Marcus Aurelius Severus Antoninus Caracalla 211 bis 217 n.Chr.

Silber Denar Rom Marcus Aurelius Severus Antoninus Caracalla 216 n.Chr.

Münze:
Denar der römischen Kaiserzeit 216 n.Chr.
Material: Silber
Durchmesser: 19mm
Gewicht: 3,17g
Münzstätte: Rom
Provenienz: Art & Coins, Terezin
Referenz: RIC IV Caracalla 281b

Avers:
Zu sehen ist die nach rechts gerichtete Büste des Caracalla mit Lorbeerkranz. Die Inschrift lautet: ANTONINVS PIVS AVG GERM für Antoninus Pius Augustus Germanicus.

Geboren als Lucius Septimius Bassianus, erhielt er von seinem Vater um das Jahr 195/196 n.Chr. den Namen Marcus Aurelius Antoninus. Damit wurde er in das Kaisergeschlecht der Antonine aufgenommen und als fiktiver Enkel des Marcus Aurelius ausgegeben. Zur gleichen Zeit wurde ihm der Titel Caesar verliehen, womit er zum künftigen Kaiser designiert wurde. Im Jahr 197, spätestens jedoch 198 n.Chr. wurde er zum Augustus erhoben und mit den kaiserlichen Vollmachten ausgestattet. 

Nach den erfolgreichen Feldzügen gegen die Parther, erhielt er gegen 199 n.Chr. den Ehrentitel „Parthicus maximus“, welcher dann ab 200 n.Chr. auch auf Münzen erscheint. Im Jahr 208 n.Chr. zog die gesamte Kaiserfamilie unter Septimius Severus nach Britannien, um militärisch gegen die Kaledonier und Mäaten weit im Norden Schottlands vorzugehen. Nach dem siegreichen Feldzug führte Caracalla ab 210 n.Chr. den Siegernamen „Britannicus maximus“, den auch sein Vater und sein Bruder annahmen.

Den Siegernamen „Germanicus maximus“ führte Caracalla seit 208 oder 213 n.Chr. Laut einer Publikation von Dr. Werner Robl, kam es bereits auf dem Weg nach Britannien im Jahr 208 n.Chr. zu einer Expedition nach Germanien. Um die sich gegenseitig verhassten Brüder Caracalla und Geta zu trennen, soll Iulia Domna ihren Sohn zur Visitationsreise an den obergermanischen und rätischen Limes geschickt haben. Es kam allerdings zu keinem Krieg, wohl aber die formale Unterwerfung des einen oder anderen Stammes unter die Herrschaft der Römer, was den jungen Caracalla zur Behauptung eines Sieges über die Germanen und zu jenem frühen Scheintitel „Germanicus maximus“ veranlasste. 

Eine zweite Erklärung bietet das Jahr 213 n.Chr. an. Im Sommer dieses Jahres war er in Germanien über den rätischen Limes gegen die Alemannen zu Felde gezogen und hatte schließlich eine erfolgreiche Schlacht mit ihnen am Mainfluss geschlagen. Sein Verhalten zum Feind war jedoch gekennzeichnet durch Verrat und Brutalität. So hatte er die alemannische Jugend aufgerufen unter seinen Fahnen mitzukämpfen und sie dann grausam ermorden lassen. Anschließende Kämpfe scheinen jedoch weniger günstig verlaufen zu sein, denn er sah sich zu Zahlungen an germanische Gruppen veranlasst. Insgesamt gesehen war sein Vorgehen aber offenbar erfolgreich, denn die Lage an der Nordgrenze blieb für zwei Jahrzehnte stabil. 

Allerdings soll Caracalla von den Arvalbrüdern in Rom, einer Priesterschaft in Staatsdiensten, bereits am 17. Mai 213 n.Chr. als „Germanicus maximus“ öffentlich ausgerufen worden sein. Das wären geschlagene drei Monate vor dem mit seinem Namen verbundenen Kampfereignis im Spätsommer desselben Jahres. Wann er den Titel inoffiziell oder offiziell getragen hatte, wird daher noch kontrovers diskutiert. Auf Münzen erscheint der Ehrentitel erstmals ab dem Jahr 213 n.Chr.

Die Beinamen Pius und Felix erscheinen zum ersten Mal offiziell am 1. April 200 n.Chr. und werden meist zwischen dem Namen Antoninus und dem Titel Augustus gestellt. Dabei fehlt der Titel Felix bis 211/212 n.Chr. öfters, so dass in der ersten Zeit Pius allein in der Titulatur vorkommt. Auf Münzprägungen erscheint Pius seit 201 n.Chr. das erste Mal, während Felix erst seit 213 n.Chr. in der Legende zu lesen ist.

Als „Princeps iuventutis“ wurde er meist nur zu Lebzeiten seines Vaters bezeichnet. Die tribunicia potestas erhielt Caracalla im Jahr 198 n.Chr. erstmalig. Das erste Amt des Consulats begleitete er im Jahr 202 n.Chr. Pater Patriae ist nachweisbar seit dem Jahr 205 n.Chr. Den Titel Imperator II erhielt er gegen 207/208 n.Chr. und dann im Jahr 213 n.Chr. als Imperator III. Den Titel „Pontifex Maximus“ trug er richtigerweise erst nach dem Tod seines Vaters Septimius Severus, aber irrtümlich oder aus Schmeichelei wurde er auch schon früher so genannt. Eigentlich war er vor dem Jahr 211 n.Chr. nur Pontifex.

Als Alleinherrscher und Kaiser führte er den Namen Marcus Aurelius Severus Antoninus. Caracalla (richtig eigentlich Caracallus) war ein Spitzname, den er vermutlich ab 208 oder 213 n.Chr. nach einem langen Kapuzenmantel erhielt und in Rom einführte. Dabei handelte es sich um eine vom Kaiser persönlich entworfene modifizierte Luxusausführung eines germanischen oder keltischen Kleidungsstücks. Ein weiterer Spitzname, den Cassius Dio überliefert, war Tarautas. Unter diesem Namen war ein kleinwüchsiger, hässlicher und brutaler Gladiator bekannt, der offenbar ähnlich wie der Kaiser aussah, zumindest nach der Ansicht von dessen Gegnern.

Von Caracalla sind vier Porträttypen bekannt. Sie unterscheiden sich so deutlich, dass ihr Einsetzen mit Hilfe der datierten Münzen genau bestimmt werden kann. Ein erster Typus entstand 196 n.Chr. Unverkennbar ist das jugendlich-lockenköpfige Porträt dem des jungen Marc Aurel nachgebildet. Der Typus entstand zur gleichen Zeit wie ein Porträttypus des Septimius Severus, dessen Gestaltung sich an den letzten Porträttypus des Marc Aurel anlehnt. Die Porträts von Vater und Sohn sollten die behauptete Abstammung aus dem Hause der Antoninen vor Augen führen, die auch in Caracallas neuem Namen zum Ausdruck kam. Von diesem Typus gab es Neuauflagen mit erwachsener werdenden Proportionen.

