Publius Septimius Geta 197 bis 211 n.Chr.

AE Bronze Tavium Publius Septimius Geta 198/209 n.Chr.

Münze:
Provinz Bronze der römischen Kaiserzeit 198/209 n.Chr.
Unter dem Statthalter Petronius Verus, Norbanus Strabo oder Urbicus Aemilianus
Material: AE
Durchmesser: 27mm
Gewicht: 12g
Münzstätte: Tavium, Galatien
Provenienz: Demos Numismatic, Warschau
Referenz: SNG von Aulock 6253, Rare

Avers:
Zu sehen ist die nach rechts gerichtete drapierte, kürassierte und barhäuptige Büste des Geta. Die Inschrift lautet: ΠO CЄ ΓЄTAC KO KЄ.

Die Inschrift kann wie folgt übersetzt werden:
ΠO = PO = Poyblios = Publius
CЄ = SE = Septimios = Septimius
ΓЄTAC = GETAS = Geta
KO = KO[MMOΔOC] = KOMMODOS = Commodus
KЄ = KЄ[CAR] = Caesar / Prinz
Publius Septimius Geta Commodus Caesar

Die geprägte Legende der Stempelschneider aus Tavium ist sehr interessant und gibt viel Raum für Spekulationen. Der junge Caesar Geta wird hier namentlich mit dem früheren Kaiser Commodus in Verbindung gebracht. Dazu muss man in der historischen Vorgeschichte erst etwas weiter ausholen.

Sein Vater und Kaiser Septimius Severus bemühte sich insgesamt vor allem um eine innenpolitische Stabilisierung seiner Herrschaft, die er ursprünglich einer Usurpation verdankte. Um seine Autorität gegenüber dem Heer, von dem er für alle sichtbar abhängig war, wahren zu können, setzte er verstärkt auf eine dynastische Legitimation. In diesen Zusammenhang gehört seine fiktive Adoption durch Kaiser Marc Aurel, an den er damit anknüpfen wollte. Daher rehabilitierte er den beim Senat verhassten, beim Heer hingegen beliebten Commodus, ließ ihn sogar unter die Götter erheben und nannte sich divi Marci filius, divi Commodi frater, also „Sohn des vergöttlichten Marcus und Bruder des vergöttlichten Commodus“. Außerdem erbte er durch die fiktive Adoption das Privatvermögen des Commodus. Seinem älteren Sohn Caracalla, seit 198 n.Chr. Augustus, gab er den neuen Namen Marcus Aurelius Antoninus, um so ebenfalls an das „goldene Zeitalter“ der Antonine anzuknüpfen[…].

Caracalla galt daher als fiktiver Enkel Marc Aurels und erhielt ab 195/196 n.Chr. dessen Namen: Er hieß fortan Marcus Aurelius Antoninus, wurde also wie sein Vater als Angehöriger von Marc Aurels Familie, des Kaisergeschlechts der Antonine, betrachtet. Geta hingegen erhielt zwar zeitweilig den Vornamen Lucius, der vielleicht an Lucius Verus, den Mitregenten Marc Aurels, erinnern sollte, wurde aber nicht durch Umbenennung fiktiv in das Geschlecht der Antonine aufgenommen[…].

Wikipedia zu Septimius Severus und Caracalla

Allerdings ist der Bezug des Vornamens „Lucius“ bei Geta in Verbindung zu Lucius Verus nur eine reine Vermutung. Ich halte sie sogar für mehr als fraglich, denn Septimius Severus betonte seine Abstammung ausdrücklich auf Marc Aurel und Commodus, nicht aber auf Lucius Verus. Zudem lautete der vollständige Geburtsname des Commodus „Lucius Aurelius Commodus“. Wenn Geta also zeitweise den Vornamen Lucius angenommen hatte, dann aus meiner Sicht wahrscheinlicher in Gedenken an seinen Adoptivonkel Commodus – zumal sein Bruder Caracalla schon die Namenstitulatur des Marc Aurel beanspruchte und führte.

