte das Arrangement der gebildeten syrischen Aristokratentochter Iulia Domna an der Seite des Kaisers Septimius Severus kompliziert, jedoch ein wenig statisch. Wie bei vielen ihrer Vorgängerinnen war die Art und Weise, wie die Haare getragen wurden, Teil des programmatischen kaiserlichen Gesamtkonzepts. Ging es doch darum, eine neue, dauerhafte Dynastie zu etablieren, deren Grundsatz der geregelten Verhältnisse sowohl auf familiärer als auf staatlicher Ebene gelten sollte. 

Iulia Domnas vertikal oder horizontal onduliertes Seitenhaar wurde im Bereich des Hinterkopfes von einem überdimensionalen, vertikalen Chignon überdeckt. Gelegentlich trug die Kaiserin auch einen kleineren Haarknoten im Genick, womit sie eine gewisse Solidarität mit ihrer Schwiegertochter Publia Fulvia Plautilla, ihrer Schwester sowie ihren Nichten Iulia Avita Mamaea und Iulia Soaemias Bassiana an den Tag legte. Auch die drei Schwiegertöchter eben jener Iulia Soaemias Bassiana und Gattinnen des Elagabal – Iulia Aquilia Severa, Annia Aurelia Faustina und Iulia Cornelia Paula – bildeten dabei keine Ausnahme. Dies galt in gleicherweise für Gnaea Seia Herennia Sallustia Barbia Orbiana als Schwiegertochter der Iulia Avita Mamaea und als Gattin an der Seite des Kaisers Severus Alexander. Allerdings zeigte sich das severische Kaiserhaus auch Experimenten gegenüber aufgeschlossen, was die Entwicklung des Scheitelzopfes enorm vorantrieb.

Revers:
Zu sehen ist die Personifikation der Pudicitia nach links sitzend. Mit der rechten Hand zieht sie sich den Schleier über das Gesicht, in der rechten Hand hält sie ein Szepter. Die Inschrift lautet: PVDICITIA für Pudicitia (Schamhaftigkeit).

Pudicitia war die römische Personifikation der Keuschheit bzw. Schamhaftigkeit. Wobei festzuhalten ist, dass der Begriff zwar an sich weiblich ist, jedoch in der Antike von der Bedeutung her durchaus für beide Geschlechter verstanden wurde. Infolge ihrer äußeren Eigenschaften wurde sie manchmal mit Fortuna verwechselt. Als Personifikation dachte man sie sich als in sittsames Gewand gehüllte oder sich gerade verschleiernde römische Matrone mit Keuschheitsgeste. Auf Münzen wird sie dargestellt als eine sittsam in ihr Gewand gehüllte Matrona oder als Frau, die sich zu verschleiern im Begriff ist. Das Gegenteil von Pudicitia war impudicitia (Schamlosigkeit), der man auch bei Vergewaltigung verfiel. An nichts erkannte man den Verfall der Sitten mehr als an der zunehmenden Schamlosigkeit der Frauen, waren viele traditionsbewusste Römer überzeugt.

Der ähnliche Begriff Pudor als lateinisches Pendant des griechischen Aidos stellt lediglich eine Abstraktion dar und besaß in der römischen Religion keinerlei kultische Bedeutung. In Griechenland war Aidos als männliche Personifikation mit Nemesis, der Wächterin des göttlichen Rechts verbunden und galt als Amme der Athene. Seine Kultstätten sind zumindest für Athen und Sparta bezeugt.

Als würdevolle Anrede verwendete man den Begriff bei Livia und Plotina. Als perfekte Verkörperung der Pudicitia galt den Römern das Schicksal der Lucretia zur Zeit der Tarquinerkönige. Hieran zeigt sich der Unterschied zwischen römischer und etruskischer Tugendauffassung. Somit reichte die Keuschheitssphäre weit über die sexuelle Komponente hinaus sowohl in ein mentales Verhalten als auch den Auftritt in der Öffentlichkeit. Zeigte sich in frührömischer Zeit (teilweise bis in die Kaiserzeit) eine hochangesehene verheiratete Frau in Begleitung eines fremden Mannes, so kratzte dies an ihrem öffentlichen Keuschheitsimage. Natürlich wurde dies auch in der politischen Propaganda ausgenutzt und über ihre öffentliche Pudicitia konnten Frauen, denen der Weg in die Politik verwehrt war, geschickt am politischen Willensbildungsprozess mitwirken. Als Ideal sah man es auch an nur ein Mal verheiratet zu sein. Auf dieser Basis wollte Kaiser Augustus ein moralistisches Reformprogramm durchsetzen, scheiterte jedoch am latenten Widerstand der Massen und sogar in der eigenen Familie.

