Lucius Septimius Severus Pertinax 193 bis 211 n.Chr.

Silber Denar Emesa Lucius Septimius Severus Pertinax 194/195 n.Chr.

Münze:
Denar der römischen Kaiserzeit 194/195 n.Chr.
Material: Silber
Durchmesser: 18mm
Gewicht: 2,42g
Münzstätte: Emesa, Syria
Provenienz: Naumann Numismatik, Wien
Referenz: RIC IV Septimius Severus 417

Avers:
Zu sehen ist die nach rechts gerichtete Büste des Septimius Severus mit Lorbeerkranz. Die Inschrift lautet: IMP CAE L SEP SEV PERT [A]VG COS II für Imperator Caesar Lucius Septimius Severus Pertinax Augustus Consul (zum zweiten Male).

Nach der Ermordung von Commodus Nachfolger Pertinax in Rom am 28. März 193 n.Chr. nutzte Lucius Septimius Severus die sich bietende Chance und ließ sich zwischen dem 09. und 15. April 193 n.Chr. von den pannonischen Truppen in Carnuntum zum Kaiser und damit zum Augustus ausrufen. Wahrscheinlich spielte die stationierte Legio XIV gemina eine besondere Rolle, da Severus allein für diese Legion zur Ehre auch Goldmünzen schlagen ließ. Wie bereits erwähnt, soll die Ausrufung zum Kaiser zwischen dem 09. Und 15. April erfolgt sein. Letzteres Datum könnte einen abergläubischen oder auch religiösen Hintergrund haben. So soll er die drei Tage von seinem Geburtstag (11. April) an bis zur Proklamation im Glauben an die glückbringende Wirkung der Dreizahl gewartet haben.

Seit dem Jahr 195 n.Chr. nannte sich Septimius Severus in der offiziellen Titulatur der Militärdiplome, in der Mehrzahl der Inschriften und Münzen, in dem er nicht aus bloßer Eitelkeit, sondern zur Einführung der göttlichen Verehrung des Kaiserhauses im Staate seine Adoption durch Marcus Aurelius offiziell verkündete: imperatoris Caesaris divi Marcus Antonini Pii Sarmatici Germanici filius, divi Commodi frater, divi Antonini Pii nepos, divi Hadriani pronepos, divi Traiani Parthici abnepos, divi Nervae adnepos Lucius Septimius Severus Pius Pertinax Augustus. Vor dem Jahr 195 n.Chr. fehlen die Bezeichnungen Pius und Pertinax ausnahmslos in der Titulatur.

Anfang 194 n.Chr. besiegte Septimius Severus seinen Rivalen Pescennius Niger bei Kyzikos, dann entscheidend am 31. März bei Issos. Anschließend verlor dieser auf der Flucht zu den Parthern seinen Kopf und damit sein Leben. Nun konnte sich Severus weiter dem Osten zuwenden. Im Jahr 195 n.Chr. (vor dem 28. August) erfolgte die dreimalige Annahme des Imperatorentitels durch die Siege über Osroene, Arabien und Adiabene. Der römische Senat zeichnete daraufhin Severus durch die Ehrennamen Adiabenicus, Arabicus und Parthicus aus, welche sich auf zahlreichen Münzen und Inschriften in den verschiedensten Kombinationen, wie PART ARAB und PART ADIAB, finden lassen. Die Verleihung des Titels Parthicus ist jedoch insofern merkwürdig, da doch Severus gar keinen Zug gegen die Parther unternommen hatte, und nur so zu verstehen ist, dass die Adiabener und mesopotamischen Araber Vasallen der Parther gewesen sind.

Im Herbst 197 n.Chr. unternahm der Kaiser seinen zweiten Feldzug gegen die Parther und Mesopotamien. Dabei eroberte er unter anderem Babylon, Seleukeia und Ktesiphon. Mit der Belagerung von Hatra scheiterte Septimius Severus jedoch zweimal, so dass später Friedensbedingungen ausgehandelt werden mussten. Durch den insgesamt erfolgreichen Feldzug nahm Septimius Severus Anfang des Jahres 198 n.Chr. den Beinamen „Parthicus Maximus“ an, welcher auch auf Münzen mit der Titulatur „PART MAX“ geprägt wurde. Diesen Titel hatte vor ihm nur Traian getragen, an dessen militärische Erfolge und Größe Septimius erinnern und somit für sich propagandieren wollte.

Im selben Jahr erhielt Septimius die elfte Akklamation zum Imperator durch den siegreichen Abschluss des Parther Feldzuges. Als Imperator bezeichnete man in der Römischen Republik ursprünglich den Träger einer militärischen Gewalt (imperium). Ab dem späten 3. Jahrhundert v.Chr. (Scipio Africanus) aber wurde die Bezeichnung zunehmend speziell für einen militärischen Kommandeur verwendet, den seine Soldaten nach einem Sieg zum Imperator ausgerufen hatten (Akklamation). Bei einem militärischen Erfolg ihrer Legionen erhielten die Kaiser, auch wenn sie persönlich nicht beteiligt waren, weiterhin die imperatorische Akklamation, die mit ihrer Zählung ebenfalls in der Titulatur erschien.

Den Titel Pius findet man, wie bei seinem Sohn Caracalla, das erste Mal 201 n.Chr. auf den Münzen des Septimius Severus. Der Titel Felix erscheint zwar offiziell, wie zum Beispiel auf dem berühmten Triumphbogen des Septimius Severus, auf Münzen sucht man ihn jedoch vergebens. Einer seiner letzten Ehrentitel erhielt der Kaiser neben Caracalla und seinem zweiten Sohn Geta im Jahr 210 n.Chr. durch die erfolgreichen Feldzüge in Britannien gegen die Kaledonier und Mäaten. Der vergebene Ehrentitel Britannicus findet sich ab diesem Zeitpunkt bis zum Ende der Münzprägung für Septimius Severus auf einigen Münzen mit der Legendeninschrift BRIT wieder.

Von Septimius Severus sind vier Bildnistypen überliefert. In der Gestaltung der beiden ersten ist eine klare Programmatik zu erkennen, anders als bei den beiden folgenden. Der erste Typus ist bis ins Jahr 196 n.Chr. gültig. Septimius Severus ist hier mit kräftig-gedrungenem Gesicht, leichten Gesichtsfalten und kürzerem, durch Bohrungen aufgelockertem Haar und Bart wiedergegeben. In seinem Erscheinungsbild ist er kaum von dem hier auf Clodius Albinus bezogenen Bildnis zu unterscheiden. Sicher war die Ähnlichkeit beabsichtigt und die Bildaussage dieselbe. Zugleich wurde die allzu enge Anlehnung an die überfeinerte Tradition der Antoninen gemieden, wie sie Didius Julianus vertreten hatte.