Offiziell jedoch gibt es keine Stadtrömischen Prägungen mit der Legendenkombination Geta und Commodus. Dass auf dieser Bronze Geta mit dem Beinamen Commodus bedacht wurde, dürfte also keine aktive Entscheidung der severischen Kaiserfamilie gewesen sein, sondern eine Verfügung der verantwortlichen Personen in Tavium. Wenn der zeitweilige Vorname Lucius bei Geta für das Andenken an Commodus galt, so dürfte dies auch in der entfernten Provinz bekannt gewesen sein. Es existieren zudem noch weitere Provinz Bronzeprägungen, unter anderem aus Antiochia, mit den Legenden L SEP GE CAES, L SEP GE COM CAES und L SEP GETAE CO. 

Die Stempelschneider aus Tavium haben daher aus meiner Sicht aus eigenem Antrieb die vom severischen Kaiserhaus angestoßene Propaganda der Verbindung zu Marc Aurel und Commodus in ihre Prägung übernommen und umgesetzt. 

Eine weitere Überlegung von mir: was hat die Stempelschneider vielleicht noch antreiben können einen Bezug zwischen Commodus und Geta ausdrücklich zu betonen (im Gegenzug zu Carcalla, der sich auf Marc Aurel berief)? Das Verhältnis beider Brüder zueinander war sehr feindselig und auch dies dürfte in den Provinzen bekannt gewesen sein. 

Dort schützten sich beide durch sorgfältige Bewachung voreinander. Als Vorbild für diese staatsrechtliche Konstruktion konnte die gemeinsame Herrschaft von Marc Aurel und dessen Adoptivbruder Lucius Verus im Zeitraum 161 bis 169 sowie jene zwischen Marc Aurel und seinem Sohn Commodus von 177 bis 180 dienen.

Wikipedia zu Caracalla und Geta

Wussten die Stempelschneider vom drohenden Konflikt zwischen Caracalla und Geta und die Nennung des Commodus sollte eine Hoffnung erwähnen, dass sich die beiden Brüder die Macht „friedlich“ teilen sollen – wie ihre „Vorbilder“ Marc Aurel und Commodus…?

Eine weitere Theorie zur Deutung der Legende besagt, dass KO KЄ für Co-Caesar stehen soll, was mir allerdings eher unwahrscheinlich scheint, da Caracalla und Geta zum gleichen Zeitpunkt nicht beide den Titel Caesar führten. Als Geta 197/198 n.Chr. zum Caesar und Princeps iuventutis ernannt wurde, rückte sein Bruder automatisch zum Augustus und damit nominellen Mitregenten des Kaisers auf.

In SNG von Aulock, Nr. 6253-6254 schlagen die Autoren vor, KON KЄ¢AP zu lesen, was Co-Caesar bedeuten würde. Diese Hypothese ist entkräftet durch die Tatsache, dass auf der Münze Nr. 6254 deutlich KOM KЄ¢AP zu lesen ist, und vor allem durch die Tatsache, dass Caracalla und Geta nicht gleichzeitig Cäsaren waren, denn als der eine Cäsar wurde, stieg der andere in den Rang eines Augustus auf, vermutlich im Herbst 197 n.Chr. 

Julie Dalaison und Fabrice Delrieux, Die Stadt Neapolis-Neoklaudiopolis, Geschichte und Geldpraktiken

Vielleicht schon Mitte 195 n.Chr. (spätestens 196 n.Chr.) wurde Getas Bruder Caracalla der Titel Caesar verliehen, womit er zum künftigen Kaiser designiert wurde. Eine entsprechende Rangerhöhung Getas blieb zunächst aus. Im Jahr 197 n.Chr. (spätestens 198 n.Chr.) erhielt Geta die Titel Caesar und Princeps iuventutis. Wohl gleichzeitig wurde Caracalla zum Augustus, das heißt zum nominellen Mitregenten des Vaters und dem amtierenden Kaisers Septimius Severus erhoben. Damit wurde wiederum Caracallas Vorrang festgeschrieben. Im Jahr 199 n.Chr. bekam Geta dann Amt und Titel des Pontifex verliehen. Im Jahr 209 n.Chr. erhielt Geta die Würde eines Augustus, womit seine bisherige rangmäßige Benachteiligung gegenüber seinem Bruder endete. Nach dem erfolgreichen Britannien Feldzug 210 n.Chr. nahmen sowohl Septimius Severus, als auch Caracalla und Geta den Siegernamen Britannicus maximus an.