In Rom waren ihr zwei Tempel geweiht. Dem älteren am Forum Boarium (Fleischmarkt) dienten ausschließlich Patrizierinnen. Als man 296 v.Chr. einer gewissen Virginia nach ihrer Heirat mit einem plebejischen Konsul den Zutritt verwehrte, nahm sie dies zum Anlass auch den vornehmen Plebejerinnen Zugang zum Kult durch einen eigenen Tempel in ihrem Haus am Vicus Longus zu ermöglichen. Dieser zweite Tempel war deshalb der Pudicitia Plebeia geweiht, wohingegen ab nun der ältere Tempel einfach der Pudicitia Patricia zugerechnet wurde. Den Tempeldienerinnen wurde aufgetragen nur plebejische Frauen zuzulassen, die keuscher waren als die Patrizierinnen. So durften sich ihrem Altar (in beiden Tempeln) nur Frauen nähern, deren Ehre allgemein anerkannt war und die maximal einmal verheiratet waren. Infolge des stark eingeschränkten Zugangs verwendete man die Tempel ab und zu als besonders geeignetes Versteck.

Hintergrund:
Die römische Frau sollte idealerweise sittsam sein, in einmaliger keuscher Ehe leben und jegliche Ausschweifungen vermeiden, doch entsprach dies nicht unbedingt der Realität, wie man von antiken Autoren weiß. Umso wichtiger war es daher, dass die Frauen des Kaiserhauses hier eine Vorbildfunktion erfüllten und diese durch die Darstellung der Pudicitia, der Personifikation der ehelichen Keuschheit, auf ihren Münzen verbreiteten. 

Der typische Verschleierungsgestus der Pudicitia, wie auch auf diesem Denar für Iulia Maesa zu erkennen, verweist gleichzeitig auf die sich verhüllende Sittsamkeit wie auch auf den Schleier der Braut als Symbol des Ehestandes. Dieses Motiv scheint passend für Iulia Maesa ausgewählt, eine Schwester der zur Zeit dieser Prägung bereits verstorbenen Kaiserin Iulia Domna und Großmutter des regierenden Kaisers Elagabal, da ihr ein mäßigender Einfluss auf ihren ausschweifenden Enkel nachgesagt wurde und sie als ältere römische Matrone über jeden Verdacht der Unsittlichkeit erhaben war. 

Allerdings gehörten Bescheidenheit und Zurückhaltung offenbar nicht zu ihren Tugenden, da sie an Aufstieg und Fall mehrerer Kaiser, unter anderem ihres Enkels Elagabal, aktiv beteiligt gewesen sein soll.

Quellen:
* Wikipedia: Iulia Maesa
* Wikipedia: Pudicitia
* Wikipedia: Augusta
* imperium-romanum.com: Pudicitia
* Sonja Hommen: Pudicitia Denar der Iulia Maesa
* Feminae: römische Frisuren der römischen Frauen
* Peter Robert Franke, Ilse Paar: die antiken Münzen der Sammlung Heynen

Obverse:
You can see the draped bust of Iulia Maesa facing right. The inscription reads: IVLIA MAESA AVG for Iulia Maesa Augusta.

On June 8, 218 AD a decisive battle broke out near Antiocheia between the troops of Elagabalus and Macrinus, which was chaotic because both armies lacked competent leadership. Iulia Maesa and Iulia Soaemias were present on the battlefield. The contemporary historian Cassius Dio reports that Macrinus‘ troops initially had the upper hand, but Maesa and Soaemias were able to persuade the already fleeing Elagabalus soldiers to hold their ground, thereby enabling victory. When Elagabalus came to power, his grandmother Iulia Maesa and his mother Iulia Soaemias received the title of Augusta.