Im Jahr 204 n.Chr. wurden für Caracalla und Geta neue Bildnistypen geschaffen. Beide trugen nun das kurzgeschorene Haar, das in der Folge im 3. Jahrhundert n.Chr. zur führenden Frisurenmode wurde. Merkwürdigerweise sind die Typen der beiden Brüder einander so ähnlich, dass man sie nicht zuverlässig auseinanderhalten kann. Für beide gab es verschiedene Neuauflagen, die das Älterwerden durch zunehmenden Bartwuchs anzeigten. Auch die Porträts aus dem Jahr der gemeinsamen Regierung 211/12 n.Chr. entsprechen diesen Typen und zeigen beide mit kurzem Vollbart.

Mit dem Gewinn der Alleinherrschaft 212 n.Chr. gestaltete Caracalla sein Porträt völlig neu. Der Kopf ist scharf zur linken Seite gewendet, und die Stirn des massiven Gesichts so kräftig zusammengezogen, dass der Betrachter schwanken kann, ob er in eine Miene höchster Anstrengung oder höchsten Zornes blickt. Caracalla trägt in diesem Porträt eine kurze Lockenfrisur und einen kurzgelockten Bart. Zu diesem Entwurf gehörte die Erfindung eines neuen kurzen Panzerbüstentypus, in dessen straff zur Seite gezogenem Mantel sich die starke Bewegung des Kopfes spiegelt.

Für die Interpretation dieses merkwürdigen Porträts ist es wichtig zu sehen, dass der Kaiser die extreme Inszenierung seiner selbst schon nach wenigen Jahren wieder zurückgenommen hat. In einem 215 n.Chr. geschaffenen Typus wurden die Haltung des Kopfes und die Mimik des Gesichts beruhigt, und Caracalla trägt wieder das kurze Haar, das nun üblich wurde. In einem vermutlich postumen Typus wurde die heftige Mimik des Typus von 212 n.Chr. wieder aufgenommen − man wüsste gern weshalb.

Die extreme Mimik des Porträttypus von 212 n.Chr. muss auch den Zeitgenossen aufgefallen sein. Das zeigen Bemerkungen in der antiken Literatur, die diese Mimik allerdings der Person zuschreiben. Der Zeitgenosse Dio Cassius berichtet, ein Spaßmacher habe gesagt, Caracalla sehe aus, als sei er wütend, weil er sich leidenschaftlich (thymoeidesteron) zu geben pflegte (Dio 78,11). Und in der spätantiken Historia Augusta heißt es, der Kaiser sei als Kind nett gewesen, später aber sei er ‚restrictior, gravior, vultu etiam truculentior, … im Gesichtsausdruck finster‘ geworden (SHA Caracalla 2,4).

Im Hintergrund der merkwürdigen Stilisierung muss vor allem die offenbar besonders ausgeprägte Neigung Caracallas zum Heer und zum Soldatenleben gestanden haben. Er war angeblich keine gute Führungspersönlichkeit, liebte es aber, das Leben der Soldaten zu teilen und wurde dafür von ihnen geliebt. Auch der schon antike Spitzname Caracalla leitet sich von einem bestimmten Soldatenmantel her, den er gern trug. In diesem Sinne könnte der Bildnistypus Kraft, Energie und Einsatzbereitschaft ausgedrückt haben. Ein Bekenntnis zum Heer wäre 212 n.Chr. sehr passend gewesen, denn nach dem Mord an seinem Bruder soll Caracalla sich dorthin geflüchtet haben, als seine Hauptstütze. Vielfach wird außerdem von Caracallas zunehmender Schwärmerei für Alexander dem Großen berichtet. Er soll sogar Doppelhermen mit seinem Bildnis und dem des legendären Makedonen errichtet haben. Für einen Bezug auf Alexander im Porträt, wie ihn andere römische Kaiser gesucht haben, gibt es jedoch keinen Anhaltspunkt.

Revers:
Zu sehen ist der Gott Sol (Invictus) von vorne, den Kopf nach links gerichtet. Er hebt die rechte Hand nach oben und hält in der linken Hand einen Globus. Er ist nackt, nur mit einem Mantel bekleidet, welcher über den linken Arm geschlungen ist. Die Inschrift lautet: P M TR P XVIIII COS IIII P P für Pontifex Maximus Tribunitia Potestas (zum neunzehnten Male) Consul (zum vierten Male) Pater Patriae.

Sol (lateinisch Sonne) ist der Sonnengott der antiken römischen Mythologie. Bekannt ist er vor allem in seiner seit dem 2. Jh. n.Chr. gebräuchlichen Erscheinungsform als Sol invictus (lateinisch unbesiegter Sonnengott). Sol entspricht zwar dem griechischen Helios, mit dem er auch ikonographisch Übereinstimmungen zeigt, aber er wurde nicht aus der griechischen Religion übernommen, sondern ist einheimischen Ursprungs.

In Rom bestand schon in republikanischer Zeit ein anscheinend sehr alter Sonnenkult, der angeblich auf die Zeit der Stadtgründung durch Romulus zurückging und von dem sagenhaften Sabinerkönig Titus Tatius eingeführt worden war. Der altrömische Sonnengott wurde Sol Indiges (einheimischer Sol) genannt und zusammen mit der Mondgottheit Luna verehrt. Die beiden waren eng verbunden und hatten im Circus Maximus einen gemeinsamen Tempel, wo ihr gemeinsamer Festtag am 28. August begangen wurde. Daneben hatte Sol Indiges einen eigenen Tempel auf dem Quirinal, wo ihm am 8. und 9. August gehuldigt wurde. Er gehörte seiner Beliebtheit nach zu den Gottheiten geringeren Ranges. In Göttermythen kommt Sol nicht vor. Auch Helios tritt in der griechischen Mythologie nicht als Persönlichkeit hervor. Erst seit der Endphase der römischen Republik nahm die Popularität des Sonnengottes zu. Rainer Albert vermutet, dass Marcus Antonius den Solkult auf einer seiner Münzen propagierte und damit auf den von ihm beherrschten Osten verwies, wo der Solkult im Gegensatz zu Rom bereits verbreitet war.

Die Sonne bringt mit ihrem Licht alles an den Tag, und so bleibt dem Sonnengott nichts verborgen. Helios ist „allerschauend“, daher allwissend und Zeuge von Freveltaten. Diese Eigenschaft zeichnete auch Sol aus, und so erhielt er im 1. Jahrhundert n.Chr. eine neue und sehr wichtige Aufgabe, nämlich den Kaiser vor Gefahren zu schützen. Die Aufdeckung der Pisonischen Verschwörung gegen Kaiser Nero wurde auf die Hilfe des Sol zurückgeführt, der dafür ein besonderes Dankopfer erhielt. Kaiser Vespasian weihte dem Gott 75 n.Chr. eine riesige Statue. So entwickelte sich Sol zum Schutzgott der Herrscher. Unter Trajan und Hadrian erschien er auf Kaisermünzen. Die Bezeichnung Sol invictus ist für ihn inschriftlich erstmals 158 n.Chr. auf einem Altar bezeugt (Soli invicto deo). Ab dem 2. Jahrhundert kam sie als Beiname des Mithras – Sol invictus Mithras – vor.

