Marcus Aurelius Antoninus Elagabal 218 bis 222 n.Chr.

Silber Denar Antiochia Marcus Aurelius Antoninus Elagabal 218/222 n.Chr.

Münze:
Denar der römischen Kaiserzeit 218/219 n.Chr.
Material: Silber
Durchmesser: 20mm
Gewicht: 2,59g
Münzstätte: Antiochia ad Orontem, Syria
Provenienz: Savoca Numismatik, München
Referenz: RIC IV Elagabalus 188d

Avers:
Zu sehen ist die nach rechts gerichtete drapierte, kürrasierte Büste des Elagabal mit Lorbeerkranz. Die Inschrift lautet: ANTONINVS PIVS FEL AVG für Antoninus Pius Felix Augustus.

Elagabals ursprünglicher Name war Varius Avitus Bassianus. Als Kaiser nannte er sich Marcus Aurelius Antoninus, um wie sein angeblicher Vater Caracalla an die Antonine anzuknüpfen. Der Name Elagabal, den der von ihm verehrte Gott trug, wurde dem Kaiser erst lange nach seinem Tod beigelegt. Direkt nach der Machtübernahme im Jahr 218 n.Chr. erhielt Elagabal den Titel Augustus.

Die Porträts lassen in einzigartiger Weise den programmatischen Charakter der Bildnisstilisierung erkennen. Nachgewiesen sind aus der kurzen Regierungszeit zwei Bildnistypen, die jeweils in mehreren Exemplaren erhalten sind. Sie sind einander so unähnlich, dass unbefangene Betrachter sie nicht als Darstellungen ein und derselben Person erkennen würden. Schon immer bekannt war der charakteristische Typus, der Elagabal als jungen Mann mit vollem ovalem Gesicht, üppigen Lippen, halblangen Haarsträhnen und einem Jugendbart auf der Oberlippe und den Wangen darstellt. Er entspricht der Mehrzahl der Münzbilder Elagabals.

Erst spät erkannte man, dass auch der Typus eines Knaben mit eckigem Gesicht und kurzgeschnittenem, dickflockigem Haar, der in mehreren Exemplaren überliefert ist und deshalb einen Kaiser wiedergeben muss, Elagabal darstellt. Der Typus ist dem letzten Bildnistypus des Caracalla aus den Jahren 215-217 n.Chr. buchstäblich aus dem Gesicht geschnitten, bis hin zu den schmalen langen Augen, den prallen gespannten Gesichtsflächen, dem kurzen, dickflockigen Haar und dem leicht gebogenen Haarabschluss über der Stirn. Der Bezug wird dadurch verstärkt, dass er mit der kurzen Panzerbüste mit schräggezogenem Paludament verbunden ist, den die Werkstätten für Caracallas Bildnisse aus der Zeit seiner Alleinherrschaft erfanden und die auch für den letzten Bildnistypus Caracallas regelmäßig verwendet wurde. Für jeden erkennbar, stellten diese Bildnisse Elagabal als eine verjüngte Version des späten Caracalla, als seinen Sohn dar. Die frühesten Münzen des Elagabal bestätigen diese Deutung.

Die datierten Münzbildnisse zeigen aber auch, dass Elagabal schon kurz nach seiner Ankunft in Rom nichts mehr von dieser Stilisierung wissen wollte und ein neues Bildnis von sich machen ließ, bei dem man zumindest den Jugendbart und die vollen Lippen als persönliche Züge ansehen kann. Vielleicht sind diese Porträts ein Beleg dafür, wie schnell der junge Kaiser sich von der Bevormundung durch die Familie und die Berater frei machte.

Revers:
Zu sehen ist eine Schiffsgaleere mit Steuermann und sieben Ruderer. Auf dem Heck ist eine Standarte und ein Acrostolium abgebildet. Am Bug befinden sich ein Rollsegel. Die Inschrift lautet: FELICITAS TEMP für Felicitas temporum (glückliche, erfolgreiche Zeiten).

In der antiken römischen Mythologie ist Felicitas (vom lateinischen Adjektiv felix „fruchtbar, gesegnet, glücklich, glücklich“) ein Zustand göttlich inspirierter Produktivität, Seligkeit oder Glück. Felicitas konnte sowohl die Fruchtbarkeit einer Frau als auch das Glück eines Generals umfassen. Die göttliche Personifikation von Felicitas wurde als Göttin gepflegt. Obwohl Felicitas als „viel Glück“ übersetzt werden kann und die Göttin Felicitas einige Eigenschaften und Attribute mit Fortuna teilt, wurden die beiden in der römischen Religion unterschieden. Fortuna war unvorhersehbar und ihre Auswirkungen konnten negativ sein, wie die Existenz eines Altars für Mala Fortuna (Unglück) bestätigt. Felicitas hatte jedoch immer eine positive Bedeutung. Sie erscheint mit mehreren Beinamen, die sich auf Aspekte ihrer göttlichen Kraft konzentrieren.