Augusta (the sublime) is a title of honor that Roman emperors could bestow on their wives or close female relatives – such as their mothers, sisters, grandmothers or daughters. Until late antiquity it represented the female counterpart to the title Augustus, which was part of the imperial title in the Roman and early Byzantine Empires. Although not endowed with specific legal or political powers, the Augustan dignity was of great ideological importance. The Augustae often held a special, sometimes very powerful position at the imperial court.

For the first time, Livia Drusilla, the longtime third wife of the first Emperor Augustus, was granted a will by the deceased Princeps in 14 AD given the name Augusta. From the honorary cognomen Augusta, a title of the emperor’s wife or other female relatives increasingly developed, which, however – like the Augustus title – did not confer any specific legal powers. The Augusta title was also significant from then on, since it could legitimize dynastic rule in the form of Augusta as Empress Mother (mater principis). The award was made by a Senate decision with the consent of the emperor, often at his instigation. The main reasons for this were the emperor’s accession to power, marriage or the birth of a descendant. The Augusta was the first woman in the state, which above all brought her ceremonial dignities and duties. However, not all imperial wives were holders of the title. The award could also be rejected (recusatio). Whether imperial women received this honor or not does not necessarily provide information about their political importance. Irrespective of the granting of the title Augusta, in the Greek-speaking east of the Roman Empire, wives or female relatives of the emperors were often honored with the name Sebaste, translated into Greek.

Iulia Domna held the Augusta title from the beginning of her husband Septimius Severus‘ reign in 193 AD. In addition, she was the second empress after Faustina Minor from 195 AD the title of mater castrorum, given to her on the occasion of her presence in the military camp and later extended to mater castrorum et senatus et patriae. From then on, both titles were used in parallel. In the case of Iulia Mamaea, the mother of Severus Alexander, the unofficial title was increased according to a Spanish inscription to a „mother of the army camp, the senate, the fatherland and the entire human race“ (mater castrorum et senatus et patriae et universi generis humani).

Septimius Severus son Caracalla made his wife Fulvia Plautilla Augusta. However, after her father Plautianus was accused by Caracalla of planning the murder of Septimius Severus and killed, Plautilla lost her title, was banished and in 211 AD eventually murdered. Her name fell into damnatio memoriae. At times, under the Severans, the grandmother and mother of the emperor in particular held the Augusta dignity and extraordinary political importance. Iulia Maesa, the grandmother of Emperor Elagabalus, held the Augusta title and devoted herself to government affairs in place of her underage grandson. Elagabalus’s mother and Maesa’s daughter, Iulia Soaemias, attained the title, as did all three of the princeps‘ attested wives, Iulia Paula, Aquilia Severa, and Annia Faustina. As Empress Dowager of Severus Alexander and Augusta, Iulia Mamaea exercised great influence on the regency after her son had come of age. Severus Alexander’s wife Orbiana also held the Augusta title. In the Severan period, the title sanctissima Augusta was also created, which inscriptions attest to for example for Iulia Maesa, Iulia Mamaea and Orbiana and which is frequently found up to the end of the 3rd century. In addition, most of the power-conscious Augustae of the 3rd century documented their extraordinary position in their own coins.

The head of hair and hair fashion of the Severan dynasty. Compared to the flamboyant hairstyles of the Flavian and Trajanic periods, less than a hundred years ago, the arrangement of the educated Syrian aristocrat’s daughter Iulia Domna at the side of Emperor Septimius Severus seemed complicated, if a little static. As with many of her predecessors, the manner in which the hair was worn was part of the overall imperial programmatic concept. After all, it was about establishing a new, permanent dynasty, whose principle of regulated relationships should apply both to the family and to the state level.