Unter den Kaisern aus der Dynastie der Severer nahm die Verehrung des Sol invictus zu. Septimius Severus ließ sich und seine Frau auf Münzen mit den Attributen von Sonne (Strahlenkrone) und Mond (Mondsichel) darstellen und verwendete auch für seine beiden Söhne Caracalla und Geta, deren Herrschaftsnachfolge er plante, Sonnensymbolik. Die Assoziation mit der Sonne zielte vor allem auf den Aspekt der Ewigkeit (aeternitas) des Gestirns ab – so dauerhaft wie die Sonne sollte die Herrschaft der Kaiserfamilie sein.

Die Severer betonten mit Sol damit die Programmatik der Dauerhaftigkeit. Durch das dargestellte Motiv der Übergabe des Globus, wird Sol zudem zum Garanten der Weltherrschaft.

Der Pontifex maximus war der Ranghöchste im Priesterkollegium der pontifices im Römischen Reich. Seit dem 3. Jahrhundert v.Chr. wurde sein Amt durch die Wahl in einer speziellen Volksversammlung vergeben. Der Pontifex maximus hatte offenbar die Oberaufsicht über alle sakralen Angelegenheiten in Rom, insbesondere über die Priesterinnen der Vesta. Laut Cicero führte der Pontifex maximus einst auch die annales maximi, in denen wichtige religiöse und politische Ereignisse nach Jahren geordnet gelistet worden seien.

Die letzten Pontifices maximi zur Zeit der Römischen Republik waren Gaius Iulius Caesar und Marcus Aemilius Lepidus. Nach Lepidus Tod wurde 12 v.Chr. Caesars Adoptivsohn Augustus neuer Pontifex maximus, und fortan hatten alle römischen Kaiser diese Funktion inne. Im Falle eines Mehrkaisertums kennzeichnete sie den ranghöchsten Herrscher, bis das Oberpontifikat 238 n.Chr. unter Pupienus und Balbinus erstmals geteilt wurde. Laut Alan Cameron war der Pontifex maximus vor Augustus zwar einer der angesehensten Priester Roms, aber erst in der Kaiserzeit sei er zum obersten Aufseher der römischen Kulte geworden, da der Inhaber des Amtes als Kaiser zugleich stets auch der mächtigste Mann im Reich war.

Die Tribunizische Gewalt (lateinisch tribunicia potestas) bezeichnet die Amts- und Gewaltbefugnisse der Volkstribunen im antiken Rom. Im Zuge der Gründung des Prinzipats durch den ersten römischen Kaiser Augustus kam es zu einer Trennung von Amt und Amtsgewalt des Volkstribunen. Die Verleihung der tribunicia potestas an Augustus ist aufgrund der Quellenlage unklar und umstritten. Im Jahr 36 v.Chr. erhielt er die tribunizische Gewalt, so die sacrosanctitas, das ius subselli und das ius auxilii. Im Jahr 30 v.Chr. wurde letzteres über das Stadtgebiet Roms bis zum ersten Meilenstein ausgeweitet. Ab dem Jahr 23 v.Chr. konnte der princeps über die tribunicia potestas annua et perpetua verfügen und damit im gesamten Reichsgebiet des römischen Imperiums ständig ausüben. Seitdem war die Amtsgewalt der Tribunen Bestandteil der kaiserlichen Macht, was sich auch an der Zählung der Kaiserjahre nach der tribunicia potestas zeigte. Das Amt selbst und den Titel übernahm der Patrizier Augustus nicht, desgleichen seine Nachfolger. Der princeps genoss mithin die Rechte des Volkstribuns, ohne auch den Pflichten und Beschränkungen des Amtes unterworfen zu sein.

Auch für Augustus Nachfolger gehörte die tribunicia potestas fortan über Jahrhunderte zum Kernbereich ihrer kaiserlichen Macht. Die tribunizische Amtsgewalt stattete sie formal mit den Mitteln aus, die römische Innenpolitik scheinbar im Einklang mit den Gesetzen zu kontrollieren. Um die Fiktion der Annuität zu wahren, wurde die Vollmacht jährlich (allerdings automatisch) erneuert – oft wie beim regulären Tribunat am 10. Dezember, so dass man die Angaben TRI POT, TR P o. ä. auf Münzen und in Inschriften zur Datierung verwenden kann. Im Laufe des 4. Jahrhunderts hörten die Kaiser auf, sich auf die tribunicia potestas zu beziehen, da generell die Anknüpfung an Regeln der alten res publica in der Spätantike stark an Bedeutung verloren hatte.

Der Titel pater patriae wurde vom Senat verliehen. Bereits Marcus Furius Camillus und Quintus Fabius Maximus Cunctator wurden aufgrund ihrer Verdienste als parentes bezeichnet. Marius und Sulla erhielten ebenfalls den Titel parens bzw. pater ob cives servatos („Vater aufgrund der Rettung der Bürgerschaft“). Der Redner und Politiker Marcus Tullius Cicero wurde für die Aufdeckung der Verschwörung des Catilina während seines Konsulats im Jahr 63 v.Chr. mit diesem Titel geehrt.

Die nächsten Titelträger waren Gaius Iulius Caesar und Augustus, dem der Titel vom Senat, den Equites und dem römischen Volk verliehen wurde. Da der Titel pater patriae für die Legitimität des Herrschers nicht wesentlich war – anders als die Titel Imperator, Caesar, Augustus, Pontifex maximus oder die Tribunicia potestas – wurde er nicht Bestandteil der kaiserlichen Ehren. Erst seit der Verleihung an Pertinax 193 n.Chr. zählte er zur festen kaiserlichen Titulatur. Ebenso resultierte aus dem Titel keinerlei juristische Macht, vielmehr war die Verleihung ein Zeichen der Würde wie auch eine Verdeutlichung der Pflichten des Trägers gegenüber der Bürgerschaft. Wie der Pater familias einer Familie vorstand, war auch der Geehrte mit dem Schutz des Staates betraut. Dasselbe gilt für die weibliche Form. Der Titel einer mater patriae ist, nach Ansätzen bei Livia, zum ersten Mal bei Julia Domna belegt.