Felicitas hatte bereits Mitte des 2. Jahrhunderts v.Chr. einen Tempel in Rom und wurde während der republikanischen Ära bei zwei offiziellen Festen der römischen Staatsreligion am 1. Juli in Verbindung mit Iuno und am 9. Oktober als Fausta Felicitas geehrt. Felicitas spielte weiterhin eine wichtige Rolle im kaiserlichen Kult und wurde häufig auf Münzen als Symbol für den Reichtum und den Wohlstand des römischen Reiches dargestellt. Ihre Hauptattribute sind der Hermesstab (Caduceus) und das Füllhorn (Cornucopia).

Seit dem Diktator Sulla, der den Beinamen Felix trug, gewann der Kult immer größere Bedeutung. Caesar ließ ihr einen Tempel errichten und in der entscheidenden Schlacht bei Thapsus war „Felicitas“ die Parole von Caesars Truppen. In der Kaiserzeit war Felicitas Augusta die Versinnbildlichung des fortdauernden Glückszustandes des Imperiums und erschien mit ihren Attributen als „kaiserliches Glück“ häufig auf dem Revers von Münzen. Commodus nahm felix 185 n.Chr. erstmals in die offizielle kaiserliche Titulatur auf.

In seinem religiösen Sinne bedeutet Felix „gesegnet, unter dem Schutz oder der Gunst der Götter glücklich“. Was Felix ist, hat das Pax Divom erreicht, einen Zustand der Harmonie oder des Friedens mit der göttlichen Welt. Die fortgesetzte magische Assoziation von sexueller Potenz, Steigerung und allgemeinem Glück in der Produktivität wird durch die Inschrift Hic Habitat Felicitas („Felicitas wohnt hier“) auf einem apotropen Relief eines Phallus in einer Bäckerei in Pompeji angezeigt.

Die Fähigkeit, Glück zu fördern, wurde zum Beweis für die göttliche Gunst. Felicitas war gleichzeitig ein göttliches Geschenk, eine Eigenschaft, die in einem Individuum residierte und eine ansteckende Fähigkeit, produktive Bedingungen außerhalb von sich selbst zu schaffen. Sie war eine Form von „charismatischer Autorität“. Cicero listet Felicitas als eine der vier Tugenden des beispielhaften Generals auf, zusammen mit Kenntnissen der Militärwissenschaft (Scientia rei Militaris), Virtus (sowohl „Tapferkeit“ als auch „Tugend“) und Auctoritas („Autorität“). Virtus war eine regelmäßige Ergänzung zu Felicitas, von denen nicht angenommen wurde, dass sie an diejenigen gebunden sind, die unwürdig waren. Cicero schrieb Felicitas besonders Pompeius Magnus zu und unterschied diese Felicitas sogar von dem göttlichen Glück erfolgreicher Generäle wie Fabius Maximus, Marcellus, Scipio der Jüngere und Marius.

Der Kult von Felicitas wird erstmals Mitte des 2. Jahrhunderts v.Chr. aufgezeichnet, als ihr von Lucius Licinius Lucullus, dem Großvater des berühmten Lucullus, ein Tempel geweiht wurde, welcher dazu die Beute aus seinen Feldzügen in Spanien in den Jahren 151/150 v.Chr. verwendete. Dieser Tempel der Felicitas gehörte zu mehreren, die eine sekundäre Funktion als Kunstmuseen hatten und wurde von Cicero für diejenigen empfohlen, die gerne Kunst betrachteten, aber nicht über die Mittel verfügten, um Privatsammlungen anzuhäufen. Im Tempel befanden sich mehrere aus Griechenland geplünderte Statuen, darunter auch Werke des Praxiteles (die Thespiaden und eine Venus). Im Bezug auf diesen Tempel ist auch eine Anekdote über Iulius Caesar überliefert, dessen Wagen bei einem Triumphzug 46 v.Chr. genau vor diesem Gebäude einen Achsbruch erlitten haben soll. Der Tempel wurde während der Regierungszeit von Kaiser Claudius durch ein Feuer zerstört. Die meisten Kunstwerke konnten gerettet werden, der Tempel wurde an dieser Stelle aber nicht wieder aufgebaut.

