Publius Septimius Geta 197 bis 211 n.Chr.

Guss Denar Rom Publius Septimius Geta 199 n.Chr.

Münze:
Gussdenar der römischen Kaiserzeit (antike Fälschung) 199 n.Chr.
Material: Weissmetall
Durchmesser: 19mm
Gewicht: 2,35g
Münzstätte: ?
Provenienz: Private Sammlung, Deutschland
Referenz: vgl. RIC IV Geta 13a

Avers:
Zu sehen ist die nach rechts gerichtete drapierte Büste des Geta. Die Inschrift lautet: P SEPT GETA CAES PONT für Publius Septimius Geta Caesar Pontifex.

Vielleicht schon Mitte 195 n.Chr. (spätestens 196 n.Chr.) wurde Getas Bruder Caracalla der Titel Caesar verliehen, womit er zum künftigen Kaiser designiert wurde. Eine entsprechende Rangerhöhung Getas blieb zunächst aus. Im Jahr 197 n.Chr. (spätestens 198 n.Chr.) erhielt Geta die Titel Caesar und Princeps iuventutis. Wohl gleichzeitig wurde Caracalla zum Augustus, das heißt zum nominellen Mitregenten des Vaters und dem amtierenden Kaisers Septimius Severus erhoben. Damit wurde wiederum Caracallas Vorrang festgeschrieben. Im Jahr 199 n.Chr. bekam Geta dann Amt und Titel des Pontifex verliehen. Im Jahr 209 n.Chr. erhielt Geta die Würde eines Augustus, womit seine bisherige rangmäßige Benachteiligung gegenüber seinem Bruder endete. Nach dem erfolgreichen Britannien Feldzug 210 n.Chr. nahmen sowohl Septimius Severus, als auch Caracalla und Geta den Siegernamen Britannicus maximus an.

Da Geta 10 Jahre lang als Prinz und Caesar am kaiserlichen Hof lebte, überwiegen die Portraitdarstellungen, die ihn als Jüngling zeigen. Etwa um das Jahr 204 n.Chr. wurden für Caracalla und Geta neue Bildnistypen geschaffen. Beide trugen nun das kurzgeschorene Haar, das in der Folge im 3. Jahrhundert n.Chr. zur führenden Frisurenmode wurde. Merkwürdigerweise sind die Typen der beiden Brüder einander so ähnlich, dass man sie nicht zuverlässig auseinanderhalten kann. Die Prägungen für Geta ähneln in Schnitt und Ausführungen daher stark den Münzen des Caracalla. Für beide gab es verschiedene Neuauflagen, die das Älterwerden durch zunehmenden Bartwuchs anzeigten.

Doch in den letzten Lebensmonaten des Geta vollzog sich im Porträtbild ein radikaler Wechsel. Er versuchte sich immer mehr optisch von seinem Bruder zu differenzieren und propagandierte damit auch ein politisches Statement. Die Münzbilder ähneln nun in der letzten Phase immer mehr dem Bildnis seines verstorbenen Vaters Septimius Severus. Ahnte Geta schon die Terrorherrschaft seines Bruders kommen und wollte sich als Alternative zur vorherigen Regierungszeit des Septimius Severus anbieten?

Der Pontifex war im römischen Reich ein sakraler Beamter (ungenau als Priester bezeichnet). Die Pontifices waren in einem Gremium, dem Collegium pontificum zusammengefasst. Das Pontifikalkollegium war diejenige Behörde, die für die Wahrnehmung aller Zeremonien und Opfer nach dem patrius ritus zuständig war. Ihnen fielen alle Aufgaben des regelmäßigen staatlichen Gottesdienstes zu, die nicht anderweitig besonders geordnet waren. Der Vorsteher des Kollegiums war der Pontifex Maximus.