Dann aber, in der schwelenden Auseinandersetzung mit Clodius Albinus und den damit einhergehenden Legitimationsproblemen, suchte Severus symbolisch den Rückhalt im antoninischen Kaiserhaus. Seit 195 n.Chr. propagierte er seine Abstammung von den Antoninen bzw. seine Adoption in dieses Kaiserhaus. Haar und Bart sind bei diesem Typus wesentlich üppiger und länger als vorher. Das Haar wölbt sich an den Schläfen in großen Schwüngen nach außen, nur in der Mitte sitzen einige kleine kurze Locken. Alle Falten sind aus dem Gesicht getilgt. Bis auf die kurzen Locken in der Stirnmitte sind damit die charakteristischen Züge des letzten Typus des Marc Aurel wiederholt. Auf den Münzen ist der Typenwandel im Jahr 196/197 n.Chr. zu beobachten.

Ein neuer Bildnistypus des Kaisers, der nur wenige Jahre später entstand, ist aus dem Typus des Jahres 196/197 n.Chr. entwickelt, mit einer auffallenden Veränderung. An die Stelle der kurzen Löckchen in der Stirnmitte treten vier lang herabhängende Locken. Diese können gewellt sein, es können aber auch richtige Korkenzieherlocken sein. Dieser Typus ist seit ca. 200 n.Chr. auf Münzen gut erkennbar. Die Forschung hat in den Stirnlocken lange eine Nachahmung der Stirnlocken des graeco-ägyptischen Gottes Sarapis sehen wollen. Deshalb wird der Typus gern als „Sarapistypus“ bezeichnet. Septimius soll den Gott auf einer Reise nach Ägypten in den Jahren um 200 n.Chr. besonders schätzen gelernt haben, sein Sohn Caracalla hat ihm später in Rom einen aufwendigen Tempel errichtet. Doch ist diese Vermutung inzwischen mit guten Gründen in Frage gestellt und vorgeschlagen worden, in der Frisur eine auch sonst verbreitete Modefrisur zu sehen.

In einem späteren Typus, der auf dem nach 204 n.Chr. zu datierenden Ehrenbogen für Septimius Severus in seiner Heimat Leptis Magna erscheint, hat Septimius Severus einen längeren, aber weniger voluminösen Bart und sehr kurz geschnittenes Haar, das zungenförmig ins Gesicht gekämmt ist und dem Kopf eng anliegt. Nach den retardierenden Rückgriffen auf die antoninische Tradition scheint Severus sich damit der schon lange beliebten und programmatisch von seinen Söhnen getragenen Kurzhaarmode der Zeit anzunähern.

Revers:
Zu sehen sind sieben Himmelssterne angeordnet über einen nach oben geöffneten Mondsichel. Die Inschrift lautet: SAECVL FELICIT für Saeculi Felicitas (Zeitalter der Glückseligkeit).

Der Mond erscheint auf vielen antiken Münzen in den verschiedensten Darstellungsformen. Eine davon, wie auch auf diesem hier vorgestellten Denar, war eine Mondsichel, welche von einem, drei, vier, fünf oder sieben Sterne begleitet wurde. In der römischen Münzprägung, zur Zeit der Republik, ließ der Münzmeister Lucius Lucretius Trio gegen 76 v.Chr. einen Denar mit einer Mondsichel und sieben Sterne prägen (Crawford 390/1). Im Jahr 42 v.Chr. ließ der Münzmeister Publius Clodius Turrinus erneut einen Denar ausgeben, diesmal jedoch mit einer von fünf Sternen umgebenen Mondsichel (Crawford 494/21). In der Kaiserzeit gab es vor allem zu Zeiten Hadrians verschiedenste Variationen, was die Anzahl der Sterne in Kombination mit der Mondsichel angeht. Aus dem zweiten Jahrhundert n.Chr. kennen wir Prägungen aus Nicopolis ad Istrum für Caracalla mit einem Stern, für Geta Ausgaben mit fünf Sternen und wie hier für Septimius Severus, mit sieben Sternen. Darstellungen mit Mondsichel und sieben Sternen ist die dabei am häufigsten bekannte Darstellungsart auf den Münzrückseiten. Die Anzahl der Sterne dürfte dabei nicht einfach willkürlich erfolgt sein, dazu waren Götter, Sterne und Schicksal mythologisch viel zu eng mit den Menschen verbunden. Da allerdings historische Erklärungen zu den einzelnen Prägungen fehlen, kann eine jeweilige Bedeutung nur anhand Indizien gemutmaßt werden. Und die Menge an möglichen historischen Interpretationen ist vielfältig.

Mond und Stern sind ein ikonographisches Symbol, welches in den verschiedensten historischen Kontexten verwendet wurden. Beide Elemente haben in der Ikonographie des alten Ostens eine lange Vorgeschichte, da sie entweder die Sonne und den Mond oder den Mond und den Morgenstern (oder ihre göttlichen Personifikationen) darstellen. Münzen mit Halbmond- und Sternsymbolen, die getrennt dargestellt werden, haben eine längere Geschichte und sind möglicherweise mit der älteren mesopotamischen Ikonographie verbunden. In der westlichen Hemisphäre verwendete Mithradates VI. Eupator von Pontus (120–63 v.Chr.) einen achtstrahligen Stern mit einem Halbmond als Emblem. Es wurden mehrere mögliche Interpretationen des Emblems vorgeschlagen. In den meisten Fällen wird der „Stern“ als Darstellung der Sonne verwendet. Die Kombination der beiden Symbole wurde als Repräsentation von Sonne und Mond (und im weiteren Sinne Tag und Nacht), dem Zoroastrismus (dem Ringen zwischen Gut und Böse) oder Gottheiten die aus dem griechisch-anatolisch-iranischen Synkretismus hervorgehen (wobei Zeus Stratios für den Stern bzw. die Sonne und Mēn Pharnakou für den Halbmond bzw. Mondgott stehen) darstellen.