Pompeius errichtete in seinem neuen Theater- und Tempelkomplex einen Schrein für Felicitas, in dem die Stufen zum Tempel der Venus Victrix als Sitzgelegenheit genutzt wurden. Eine vierte Kultstätte für Felicitas in Rom war von Cäsar geplant und möglicherweise vor seinem Tod begonnen worden. Die Arbeiten am Tempel wurden von Lepidus an der Stelle der Curia Hostilia abgeschlossen, die von Sulla restauriert, 52 v.Chr. durch einen Brand zerstört und 44 v.Chr. von Cäsar abgerissen worden war. Dieser Tempel scheint zur Zeit Hadrians nicht mehr existiert zu haben. Sein Standort liegt wahrscheinlich unter der Kirche Santi Lucae Martina. Wahrscheinlich gehören ein ionisches Kapitell und eine Tuffsteinwand der Kirche zu den bekannten Überresten des Tempels.

Am 1. Juli und 9. Oktober erhielt Felicitas auf dem kapitolinischen Hügel ein Opfer, am letzten Tag als Fausta Felicitas in Verbindung mit dem Genius Publicus und Venus Victrix. Diese Auspizien fanden wahrscheinlich an einem Altar oder einem kleinen Schrein (Aedicula) statt, nicht an einem separaten Tempelbezirk. Die Apostelgeschichte der Brüder Arval (aus dem ersten Jahrhundert n.Chr.) beschreibt dabei eine Kuh als Opfer für Felicitas.

Die ältesten bekannten Ruderkriegsschiffe, die der Phönizier und Griechen, waren lange, offene Boote mit nur einer Ruderkammer (Monere, griech. Pentekontere), meist auch mit Decks am Bug, und kamen um 850 v.Chr. erstmals zum Einsatz. So ein Schiff bot auf jeder Seite Platz für 25 Ruderer. Schon die Assyrer legten zweireihige Ruderkriegsschiffe mit einem vollständigen Kampfdeck über der oberen Rudererreihe auf Kiel. In Griechenland kamen um 700 v.Chr. ebenfalls Ruderkriegsschiffe mit zwei Ruderkammern auf, die Biremen (griech. Dire). Vom 6. bis zum 3. Jahrhundert v.Chr. war dann die Triere (griechisch) oder Trireme (lateinisch, beides zu Deutsch: Dreiruderer) das wichtigste Kriegsschiff der Seemächte im Mittelmeer. Ihre Besatzung bestand generell aus 170 Ruderern, 12 Seeleuten und etwa zwanzig Kämpfern. Anders als in späteren Zeiten waren die Ruderer freie Männer aus den Reihen der Bürger und Metöken, die für ihre Dienste auch regelmäßig bezahlt wurden. Auch die Römer achteten auf die körperliche Unversehrtheit ihrer Rudermannschaften, denen auch viele Barbaren angehörten. In Ausnahmesituationen wurden jedoch gelegentlich auch Sklaven auf die Ruderbänke gesetzt, denen man aber meistens vor oder nach ihrem Kampfeinsatz die Freiheit gewährte. Die Galeerenstrafe für verurteilte Verbrecher war im Altertum noch gänzlich unbekannt.

Mit dem Aufstieg Roms zur einzigen Seemacht im Mittelmeer waren die herkömmlichen Triremen aber zu schwer und zu langsam für die neue Hauptaufgabe, die Jagd auf Piraten. Kleine schnelle Kriegsschiffe wie die Liburne wurden zur neuen Hauptwaffe der römischen Flotte. Dennoch wurden von den Römern anfangs auch wahre Großkampfschiffe verwendet, die Quadrireme oder Quinquereme die eine Verdrängung von 200 Registertonnen gehabt haben sollen. Die Bezeichnungen gehen wahrscheinlich auf die Anzahl der Ruderer pro Seite zurück. Das Fehlen archäologischer Funde macht es unmöglich die Zahl ihrer Ruderreihen zu bestimmen. Bei vier oder fünf Ruderreihen hätten die zuoberst liegenden Ruder zudem eine unverhältnismäßige Länge aufweisen müssen. In römischen Schriften werden Schiffe mit mehr als zweitausend (!) Mann Besatzung erwähnt, ihre tatsächliche Existenz wird jedoch in Fachkreisen bezweifelt. Dies hätte wohl auch die schon hochentwickelte römische Schiffsbautechnik zweifellos weit über die Grenzen des Machbaren hinausgebracht. Vielmehr scheint es sich dabei um Prunkschiffe der Imperatoren gehandelt haben, die nur der einmaligen Repräsentation bei Festlichkeiten dienten. Die großen römischen Kriegsgaleeren konnten wahrscheinlich bis zu 300 Ruderer und 100 Seesoldaten aufnehmen. Auch ihr Angriffs- und Verteidigungsarsenal war beeindruckend. In diesem Zusammenhang wird von Ballisten, schweren Katapulten, Onagern, Kampftürmen und einer ausklappbaren Enterbrücke (corvus) berichtet. Einige dieser Waffen konnten angeblich bis zu 200 kg schwere Geschosse über die gleiche Entfernung auf den Gegner abfeuern.