Die Aufgabe der Pontifices bestand vor allem in der Überwachung aller religiösen Vorschriften. Sie waren zunächst angeblich – laut sehr viel späterer Überlieferung – buchstäblich als Brückenbauer, die die erste Tiberbrücke unterhielten (den pons sulicius), zugleich für den Kontakt mit dem Flussgott Tiber zuständig, was ihrer Bedeutung als Berater in allen rechtlichen – und damit religiösen – Handlungen versinnbildlicht. Sicher ist, dass sie nach Ansicht der Römer die geheimnisvolle Welt der Götter kannten und daher die Menschen in allen religiösen Fragen – wozu gerade das Recht gehörte – beraten konnten. Die Beratung erfolgte unentgeltlich. Aufgrund ihrer sakralen Stellung beherrschten die pontifices die Regeln für den Verkehr Roms mit den Göttern (ius sacrum) wie auch des Verkehrs der Römer untereinander (ius).

Sie legten daher die Gerichtstage fest, kannten die Klageformeln des altrömischen Prozesses und die Formeln für den Abschluss von Rechtsgeschäften. Nach der Auffassung der römischen Frühzeit kam es nämlich wie beim Gebet auch in Rechtsdingen auf den Gebrauch der richtigen Wörter an. Die Gebets- und Rechtsformeln (fasti) waren nach der damaligen Vorstellung Zauberformeln. Die fasti wurden im Archiv des Kollegiums aufbewahrt und waren geheim. Die pontifices hatten also in Rechtsdingen zunächst eine Monopolstellung, die sie jedoch verloren, als die fasti veröffentlicht wurden. Damit wurden Rechtspflege und Rechtswissenschaft verweltlicht. Die Entwendung soll um 300 v.Chr. geschehen sein. Sie wird dem Schreiber Gnaeus Flavius zugeschrieben. Nach ihm wird sie auch ius Flavianum genannt.

Diese Prägung kann mit dem Donativum in Verbindung gebracht werden, dass zur Ernennung von Geta zum Pontifex Maximus im Jahr 199 n.Chr. ausgegeben wurde.

Revers:
Zu sehen ist die stehende Personifikation der Nobilitas, den Kopf nach rechts blickend. In der rechten Hand hält sie ein Szepter, in der linken Hand das Palladium. Die Inschrift lautet: NOBILITAS für Nobilitas.

Nobilitas ist die Personifikation der edlen Herkunft und Stellung. Sie steht unter anderem für den Adel von aristokratischer Herkunft, vornehmen Stand und Rang, für adlige Gesinnung und Haltung aber auch für Ruhm und Berühmtheit. Nobilitas als Rückseitenmotiv erscheint erstmals 185 n.Chr. auf einem Denar des Kaisers Lucius Aurelius Commodus (RIC III 139). Später dann auf Münzen des Kaisers Septimius Severus, auffällig dann aber im größeren Umfang vor allem auf Münzen des Getas. In späteren Jahren dann auch auf Exemplaren des Elagabal und Severus Alexander – aber wie geschrieben, nur vereinzelt und nicht in dem Umfang wie unter den Prägungen für Geta.

Interessant ist auch die Kombination der Personifikation Nobilitas und dem abgebildeten Palladium. Man versteht darunter das hölzerne Bild der Pallas (Minerva), welches in den ältesten Zeiten des Trojanischen Staats in dem Gebiet von Troja vom Himmel gefallen war, und wovon die Sage ging, dass diejenige Stadt, die dasselbe besitzen würde, unüberwindlich sei. Die Trojaner glaubten sich durch den Besitz des Palladiums sicher vor der Armee der Griechen, welche ihre Stadt belagerte. Aber Ulysses und Diomedes entwendeten dasselbe, und bald darauf ging Troja durch Sturm über. Aeneas soll das Palladium nach Italien gebracht haben und die Römer gaben vor, es im Tempel der Vesta aufzubewahren. Im bildlichen Sinne nennt man alles, was Schutz und Sicherheit gewährt, ein Palladium, z. B. die Privilegien eines Landes. (Quelle: zeno.org)

Gaius Iulius Caesar ließ auf einem Denar (RRC 458/1) 47/46 v.Chr. Aeneas (mit seinen Vater Anchises) abbilden, wie dieser das Palladium aus dem brennenden Troja trägt. Caesar verbindet hier geschickt die historische Geschichte und das vorbestimmte Schicksal Roms und demonstrierte darüber hinaus die adlige (nobilitas) Verwandtschaft der Iulierfamilie mit den trojanischen Vorfahren und Helden. 