Welche Bedeutung mögen die Sterne und deren Anzahl auf den Prägungen in der römischen Zeit gehabt haben? Wie bereits geschrieben, gibt es hier mehrere Mutmaßungen und Theorien, aber letztendlich keine Beweise. Darstellungen mit Mondsichel und einem Stern, könnten sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Sonne und Mond oder eben Morgenstern und Mond beziehen. Im Falle des bereits angesprochen Münzbeispiel des Caracallas denke ich eher an Sonne und Mond, Sol und Luna, da im Severischen Kaiserhaus eine starke Verbindung zu diesem Kult bestand. Der Sonnengott Sol und der Mond dienten dabei gemeinsam als bildliche Vorstellung der Ewigkeit (Sonne aufsteigend, Mond herabsteigend) und damit auch für die Zeitlosigkeit der severischen Dynastie.

Welche Bedeutung liegen jedoch in den Darstellungen, bei denen Sonne und Mond nicht alleinstehen und von weiteren Sternen begleitet werden? Handelt es sich bei dreien um das Sternbild des Orion? Am Himmel ist es leicht an den drei Sternen in einer Reihe zu erkennen, die seinen Gürtel darstellen. Wegen seiner Auffälligkeit wurden dem Sternbild von Völkern des Altertums diverse Bedeutungen zugeschrieben. Die antiken Griechen identifizierten das Sternenbild mit dem großen Jäger Orion. Orion wird in Horaz Oden, Homers Odyssee und Ilias sowie in Vergils Aeneis erwähnt. Oder soll es sich hier um die Mondgöttin Selene mit Phosphoros, dem Morgenstern und Hesperos, dem Abendstern handeln? Bei der Darstellung von vier Sternen, könnte eine Planetenkonstellation gemeint sein. Gleich vier Planeten reihen sich von Südost bis Ost in der Morgendämmerung, es sind hellsten und größten noch dazu: Saturn, Mars, Jupiter und Venus. Passend zu den Münzbildern – in dieser Planetenkonstellation wandert am Himmel die Mondsichel dabei unter allen vier Planeten innerhalb einer Woche vorbei. Solche großen Konjunktionen wurden in der Antike als Fälligkeit für wichtige Ereignisse angesehen, wie die Schaffung von Imperien oder das Kommen eines Messias. Zudem standen diese vier Zeichen für Feuer, Erde, Luft und Wasser. Bei der Darstellung von fünf Sternen mit Mondsichel wäre eine Interpretation mit der sogenannten „Fünfsternreihe“, welche vom Sternbild Perseus über die drei Hauptsterne der Andromeda bis zum Pegasus verläuft, möglich – oder ein Bezug zum Sternbild der Cassiopeia. Die Cassiopeia gehört zu den 48 Sternbildern der antiken Astronomie, die bereits vor Ptolemäus erwähnt wurden. Das Sternbild wurde von den Astronomen der griechischen Antike zur Erinnerung an die sagenhafte Königin Cassiopeia geschaffen.

Wie können jedoch die hier abgebildeten sieben Sterne zusammen mit der Mondsichel gedeutet werden?

Auch hier gibt es verschiedenste Interpretationen und Erklärungsversuche. Eine erste Theorie besagt, dass es sich hier um die sechs bekannten Planeten der Antike handeln soll, also Sonne, Mars, Merkur, Jupiter, Venus und Saturn. Das wären dann sechs Sterne – der siebte Stern wäre der Mond dann selbst. Meiner persönlichen Meinung nach halte ich dies für unwahrscheinlich, da hier dann der Mond als eigenständige Mondsichel und zusätzlich als einzelner Stern abgebildet worden wäre. Dies erscheint mir unlogisch. Aber auszuschließen ist dies mangels gegenteiliger Beweise natürlich nicht.

Möglich wäre auch das Sternbild des großen Bären. Diese auffällige Konfiguration von sieben besonders hellen Sternen dieses Sternbildes wird im deutschsprachigen Raum auch als „Großer Wagen“ bezeichnet. Im Altertum hatte dieses Sternbild eine sehr große Bedeutung, auch bei den Griechen und den Römern. Letztere sahen in den sieben Sternen des Großen Wagens sieben Ochsen (lateinisch septem triones), welche ständig um den Himmelspol wandern. Aus dem zusammengesetzten Namen septemtriones (auch: septemptriones) entstand die leichter auszusprechende Form septentriones. Dieses Wort bezeichnet im Lateinischen einerseits das Sternbild des Bären, andererseits den Norden. Gebräuchlich wurde auch der aus dieser Pluralform rückgebildete Singular septentrio, der außer dem Sternbild und dem Norden auch einen Nordwind bezeichnen kann. Das lateinische Adjektiv septentrionalis bedeutet „nördlich“. Kaiser Augustus soll nach Aussage seines antiken Biographen Sueton an Brust und Bauch zahlreiche Muttermale gehabt haben, die sich als Abbild des Sternbilds und als himmlisches Zeichen deuten ließen.

Ebenso sieben Sterne bieten uns die sogenannten Plejaden. Bereits im Altertum wird in Sagen von den sieben Sternen (auch die sieben Schwestern) berichtet. Kritiker dieser Theorie wenden ein, dass nur 5 Sterne wirklich markant hell leuchten. Zudem sind heute mit bloßem Auge nur 6 Sterne der Plejaden von der Erde aus zu sehen. Möglicherweise leuchtete ein Stern früher viel heller als jetzt. In einigen Inschriften wird genau darauf hingewiesen, dass ein Stern unter ihnen verblasste. Zu antiker Zeit müssen alle sieben Sterne jedoch sichtbar bzw. bekannt gewesen sein, nicht umsonst ist in vielen Schriften von diesem sogenannten Siebengestirn die Rede. So oder so, die Plejaden müssen eine hohe kulturelle Bedeutung besessen haben, sie galten in vielen Kulturen als besondere Sternformation und fanden bereits in der Jungsteinzeit kultische Verehrung (Kreisgrabanlagen in Niederösterreich). Ein bedeutendes, vermutlich der Astronomie dienendes Objekt aus Mitteleuropa ist die Himmelsscheibe von Nebra. Eine Gruppe von sieben eng beieinander liegenden Punkten wird mit den Plejaden identifiziert. Das Siebengestirn wurde erstmals in Sumer schriftlich als Sternbild erwähnt und als Siebengottheit der großen Götter bezeichnet. Schon in präislamischer Zeit sahen die Araber die Plejaden als zentralen Asterismus des Sternbilds Thurayya. Die hellsten Sterne sind nach Gestalten der griechischen Mythologie benannt, dem Titanen Atlas, seiner Frau Pleione sowie ihren sieben Töchtern Alkyone, Asterope, Celaeno, Elektra, Maia, Merope und Taygete. Die Plejaden, die als Nymphen einzuordnen sind, erzogen Dionysos und Zeus. Der Mythologie nach wurden sie von Orion verfolgt. Zeus versetzte sie als Sternbild an den Himmel, doch auch dort werden sie noch immer von Orion verfolgt, dessen Sternbild sich etwa 30° südöstlich der Plejaden befindet. Die Griechen und Römer betrachteten den Frühuntergang des Siebengestirns Anfang November als das Zeichen der Feldbestellung und das Ende der Schifffahrt. Mit dem Frühaufgang um den damaligen 20. Mai galten die Plejaden als Signalgeber für die beginnende Ernte. Flavius Josephus erwähnt, dass beim Niedergang des Siebengestirns um die Zeit des Laubhüttenfestes im November der einsetzende Regen dem Wassermangel ein Ende machte. Neben dem starken kulturellen Einfluss dieses Sternbildes wäre noch zu erwähnen, passend zur Abbildung der Mondsichel, dass der Mond durch die Plejaden läuft, nicht aber durch den Orion oder den großen Wagen. Solche Durchläufe des Mondes durch die Plejaden wurden in der Geschichte der Astronomie immer wieder als besonderes Ereignis vermerkt.