Ein Acrostolium ist ein dekoratives Merkmal, das auf den Bögen der Galeeren der alten Römer, Griechen und anderer Nationen in einer nach oben gekrümmter Verlängerung des Schiffsrumpfs zu finden ist und häufig in einem Helm, einem Schild oder einem Tiermotiv endet.

Hintergrund:
Felicitas Temporum (die glückliche Lage, die glücklichen Umstände, der glückliche Zustand, das glückliche Gedeihen, das Glück etc. …der Zeit), welche eine Ideologie des Goldenen Zeitalters widerspiegelte, gehörte zu den ausgeprägtesten Tugenden, die während der Regierungszeit von Traian und Antoninus Pius propagandiert wurden. Septimius Severus, dessen Regierungszeit der außerordentlich kurzen Amtszeit von Pertinax und den unbefriedigenden Bedingungen unter Commodus folgte, drückte seine Bemühungen zur Wiederherstellung dieser Pax Romana mit entsprechenden Münzen aus, welche unter anderem die Legendeninschriften Felicitas Temporum und Felicitas Saeculi (Glückseligkeit des Zeitalters) trugen.

Der junge Elagabal hatte es geschafft und sich gegen Macrinus, dem Widersacher, dem Mörder Caracallas und damit vermeintlichen Usurpator durchgesetzt. Am 8. Juni 218 n.Chr. kam es in der Nähe von Antiocheia zur Entscheidungsschlacht, die chaotisch verlief, da es beiden Heeren an kompetenter Führung mangelte. Die Truppen des Macrinus hatten zunächst die Oberhand, aber als der Widerstand der Gegenseite sich versteifte, gab Macrinus die Schlacht vorzeitig verloren und ergriff die Flucht. Damit war seine Niederlage besiegelt. Zuletzt gaben seine Prätorianer auf, die nach seiner Flucht den Kampf noch fortgesetzt hatten.

Daraufhin sandte Macrinus seinen Sohn zum Partherkönig, um ihn in Sicherheit zu bringen, aber Diadumenianus gelangte nicht über die Grenze, sondern wurde in der Stadt Zeugma am Euphrat gefasst und bald darauf getötet. Macrinus selbst begab sich zunächst nach Antiocheia. Als seine Niederlage dort bekannt wurde, floh er verkleidet zu Pferd mit wenigen Begleitern. Er versuchte nach Rom zu gelangen, denn er ging davon aus, dass der Senat, der Elagabal zum Staatsfeind erklärt hatte, noch auf seiner Seite stand. In Aigeai, einer Stadt in Kilikien, nahm Macrinus, der sich als Kurier ausgab, einen Wagen, um seine Flucht nach Westen fortzusetzen. In Chalkedon bat er einen Prokurator um Geld. Dabei wurde er erkannt und festgenommen. Er sollte nach Syrien zurückgebracht werden. Als er unterwegs in Kappadokien von der Verhaftung seines Sohnes erfuhr, stürzte er sich vom Wagen. Später wurde er von einem Centurio getötet. Den Leichnam ließ man unbeerdigt liegen (Elagabal besichtigte ihn, als er auf dem Weg nach Rom war).

Der Weg war für Elagabal nun frei. Sein Widersacher und dessen Sohn waren aus dem Weg geräumt, die Legionen weitgehend vereinigt. Nach seinen Siegen machte er sich 219 n.Chr. auf den Weg nach Rom. In diesem historischen Kontext ist auch diese Münzprägung zu sehen – der Kaiser kommt nach Rom und es wird eine Zeit des Glückes anbrechen. Das Propaganda und Realität oftmals weit auseinanderklaffen, zeigte sich auch hierbei. Elagabal hielt am 29. September 219 n.Chr. mit großem Gepränge, geschminkt und juwelenbehangen, Einzug in Rom, wo er sich in orientalischer Herrschermanier dem Genuss hingab, die Staatsfinanzen zerrüttete, seinen Namenspatron, den syrischen Sonnengott Elagabalus, als Staatsgott einführte und sich zu seinem Priester bestimmte.