Geboren wurde Septimius Severus in Leptis Magna in der Provinz Africa als Sohn des Publius Septimius Geta und der Fulvia Pia. Bei seinen ersten Reden im Senat soll er noch wegen seines „punischen“ Akzents verspottet worden sein. Zwar legte sich dies später offenbar, doch soll sein Latein angeblich bis zuletzt eine „afrikanische“ Färbung gehabt haben. Offenbar boten seine Wurzeln in der Provinz seinen Feinden also Anlass zum Spott. Die in populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen manchmal erhobene Behauptung, er sei sogar subsaharischer Herkunft gewesen, findet allerdings keinen Rückhalt in den Quellen.

Septimius Severus bemühte sich insgesamt vor allem um eine innenpolitische Stabilisierung seiner Herrschaft, die er ursprünglich einer Usurpation verdankte. Um seine Autorität gegenüber dem Heer, von dem er für alle sichtbar abhängig war, wahren zu können, setzte er verstärkt auf eine dynastische Legitimation. In diesen Zusammenhang gehört seine fiktive Adoption durch Kaiser Marc Aurel, an den er damit anknüpfen wollte. Daher rehabilitierte er den beim Senat verhassten, beim Heer hingegen beliebten Commodus, ließ ihn sogar unter die Götter erheben und nannte sich divi Marci filius, divi Commodi frater, also „Sohn des vergöttlichten Marcus und Bruder des vergöttlichten Commodus“.

War dies einer der Gründe, wieso Septimius Severus den Commodus als Vorbild nahm und die Prägung von Nobilitas auf seinen Münzen wieder aufnahm? Sah er sich gezwungen auf seine noble und legitime Herkunft hinzuweisen? Als vom Schicksal vorbestimmten Beschützer Roms? Warum gibt es aber vom Kaiser selbst (mir) nur drei bekannte und von Caracalla nur einen bekannten Münztypen mit Nobilitas, während für Geta (mir) rund 14 Typen bekannt sind? Lag es daran, dass sowohl Septimius Severus als auch Caracalla ihre vermeintliche Abstammung von Marc Aurel öffentlich im Namen trugen, während Geta dies nicht tat? Lag es daran, dass Severus schon früh erkannte, dass sein Sohn Geta einen schweren Stand gegenüber seinem Bruder Caracalla hatte und wollte so seine Position festigen?

Hintergrund:
Jeremie Chameroy, Münzgussformen des 3. Jahrhunderts in den Sammlungen des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz (Jahrbuch des RGZM 54, 2007, 533-572). Das Originaldokument als PDF finden Sie hier.

Ausschnitt aus der Originalpublikation: Zur Herstellung nachgegossener Münzen wurden in der Antike meistens zweiteilige Model aus Ton verwendet, die je nach ihrer Form (rund, rechteckig) und Größe auf jeder Teilhälfte jeweils einen Münzabdruck trugen, oder aber mehrere nebeneinander gelegte Abdrücke (derselben oder verschiedener Münzen) auf einer bzw. auf beiden Seiten des Models erhielten. In den Sammlungen des Römisch-Germanischen Zentralmuseums befinden sich 39 erhaltene und vier nur noch von Bildern bekannte Münzgussformen, die eindeutig zu ein und demselben Fundkomplex gehören. Es handelt sich um Tonscheiben mit Abdrücken von Denaren der Zeit des Antoninus Pius bis Caracalla, wie sie schon aus zahlreichen anderen Funden in den westlichen römischen Provinzen bekannt sind. Der Fundort dieser 43 Münzförmchen ist leider nicht überliefert.

In den Nordwestprovinzen kamen die Tonformen in den verschiedensten archäologischen Kontexten ans Tageslicht. Nur in den seltensten Fällen wurden sie aber an ihren Herstellungs- bzw. Verwendungsorten entdeckt: z.B. in Bordeaux (in einer Töpferwerkstatt), in Damery (in einem niedergebrannten Gebäude, wo Münzförmchen, Werkzeuge und Metallreste das Nachgießen von Münzen an diesem Ort belegen), in Pachten (auf dem Werkgelände einer Schmiedewerkstatt) oder in Châteaubleau (in der Nähe der illegalen Officina 1). An den jeweiligen Fundstellen ist Begleitmaterial zu den Münzgussformen nur in wenigen Fällen bekannt. Daher scheint die Zusammensetzung des Fundkomplexes von Arras noch ein Einzelfall zu sein. Hier wurden Hunderte von Münzförmchen mit einer Eisenzange, einem Schmelztiegel, einem Schwert und einem Kettenhemd in eine Holzkiste gepackt und in einem Brunnen entsorgt.