Eine weiterte Interpretation der abgebildeten sieben Sternen könnte in den sogenannten „Planetenkindern“ liegen. Historisch gesehen hatte die Astrologie drei verschiedene Funktionen: Ursprünglich wurde der Sternenhimmel aus rein praktischer Sicht systematisch beobachtet, zum Beispiel, um Aussagen zum Kalender, der Landwirtschaft, der Zeitmessung oder auch der Wettervorhersage zu machen. Später kam das Interesse hinzu, die Bewegungen der Planeten aus erkenntnistheoretischem Interesse zu untersuchen. Vergleichsweise jung sind dagegen Versuche, derartige Beobachtungen konkret für das ganz persönliche menschliche Leben unternehmen und dabei systematische Zusammenhänge zwischen dem Makrokosmos und dem Mikrokosmos, zu ermitteln. Erst seit dem dritten vorchristlichen Jahrhundert kann die Erstellung von Horoskopen für Einzelpersonen nachgewiesen werden. Bei dieser Form von Himmelsschau handelt es sich um einen kognitiven Prozess, bei dem natürliche Phänomene – in diesem Fall die Erscheinungen am Himmel – als Zeichen oder Anzeiger für etwas Zweites interpretiert und für weitergehende Schlussfolgerungen herangezogen werden. In der Antike sah man einen zwingenden kausalen Zusammenhang zwischen bestimmten Gestirn Konstellationen und individuellen irdischen Ereignissen. Im antiken Griechenland und Rom hatte die Astrologie die Würde eines Glaubens und war als wissenschaftlich angesehen.

Der Begriff Planetenkind steht für ein Individuum, das aus astrologischer Sicht eine familiäre Beziehung zu einem bestimmten Planeten hat. Der astrologischen Vorstellung entsprechend war ein Mensch charakterlich von dem Gestirn geprägt, unter dessen Einfluss er geboren wurde – in der Regel von demjenigen Planeten, der im Moment der Geburt am östlichen Horizont aufging, dem Aszendenten. War dies nicht zu ermitteln, wählte man die Planetenstunde, die zum Zeitpunkt der Geburt geherrscht hatte. Der Geburtsmoment eines Menschen sorgte für eine lebenslange, familiäre Verbindung zu „seinem“ Gestirn, man wurde zu dessen „Kind“. So soll der Capricornus das Geburtszeichen des Octavian gewesen sein. Er wurde im Sternzeichen der Waage geboren und erhebt das Zeichen des Steinbocks (Ziegenbock mit Fischleib) als Aszendenten zu seinem Geburtsgestirn (Sueton Aug. 94, 12). Allerdings gibt es zum Tierkreis des Augustus mehrere unterschiedliche Theorien.

Planetenkinder-Darstellungen spielten eine entscheidende Rolle bei der Popularisierung der Astrologie, denn sie stellten allen gesellschaftlichen Schichten auf sehr eingängige Weise Informationen zur körperlichen, charakterlichen und gesellschaftlichen Zugehörigkeit zur Verfügung. Grundlage für die antike Erfindung und Ausgestaltung des Bildtypus ist das mythische Bild der Sternengötter. Bereits im zweiten vorchristlichen Jahrtausend waren Wandelsternen von babylonischen Sterndeutern Kräfte und Fähigkeiten zugeschrieben worden, die nur überirdischen Wesen innewohnen. Sieben mesopotamische Himmelsregenten, die im antiken Griechenland Kronos, Zeus, Ares, Helios, Aphrodite, Hermes und Selene genannt wurden, bezeichnete man im italischen Raum mit Saturno, Iove, Marte, Apollo, Venere, Mercurio und Luna und projizierte ihr Wesen auf die Menschen sowie deren Charakter, Physiognomie und Gesundheit. Diese sieben Sphären, den sogenannten „numina“ der Planeten, erscheinen mit ihren jeweils zugewiesenen Attributen, welche auf die Planeten-Kinder übertragen wurden.

Eine letzte und wie ich finde, interessante Interpretation fand ich auf der Webseite von Tom Buggy (Astronomical Symbols on Ancient Coins), welche ich mir inzwischen neben der Plejaden Theorie sehr gut vorstellen könnte. Diese Theorie bringt auch das „Problem“ mit der Abbildung der sieben Sterne aus dem Ptolemäischen Planetenbild in Einklang wie ich finde. Nochmals zur Wiederholung, eine weit verbreitete These ist, dass wir hier die Mondsichel und die sieben bekannten „Planeten“ Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur und Mond abgebildet sehen. Selbst kann ich mich aus den bereits erwähnten Gründen mit dieser Interpretation nicht anfreunden, denn so käme dem Mond eine hervorgehobene Stellung zu: als große Mondsichel und dann nochmals als abgebildeter Stern. Dabei war es gerade unter den Severern die Sonne mit Sol, welche in der Verehrung emporgehoben wurde. Tom Buggy sieht daher die Möglichkeit, dass es sich bei der sogenannten Mondsichel um eine Sichel der Sonnen- oder Mondfinsternis handeln könnte.