Die Rückseitendarstellung wird mitunter kontrovers gedeutet. Dass die Darstellung auch auf den Transport des heiligen Steines aus Emesa darstellen soll, halte ich eher für unwahrscheinlich. Wäre dies der Fall, würde man den Stein deutlich erkennen können, wie auch auf einem anderen Denartyp der Fall ist (Münzen zeigen den Stein von Emesa auf einer Quadriga). Eine weitere Deutung besagt, dass sich die Legende „FELICITAS TEMP“ auf die eigentliche erhoffte glückliche „Rückreise“ des Kaisers nach Rom bezieht. Auch dies halte ich eher für unwahrscheinlich, weil die Zeitspanne der Rückreise zu „glückliche Zeiten“ einfach aus meiner Sicht nicht zusammenpassen will.

Ich bin eher der Meinung, dass die abgebildete Galeere wohl die Reise des jungen Kaisers nach Rom symbolisiert – und in diesem Zusammenhang die Verheißung der nun kommenden glücklichen Zeiten durch die Legendeninschrift propagandiert wird. Gerne freue ich mich weitere Theorien und Ansätze zu hören.

Antiochia am Orontes oder Antiochien (lateinisch Antiochia ad Orontem), heute Antakya in der Türkei, war die Hauptstadt des Seleukidenreichs. Sie ist der bekannteste und mit Abstand bedeutendste mehrerer antiker Orte dieses Namens, die von verschiedenen Königen der Seleukidendynastie gegründet wurden. In römischer und byzantinischer Zeit war sie neben dem ägyptischen Alexandria und (später) Konstantinopel die größte und bedeutendste Stadt im östlichen Mittelmeerraum und zeitweise die drittgrößte Stadt der Welt. Antiochia liegt am nordöstlichen Zipfel des Mittelmeers, am dem Landesinneren Asiens nächstgelegenen Punkt. Ähnlich wie Rom und Athen liegt es nicht direkt am Meer, sondern hatte dort einen Hafen, Seleukia Pieria. Die Stadt selbst liegt rund 30 km landeinwärts am linken Ufer des Orontes. Antiochia lag am Schnittpunkt verschiedener Handelsrouten, was den Aufschwung der Stadt sehr beschleunigte. Eine Straße führte vom Hafen Seleukia Pieria nach Antiochia und überquerte den Orontes auf einer Brücke, von der sich Spolien in der Struktur der modernen Brücke erhalten haben. Weitere Straßen verbanden die Stadt mit Kilikien im Norden und mit Beroea im Osten. Ammianus Marcellinus beschrieb Antiochia als „die weltberühmte, mit der sich keine vergleichen lässt, was den Überfluss der eingeführten und einheimischen Waren betrifft“.

Im Jahre 83 v.Chr. geriet das restliche Seleukidenreich unter die Macht des Königs von Großarmenien, Tigranes II. des Großen, doch führte dessen Niederlage gegen den römischen Feldherrn Lucullus zur Restituierung unter Antiochos XIII. Asiatikos. Nach dessen Ermordung setzte Lucullus Nachfolger Pompeius noch im selben Jahre 64 v.Chr. den letzten König Philippus II. ab und gliederte den seleukidischen Rumpfstaat in den römischen Staat ein. Antiochia wurde die Hauptstadt der Provinz Syria. In der römischen Kaiserzeit wuchs Antiochia rasch, zählte schließlich bis zu 500.000 Einwohner und war neben Rom, Alexandria und Karthago eine der wichtigsten Städte des Reiches. Auf Feldzügen gegen die Parther und dann das persische Sassanidenreich hielten sich römische Kaiser und Feldherren mehrfach in Antiochia auf, so Germanicus (verstarb in Antiochia), Lucius Verus, Marcus Aurelius, Septimius Severus, Caracalla, Severus Alexander und Valerian. Insofern konnte sich die Stadt als zeitweilige „Hauptstadt“ fühlen.

Quellen:
* Wikipedia: Elagabal
* Wikipedia: Felicitas
* Wikibrief: Felicitas
* Wikipedia: Galeere
* Wikipedia: Acrostolium
* Wikipedia: Antiochia am Orontes
* Archäologisches Institut Göttingen: Porträttypen römischer Kaiser
* Martijn Icks: From Priest to Emperor to Priest-Emperor, the failed Legitimation of Elagabalus

Obverse:
The right-facing draped, cuirassed bust of Elagabalus with a laurel wreath can be seen. The inscription reads: ANTONINVS PIVS FEL AVG for Antoninus Pius Felix Augustus.