Häufiger kamen die Münzgussformen in Abfallschichten vor, die über den ursprünglichen Ort ihrer Produktion bzw. Benutzung nichts mehr verraten: in Abfallgruben (London, Mainz-Kastel, im Lager von Niederbieber, Rottweil, Saint-Mard), in Abwasserkanälen (im castellum von Famars, Köln 1987, Rottenburg, im Theater von Vienne), in Becken (Verbe Incarné in Lyon), in Brunnen (Arras, Châteaubleau, Duston, Trier), in leer stehenden Zisternen (rue Sœur-Bouvier in Lyon), im Schuttkegel einer Gewölbeanlage (Augst 1999), mit anderem Abfall verstreut (Whitchurch), im Schutt eines Kellers (Rumst), in den Ruinen eines älteren Badegebäudes (im Kastell von Eining) und sogar in Gräbern (Le Bernard [Département Vendée], nécropole de la Favorite in Lyon, Saarlouis-Roden).

Obwohl das Vorkommen solcher Münzgussformen in eher städtischen als ländlichen Fundkontexten bereits unterstrichen wurde, bleiben die oben aufgeführten Beispiele wenig aufschlussreich, um den Charakter der Produktion nachgegossener Münzen zu erläutern. Aus dem Fundkontext allein kann man nicht erkennen, ob das Nachgießen von Silbermünzen „auf offener Straße“ stattfand, weil der Staat es als Notgeldproduktion tolerierte, oder aber in hinteren Räumen einer Werkstatt betrieben werden musste, weil es als Falschmünzerei strafbar war. Doch erbringen die bisher geführten Analysen von Gussmetall schwergewichtige Argumente zugunsten der zweiten Erklärungsmöglichkeit.

Das Herstellungsverfahren solcher Formen konnte dank der Funde aus Sousse (Tunesien), Damery (Departement Marne) und Mainz-Kastel rekonstruiert werden. Die Fläche dieser Gussformen, immer größer als die Originalmünzen, fällt durch ihre regelmäßige runde Form auf, wo der Abdruck von einem mehr oder weniger breiten Rand umgeben ist. Der Durchmesser der Scheiben des RGZM liegt zwischen 22 und 24 mm, wobei ihre Dicke drei verschiedene Arten erkennen lassen, die Plättchen herzustellen: in dünne (von 4mm), in mittlere (5mm) und dickere Scheiben (6mm). Die Kreisform der Tonscheiben weist daraufhin, dass sie mit einer Röhre ausgestochen wurden, wie z.B. die in Sousse in Bruchstücken aufgefundene Bronzeröhre. So wird nach Vorbereitung der glatten Lehmscheiben eine erste Scheibe mit dem Metallrohr ausgestochen. Eine Münze (in unserem Fall ein Denar) kommt dann von oben auf die untere Scheibe und wird angedrückt. Eine vorhin ausgestochene Tonscheibe deckt diese Münze ab, indem man die Scheibe anhand eines glatten Stempels in das untere Teil der Röhre drückt.

Das Verfahren wiederholt sich: Durch das Zwischenlegen eines Denars und einer Tonscheibe ergibt sich, dass jede Tonscheibe einen Münzabdruck auf beiden Seiten erhält, außer der untersten und der obersten Platte, die das Rohr abschließen und nur auf einer Seite ein Münznegativ zeigen. Die Abdruckkombination Vs.-Rs., die die meisten Gussformen aufweisen, lässt eine Tendenz erkennen, die Münzen in die Röhre immer gleich zu positionieren (und in der Regel mit dem Avers nach oben) 6. Eine solche Röhre konnte mindestens zwölf Münzen enthalten – wie im Fund von Damery – und bestand also aus 13 Tonplatten. In unserem Ensemble zählen wir 35 Scheiben mit doppelseitigem Abdruck und sieben Scheiben mit einseitigem Abdruck. Diese einseitig gestempelten Model beweisen die Herstellung von mindestens vier Röhren, die einer Produktion von 48 nachgegossenen Denaren entsprechen könnten.