Am Himmel vollzogen sich für die Menschen im Altertum wundersame Dinge. Sonne, Mond und Sternbilder zogen ihre Bahnen und der Mensch versuchte von jeher diese Bewegungen und Konstellationen als göttliche Botschaften zu deuten. Von besonderem Interesse waren dabei sogenannte Bedeckungen und Finsternisse. Diese beiden Begriffe sind fast synonym, dennoch hatten sie im Altertum eine jeweils andere Bedeutung. Bedeckungen sind für planetare und stellare Verschmelzungen reserviert, während Finsternisse für Erd-, Mond- Sonnenereignisse ihre Verwendung finden. Allesamt waren sie jedoch von großem Interesse, galten sie doch als wundersame Ereignisse, Vorzeichen und Omen. Beim Studieren antiker Berichte kann man erlesen, welche Macht diese himmlischen Ereignisse auf die Menschen im Altertum ausübten.

Finsternisse wurden in der neolithischer Felskunst und auf alten chinesischen und sumerischen Dokumenten aufgezeichnet. Bei totalen und ringförmigen Sonnenfinsternissen ist der Mond am Himmel unsichtbar. Diese Finsternisse treten während des Neumondes nur auf, wenn der Mond genau zwischen Erde und Sonne liegt. So sieht der Beobachter am Boden nur das vollständige oder teilweise Verschwinden der Sonne. Im Altertum scheint es für dieses Phänomen keine rationale Erklärung gegeben zu haben. Herodot (1,74) beschreibt die Auswirkungen der totalen Sonnenfinsternis von 585 v.Chr. auf zwei sich bekriegende Nationen. Das Volk der Lyder und Meder befanden sich über fünf Jahren in einem brutalen Krieg, ohne dass ein Frieden in Aussicht stand. An einem Tag im Mai soll es mitten in der Schlacht eine totale Sonnenfinsternis gegeben haben. Beide Kriegsparteien brachen unverzüglich die Schlacht ab, kehrten nach Hause zurück und schlossen wenig später Frieden.

Mondfinsternisse wiederum treten auf, wenn die Erde zwischen Sonne und Mond hin- und herzieht. Obwohl eine Mondfinsternis nichts so spektakulär wie eine Sonnenfinsternis ist, ging auch von ihr eine bedeutende Kraft als Omen aus. Wenn sich der Schatten der Erde über die Oberfläche bewegt, scheint der Mond oft blutrot zu werden. Man kann sich gut vorstellen, welche Wirkung dies auf die Menschen im Altertum hatte. Thukydides erzählt in seinem Buch (der Peloponnesische Krieg) wie eine Mondfinsternis den Lauf der Geschichte veränderte. Eine Mondfinsternis ereignete sich am 27. August 413 v.Chr. während des eben erwähnten Krieges. Die Athener waren gerade dabei, ihre Streitkräfte aus Syrakus abzuziehen, als der Mond verfinstert wurde. Die Athener und ihr Kommandant Nikias waren so verängstigt, dass sie ihre Abreise um siebenundzwanzig Tage verzögerten. Die Syrakusaner nutzten die Zeit weise, gruppierten sich neu und fügten den Athenern eine verheerende Niederlage zu.

Während Finsternisse die Menschen im Altertum in Panik versetzt haben müssen, war ihr tägliches Leben auch mit vorhersehbareren Himmelsbewegungen verflochten. Astrologie als Einfluss auf Politik und menschliche Angelegenheiten wurde von den Chinesen und Sumerern praktiziert. Die Griechen liehen es sich von den Babyloniern und dann die Römer von den Griechen. Es gab eine Besessenheit von der Astrologie, aber der Staat verstand auch, dass es Gefahr in Bezug auf sich selbst erfüllende Prophezeiungen und schlechte Vorzeichen gab. Die Kaiser behandelten Astrologen auf eine Art Ansatz-Vermeidung. Sie hatten oft ihre eigenen persönlichen Astrologen, verabschiedeten aber Gesetze, welche die Praxis einschränkten – und bei mehreren Gelegenheiten wurden gerne auch mal alle Astrologen aus Rom verbannt. Augustus, Tiberius und vor allem Domitian gehörten zu den Herrschern, von denen bekannt ist, dass sie staatliche Entscheidungen auf der Grundlage astrologischer Lektüren getroffen hatten. Während der Regierungszeit von Septimius Severus und seinen Nachfolgern wurde das Vertrauen in die Astrologie zu einer Manie. Trotz dieser Hassliebe erschienen himmlische Ereignisse regelmäßig auf römischen und griechischen Münzen, von denen die meisten mit der Astrologie in Verbindung standen.

Das Halbmond- und Sternensymbol ist dabei eine der ältesten Darstellungen. Es erscheint auf Petroglyphen und Stelen der ersten Zivilisationen in Sumer. Dieses Symbol wurde von den Griechen übernommen und war mit vielen ihrer Götter verbunden, darunter: Selene und Helios, wie man vermuten würde, aber auch mit Artemis von Perge, der Artemis von Ephesos, der Aphrodite von Paphos, Zeus Casios, dem Zeus von Tarsos, Nemesis, Tyche und Astarte. Es ist nicht verwunderlich, dass dieses Symbol ihren Weg auf griechische und römische Münzen fand. Oft wurden die Sterne und der Halbmond auf derselben Münze präsentiert. Typischerweise ist das Halbmondsymbol mit dem Mond und die Sterne mit den Planeten verbunden. Tom Buggy argumentiert allerdings, dass es auch eine alternative Erklärung geben könne. Er weißt auf ein Paradoxon hin: „Sterne erscheinen innerhalb des Halbmonds. Dies ist natürlich unmöglich, da der Mond das der Erde am nächsten gelegene Himmelsobjekt ist. Diese unmögliche Gegenüberstellung kann unwissenden Gravuren oder künstlerischer Freiheit zugeschrieben werden, aber ich glaube, es gibt Münzen von Hadrian, die auf etwas anderes hinweisen…“. Um es nochmals zu wiederholen, aus meiner Sicht sind es dann zwei Paradoxen, da es für mich unwahrscheinlich erscheint, dass der Mond als Sichel und als Stern doppelt dargestellt wurde.