Da Geta 10 Jahre lang als Prinz und Caesar am kaiserlichen Hof lebte, überwiegen die Portraitdarstellungen, die ihn als Jüngling zeigen. Etwa um das Jahr 204 n.Chr. wurden für Caracalla und Geta neue Bildnistypen geschaffen. Beide trugen nun das kurzgeschorene Haar, das in der Folge im 3. Jahrhundert n.Chr. zur führenden Frisurenmode wurde. Merkwürdigerweise sind die Typen der beiden Brüder einander so ähnlich, dass man sie nicht zuverlässig auseinanderhalten kann. Die Prägungen für Geta ähneln in Schnitt und Ausführungen daher stark den Münzen des Caracalla. Für beide gab es verschiedene Neuauflagen, die das Älterwerden durch zunehmenden Bartwuchs anzeigten.

Doch in den letzten Lebensmonaten des Geta vollzog sich im Porträtbild ein radikaler Wechsel. Er versuchte sich immer mehr optisch von seinem Bruder zu differenzieren und propagandierte damit auch ein politisches Statement. Die Münzbilder ähneln nun in der letzten Phase immer mehr dem Bildnis seines verstorbenen Vaters Septimius Severus. Ahnte Geta schon die Terrorherrschaft seines Bruders kommen und wollte sich als Alternative zur vorherigen Regierungszeit des Septimius Severus anbieten?

Revers:
Zu sehen ist eine frontal stehende Athene, den Kopf nach links gerichtet. Sie hält einen Speer mit der rechten Hand, zu ihren Füßen ist ein Schild. Inschrift: CЄ TPO TAOVIANΩN.

Die Inschrift kann wie folgt übersetzt werden:
CЄ = CΕ[ΒΑCΤΗ] = SEBASTE = Erhabene
TPO = ΤΡΟ[ΚΜΩΝ] = TROKMON = Trokmer
TAOVIANΩN = TAOVIANON = Tavium
Erhabene (Stadt) Tavium (der) Trokmer

Tavium war eine antike und byzantinische Stadt im östlichen Teil der Landschaft Galatien im Zentrum Kleinasiens in der heutigen Türkei. Sie war der Hauptort der Trokmer, eines der drei keltischen Stämme, die sich im 3. Jahrhundert v.Chr. in der nach ihnen Galatien benannten Landschaft in Kleinasien ansiedelten.

Überregionale Bedeutung in antiker Zeit besaß das „Zeus-Tavianos-Heiligtum“ in Tavium, dessen Standort auf dem Zegreg Tepe vermutet wird. Das Heiligtum war wahrscheinlich der Nachfolger eines Tempels für Tessub, den hurritischen Blitz- und Wettergott und eine Hauptgottheit des hethitischen Pantheons. In hethitischen Quellen spielt darüber hinaus Tavium als Kultort und Ziel von religiösen Prozessionen aus Hattusa eine außerordentliche Rolle. In der historischen Zeit beherbergte der heilige Bezirk ein kolossales Bronzebild des Zeus (Strabo 12, 5, 1), das mit archektonischer Rahmung auf römischen Münzen erscheint – siehe SNG Aulock Nr. 6237-6239, 6242, 6249. (Quelle: Institut für Archäologie der Karl Franzenz Universität Graz, Tavium eine antike Stadt in Zentralanatolien) 

Für Tavium sind in numismatischer Evidenz weiterhin die Gottheiten Apollon, Artemis, Athena, Asklepios und Hygieia belegt. Die mit dem Bildniss der Iulia Domna geprägten Gottheiten Aphrodite und Demeter stellen wahrscheinlich Tugenden der Kaiserin dar. (Quelle: Eva Christof und Gabriele Koiner, Ein kaiserzeitlicher Rankenfries und früh- bis mittelbyzantinische liturgische Ausstattungsteile aus Tavium)

Darstellungen von Gottheiten sind ein gängiges Phänomen antiker Städteprägungen. Sie zeugen von der Verehrung der dargestellten Gottheit und geben einen Einblick in die lokalen Sakrallandschaften. Athena ist seit dem frühen Hellenismus fester Bestandteil des Bildrepertoires der Münzprägung und erscheint bis weit in die römische Kaiserzeit auf städtischen Emissionen. Neben Kopf und Büstendarstellungen offenbaren besonders die ganzfigurigen Erscheinungen der Göttin in den verschiedenen Städten Besonderheiten, die von gängigen Darstellungen Athenas abweichen und sich als Reflexe der jeweils lokalen Kulte sowie ihrer Kultbilder deuten lassen.