Nach der Füllung einer Röhre schiebt man die Rolle der aufgestapelten Tonscheiben und Denare durch den Druck eines Stempels heraus. Um einen Gusskanal zu bilden wird ein dreieckiger Anschnitt in die Länge der Rolle getätigt, so tief, dass die Spitze der Kerbe die Silbermünzen erreicht. Dieser Eingriff gewährleistet, dass das Metall während des Gusses in jede Münzform einfließen kann. Links und rechts von diesem dreieckigen Anschnitt ist die Rolle manchmal mit einer oder mehreren Kerben versehen. Diese Kerben, wie auch der Anschnitt des Gusskanals, erleichtern den nächsten Arbeitsgang, wobei die Rolle Schicht für Schicht demontiert wird, um die Denare von den Tonscheiben auszulösen. Die Zeichen am Rande der Tonplättchen helfen dem Gießer, die Negative übereinander und wieder in die richtige Position zusammenzusetzen. Diese Phase erfordert höchste Geschicktheit, damit die Formen nicht miteinander verwechselt werden oder sogar Schaden erleiden. Ein Denar des Septimius Severus muss so fest an der Scheibe geklebt haben, dass der Abdruck beim Abnehmen der Münze beschädigt wurde. Nach seiner Fertigstellung zeigte der nachgegossene Denar sicherlich eine starke Wölbung an seinem Rand und wurde wahrscheinlich wieder eingeschmolzen.

Drei Rollen werden danach zusammengestellt, mit dem Anschnitt in die Mitte ausgerichtet und von Lehm ummantelt, dessen Reste auf einigen Gussformen noch zu sehen sind. Diese aus drei Rollen bestehende Säule erhält noch einen Trichter aus Lehm, den man auf den hohlen Raum zwischen die drei Rollen setzt, und kommt nach dem Trocknen in den Brennofen. Erst anschließend gießt man das Metall in den Trichter, das durch den als Gusskanal dienenden Hohlraum bis hin in die Anschnitte jeder Tonscheibe rinnt und alle Münznegative ausfüllt. Nach Erkalten des Metalls, wenn man die Säule aufschlägt, sind die drei Rollen durch den Eingusskanal miteinander verbunden, sodass die aufgestapelten Formen aufgebrochen werden müssen. In der Regel waren tatsächlich die Scheiben mit den Münzabdrücken nur ein einziges Mal in Einsatz. Gelegentlich kleben noch zwei Scheiben so fest aneinander, dass es nicht anders möglich ist, sie zu trennen, ohne sie zu beschädigen. Meistens zerbrechen sie an der Stelle des Gusskanals, manchmal in mehrere Fragmente. Einmal von ihren Tonformen befreit, hängen die nachgegossenen Münzen wie die Zweige eines Baumes an dem Metallstamm, den das eingeflossene Metall im Hohlraum zwischen den drei Rollen gebildet hat. Nachdem jede Münze einzeln abgelöst ist, muss schließlich ihr Gusszapfen noch abgefeilt werden, um ein halbwegs kreisförmiges Aussehen dieser Nachbildungen zu erreichen. Auf diese Weise ergibt eine Säule 36 nachgegossene Münzen.

Für weitere detailliertere Informationen und Abbildungen lesen Sie bitte die sehr lesenswerte Originalpublikation, welche ich oben verlinkt habe.

Quellen:
* Wikipedia: Geta
* Wikipedia: Nobilitas
* Wikipedia: Palladium
* Wikipedia: Pontifex
* Peter Robert Franke, Ilse Paar: die antiken Münzen der Sammlung Heynen
* Archäologisches Institut Göttingen: Porträttypen römischer Kaiser
* Jeremie Chameroy: Münzgussformen des 3. Jahrhunderts in den Sammlungen des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz (Jahrbuch des RGZM 54, 2007, 533-572)

Obverse:
The draped bust of Geta facing right can be seen. The inscription reads: P SEPT GETA CAES PONT for Publius Septimius Geta Caesar Pontifex.