Kommen wir zur Deutung als Finsternis. Kaiser Hadrian hat wahrscheinlich zwei Sonnenfinsternisse erlebt, eine kurz nach dem Tod des Nerva am 21. März 98 n.Chr. und eine weitere am 3. September 118 n.Chr. Aus alten Texten geht nicht eindeutig hervor, ob diese total, ringförmig oder teilweise waren – es deutet aber alles auf eine partielle Sonnenfinsternis hin. Diese partielle Sonnenfinsternis muss einen enormen Einfluss auf die antiken Beobachter gehabt haben. Bestimmte Planeten- oder Sternenkonstellationen mögen dem einfachen Bürger bis hin zu den Beamten nicht unbedingt auffallen, wenn sie denn überhaupt darüber Bescheid wussten. Eine Finsternis jedoch ist ein Ereignis am Himmel, welche von niemanden der sie sah, ignoriert werden konnte bzw. nicht in ihren Bann zog. In Anbetracht das Wissen um die vorhandenen Finsternisse zur Zeit Hadrians und der Tatsache, dass gerade unter ihm viele Münzen mit Sichel und Sterne geprägt wurden, lassen laut Tom Buggy auf eine Korrelation zwischen den Münzprägungen und den Finsternissen schließen.

Wenn die Sichel die Sonne und der Stern in der Mitte den Mond darstellt, macht der Stern in der Sichel auf Münzdarstellungen Sinn. Ein weiterer Denar Hadrians könnte eine Gedenkausgabe darstellen, die die Tatsache feiert, dass die Sonnenfinsternis die Sonne nicht zerstören konnte und die Dinge wieder normal waren. Angesichts der römischen Propagandaneigung macht das auch Sinn: „Der Kaiser hat uns durch eine weitere Prüfung geführt“.

Ein weiterer Indizienbeweis, welcher die Finsternis-Theorie unterstützen könnte, ist das sporadische Auftreten dieser Darstellung von Sichel und Sterne auf den römischen Münzprägungen. Wenn es sich hier um die Darstellung der Plejaden oder des Ptolemäischen Planetenmodell handelte – wieso wurden diese Abbildungen nicht regelmäßig bereits seit der römischen Republik bis hinein in die später Kaiserzeit verwendet? Plejaden und Planetenmodell waren andauernd greifbar und hätten so viel öfters als Vorlage Verwendung finden können. Fast alle, oder sagen wir die meisten, Auftritte dieser Sichel und Sterne Kombination ereigneten sich in der Regierungszeit des Hadrian, Commodus, Pescennius Niger, Septimius Severus, Caracalla und Geta. Computermodelle unterstützen diese These. Diese deuten zum Beispiel auf eine ringförmige und eine totale Sonnenfinsternis in der nördlichen Hemisphäre in der Regierungszeit des Commodus am 4. Juli und 28. Dezember 186 n.Chr. hin. In der Zeit des Pescennius Niger und Septimius Severus erscheint die Symbolik vor allem in den östlichen Reichsteilen, auch vermehrt auf provinzialen Prägungen (vor allem aus Nicopolis), vielleicht bedingt durch eine nachweislich vorhandene Sonnenfinsternis in der östlichen Region.

Tom Buggy führt weitere, wie ich finde interessante, Indizien zu Himmelsphänomenen und möglichen Interpretationen zu Darstellungen auf Münzen aus. Ein Blick auf die Webseite, welche Sie hier finden (externer Link) lohnt sich. Seine Theorie, dies muss ich zugeben, hat auch seine Reize. In diesem Fall wäre die abgebildete Sichel eine Sichel einer Sonnen- oder Mondfinsternis. Im Falle einer Sonnenfinsternis würden aus meiner Sicht auch die sieben abgebildeten Sterne einen Sinn ergeben. Die Sichel wäre die Finsternis selbst, die sieben Sterne das Ptolemäische Planetenbild. Auf der hier verlinkten Webseite können sie die berechneten Finsternisse zwischen den Jahren 2500 v.Chr. und 1000 n.Chr. nachschlagen.

Die Rückseite dieses Denars propagandiert mit Saeculi Felicitas das nun anbrechende Zeitalter der Glückseligkeit in Verbindung mit der Darstellung einer Finsternis- oder Mondsichel und sieben Gestirnen. Wir wissen, dass Septimius Severus der Astrologie sehr zugetan war. Wir wissen, dass bestimmte Sternenkonstellationen oder Finsternisse in antiker Zeit als himmlischen Zeichen verstanden wurden. Nicht auszuschließen, dass hier Septimius Severus eine ihm vorbestimmte himmlische bzw. göttliche Fügung als Zeichen für ein anbrechendes glückliches und erfolgreiches Zeitalter propagandiert. Im nächsten Abschnitt „Hintergründe“ möchte ich detaillierter auf die historischen Rahmenbedingungen zur Zeit des Septimius Severus eingehen.

Hintergrund:
Zur Deutung und Interpretation dieses Denars mit Mondsichel und seinen sieben Sterne gibt es so viele Indizien, dass man gar nicht weiß, wo anfangen. Allein sind es nur Fragmente, die hier einfließen können. Wie bereits erwähnt, gibt es bis dato keinerlei stichhaltige Beweise, welche eine unumstößliche Erklärung für diese Prägungen liefern. Ich möchte daher die einzelnen Bruchstücke zusammentragen – möge sich jeder selbst ein eigenes Bild und Überlegungen machen und daraus die entsprechenden Schlussfolgerungen ziehen.

Gaius Pescennius Niger war der hartnäckigste Widersacher des Septimius Severus im Kampf um den römischen Thron. Niger war zwar von Anfang an benachteiligt, da seine Legionen quantitativ und qualitativ unterlegen waren. Andererseits war er auch im Westen, zumindest in Rom populär und verfügte in seinem Machtbereich über viele hoch motivierte Anhänger. Den Partherkönig Vologaeses V. konnte er als Verbündeten betrachten, und Abdsamiya, der König des kleinen Reiches von Hatra, stellte sogar Bogenschützen zur Verfügung. Dennoch vermochte Niger seine Chancen nicht zu nutzen und war vor allem militärisch von seiner Aufgabe überfordert. So kam es, dass Septimius Severus 194 n.Chr. bei Kyzikos, Nikaia und dann entscheidend am 31. März bei Issos über Pescennius Niger siegte. Der floh daraufhin zu den Parthern und verlor letztendlich dabei sein Leben.