Der Senat verlieh den Titel zahlreichen römischen Kaisern, oft erst nach vielen Jahren der Herrschaft, manchmal aber auch bald nach Regierungsantritt, wenn der neue Kaiser die besondere Achtung des Senats genoss (wie etwa Nerva). Folglich trugen viele der kurzlebigen Herrscher diesen Titel nicht. Die Verleihung war an die Zustimmung des zu Ehrenden gebunden, der den Titel auch ablehnen konnte. So ließ sich Kaiser Tiberius den Ehrentitel nicht verleihen; auch Nero schlug das erste Angebot im ersten Jahr seiner Herrschaft aufgrund seiner Jugend aus. Als letzter Kaiser bezeichnete sich Anastasius I. in einem Brief aus dem Jahr 516 n.Chr. an den römischen Senat als pater patriae.

Hintergrund:
Die imitatio Alexandri des Caracalla. Es gibt mehrere historische Belege für die früh einsetzende Begeisterung des jungen Caracalla in Bezug auf Alexander des Großen. Unter anderem durch die Hinweise in der Historia Augusta. Einer Provenzialprägung aus dem Jahr 197 n.Chr. aus Kaiserreia auf der der jugendliche Caracalla einen Schild mit Alexanderdarstellung trägt oder einem heute verschollenem Kameo aus dem Camminer Domschatz, welchen den jugendlichen Prinzen gekleidet mit einer bis zu den Knien reichenden Ägis, auf dem Kopf eine Strahlenkrone, die Füße in Stiefeln, zeigt. Die Darstellung erinnert an den Alexander Aigiochos Typus. Nicht zu vergessen, der Besuch am Grab von Alexander des Großen. Entgegen dem Wunsch seines Vaters ließ sein Sohn Caracalla das Alexandergrab wieder öffnen und hinterlegte dort seinen Purpurmantel, seine Ringe und seinen Gürtel sowie andere Wertgegenstände. Er scheint im Übrigen der letzte römische Kaiser gewesen zu sein, der das Grab besucht hat.

Diese Begeisterung für Alexander des Großen war jedoch kein Alleinstellungsmerkmal des Caracalla – er war sicherlich der Kaiser, dessen Begeisterung sich bis in den Alexanderwahn hineinsteigerte. Dennoch erlebte Alexander zu Beginn des dritten Jahrhunderts eine erneute Renaissance, welche auch noch nach dem Tod Caracallas weiter andauerte. Die Kaiser der Zeit selbst ließen das Bild des Alexander wieder lebendig werden, nicht aber allein wegen persönlicher Motive oder Empfindungen, sondern eher als Indiz, das man die Figur Alexanders zu nutzen verstand. Als Zielgruppen standen dabei sicher die Bevölkerung im Osten, wie auch die römischen Truppen im Vordergrund. Dafür spricht auch die Verbreitung der imitatio Alexandri über die verschiedenen Münzprägungen.

Mit Blick auf die stärkste Ausprägung einer imitatio Alexandri unter den römischen Kaisern nennt Cassius Dio Caracalla. Laut den historischen Autoren benutzte Caracalla Waffen und Becher, von denen er glaubte, diese haben einmal Alexander gehört. Aus sorgfältig ausgewählten Männern bildete er im Vorfeld seines Partherfeldzuges eine Truppe, welche er auf makedonische Art bewaffnete und nach dem Beispiel Neros „Phalanx Alexanders“ nannte. Der Kaiser pflegte oft sich in makedonischer Tracht zu zeigen, mit der entsprechenden Kopfbedeckung und den entsprechenden Schuhen. Einen einfachen Soldaten ließ er in den Rang eines Prätors befördern und in den Senat aufnehmen, allein weil sein Name Antigonos und der seines Vaters Philipp war.

Cassius Dio berichtet weiter, dass Caracalla während seines Partherfeldzuges mehrere Elefanten mit sich führte und dies als Teil seiner imitatio Alexandri zu betrachten sei. Es finden sich auch Hinweise, dass er auf dem Feldzug viele Löwen hielt und immer einige um ihm waren, welche er in der Öffentlichkeit zu streicheln pflegte. In den Inschriften und auf Münzen findet sich das Epitheton „Invictus“, seit etwa 213/214 n.Chr. erscheint für Caracalla der Magnus-Titel auf einigen Inschriften. Auch in Bezug seines Verhaltens gegenüber seinen Soldaten mag man das Vorbild Alexander des Großen erkennen. Er teilte alle Strapazen und Belastungen mit ihnen, sogar das Essen. Bei seinem Wunsch, sich bei den Soldaten beliebt zu machen, mag auch hier Alexander als Vorbild eine Rolle gespielt haben.

In den Jahren 212/213 n.Chr. wurde unter Caracalla die constitutio Antoniniana erlassen, durch die alle freien Untertanen das volle römische Bürgerrecht erhielten. Cassius Dio berichtet von fiskalischen Gründen, die für diesen Erlass ausschlaggebend waren. Die meisten der reicheren Bürger in den Provinzen waren jedoch häufig bereits im Besitz des römischen Bürgerrechts und eine gewaltige Mehreinnahme an Steuern ist daher eher unwahrscheinlich. Daher ist auch hier eine von Caracalla intendierte Analogie zur sogenannten Verschmelzungspolitik Alexanders nicht auszuschließen.

Am deutlichsten ist die wachsende Identifizierung mit dem Makedonierkönig jedoch in einem von Cassius Dio überlieferten Brief an den Senat ausgedrückt. Caracalla schreibt an den Senat, dass Alexander der Große in ihm, dem Augustus, wiedergeboren sei, dass er noch einmal in ihm lebe, da sein voriges Leben so kurz gewesen wäre. Damit deutete er das Programm einer Wiederherstellung von Alexanders Weltreich, zumindest einer ruhmreichen Expansion nach Osten an. Für Alexander verwendet er dabei den Titel Augustus des Ostens, für sich selbst nur den Titel Augustus – und so ohne Einschränkung noch über Alexander zu stehen scheint.

Im Jahr 214 n.Chr. begann Caracalla seinen Feldzug in den Osten. Hier scheint seine imitatio Alexandri ihren Höhepunkt erreicht zu haben. Nach der Ankunft in Thrakien „war er sofort Alexander“, schreibt Herodian (4,8,1) und begann auch hier unverzüglich mit dem Aufstellen von Alexanderstatuen. Bei nun folgenden Überfahrt nach Asien setzte er nicht wie sonst üblich über den Bosporus über, sondern über den Hellespont, da er beabsichtigte auf den Spuren Alexanders zu folgen. Sein Schiff wollte er in Anlehnung an Alexander selber steuern, kenterte und er musste in höchster Not von dem Prefectus Classis gerettet werden. 

Auf dem Festland folgte er erneut Alexanders Beispiel und begab sich nach Ilion, wo er zum Gedenken an den Trojanischen Krieg am Grab des Achilles ein Opfer darbrachte und die Leichenfeier des Patroklos imitierte, indem er seinen Cubicularius Festus dort prunkvoll bestatten ließ. Bemerkenswert ist, dass das Heer hier Geldgeschenke von ihm erhielt. Nach einem Besuch in Pergamon, wo er sich im Tempel des Asklepios einer Kur unterzog (RIC IV Caracalla 251), begab er sich für den Winter nach Nikomedia. Am Saturnalienfest veranstaltete er für die Senatoren dort ein Festmahl, an dem auch Cassius Dio teilnahm.