Perhaps already in the middle of 195 AD (at the latest in 196 AD) Geta’s brother Caracalla was given the title Caesar, which designated him as the future emperor. A corresponding elevation of Geta’s rank did not take place at first. In the year 197 AD (at the latest 198 AD) Geta received the titles Caesar and Princeps iuventutis. Probably at the same time Caracalla was elevated to Augustus, i.e. to the nominal co-ruler of his father and the reigning emperor Septimius Severus. This in turn established Caracalla’s primacy. Then in 199 AD Geta was given the office and title of pontifex. In 209 AD Geta received the dignity of Augustus, which ended his previous rank disadvantage compared to his brother. After the successful Britannia campaign in 210 AD, Septimius Severus, Caracalla and Geta all took the victorious name Britannicus maximus.

Since Geta lived for 10 years as a prince and Caesar at the imperial court, the portraits that show him as a youth predominate. Around the year 204 AD new types of portraits were created for Caracalla and Geta. Both now wore the short-cropped hair that subsequently became popular in the 3rd century AD became the leading hairstyle fashion. Oddly enough, the types of the two brothers are so similar that one cannot reliably tell them apart. The strikes for Geta are therefore very similar in cut and design to the coins of Caracalla. There were various new editions for both, which indicated aging through increasing beard growth.

However, in the last months of Geta’s life, a radical change took place in portraiture. He tried more and more to differentiate himself visually from his brother and thus also propagated a political statement. In the last phase, the coin images now resemble more and more the portrait of his deceased father Septimius Severus. Did Geta already suspect his brother’s reign of terror and wanted to offer himself as an alternative to the previous reign of Septimius Severus?

The pontifex was a sacred official (inaccurately called a priest) in the Roman Empire. The pontifices were grouped together in a body, the Collegium pontificum. The pontifical college was the authority responsible for administering all ceremonies and sacrifices according to the patrius rite. They were responsible for all the tasks of regular state worship that were not otherwise specifically arranged. The head of the college was the Pontifex Maximus.

The main task of the pontifices was to monitor all religious regulations. They were initially – according to much later tradition – literally as bridge builders who maintained the first Tiber bridge (the pons sulicius), at the same time responsible for contact with the river god Tiber, which is their importance as advisors in all legal – and thus religious – actions symbolized. What is certain is that, according to the Romans, they knew the mysterious world of the gods and were therefore able to advise people on all religious questions, which included the law. The advice was free of charge. Due to their sacred position, the pontifices ruled the rules for Rome’s dealings with the gods (ius sacrum) as well as the dealings between the Romans themselves (ius).

They therefore determined the court days, knew the formulas of complaint of the ancient Roman process and the formulas for the conclusion of legal transactions. According to the view of the early Roman period, as in prayer, the use of the right words was also important in legal matters. According to the ideas of the time, the prayer and legal formulas (fasti) were magic formulas. The fasti were kept in the college archives and were secret. The pontifices initially had a monopoly in legal matters, which they lost when the fasti were published. The administration of justice and jurisprudence were thus secularized. The theft is said to have occurred around 300 BC to have happened. It is attributed to the scribe Gnaeus Flavius. She is also called ius Flavianum after him.

This coinage can be associated with the Donativum that was used to appoint Geta as Pontifex Maximus in 199 AD was issued.

Reverse:
You can see the standing personification of Nobilitas, her head looking to the right. She holds a scepter in her right hand and the palladium in her left hand. The inscription reads: NOBILITAS for Nobilitas.

Nobilitas is the personification of noble birth and position. Among other things, it stands for the nobility of aristocratic origin, noble status and rank, for noble sentiments and attitude, but also for fame and fame. Nobilitas as a reverse motif appears for the first time in 185 AD on a denarius of Emperor Lucius Aurelius Commodus (RIC III 139). Later then on coins of Emperor Septimius Severus, but then more noticeably on coins of Getas. In later years also on copies of the Elagabalus and Severus Alexander – but as written, only sporadically and not to the same extent as under the coins for Geta.