Elagabal’s original name was Varius Avitus Bassianus. As emperor, he called himself Marcus Aurelius Antoninus, like his alleged father Caracalla, to tie in with the Antonines. The name Elagabalus, borne by the god he worshiped, was not attributed to the emperor until long after his death. Immediately after the seizure of power in 218 AD Elagabalus received the title of Augustus.

The portraits reveal the programmatic character of portrait stylization in a unique way. There are two types of portraits from the short reign, several of which have survived. They are so dissimilar that an unbiased viewer would not recognize them as depictions of one and the same person. The characteristic type depicting Elagabalus as a young man with a full, oval face, luscious lips, half-length strands of hair and a youthful beard on the upper lip and cheeks has always been known. It corresponds to the majority of the coin images of Elagabalus.

It was only later that it was recognized that the type of a boy with a square face and short, thick, flaky hair, which has survived in several copies and must therefore represent an emperor, also represents Elagabalus. The type is the last portrait type of Caracalla from the years 215-217 AD literally cut from the face, right down to the long, narrow eyes, the plump, tense facial surfaces, the short, thick, fluffy hair and the slightly curved end of the hair over the forehead. The reference is reinforced by the fact that it is linked to the short armored bust with a slanted paludament, which was invented by the workshops for Caracalla’s portraits from the time of his autocracy and which was also regularly used for the last type of portrait of Caracalla. Recognizable to all, these images portrayed Elagabalus as a rejuvenated version of the late Caracalla, as his son. The earliest coins of Elagabalus confirm this interpretation.

However, the dated coin portraits also show that shortly after his arrival in Rome, Elagabalus wanted nothing more to do with this stylization and had a new portrait made of himself, in which at least the youthful beard and the full lips can be seen as personal traits. Perhaps these portraits are evidence of how quickly the young emperor freed himself from the tutelage of his family and advisors.

Reverse:
You can see a ship’s galley with a helmsman and seven oarsmen. A standard and an acrostolium are depicted on the stern. There is a furling sail at the bow. The inscription reads: FELICITAS TEMP for Felicitas temporum (fortunate, successful times).

In ancient Roman mythology, Felicitas (from the Latin adjective felix, „fertile, blessed, happy, fortunate“) is a state of divinely inspired productivity, bliss, or happiness. Felicitas could encompass both a woman’s fertility and a general’s happiness. The divine personification of Felicitas was cultivated as a goddess. Although Felicitas can be translated as „good luck“ and the goddess Felicitas shares some qualities and attributes with Fortuna, the two were distinguished in Roman religion. Fortuna was unpredictable and its effects could be negative, as attested by the existence of an altar to Mala Fortuna (misfortune). However, Felicitas always had a positive meaning. She appears with several epithets that focus on aspects of her divine power.

Felicitas had already in the middle of the 2nd century BC a temple in Rome and was honored during the republican era at two official festivals of the Roman state religion on July 1 in connection with Iuno and on October 9 as Fausta Felicitas. Felicitas continued to play an important role in Imperial cult and was frequently depicted on coins as a symbol of the wealth and prosperity of the Roman Empire. Her main attributes are the caduceus and the cornucopia.

Since the dictator Sulla, who was nicknamed Felix, the cult has become increasingly important. Caesar had a temple built for her and in the decisive battle at Thapsus „Felicitas“ was the watchword of Caesar’s troops. In the imperial period, Felicitas Augusta was the symbol of the enduring state of happiness of the empire and often appeared on the reverse of coins with her attributes as „imperial luck“. Commodus took felix in 185 AD for the first time in the official imperial title.

In its religious sense, Felix means ‚blessed, happy under the protection or favor of the gods‘. What Felix is ​​has attained Pax Divom, a state of harmony or peace with the divine world. The continued magical association of sexual potency, enhancement, and general happiness in productivity is indicated by the inscription Hic Habitat Felicitas („Felicitas dwells here“) on an apotropaic relief of a phallus in a bakery in Pompeii.

The ability to promote happiness became evidence of divine favor. Felicitas was at once a divine gift, a quality residing in an individual and an infectious ability to create productive conditions outside of oneself. It was a form of „charismatic authority“. Cicero lists felicitas as one of the four virtues of the exemplary general, along with knowledge of military science (scientia rei militaris), virtus (both „valor“ and „virtue“), and auctoritas („authority“). Virtus was a regular complement to Felicitas, who were not believed to be attached to those who were unworthy. Cicero attributed Felicitas specifically to Pompeius Magnus, even distinguishing this Felicitas from the divine good fortune of successful generals such as Fabius Maximus, Marcellus, Scipio the Younger and Marius.