Athene oder Athena ist eine Göttin der griechischen Mythologie. Sie ist die Göttin der Weisheit, der Strategie und des Kampfes, der Kunst, des Handwerks und der Handarbeit sowie Schutzgöttin und Namensgeberin der griechischen Stadt Athen. Sie gehört zu den zwölf olympischen Gottheiten, den Olympioi. Ihr entspricht die römische Göttin Minerva. Ihr bedeutendstes Heiligtum war der Parthenon in Athen. Auf der Akropolis standen mehrere Statuen der Athene aus der Hand des Bildhauers Phidias. Die größte Statue verkörperte die Athena Promachos (die „vorauskämpfende Athene“) in voller Rüstung. Ebenso berühmt war die chryselephantine (Kunstwerk aus Gold und Elfenbein) Kolossalstatue der Athena Parthenos (der „Jungfrau Athene“) im Parthenon.

Athena ist Schutzgöttin und Namensgeberin Athens. Sie gilt als Göttin der Städte, der Weisheit und des Kampfes, so auch der Kriegstaktik und der Strategie. Sie fungierte als Palast- und Schutzgöttin der mykenischen Herrscher. Athena war Schirmherrin der Künste und der Wissenschaften. Als Hüterin des Wissens beschützte sie auch Spinner, Weber und andere Handwerker. Sie wurde aber auch in anderen Städten verehrt, so zum Beispiel in römischer Zeit im pamphylischen Side, wo sie auch die Schutzgöttin des städtischen Rates war. Dies dokumentiert eine Bronzemünze, auf der Athene einen Stimmstein in eine Wahlurne wirft. In den zwei größten Epen Griechenlands, der Ilias und der Odyssee von Homer, ist Athena die Schutzgöttin des Odysseus. Im Trojanischen Krieg „kämpft“ Athena auf Seiten der Griechen. Anschließend begleitet sie Odysseus bei seinen gefahrvollen Abenteuern.

Wie viele griechische Gottheiten war Athena überaus leicht zu kränken. So verwandelte sie Arachne, die behauptete, die Göttin in der Webkunst zu übertreffen, in eine Spinne. Sie ging niemals eine Liebesbeziehung ein, daher auch der Beiname Parthenos „die Jungfräuliche“ (vergleiche auch Artemis). Doch hauchte sie auf Bitten ihres Freundes, des Titanen Prometheus, den Menschen Wissen und Weisheit ein. Nach dem Mythos stritten Poseidon und Athena um die Schirmherrschaft einer Stadt. So hielten sie einen Wettstreit ab: Wer der Stadt das nützlichere Geschenk mache, habe gewonnen. Poseidon gab einen Brunnen (oder auch eine Quelle), der jedoch nur Salzwasser spendete oder in anderen Versionen das Pferd. Athenas Gabe war der Olivenbaum und damit dessen Holz und Früchte. So wurde Athena die Schutzgöttin der Stadt, die seitdem ihren Namen trägt: Athen. Der heilige Ölbaum stand lange Zeit exponiert auf dem Areal der Akropolis und soll laut Legende nach der Zerstörung des Tempels während der Invasion des Xerxes neu ausgeschlagen haben.

Hintergrund:
Die Porträtdarstellungen des Geta gehören zu den interessantesten mit ihren deutlich optischen und damit politischen Veränderungen über einen gewissen Prägezeitraum. Auf dieser Provinzprägung sehen wir ein noch sehr frühes und kindliches Porträt. Im Laufe der Zeit wird sich die Darstellung immer mehr emanzipieren und dem Porträt des Caracalla annähern, um sich dann wieder von seinem Bruder zu differenzieren, bis hin in die Spätphase, bei der Geta sich immer mehr, zum Beispiel durch den spitz zulaufenden Kinnbart, optisch seinem Vater Septimius Severus nähert.