Seine Reiseroute vom Aufbruch in Nikomedia im April 215 n.Chr. bis zu seiner Ankunft in Antiochia im selben Jahr ist in der literarischen Überlieferung nicht dokumentiert. Es wäre vorstellbar das er versuchte hier den Spuren Alexanders zu folgen. Gesichert ist Caracallas Besuch in Tarsos. Die von ihm mitgeführten Elefanten spiegeln sich im lokalen Kultleben der Stadt wider. Sowohl aus Tarsos wie auch aus Amorion in Phrygien, Nikaia in Bithynien und den thrakischen Städten Serdika und Hadrianopolis, wo Caracalla sich wohl ebenfalls aufgehalten hat, sind Münzen mit Elefantendarstellungen erhalten, die zeigen, wie sehr die Städte bereit waren, Caracalla als neuen Alexander zu empfangen.

Nach dem Aufenthalt in Tarsos begab Caracalla sich ins kilikische Aigeai, um von dort mit dem Schiff nach Syrien überzusetzen. Von Antiochia in Syrien aus reiste er Richtung Süden nach Alexandria in Ägypten, wo er unter den Einwohnern ein furchtbares Blutbad anrichtete, weil sie, wie ihm zugetragen worden war, sich über ihn als neuen Alexander lustig gemacht hätten. Der genaue Verlauf ist jedoch unklar. Cassius Dio berichtet zunächst von der Ermordung der führenden Männer der Stadt, die dem Kaiser zur Begrüßung entgegengekommen waren. Danach wäre das Strafgericht auf die gesamte Bevölkerung ausgedehnt worden. Den Winter 215/16 n.Chr. verbrachte Caracalla dann an einem unbekannten Ort im Osten.

Die Anknüpfung an das Vorbild Alexanders des Großen und an dessen Weltherrschaftsidee bedeutete Konfrontation mit dem Partherreich, dass Caracalla ins Römische Reich eingliedern wollte. Angeblich verfolgte er sein Ziel zunächst auf friedlichem Weg oder versuchte zumindest diesen Anschein zu erwecken. Er soll dem Partherkönig Artabanos IV. ein Heiratsprojekt vorgeschlagen haben. Artabanos sollte ihm seine Tochter zur Frau geben und damit den Weg zu einer künftigen Vereinigung der beiden Reiche ebnen. Dieses Projekt fällt ganz aus dem Rahmen der traditionellen römischen Außenpolitik. Römische Kaiser gingen nie Heiratsverbindungen mit auswärtigen Herrscherhäusern ein. Die Historizität der von Cassius Dio und Herodian mitgeteilten, bei Herodian mit fantastischen Elementen ausgeschmückten Episode ist in der Forschung umstritten. Überwiegend wird angenommen, dass die Überlieferung zumindest einen historischen Kern hat. Auch dabei spielte das Vorbild Alexanders eine Rolle. Der Makedone hatte Stateira, eine Tochter des Perserkönigs Dareios III., geheiratet. Erst als Artabanos den fantastisch anmutenden Vorschlag ablehnte, begann Caracalla im Frühjahr 216 n.Chr. den Feldzug gegen die Parther.

Begünstigt wurden die Römer durch den Umstand, dass bei den Parthern damals ein Bürgerkrieg zwischen den Brüdern Artabanos IV. und Vologaeses VI. herrschte, in welchem allerdings Caracallas Gegner Artabanos deutlich die Oberhand hatte. Die römischen Truppen rückten kampflos bis nach Arbela vor. Dort plünderten sie die Gräber der Könige der Adiabene, einer vom Partherreich abhängigen Dynastie. Danach zog sich Caracalla allerdings wieder nach Edessa zurück.

In diesem historischen Kontext ist die bildliche Darstellung Caracallas zu sehen. Er selbst ließ in seinem Lager und in ganz Rom Statuen des Makedonenkönigs aufstellen, von denen manche auf der einen Seite sein Gesicht und auf der anderen das Alexanders zeigten. Leider ist keiner dieser Statuen erhalten geblieben. Porträtdarstellungen des erwachsenen Caracalla zeigen ihn immer mit grimmiger Miene, den Kopf zur linken Schulter geneigt. Dies wurde häufig als ein Zeichen der Alexandernachahmung gewertet.

Gleichzeitig finden wir auf Münzen nicht nur im Porträt Bezüge zu Alexander des Großen, auch auf den Darstellungen der Rückseiten finden sich Hinweise auf eine Verbindung zum Makedonier, dem Osten und der Weltenherrschaft. 

In meiner Sammlung befindet sich ein Denar mit der Abbildung des Sonnenlöwen (RIC IV Caracalla 283c). Prägungen dieser Art erschienen nicht nur für kurze Zeit, sondern durchgehend in den beiden letzten Jahren seiner Herrschaft. Das Bild des Sonnenlöwen ist als Symbol für den Weltherrscher wohl anerkannt und ist somit gleichzeitig ein Verweis auf Alexander.

Und auch der hier vorgestellte Denar des Sol Invictus mit dem Globus in der Hand steht in dieser Tradition. Schon zur Zeit der römischen Republik stand Sol für den Erfolg im Osten des Reiches, Marcus Antonius forcierte mit seinen Prägungen diesen Zusammenhang. Sol Invictus ist der unbesiegte Sonnengott des Ostens, er steht für die Dauerhaftigkeit und ist ein Garant für die Weltenherrschaft.

Quellen:
* Wikipedia: Caracalla
* Wikipedia: Sol
* Wikipedia: Pontifex Maximus
* Wikipedia: Tribunizische Gewalt
* Wikipedia: Pater Patriae
* Peter Robert Franke, Ilse Paar: die antiken Münzen der Sammlung Heynen
* Archäologisches Institut Göttingen: Porträttypen römischer Kaiser
* Angela Kühnen: Die imitatio Alexandri als politisches Instrument römischer Feldherren und Kaiser in der Zeit von der ausgehenden Republik bis zum Ende des dritten Jahrhunderts n.Chr.
* Stephan Berrens, Norbert Geske: Sonnenkult und Kaisertum von den Severern bis zu Constantin I. (193-337 n.Chr.)
* Dr. Werner Robl: Der Ehekamm auf dem Gödenacker bei Berching, Schauplatz der Caracalla-Expedition des Jahres 213 n.Chr.

Obverse:
You can see the right-facing bust of Caracalla with a laurel wreath. The inscription reads: ANTONINVS PIVS AVG GERM for Antoninus Pius Augustus Germanicus.

Born as Lucius Septimius Bassianus, he received from his father around the year 195/196 AD the name of Marcus Aurelius Antoninus. He was thus accepted into the imperial family of the Antonines and issued as the fictitious grandson of Marcus Aurelius. At the same time he was given the title of Caesar, designating him as the future emperor. In the year 197, but no later than 198 AD he was promoted to Augustus and endowed with imperial powers.