Nach dem Ableben des Niger lässt Septimius Severus einige typgleiche Denare mit Abbildungen, welche vorher sein Widersachen verwendet hatte, prägen. So ließ sich Pescennius Niger 193 n.Chr. auf einer Denar Rückseite (RIC IV Pescennius Niger 34) mit einem Tropaeum und der Inschrift „INVICTO IMPERAT“ als unbesiegbarer Imperator huldigen. Postwendend reagierte Severus nach seinem Sieg über Niger mit einer fast identischen Denar Rückseite (RIC IV Septimius Severus 389) und der Inschrift „INVICTO IMP“ – fast als würde er zum Ausdruck bringen wollen „schaut her, wer von uns ist nun der unbesiegbare Imperator“. Was wohl aber auch gleichzeitig als Warnung an immer noch vorhandene politische Gegner galt.

Auch der hier vorgestellte Denar hat ein Vorbild unter Pescennius Niger. Ebenfalls gegen 193 n.Chr. ließ Niger einen Silberdenar (RIC IV Pescennius Niger 73) mit Mondsichel, sieben Sternen und der Inschrift „SAECVLI FELICITAS“ ausgeben. Auch hier erfolgte ein Jahr später, nach seinem Sieg, eine Gegenantwort des Severus. War diese Prägung also frei von irgendwelchen astrologischen Gründen oder Deutungen und nur eine reine Gegenpropaganda des Septimius Severus? Seht her, ich bin der unbesiegbare Imperator. Seht her, nun, nach meinem Sieg, jetzt erst beginnt das glückliche Zeitalter. Mein Widersacher war nur ein Blender, der nur versprochen aber nichts von alledem halten konnte – im Gegensatz zu mir – Septimius Severus. Es ist in diesem Zusammenhang schon auffallend, dass Severus bewusst nach seinem Sieg viele Darstellungen des Pescennius Niger übernommen hatte. Daher halte ich es für durchaus möglich, dass ein alleiniger mythologischer oder astrologischer Anlass für diese Mondsichel-Sterne-Ausgabe gar nicht Grund dieser Prägung war.

Andererseits, wie schon erwähnt, nahm die Astrologie und deren Deutung, einen großen Platz unter manchem römischen Herrscher ein. Allen voran wohl auch bei Septimius Severus. Dabei befand er sich in erlauchter Gesellschaft. Selbst Gaius Iulius Caesar glaubte an die Sterne, seine siegreichen Legionen trugen den Stier als Tierkreisbild der Venus, der Stammmutter der iulischen Geschlechts. Der Astrologe Theogenes hatte Augustus die Kaiserwürde vorausgesagt. Er ließ sein Horoskop veröffentlichen und prägte Münzen mit dem Tierkreiszeichen seines Aszendenten, dem Steinbock. Während seiner Verbannung auf die Insel Rhodos beschäftigte sich der spätere Kaiser Tiberius sehr eingehend mit der Astrologie, wobei Thrasyllus der Ältere sein Lehrer war. Er entwickelte eine Methode, verdächtige Menschen mit Hilfe eines Horoskopes ausfindig zu machen. Er soll als Kaiser im Jahr 33 n.Chr. dem damaligen Consul Galba aus den Sternen die Kaiserwürde vorausgesagt haben (Tacitus Annales cap. 20/21). Selbst Lucius Annaeus Seneca war der Astrologie nicht abgetan. In seiner Schrift „Ad Marciam de consolatione“ schreibt er in Kapitel 18: „Von den leisesten Bewegungen der Gestirne hängt der Völker Geschick ab und gestaltet sich das Größte und das Kleinste, je nachdem des Gestirnes Lauf und Stand günstig oder ungünstig gewesen“.

Auch die Flavier beschäftigten sich mit der Astrologie. Vespasian beschäftigte sich selbst damit und wurde dabei vom Astrologen Selencus beraten. Er war von der Richtigkeit dermaßen überzeugt, dass er im Senat einmal erklärte, entweder würden seine Söhne ihm auf den Thron folgen oder niemand (Eutropius, Breviarium historiae Romanae, 7/20). Sein Sohn Titus soll zwei Verschwörer freigelassen haben, nachdem er deren Horoskope gesehen hatte (Sueton, De vita Caesarum, Titus IX.). Die Voraussagen des Ascletario über sich selbst, er werde von Hunden zerrissen, wollte Domitian dadurch Lügen strafen, dass er befahl den Astrologen unverzüglich auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen. Ein plötzlich aufkommender Sturm soll den Scheiterhaufen jedoch umgeworfen haben und der halb verbrannte Leichnam des Ascletario von Hunden zerrissen worden sein (Sueton, Domitianus, XV.). Hadrian soll der Astrologie besonders zugetan gewesen sein. Zu Anfang jeden Jahres ließ er sich durch ein Horoskop feststellen, was sich im Laufe des Jahres ereignen würde. Aelius Spartianus berichtete, Hadrian habe bis zu seiner Todesstunde alles vorher gekannt, was ihm zustoßen werde. Astrologie und den Wunsch himmlische Zeichen zu erkennen und zu Deuten – im eigenen Interesse oder als Propaganda – war mehr oder weniger je nach Kaiser ausgeprägt und durchaus keine Spielerei.

Wie Hadrian, so ahmt auch Septimius Severus das Beispiel des Augustus nach, indem er immer wieder durch die Aufzählung von Wundern und Zeichen die göttliche Legitimität seiner Herrschaft zu verschaffen suchte. So beginnt Dio bekanntlich seine schriftstellerische Tätigkeit mit einem Buch über die Träume und Vorzeichen, welche die Herrschaft des Kaisers vorauskünden (Dio 72, 23). Ein weiteres Omen eröffnet sich dem Severus als ihm Roma erscheint, zusammen mit den Personifikationen orbis terrarum und der Provinzen. Sie bringen ihm das Opfer des Kaiserkultes dar, wobei die Provinzen der westlichen und östlichen Reichshälfte sich durch tibia und lyra unterscheiden. Weitere Omen folgen: ein Traum, während er in Lugdunum weilt, als er von der Höhe aus den Erdkreis und das Meer sieht und beide berührt, wie ein musikalisches Instrument, so dass sie einen einheitlichen Klang ergeben. Und ein weiterer Traum, bei dem der exercitus Romanus ihm entgegen kommt, um ihm zu huldigen.