Da das exakte Prägejahr der Münze nicht bekannt ist, kommen drei Statthalter für die Provinz Galatien für den Zeitraum in Frage. Lucius Petronius Verus (197-198 n.Chr.), Gaius Atticus Norbanus Strabo (198-201 n.Chr.) oder Publius Caecilius Urbicus Aemilianus (bis 208 n.Chr.). 

Quellen:
* Wikipedia: Septimius Severus
* Wikipedia: Caracalla
* Wikipedia: Geta
* Wikipedia: Tavium
* Wikipedia: Athena
* Wikipedia: Statthalter in Galatien
* Julie Dalaison, Fabrice Delrieux: Die Stadt Neapolis-Neoklaudiopolis
* Archäologisches Institut Göttingen: Porträttypen römischer Kaiser
* Eva Christof und Gabriele Koiner: Ein kaiserzeitlicher Rankenfries und früh- bis mittelbyzantinische liturgische Ausstattungsteile aus Tavium
* Institut für Archäologie der Karl Franzenz Universität Graz: Tavium eine antike Stadt in Zentralanatolien

Obverse:
Visible is the draped, cuirassed and bareheaded bust of Geta facing right. The inscription reads: ΠO CЄ ΓЄTAC KO KЄ.

The inscription can be translated as follows:
ΠO = PO = Poyblius = Publius
CЄ = SE = Septimios = Septimius
ΓЄTAC = GETAS = Geta
KO = KO[MMOΔOC] = COMMODOS = Commodus
KЄ = KЄ[CAR] = Caesar / Prince
Publius Septimius Geta Commodus Caesar

The coined legend of the Tavium Stampcutters is very interesting and leaves much room for speculation. The young Caesar Geta is associated here by name with the earlier Emperor Commodus. To do this, you have to go back a little further into the historical prehistory.

His father and Emperor Septimius Severus tried to stabilize his rule internally, which he originally owed to a usurpation. In order to be able to maintain his authority over the army, on which he was visibly dependent, he increasingly relied on dynastic legitimation. In this context belongs his fictitious adoption by Emperor Marc Aurel, to whom he wanted to tie in with it. He therefore rehabilitated Commodus, who was hated by the Senate but popular with the army, even had him elevated to the status of gods and called himself divi Marci filius, divi Commodi frater, i.e. „son of the deified Marcus and brother of the deified Commodus“. He also inherited Commodus‘ private fortune through the fictitious adoption. His elder son Caracalla, since 198 AD. Augustus, he gave the new name Marcus Aurelius Antoninus in order to tie in with the „golden age“ of the Antonines[…].

Caracalla was therefore regarded as the fictitious grandson of Marc Aurel and received from 195/196 AD. His name: From then on he was called Marcus Aurelius Antoninus, so like his father he was considered a member of Marc Aurel’s family, the imperial family of the Antonines. Geta, on the other hand, was temporarily given the first name Lucius, which was perhaps intended to recall Lucius Verus, Marc Aurel’s co-ruler, but was not fictitiously included in the Antonine family by renaming[…].

Wikipedia on Septimius Severus and Caracalla

However, the relation of the first name „Lucius“ at Geta in connection with Lucius Verus is only a supposition. I even consider it more than questionable, because Septimius Severus expressly emphasized his descent from Marc Aurel and Commodus, but not from Lucius Verus. In addition, Commodus‘ full birth name was „Lucius Aurelius Commodus“. So if Geta had temporarily adopted the first name Lucius, then in my view it was more likely in memory of his adoptive uncle Commodus – especially since his brother Caracalla already claimed and used the title of Marc Aurel.

Officially, however, there are no Roman city coins with the legend combination Geta and Commodus. The fact that Geta was given the nickname Commodus on this bronze was probably not an active decision of the Severan imperial family, but a decree of the responsible persons in Tavium. If the temporary first name Lucius was in Geta for the memory of Commodus, it should also have been known in the distant province. There are also other provincial bronze coins, including from Antioch, with the legends L SEP GE CAES, L SEP GE COM CAES and L SEP GETAE CO.

From my point of view, the die cutters from Tavium took over and implemented the propaganda of the connection to Marc Aurel and Commodus initiated by the Severan imperial family on their own initiative.