After the successful campaigns against the Parthians, he received around 199 AD the honorary title „Parthicus maximus“, which then from 200 AD also appears on coins. In the year 208 AD moved the entire imperial family under Septimius Severus to Britain to take military action against the Caledonians and Maatians in the far north of Scotland. After the victorious campaign, Caracalla led from 210 AD the winning name „Britannicus maximus“, which his father and brother also adopted.

Caracalla used the victor’s name „Germanicus maximus“ from 208 or 213 AD. According to a publication by Dr. Werner Robl, it came on the way to Britain in 208 AD for an expedition to Germania. In order to separate the mutually hated brothers Caracalla and Geta, Iulia Domna is said to have sent her son on a visitation trip to the Upper Germanic and Rhaetian Limes. However, there was no war, but the formal submission of one or the other tribe under Roman rule, which prompted the young Caracalla to claim a victory over the Germans and to that early pseudo-title „Germanicus maximus“.

The year 213 AD offers a second explanation. at. In the summer of that year he campaigned in Germania across the Rhaetian Limes against the Alemanni and finally fought a successful battle with them on the Main River. However, his attitude towards the enemy was marked by treachery and brutality. So he called on the Alemannic youth to fight under his banner and then had them cruelly murdered. Subsequent battles, however, seem to have gone less favorably, for he felt compelled to make payments to Germanic groups. Overall, however, his approach was apparently successful, as the situation on the northern border remained stable for two decades.

Caracalla was probably by the Arvalbrothers in Rome, a priesthood in civil service, as early as May 17, 213 AD publicly proclaimed as „Germanicus maximus“. That would be a full three months before the battle event associated with his name in late summer of the same year. When he had unofficially or officially borne the title is therefore still a matter of controversy. The title first appears on coins from the year 213 AD.

The epithets Pius and Felix appear officially for the first time on April 1, 200 AD and are usually placed between the name Antoninus and the title Augustus. The title Felix is missing until 211/212 AD often, so that initially Pius appears alone in the title. Pius has appeared on coinage since 201 AD the first time, while Felix only since 213 AD can be read in the legend.

He was usually only referred to as „Princeps iuventutis“ during his father’s lifetime. Caracalla received the tribunicia potestas in 198 AD first time. He accompanied the first office of consulship in 202 AD. Pater Patriae is verifiable since the year 205 AD. He received the title Imperator II around 207/208 AD and then in 213 AD as Emperor III. He correctly bore the title „Pontifex Maximus“ only after the death of his father Septimius Severus, but he was also called that earlier, either by mistake or out of flattery. Actually he was before the year 211 AD only pontifex.

As sole ruler and emperor, he bore the name Marcus Aurelius Severus Antoninus. Caracalla (actually Caracallus) was a nickname he probably used from 208 or 213 AD received after a long hooded cloak and introduced in Rome. This was a modified luxury version of a Germanic or Celtic garment personally designed by the emperor. Another nickname given to Dio by Cassius was Tarautas. By this name was known a short, ugly, and brutal gladiator who apparently looked similar to the emperor, at least according to his opponents.

Four types of portraits of Caracalla are known. They differ so clearly that their use can be precisely determined with the help of the dated coins. A first type emerged in 196 AD. The youthful, curly-headed portrait is unmistakably based on that of the young Marc Aurel. The type was created at the same time as a portrait type of Septimius Severus, the design of which is based on the last portrait type of Marc Aurel. The portraits of father and son were intended to demonstrate the alleged descent from the house of the Antonines, which was also reflected in Caracalla’s new name. There were new editions of this type with growing proportions.

In the year 204 AD new types of portraits were created for Caracalla and Geta. Both now wore the short-cropped hair that subsequently became popular in the 3rd century AD became the leading hairstyle fashion. Oddly enough, the types of the two brothers are so similar that one cannot reliably tell them apart. There were various new editions for both, which indicated aging through increasing beard growth. The portraits from the year of the joint government 211/12 AD correspond to these types and both show a short full beard.

With the gain of sole rule in 212 AD Caracalla completely redesigned his portrait. The head is turned sharply to the left, and the forehead of the massive face is drawn together so violently that the viewer can vacillate between looking into an expression of supreme exertion or supreme anger. Caracalla wears a short curly hairstyle and a short-curled beard in this portrait. Part of this design was the invention of a new type of short armored bust, in whose cloak pulled tightly to one side the strong movement of the head is reflected.

For the interpretation of this strange portrait, it is important to see that the emperor took back the extreme staging of himself after just a few years. In a 215 AD in the type created, the pose of the head and the facial expressions were calmed, and Caracalla once again wore the short hair that was now customary. In a presumably posthumous type, the violent facial expressions of the type of 212 AD were used. resumed – one would like to know why.

The extreme facial expressions of the portrait type from 212 AD must also have caught the eye of his contemporaries. This is shown by comments in ancient literature, which, however, attribute these facial expressions to the person. The contemporary Dio Cassius reports that a jester said that Caracalla looked angry because he used to give himself passionately (thymoeidesterone) (Dio 78:11). And in the late antique Historia Augusta it says that the emperor was nice as a child, but later he became ‚restrictior, gravior, vultu etiam truculentior, … in facial expression dark‘ (SHA Caracalla 2,4).

In the background of the strange stylization, above all, must have been Caracalla’s particularly pronounced inclination towards the army and the life of a soldier. He was said not to be a good leader, but loved sharing the lives of the soldiers and was loved by them for it. The ancient nickname Caracalla also derives from a certain soldier’s coat that he liked to wear. In this sense, the portrait type could have expressed strength, energy and commitment. A commitment to the army would be 212 AD very appropriate, since after the murder of his brother, Caracalla is said to have taken refuge there as his mainstay. Caracalla’s growing infatuation with Alexander the Great is also widely reported. He is said to have erected double herms with his portrait and that of the legendary Macedonian. However, there is no evidence of a reference to Alexander in the portrait, as other Roman emperors sought.

Reverse:
The god Sol (Invictus) is seen from the front, his head turned to the left. He raises his right hand and holds a globe in his left hand. He is naked, wearing only a cloak which is slung over his left arm. The inscription reads: P M TR P XVIIII COS IIII P P for Pontifex Maximus Tribunitia Potestas (for the nineteenth time) Consul (for the fourth time) Pater Patriae.

Sol (Latin sun) is the sun god of ancient Roman mythology. He is best known for his since the 2nd century AD usual manifestation as Sol invictus (Latin undefeated sun god). Although Sol corresponds to the Greek Helios, with which he also shows similarities iconographically, he was not adopted from the Greek religion, but is of native origin.