The combination of the personification of Nobilitas and the depicted palladium is also interesting. By this is meant the wooden image of Pallas (Minerva), which fell from heaven in the most ancient times of the Trojan state in the region of Troy, and of which the legend went that the city that possessed it would be invincible. Possessing the palladium, the Trojans felt safe from the Greek army besieging their city. But Ulysses and Diomedes stole it, and soon afterward Troy was taken by storm. Aeneas is said to have brought the palladium to Italy and the Romans pretended to keep it in the Temple of Vesta. In a figurative sense, everything that provides protection and security is called a palladium, e.g. B. the privileges of a country. (Source: zeno.org)

Gaius Iulius Caesar wrote on a denarius (RRC 458/1) 47/46 BC Aeneas (with his father Anchises) carrying the palladium from burning Troy. Caesar skillfully combines the historical story and preordained destiny of Rome, while also demonstrating the noble (nobilitas) kinship of the Juliian family with the Trojan ancestors and heroes.

Septimius Severus was born in Leptis Magna in the province of Africa, the son of Publius Septimius Geta and Fulvia Pia. In his first speeches in the Senate, he is said to have been mocked for his „Punic“ accent. Although this apparently subsided later, his Latin is said to have had an „African“ tinge to the end. Apparently his provincial roots were a source of ridicule for his enemies. However, the assertion sometimes made in popular scientific publications that he was of sub-Saharan origin is not supported by the sources.

All in all, Septimius Severus tried to stabilize his rule internally, which he originally owed to a usurpation. In order to be able to maintain his authority over the army, on which he was visibly dependent, he increasingly relied on dynastic legitimation. In this context belongs his fictitious adoption by Emperor Marc Aurel, to whom he wanted to tie in with it. He therefore rehabilitated Commodus, who was hated by the Senate but popular with the army, even had him elevated to the status of gods and called himself divi Marci filius, divi Commodi frater, i.e. „son of the deified Marcus and brother of the deified Commodus“.

Was this one of the reasons why Septimius Severus took Commodus as a model and resumed the minting of Nobilitas on his coins? Did he feel compelled to point out his noble and legitimate origins? As the fated protector of Rome? But why are there only three known coin types with nobilitas from the emperor himself (me) and only one known from Caracalla, while about 14 types are known for Geta (me)? Was it because both Septimius Severus and Caracalla publicly carried their supposed descent from Marc Aurel in their names, while Geta did not? Was it because Severus realized early on that his son Geta had a difficult time with his brother Caracalla and wanted to consolidate his position?

Background:
Jeremie Chameroy, coin molds from the 3rd century in the collections of the Roman-Germanic Central Museum in Mainz (yearbook of the RGZM 54, 2007, 533-572). The original document as a PDF can be found here.

Excerpt from the original publication: In ancient times, mostly two-part clay models were used to produce coins that were cast on top of each other. Depending on their shape (round, rectangular) and size, each part had a coin imprint on it, or several imprints placed next to each other (the same or different coins) received on one or both sides of the model. The collections of the Romano-Germanic Central Museum contain 39 surviving coin molds and four that are only known from pictures, which clearly belong to one and the same find complex. These are clay discs with imprints of denarii from the time of Antoninus Pius to Caracalla, as are already known from numerous other finds in the western Roman provinces. Unfortunately, the location of these 43 coin molds has not been handed down.

In the north-west provinces, the clay forms have come to light in a wide variety of archaeological contexts. Only in the rarest of cases were they discovered at the places where they were made or used: e.g. in Bordeaux (in a pottery workshop), in Damery (in a burned down building, where coin moulds, tools and metal remains prove that coins were poured at this location), in leases (on the premises of a forge) or in Châteaubleau (near the illegal Officina 1). Accompanying material for the coin molds is only known in a few cases at the respective sites. Therefore, the composition of the find complex from Arras still seems to be an isolated case. Here, hundreds of coin cases were packed into a wooden box with iron tongs, a crucible, a sword, and mail and disposed of in a well.