Another consideration of mine: what could possibly have driven the die cutters to expressly emphasize a connection between Commodus and Geta (in contrast to Carcalla, who referred to Marc Aurel)? The relationship between the two brothers was very hostile and this should also have been known in the provinces.

There both protected each other by careful guarding. The joint rule of Marc Aurel and his adoptive brother Lucius Verus in the period 161 to 169 and that of Marc Aurel and his son Commodus from 177 to 180 could serve as a model for this constitutional construction

Wikipedia on Caracalla and Geta

Did the die cutters know of the looming conflict between Caracalla and Geta and the naming of Commodus was meant to evoke a hope that the two brothers would share power „peacefully“ – like their „role models“ Marc Aurel and Commodus…?

Another theory for the interpretation of the legend says that KO KЄ should stand for Co-Caesar, which seems rather unlikely to me, since Caracalla and Geta did not both have the title Caesar at the same time. When Geta 197/198 AD. was appointed Caesar and Princeps iuventutis, his brother automatically advanced to Augustus and thus nominal co-regent of the emperor.

In Aulock’s SNG, #6253-6254, the authors suggest reading KON KЄ¢AP, which would mean Co-Caesar. This hypothesis is invalidated by the fact that KOM KЄ¢AP is clearly written on coin No. 6254, and above all by the fact that Caracalla and Geta were not Caesars at the same time, because when one became Caesar, the other rose to the rank of Augustus, probably in the autumn of 197 AD.

Julie Dalaison and Fabrice Delrieux, The City of Neapolis-Neoklaudiopolis, History and Monetary Practices

Perhaps already in the middle of 195 AD (at the latest in 196 AD) Geta’s brother Caracalla was given the title Caesar, which designated him as the future emperor. A corresponding elevation of Geta’s rank did not take place at first. In the year 197 AD (at the latest 198 AD) Geta received the titles Caesar and Princeps iuventutis. Probably at the same time Caracalla was elevated to Augustus, i.e. to the nominal co-ruler of his father and the reigning emperor Septimius Severus. This in turn established Caracalla’s primacy. Then in 199 AD Geta was given the office and title of pontifex. In 209 AD Geta received the dignity of Augustus, which ended his previous rank disadvantage compared to his brother. After the successful Britannia campaign in 210 AD, Septimius Severus, Caracalla and Geta all took the victorious name Britannicus maximus.

Since Geta lived for 10 years as a prince and Caesar at the imperial court, the portraits that show him as a youth predominate. Around the year 204 AD new types of portraits were created for Caracalla and Geta. Both now wore the short-cropped hair that subsequently became popular in the 3rd century AD became the leading hairstyle fashion. Oddly enough, the types of the two brothers are so similar that one cannot reliably tell them apart. The strikes for Geta are therefore very similar in cut and design to the coins of Caracalla. There were various new editions for both, which indicated aging through increasing beard growth.

However, in the last months of Geta’s life, a radical change took place in portraiture. He tried more and more to differentiate himself visually from his brother and thus also propagated a political statement. In the last phase, the coin images now resemble more and more the portrait of his deceased father Septimius Severus. Did Geta already suspect his brother’s reign of terror and wanted to offer himself as an alternative to the previous reign of Septimius Severus?

Reverse:
A frontal standing Athena can be seen, her head turned to the left. She holds a spear in her right hand, at her feet is a shield. Inscription: CЄ TPO TAOVIANΩN.

The inscription can be translated as follows:
CЄ = CΕ[ΒΑCΤΗ] = SEBASTE = Sublime
TPO = ΤΡΟ[ΚΜΩΝ] = TROKMON = Trokmer
TAOVIANΩN = TAOVIANON = Tavium
Exalted (City) Tavium (of the) Trokmer

Tavium was an ancient Byzantine city in the eastern part of the Galatia region in central Asia Minor in present-day Turkey. It was the capital of the Trokmer, one of the three Celtic tribes that settled in the 3rd century BC. settled in the region in Asia Minor named after them Galatia.