In Rome there was already an apparently very old sun cult in the republican period, which allegedly went back to the time when the city was founded by Romulus and had been introduced by the legendary Sabine king Titus Tatius. The ancient Roman sun god was called Sol Indiges (native Sol) and worshiped together with the moon deity Luna. The two were closely connected and shared a temple in the Circus Maximus, where their common feast day was celebrated on August 28th. In addition, Sol Indiges had his own temple on the Quirinal, where homage was paid to him on August 8th and 9th. In terms of popularity, he belonged to the lower-ranking deities. Sol does not appear in god myths. Nor does Helios appear as a personality in Greek mythology. Only since the final phase of the Roman Republic did the popularity of the sun god increase. Rainer Albert suspects that Marcus Antonius propagated the cult of the sol on one of his coins, thereby referring to the East he ruled, where, in contrast to Rome, the cult of the sol was already widespread.

The sun brings everything to light with its light, and so nothing remains hidden from the sun god. Helios is „all-seeing“, therefore omniscient and a witness to crimes. Sol was also characterized by this quality, and so he received in the 1st century AD a new and very important task, namely to protect the Emperor from danger. The uncovering of the Pisonian conspiracy against Emperor Nero was attributed to the help of Sol, who received a special thank offering for it. Emperor Vespasian dedicated the god 75 AD a huge statue. So Sol developed into the patron god of rulers. It appeared on imperial coins under Trajan and Hadrian. The term Sol invictus is written for him for the first time in 158 AD witnessed on an altar (Soli invicto deo). From the 2nd century it appeared as the nickname of Mithras – Sol invictus Mithras.

Worship of Sol invictus increased under the emperors of the Severan dynasty. Septimius Severus had himself and his wife depicted on coins with the attributes of the sun (crown of rays) and moon (crescent moon) and also used solar symbolism for his two sons Caracalla and Geta, whose successor he was planning to rule. The association with the sun was primarily aimed at the aspect of eternity (aeternitas) of the celestial body – the reign of the imperial family was to be as permanent as the sun.

With Sol, the Severans emphasized the program of durability. Through the depicted motif of handing over the globe, Sol also becomes the guarantor of world domination.

The pontifex maximus was the highest-ranking priest in the college of pontifices in the Roman Empire. Since the 3rd century BC his office was assigned by election in a special popular assembly. The pontifex maximus apparently had supreme authority over all sacred affairs in Rome, especially the priestesses of Vesta. According to Cicero, the pontifex maximus once also kept the annales maximi, in which important religious and political events were listed by year.

The last pontifices maximi at the time of the Roman Republic were Gaius Iulius Caesar and Marcus Aemilius Lepidus. After Lepidus‘ death in 12 BC Caesar’s adopted son Augustus was the new pontifex maximus, and all Roman emperors henceforth held this position. In the case of multiple empires, it marked the highest-ranking ruler until the supreme pontificate in 238 AD was first divided under Pupienus and Balbinus. According to Alan Cameron, the pontifex maximus was one of the most respected priests in Rome before Augustus, but it was not until the imperial period that he became the chief overseer of Roman cults, since the holder of the office of emperor was always the most powerful man in the empire.

The tribunician power (Latin tribunicia potestas) refers to the official and violent powers of the tribunes in ancient Rome. In the course of the founding of the principate by the first Roman emperor Augustus, the office and official powers of the tribune were separated. The award of the tribunicia potestas to Augustus is unclear and controversial due to the sources. In the year 36 BC he received the tribunician power, so the sacrosanctitas, the ius subselli and the ius auxilii. In the year 30 BC the latter was extended over the urban area of ​​Rome to the first milestone. From the year 23 BC the princeps could dispose of the tribunicia potestas annua et perpetua and thus constantly exercise it throughout the entire territory of the Roman Empire. Since then, the official power of the tribunes was part of the imperial power, which was also reflected in the counting of the imperial years after the tribunicia potestas. The patrician Augustus did not take over the office itself and the title, neither did his successors. The princeps thus enjoyed the rights of the tribune of the people without being subject to the duties and restrictions of the office.

For the successors of Augustus, too, the tribunicia potestas was part of the core of their imperial power for centuries to come. The tribunician authority formally endowed them with the means to control Roman domestic politics, seemingly in accordance with the law. In order to preserve the fiction of the annuity, the power of attorney was renewed annually (albeit automatically) – often as with the regular tribunate on December 10th, so that the indications TRI POT, TR P or similar on coins and in inscriptions are used for dating can. In the course of the 4th century, the emperors ceased to refer to the tribunicia potestas, since in general the connection to the rules of the old res publica had lost much of its importance in late antiquity.

The title of pater patriae was conferred by the Senate. Already Marcus Furius Camillus and Quintus Fabius Maximus Cunctator were called parentes because of their merits. Marius and Sulla also received the title parens or pater ob cives servatos (‚Father due to the salvation of the citizenry‘). The orator and politician Marcus Tullius Cicero was credited with exposing the conspiracy of Catiline during his consulship in 63 BC honored with this title.

The next title holders were Gaius Iulius Caesar and Augustus, to whom the title was bestowed by the Senate, the Equites and the Roman people. Because the title pater patriae was not essential to the ruler’s legitimacy—unlike the titles imperator, caesar, augustus, pontifex maximus, or the tribunicia potestas—it did not become part of the imperial honors. It was only after it was awarded to Pertinax in 193 AD that it became part of the permanent imperial title. Likewise, no legal power resulted from the title, rather the award was a sign of dignity as well as a clarification of the duties of the bearer towards the citizenry. Just as the pater familias presided over a family, the honoree was entrusted with the protection of the state. The same applies to the feminine form. The title of a mater patriae, after beginnings with Livia, is documented for the first time by Julia Domna.

The Senate bestowed the title on numerous Roman emperors, often only after many years of rule, but sometimes soon after assuming power if the new emperor enjoyed the special respect of the Senate (such as Nerva). Consequently, many of the short-lived rulers did not hold that title. The award was subject to the consent of the honoree, who could also refuse the title. Emperor Tiberius did not allow himself to be given the honorary title; Nero also rejected the first offer in the first year of his rule because of his youth. Anastasius I described himself as the last emperor in a letter from the year 516 AD to the Roman Senate as pater patriae.

Background:
The imitatio Alexandri of Caracalla. There is several historical evidence of young Caracalla’s early enthusiasm for Alexander the Great. Among other things, through the references in the Historia Augusta. A provencial issue from the year 197 AD from Kaiserreia on which the youthful Caracalla carries a shield depicting Alexander or a now-lost cameo from the Cammin cathedral treasury, which shows the youthful prince dressed with an aegis reaching to his knees, a radiant crown on his head, his feet in boots. The depiction is reminiscent of the Alexander Aigiochos type. Don’t forget to visit the tomb of Alexander the Great. Contrary to his father’s wishes, his son Caracalla had Alexander’s tomb reopened and deposited his purple cloak, his rings and his belt as well as other valuables there. Incidentally, he seems to have been the last Roman emperor to visit the tomb.