Iulia Domna’s vertically or horizontally undulated side hair was covered by an oversized, vertical chignon at the back of the head. Occasionally, the empress also wore a smaller bun at the nape of her neck, showing a certain solidarity with her daughter-in-law Publia Fulvia Plautilla, her sister and her nieces Iulia Avita Mamaea and Iulia Soaemias Bassiana. The three daughters-in-law of the same Iulia Soaemias Bassiana and wives of Elagabalus – Iulia Aquilia Severa, Annia Aurelia Faustina and Iulia Cornelia Paula – were no exception. The same applied to Gnaea Seia Herennia Sallustia Barbia Orbiana as daughter-in-law of Iulia Avita Mamaea and as wife at the side of Emperor Severus Alexander. However, the Severan imperial family was also open to experiments, which gave enormous impetus to the development of the crown braid.

Reverse:
You can see the personification of Pudicitia seated to the left. With her right hand she pulls the veil over her face, in her right hand she holds a scepter. The inscription reads: PVDICITIA for Pudicitia (modesty).

Pudicitia was the Roman personification of chastity or modesty. It should be noted that the term is actually feminine, but in ancient times it was understood to mean both sexes. Because of her outward appearance, she was sometimes mistaken for Fortuna. As a personification, she was imagined as a Roman matron dressed in modest robes or just veiling herself with a gesture of chastity. On coins she is depicted as a matrona modestly wrapped in her robe or as a woman about to veil herself. The opposite of pudicitia was impudicitia (shamelessness), which was also the case with rape. Many tradition-conscious Romans were convinced that there was nothing that showed the decline in morals more than the increasing shamelessness of women.

The similar term Pudor as the Latin equivalent of the Greek Aidos represents only an abstraction and had no cultic meaning in the Roman religion. In Greece, Aidos, as a male personification, was associated with Nemesis, the guardian of divine law, and was considered the nurse of Athena. His places of worship are attested at least in Athens and Sparta.

As a dignified form of address, the term was used by Livia and Plotina. The fate of Lucretia at the time of the Tarquin kings was considered by the Romans to be the perfect embodiment of Pudicitia. This shows the difference between the Roman and Etruscan conception of virtue. Thus the sphere of chastity reached far beyond the sexual component, both in mental behavior and in public appearances. In early Roman times (sometimes up to the time of the emperors) a highly respected married woman accompanied by a strange man scratched her public image of chastity. Of course, this was also exploited in political propaganda, and through their public pudicitia, women who were barred from entering politics could skilfully participate in the political decision-making process. It was also seen as an ideal to be married only once. On this basis, Emperor Augustus wanted to implement a moralistic reform program, but failed due to the latent resistance of the masses and even within his own family.

Two temples were dedicated to her in Rome. The older one at the Forum Boarium (meat market) was exclusively used by patricians. When 296 BC denied access to a certain Virginia after her marriage to a plebeian consul, she took this as an opportunity to allow the noble plebeian women access to the cult through a temple of their own in her house on the Vicus Longus. This second temple was therefore dedicated to the Pudicitia Plebeia, whereas from now on the older temple was simply attributed to the Pudicitia Patricia. The temple servants were instructed to only admit plebeian women who were more chaste than the patricians. Thus, only women whose honor was generally recognized and who had been married no more than once were allowed to approach their altar (in both temples). Due to the severely restricted access, the temples were sometimes used as a particularly suitable hiding place.

Background:
The Roman woman should ideally be modest, live in a one-time chaste marriage and avoid all debauchery, but this was not necessarily the reality, as we know from ancient authors. It was therefore all the more important that the women of the imperial family set an example here and spread this by depicting Pudicitia, the personification of conjugal chastity, on their coins.

The typical veiling gesture of the Pudicitia, as can also be seen on this denarius for Iulia Maesa, refers both to the veiling of modesty and to the bride’s veil as a symbol of matrimony. This motif seems to have been appropriately chosen for Iulia Maesa, a sister of the late Empress Iulia Domna and grandmother of the reigning Emperor Elagabalus, since she was said to have a moderating influence on her dissolute grandson and, as an elderly Roman matron, to avoid any suspicion of immorality was sublime.

However, modesty and restraint were apparently not among her virtues, since she is said to have been actively involved in the rise and fall of several emperors, including her grandson Elagabalus.

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