More frequently, the coin molds were found in layers of waste that no longer reveal anything about the original place of their production or use: in waste pits (London, Mainz-Kastel, in the Niederbieber camp, Rottweil, Saint-Mard), in sewers (in the Famars castellum). , Cologne 1987, Rottenburg, in the theater in Vienne), in basins (Verbe Incarné in Lyon), in wells (Arras, Châteaubleau, Duston, Trier), in empty cisterns (rue Sœur-Bouvier in Lyon), in the rubble cone of a vault (Augst 1999), strewn with other rubbish (Whitchurch), in the rubble of a cellar (Rumst), in the ruins of an older bath building (in the castle of Eining) and even in tombs (Le Bernard [Vendée department], nécropole de la Favorite in Lyon, Saarlouis-Roden).

Although the occurrence of such coin molds in urban rather than rural find contexts has already been underlined, the above examples do not provide much insight into the nature of the production of recast coins. From the context of the find alone, it is not possible to tell whether the pouring of silver coins took place „on the open street“ because the state tolerated it as emergency money production, or whether it had to be carried out in the back rooms of a workshop because it was punishable as counterfeiting. However, the analyzes carried out by Gussmetall so far produce heavyweight arguments in favor of the second possible explanation.

The manufacturing process of such molds has been reconstructed thanks to finds from Sousse (Tunisia), Damery (Marne department) and Mainz-Kastel. The surface of these moulds, always larger than the original coins, is striking for its regular round shape, where the imprint is surrounded by a more or less wide rim. The diameter of the discs of the RGZM is between 22 and 24 mm, their thickness revealing three different ways of making the discs: thin (from 4mm), medium (5mm) and thick discs (6mm). The circular shape of the clay discs indicates that they were cut out with a tube, such as the bronze tube found in fragments at Sousse. After preparing the smooth clay discs, a first disc is cut out with the metal tube. A coin (in our case a denarius) then comes from above onto the lower disc and is pressed. A previously cut clay disc covers this coin by pressing the disc into the bottom of the tube with a smooth punch.

The process is repeated: by interposing a denarius and a clay disk, each clay disk has a coin impression on both sides, except for the bottom and top plates, which close the tube and show a coin negative on only one side. The Vs.-Rs. impression combination exhibited by most molds indicates a tendency to always position the coins in the tube the same way (and usually obverse up) 6. Such a tube could contain at least twelve coins – as in the Damery find – and thus consisted of 13 clay slabs. In our ensemble we count 35 discs with a double-sided imprint and seven discs with a single-sided imprint. These models, stamped on one side, show the production of at least four tubes, which could correspond to the production of 48 recast denarii.

After filling a tube, the roll of stacked clay disks and denarii is pushed out by the pressure of a stamp. To form a sprue, a triangular cut is made down the length of the roll, deep enough that the top of the notch reaches the silver coins. This intervention ensures that the metal can flow into any coin shape during casting. The roll is sometimes provided with one or more notches to the left and right of this triangular cut. These notches, as well as the cut of the sprue, facilitate the next step in the process of dismantling the roller layer by layer to release the denarii from the clay discs. The symbols on the edge of the clay tiles help the foundryman to put the negatives on top of each other and back into the right position. This phase requires the utmost skill so that the forms do not get confused with each other or even suffer damage. A denarius of Septimius Severus must have been stuck to the disk so firmly that the imprint was damaged when the coin was removed. After its completion, the recast denarius certainly showed a strong bulge at its edge and was probably remelted.

Three rolls are then put together, aligned with the cut in the middle, and encased in clay, the remains of which can still be seen on some moulds. This column, consisting of three rollers, also has a funnel made of clay, which is placed in the hollow space between the three rollers, and after drying it is put into the kiln. Only then is the metal poured into the funnel, which runs through the hollow space that serves as a casting channel and into the cuts of each clay disc, filling all the coin negatives. After the metal has cooled, when the column is opened, the three rollers are connected by the sprue, so the stacked molds have to be broken open. As a rule, the discs with the coin imprints were actually only used once. Occasionally two discs stick together so tightly that it is impossible to separate them without damaging them. Most often they break at the site of the sprue, sometimes into several fragments. Once freed from their clay molds, the cast coins hang like the branches of a tree from the metal trunk formed by the poured metal in the cavity between the three rollers. Finally, after each coin is individually stripped, its casting tang must be filed down to give these replicas a semi-circular appearance. In this way, one column yields 36 coins that have been overmolded.

For more detailed information and illustrations, please read the very readable original publication, which I linked above.

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