However, this enthusiasm for Alexander the Great was not a unique feature of Caracalla – he was certainly the emperor whose enthusiasm increased to the point of Alexander mania. Nevertheless, at the beginning of the third century Alexander experienced a renewed renaissance, which continued even after the death of Caracalla. The emperors of the time themselves brought the image of Alexander back to life, not only because of personal motives or feelings, but rather as an indication that the figure of Alexander was understood to be used. The population in the East, as well as the Roman troops, were certainly the target groups in the foreground. This is also supported by the spread of the imitatio Alexandri over the various coinages.

With a view to the strongest expression of an imitatio Alexandri under the Roman emperors, Cassius Dio names Caracalla. According to the historical authors, Caracalla used weapons and cups that he believed once belonged to Alexander. In the run-up to his Parthian campaign, he formed a troop of carefully selected men, which he armed in the Macedonian way and, following Nero’s example, called it „Alexander’s phalanx“. The emperor often used to show himself in Macedonian costume, with the appropriate headgear and shoes. He had a simple soldier promoted to the rank of praetor and admitted to the senate simply because his name was Antigonos and that of his father Philip.

Cassius Dio further reports that Caracalla carried several elephants with him during his Parthian campaign and that this should be regarded as part of his imitatio Alexandri. There are also indications that he kept many lions on the campaign and that there were always some around him, which he used to pet in public. The epithet „Invictus“ can be found in the inscriptions and on coins since about 213/214 AD the Magnus title appears for Caracalla on some inscriptions. One may also recognize the example of Alexander the Great in relation to his behavior towards his soldiers. He shared all the hardships and burdens with them, even the food. Here, too, Alexander may have played a role as a role model in his desire to make himself popular with the soldiers.

In the years 212/213 AD the constitutio Antoniniana was issued under Caracalla, through which all free subjects received full Roman citizenship. Cassius Dio tells of fiscal reasons that were decisive for this decree. However, most of the richer citizens in the provinces were often already in possession of Roman citizenship and a huge additional income from taxes is therefore rather unlikely. Therefore, an analogy intended by Caracalla with Alexander’s so-called policy of amalgamation cannot be ruled out here either.

However, the growing identification with the Macedonian king is expressed most clearly in a letter to the senate handed down by Cassius Dio. Caracalla writes to the Senate that Alexander the Great is born again in him, the Augustus, that he lives in him once more, since his previous life was so short. With this he indicated the program of a restoration of Alexander’s empire, at least a glorious expansion to the east. For Alexander he uses the title Augustus of the East, for himself only the title Augustus – and thus seems to stand above Alexander without restriction.

In the year 214 AD Caracalla began his campaign in the East. Here his imitatio Alexandri seems to have reached its climax. Upon arrival in Thrace, „he was immediately Alexander,“ writes Herodian (4:8:1), and immediately began erecting statues of Alexander there as well. During the subsequent crossing to Asia, he did not cross the Bosporus as usual, but crossed the Hellespont, since he intended to follow in Alexander’s footsteps. He wanted to steer his ship himself in the style of Alexander, but it capsized and he had to be rescued by the Prefectus Classis in dire straits.

On the mainland he again followed Alexander’s example and went to Ilion, where he offered a sacrifice at the tomb of Achilles to commemorate the Trojan War and imitated the funeral service of Patroclus by having his Cubicularius Festus buried there in lavish style. It is remarkable that the army received gifts of money from him here. After a visit to Pergamum, where he took a cure in the temple of Asclepius (RIC IV Caracalla 251), he went to Nicomedia for the winter. At the Saturnalia he organized a banquet for the senators there, in which Cassius Dio also took part.

His itinerary from leaving Nicomedia in April 215 AD until his arrival in Antioch in the same year is not documented in the literary tradition. It is conceivable that he tried to follow in Alexander’s footsteps here. Caracalla’s visit to Tarsos is certain. The elephants he carries are reflected in the city’s local cult life. Coins depicting elephants have been preserved from Tarsus as well as from Amorion in Phrygia, Nikaia in Bithynia and the Thracian cities of Serdika and Hadrianopolis, where Caracalla probably also stayed. These coins show how willing the cities were to accept Caracalla as the new Alexander receive.

After staying in Tarsos, Caracalla went to Aigeai in Cilicia, in order to take the ship to Syria from there. From Antioch in Syria he traveled south to Alexandria in Egypt, where he wreaked a terrible bloodbath on the inhabitants because, he had been told, they mocked him as the new Alexander. However, the exact course is unclear. Cassius Dio first reports the murder of the leading men of the city who had come to greet the emperor. After that, the criminal court would have been extended to the entire population. The winter of 215/16 AD Caracalla then spent in an unknown location in the east.

Following the model of Alexander the Great and his idea of ​​world domination meant confrontation with the Parthian Empire that Caracalla wanted to incorporate into the Roman Empire. It is said that he initially pursued his goal peacefully, or at least tried to appear so. He is said to have proposed a marriage project to the Parthian king Artabanos IV. Artabanos should give him his daughter in marriage and thus pave the way for a future unification of the two kingdoms. This project falls entirely outside the framework of traditional Roman foreign policy. Roman emperors never married foreign dynasties. The historicity of the episode reported by Cassius Dio and Herodian, which Herodian embellished with fantastic elements, is controversial in research. Mostly it is assumed that the tradition has at least a historical core. Here, too, Alexander’s example played a role. The Macedonian had married Stateira, a daughter of the Persian king Darius III. Only when Artabanos rejected the fantastic proposal did Caracalla begin in the spring of 216 AD the campaign against the Parthians.

The Romans were favored by the fact that the Parthians were at that time in a civil war between the brothers Artabanos IV and Vologaeses VI. ruled, in which, however, Caracalla’s opponent Artabanos clearly had the upper hand. The Roman troops advanced to Arbela without a fight. There they plundered the tombs of the kings of the Adiabene, a dynasty dependent on the Parthian Empire. After that Caracalla withdrew back to Edessa.

The pictorial representation of Caracalla is to be seen in this historical context. He himself erected statues of the Macedonian king in his camp and throughout Rome, some showing his face on one side and Alexander’s on the other. Unfortunately, none of these statues have survived. Portraits of the adult Caracalla always show him with a grim expression, his head tilted to his left shoulder. This was often taken as a sign of Alexander imitation.

At the same time, we find references to Alexander the Great not only in the portrait on coins, but also on the depictions on the reverse side there are indications of a connection to the Macedonians, the East and world domination.

In my collection there is a denarius depicting the sun lion (RIC IV Caracalla 283c). Coinage of this kind appeared not only for a short time, but continuously during the last two years of his reign. The image of the sun lion is well recognized as a symbol for the world ruler and is thus at the same time a reference to Alexander.

And the denarius of Sol Invictus presented here with the globe in hand also stands in this tradition. Already at the time of the Roman Republic, Sol stood for success in the east of the empire, Marcus Antonius forced this connection with his coinage. Sol Invictus is the undefeated sun god of the east, he stands for durability and is a guarantor for world domination.

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