The cult of Felicitas is first mentioned in the middle of the 2nd century BC recorded when a temple was dedicated to her by Lucius Licinius Lucullus, grandfather of the famous Lucullus, who also added the spoils from his campaigns in Spain in 151/150 BC used. This temple of Felicitas was among several that had a secondary function as art museums and was recommended by Cicero for those who enjoyed viewing art but did not have the means to amass private collections. In the temple were several statues looted from Greece, including works by Praxiteles (the Thespiads and a Venus). In relation to this temple there is also an anecdote about Iulius Caesar, whose chariot was destroyed in a triumphal procession in 46 BC is said to have suffered a broken axle right in front of this building. The temple was destroyed by fire during the reign of Emperor Claudius. Most of the artwork was saved, but the temple was not rebuilt on this site.

Pompey built a shrine to Felicitas in his new theater and temple complex, using the steps to the Temple of Venus Victrix as a seat. A fourth place of worship for Felicitas in Rome had been planned by Caesar and possibly begun before his death. Work on the temple was completed by Lepidus on the site of the Curia Hostilia restored by Sulla, 52 BC destroyed by fire and 44 BC demolished by Caesar. This temple appears to have ceased to exist in Hadrian’s time. Its location is probably under the Church of Santi Lucae Martina. Probably an Ionic capital and a tufa wall of the church are among the known remains of the temple.

On July 1st and October 9th Felicitas received a sacrifice on the Capitoline Hill, on the last day as Fausta Felicitas in conjunction with the Genius Publicus and Venus Victrix. These auspices probably took place at an altar or small shrine (aedicula), not at a separate temple precinct. The Acts of the Apostles by the Arval brothers (from the first century AD) describes a cow as a sacrifice for Felicitas.

The oldest known rowing warships, those of the Phoenicians and Greeks, were long, open boats with only one rowing chamber (monere, Greek pentekontere), mostly with decks at the bow, and came around 850 BC used for the first time. Such a ship offered space for 25 rowers on each side. Already the Assyrians laid double-row rowed warships with a complete battle deck over the upper row of rowers on keels. In Greece around 700 BC also rowed warships with two rowing chambers, the biremen (Greek dire). From the 6th to the 3rd century BC then the trireme (Greek) or trireme (Latin, both in German: three-rowers) was the most important warship of the sea powers in the Mediterranean. Her crew generally consisted of 170 oarsmen, 12 seamen and about twenty fighters. Unlike in later times, the rowers were free men from the ranks of the commoners and metics, who were also regularly paid for their services. The Romans also paid attention to the physical integrity of their rowing teams, which included many barbarians. In exceptional situations, however, slaves were occasionally placed on the rowing benches, but they were usually granted freedom before or after their combat deployment. The galley punishment for convicted criminals was still completely unknown in antiquity.

With the rise of Rome to become the only naval power in the Mediterranean, the traditional triremes were too heavy and too slow for the new main task of hunting pirates. Small, fast warships like the Liburni became the new main weapon of the Roman fleet. Nevertheless, the Romans initially used true capital ships, the quadrireme or quinquereme, which are said to have had a displacement of 200 register tons. The designations probably go back to the number of rowers per side. The lack of archaeological finds makes it impossible to determine the number of rows of oars. With four or five rows of oars, the uppermost oars would also have had to be disproportionately long. Roman writings mention ships with a crew of more than two thousand (!) men, but experts doubt their actual existence. This would undoubtedly have pushed the already highly developed Roman shipbuilding technology far beyond the limits of what was feasible. Rather, they seem to have been the emperors‘ ceremonial ships, which were only used for one-time representation at festivities. The large Roman war galleys could probably accommodate up to 300 oarsmen and 100 marines. Their attack and defense arsenal was also impressive. In this context, ballistae, heavy catapults, onagers, battle towers and a fold-out boarding bridge (corvus) are reported. Some of these weapons were said to be able to fire projectiles weighing up to 200 kg over the same distance at the enemy.

An acrostolium is a decorative feature found on the bows of the galleys of the ancient Romans, Greeks, and other nations in an upward curving extension of the ship’s hull, often terminating in a helmet, shield, or animal motif.

Background:
Felicitas Temporum (the fortunate situation, the fortunate circumstances, the fortunate state, the fortunate prosperity, the luck etc….of the time), reflecting an ideology of the Golden Age, was among the most pronounced virtues to be cultivated during the reigns of Traian and Antoninus Pius were propagated. Septimius Severus, whose reign followed the exceedingly short tenure of Pertinax and the unsatisfactory conditions under Commodus, expressed his efforts to restore this Pax Romana with appropriate coins bearing the legend inscriptions Felicitas Temporum and Felicitas Saeculi (Bliss of the Age), among others.