The „Zeus Tavianos sanctuary“ in Tavium, whose location is believed to be on Zegreg Tepe, had supraregional importance in ancient times. The sanctuary was probably the successor to a temple dedicated to Tessub, the Hurrian god of lightning and weather and a major deity of the Hittite pantheon. In Hittite sources, Tavium also plays an extraordinary role as a place of worship and the destination of religious processions from Hattusa. In historical times the sacred precinct housed a colossal bronze image of Zeus (Strabo 12, 5, 1) which appears with archetypal framing on Roman coins – see SNG Aulock Nos. 6237-6239, 6242, 6249. (Source: Institute of Archaeology the Karl Franzenz University of Graz, Tavium an ancient city in Central Anatolia)

The gods Apollon, Artemis, Athena, Asklepios and Hygieia are still documented for Tavium in numismatic evidence. The deities Aphrodite and Demeter, embossed with the image of Iulia Domna, probably represent the virtues of the empress. (Source: Eva Christof and Gabriele Koiner, An imperial tendril frieze and early to middle Byzantine liturgical equipment from Tavium)

Depictions of deities are a common phenomenon of ancient city coins. They testify to the worship of the depicted deity and give an insight into the local sacred landscapes. Athena has been an integral part of the pictorial repertoire of coinage since early Hellenism, appearing on urban issues well into the Roman Empire. In addition to depictions of the head and busts, the full-figure appearances of the goddess in the various cities reveal special features that deviate from the usual depictions of Athena and can be interpreted as reflections of the respective local cults and their cult images.

Athene or Athena is a goddess of Greek mythology. She is the goddess of wisdom, strategy and combat, art, craft and manual work, and patron goddess and namesake of the Greek city of Athens. She is one of the twelve Olympian deities, the Olympioi. Her corresponds to the Roman goddess Minerva. Her most important sanctuary was the Parthenon in Athens. On the Acropolis stood several statues of Athena by the sculptor Phidias. The largest statue embodied Athena Promachos (“Athena fighting ahead”) in full armour. Equally famous was the chryselephantine (gold and ivory work of art) colossal statue of Athena Parthenos (the ‚Virgin Athena‘) in the Parthenon.

Athena is the patron goddess and namesake of Athens. She is considered the goddess of cities, wisdom and battle, as well as war tactics and strategy. She acted as the palace and tutelary goddess of the Mycenaean rulers. Athena was patron of the arts and sciences. As the guardian of knowledge, she also protected spinners, weavers and other craftsmen. But she was also worshiped in other cities, for example in Roman times in Pamphylia Side, where she was also the patron goddess of the city council. This is documented by a bronze coin on which Athena throws a voting stone into a ballot box. In the two greatest Greek epics, the Iliad and the Odyssey by Homer, Athena is Odysseus‘ tutelary goddess. In the Trojan War, Athena „fights“ on the side of the Greeks. She then accompanies Odysseus on his perilous adventures.

Like many Greek deities, Athena was easily offended. Thus she transformed Arachne, who claimed to surpass the goddess in the art of weaving, into a spider. She never entered into a love affair, hence the nickname Parthenos „the virgin“ (compare also Artemis). However, at the request of her friend, the titan Prometheus, she breathed knowledge and wisdom into the people. According to the myth, Poseidon and Athena fought over the patronage of a city. So they held a competition: whoever gave the city the more useful gift won. Poseidon gave a well (or a spring), but it only gave salt water or, in other versions, the horse. Athena’s gift was the olive tree and with it its wood and fruit. Thus Athena became the patron goddess of the city that has borne her name ever since: Athens. The sacred olive tree stood exposed on the area of ​​the Acropolis for a long time and, according to legend, is said to have sprouted again after the destruction of the temple during the invasion of Xerxes.

Background:
The portraits of Geta are among the most interesting with their clearly visual and thus political changes over a certain period of minting. On this provincial coin we see a very early and childlike portrait. In the course of time, the representation becomes more and more emancipated and approaches the portrait of Caracalla, only to then differentiate again from his brother, up to the late phase, in which Geta becomes more and more optical, for example through the pointed goatee approaches his father Septimius Severus.

Since the exact year the coin was minted is not known, three governors for the province of Galatia can be considered for the period. Lucius Petronius Verus (197-198 AD), Gaius Atticus Norbanus Strabo (198-201 AD) or Publius Caecilius Urbicus Aemilianus (until 208 AD).

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