The young Elagabalus had made it and prevailed against Macrinus, the adversary, the murderer of Caracalla and thus the supposed usurper. On June 8, 218 AD the decisive battle took place near Antiocheia, which was chaotic because both armies lacked competent leadership. Macrinus‘ troops initially had the upper hand, but when opposition stiffened, Macrinus gave up the battle prematurely and fled. This sealed his defeat. Finally his praetorians, who had continued the fight after his flight, gave up.

Macrinus thereupon sent his son to the Parthian king to take him to safety, but Diadumenianus did not get across the border, but was caught in the town of Zeugma on the Euphrates and killed soon after. Macrinus himself went first to Antiocheia. When word of his defeat there became known, he fled in disguise on horseback with few companions. He tried to get to Rome, assuming that the Senate, which had declared Elagabalus an enemy of the state, was still on his side. At Aigeai, a city in Cilicia, Macrinus, posing as a courier, took a chariot to continue his escape westward. In Chalcedon he asked a procurator for money. He was recognized and arrested. He should be brought back to Syria. When he heard about his son’s arrest on the way in Cappadocia, he threw himself from the car. He was later killed by a centurion. The body was left unburied (Elagabalus visited it when he was on his way to Rome).

The way was now clear for Elagabalus. His adversary and his son were eliminated, the legions largely united. After his victories he set out in 219 AD on the way to Rome. This coinage should also be seen in this historical context – the emperor is coming to Rome and a time of happiness will begin. The fact that propaganda and reality often diverge widely was also shown here. Elagabalus held on September 29, 219 AD with great pomp, made up and adorned with jewels, he entered Rome, where he indulged himself in the manner of an oriental ruler, shattered the state finances, introduced his namesake, the Syrian sun god Elagabalus, as the god of the state and determined himself to be his priest.

The reverse representation is sometimes interpreted controversially. I think it is unlikely that the depiction is also supposed to show the transport of the holy stone from Emesa. If this were the case, the stone would be clearly visible, as is the case on another type of denarius (coins show the Stone of Emesa on a quadriga). Another interpretation says that the legend „FELICITAS TEMP“ refers to the actually hoped-for happy „return journey“ of the emperor to Rome. I also consider this rather unlikely, because the time span of the return journey to „happy times“ simply does not want to fit together from my point of view.

I am more of the opinion that the galley depicted probably symbolizes the journey of the young emperor to Rome – and in this context the promise of the coming happy times is propagated by the legend inscription. I look forward to hearing more theories and approaches.

Antioch on the Orontes or Antioch (Latin Antiochia ad Orontem), now Antakya in Turkey, was the capital of the Seleucid Empire. It is the best known and by far the most important of several ancient places of that name founded by various kings of the Seleucid dynasty. In Roman and Byzantine times it was the largest and most important city in the eastern Mediterranean, next to Egyptian Alexandria and (later) Constantinople, and at times the third largest city in the world. Antioch is located at the northeastern tip of the Mediterranean Sea, at the closest point to inland Asia. Similar to Rome and Athens, it is not directly on the sea but had a port there, Seleucia Pieria. The town itself is around 30 km inland on the left bank of the Orontes. Antioch was at the intersection of various trade routes, which greatly accelerated the city’s prosperity. A road led from the port of Seleucia Pieria to Antioch and crossed the Orontes on a bridge from which spolia have survived in the structure of the modern bridge. Other roads connected the city to Cilicia to the north and to Beroea to the east. Ammianus Marcellinus described Antioch as „the world-renowned, unequaled for abundance of imported and native goods.“

In the year 83 BC the rest of the Seleucid Empire came under the power of the king of Greater Armenia, Tigranes II the Great, but his defeat by the Roman general Lucullus led to the restoration under Antiochus XIII. Asiatikos. After his assassination, Lucullus’s successor, Pompeius, was still in the same year, 64 BC the last king Philip II and incorporated the Seleucid rump state into the Roman state. Antioch became the capital of the province of Syria. Antioch grew rapidly during the Roman Empire, eventually counting up to 500,000 inhabitants and was one of the most important cities of the empire alongside Rome, Alexandria and Carthage. On campaigns against the Parthians and then the Persian Sassanid Empire, Roman emperors and generals stayed in Antioch several times, such as Germanicus (died in Antioch), Lucius Verus, Marcus Aurelius, Septimius Severus, Caracalla, Severus Alexander and Valerian. In this respect, the city could feel like a temporary „capital“.

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