Der Glaube an die Macht der astrologischen Weisheiten des Orients, durch den er beherrscht wurde, bestimmte ihn – ipse quoque matheseos peritissimus – in der Wahl seiner zweiten Ehefrau (Vita SA 5,4). Nachdem seine erste Gattin Paccia Marciana 185 n.Chr. kinderlos verstorben war, heiratete Septimius Severus die Syrerin Iulia Domna. Ihr Vater, Iulius Bassianus, war 182 n.Chr. Hohepriester des Elagabalus in Emesa, als der damalige Legat der Legio IV Scythica, Septimius Severus, die Stadt besuchte. Bassanius stellte dem Severus seine beiden Töchter vor. Die älteste namens Iulia Maesa, verheiratet mit dem syrischen adligen Iulius Avitus Alexianus und seine andere, nicht verheiratete Tochter Iulia Domna, welche damals noch den einheimischen Namen Martha (Gebieterin) trug. Sie war intelligent, gebildet und soll sich mit Wissenschaftlern, Literaten und Philosophen umgeben haben. Beide sollen auch der Astrologie zugetan gewesen sein, was nicht verwunderlich sein dürfte, da man in der östlichen Hemisphäre traditionell noch weitaus mehr mit der Sternenkunde verbunden war. Ein Horoskop der Iulia Domna soll ihr die Heirat mit einem König vorausgesagt haben – worauf Septimius Severus sie 187 n.Chr. nach Beratung mit seinen Astrologen zur Frau nahm. Ob dies der einzige Grund war oder inwiefern dies den Ausschlag gab, sei dahingestellt – allein die Erwähnung und Überlieferung zeigen, dass die Sterne im Kern eine Rolle, wie auch immer gewichtet, gespielt hatten.

Auch bei seiner Proklamation zum Kaiser soll der Aberglaube eine Rolle gespielt haben. So soll er drei Tage von seinem Geburtstag am 11. April an gewartet haben im Glauben an die glückbringende Wirkung der Dreizahl. Cassius Dio liefert uns ein weiteres Beispiel über den Hang des Kaisers zur Astrologie: „Er wusste dies hauptsächlich aus der Sternkonstellation, unter der er geboren worden war und die er unter die Decken der Säle malen ließ, wo er gewöhnlich Hof hielt, so dass sie allen sichtbar war – ausgenommen jener Himmelsabschnitt, der, wie die Astrologen sich ausdrücken die Stunde regierte, zu der er das Licht der Welt erblickt hatte; denn diesen Abschnitt ließ er in den beiden Räumen jeweils unterschiedlich darstellen.“

Ein mächtiges astrologisches Monument ließ Septimius Severus jedoch im Jahr 203 n.Chr. mit dem sogenannten Septizonium erbauen. Das severische Septizonium war in seiner Rekonstruktion nach Christian Hülsen ein dreigeschossiges Säulenmonument mit den sieben Tagesgöttern über dem Gebälk des dritten Stockwerks. Es war an die 95 Meter lang, etwa 11 Meter breit und besaß drei Exedren. In der mittleren Exedra war das Reiterstandbild des Septimius Severus aufgestellt. Da es in seinem Inneren ein komplexes Wasserleitungssystem und an seiner Vorderseite ein Wasserbassin aufwies, diente es als monumentales Brunnengebäude. Es war mit verschiedenen Skulpturen nach Art antiker septizonia geschmückt und wies die Besonderheit eines gebauchten Frieses im zweiten Geschoss auf. Die Säulen des Baus waren allesamt aus wertvollem Material, Marmor, Porphyr und Granit. Das antike Septizonium befand sich in einer Senke zwischen drei Erhebungen, dem Palatin als Gründungshügel Roms, dem Aventin im Westen und dem Caelius im Süden.

Die Einbindung des Gottes Sol als Personifikation der nach Ptolemaios als Planet angesehenen Sonne in das Statuenystem des antiken severischen Septizoniums verdeutlicht, dass der Bau als ein Paradebeispiel der antiken Kosmologie angesehen werden kann. Das unter Septimius Severus erbaute Monument verkörperte nach Synopse der bisherigen Forschungen die Planetensphären und den Zodiakus. Es verbindet damit in einer Synthese seine Bedeutungseigenschaften mit der Ikonographie des severischen Kaiserhauses. Ernst Maass kommt im Rahmen seiner Untersuchung „Die sieben Tagesgötter in Rom und den Provinzen“ zu dem Ergebnis, die Septizonien ähnelten zwar in ihrer architektonischen Gestalt den Nymphäen, für die Funktion der septizonia ergebe sich aber aus dieser rein formalen Ähnlichkeit nichts. Sehr differenziert äußert sich hingegen Salvatore Settis 1973, noch vor den Grabungen zum jüngeren severischen Septizonium in situ am Südwestabhang des Palatins mehr als eine Dekade später. Er kristallisiert zum Ersten heraus, dass der Bautypus der septizonia sich entscheidend aus dem architektonisch-skulpturalen Dekor, nämlich den Statuen der sieben Tages- und Planetengötter, herleitet und nicht in erster Linie einen bestimmten funktional eingegrenzten Architekturtypus meint. Somit öffnet er zum Zweiten den Weg für die Annahme einer potenziellen Polyfunktionalität der septizonia. Diese können demnach Brunnenfunktionen erfüllen, wie durch die Ergrabung von Wasserleitungen gesichert ist, aber auch allein der Dekoration des Stadtraums dienen. Dennoch war die primäre Funktion eine astrologische, sakrale und vor allem auch politische. Die Macht über den Kalender, die Ordnung der Zeit, lässt sich nach Michel Foucault auch als „Wirkraum“ der Macht lesen.

Die mehr oder weniger bewussten Zahlenspiele des Septimius Severus führten aber noch weiter und fanden nicht nur im Septizoniums mit den sieben Tages- und sieben Planetengötter in Anspielung auf seinen Namen ein Ende. Einen besonderen Höhepunkt im römischen Festkalender stellten die 204 n.Chr. unter Severus veranstalteten ludi saeculares dar. Die Festlichkeiten dauerten, beginnend mit dem 4. Juni, drei Tage lang (wieder die Dreizahl). Ein Großteil der Aktivitäten fand im Circus Maximus und auf dem danebenliegenden Palatin statt. Im Circus Maximus beispielsweise wurden 700 wilde Tiere zu Tode gehetzt. Der zahlen- und astrologiegläubige Septimius Severus könnte dabei die Zahl 700 bewusst gewählt haben, um erstens auf die vielfach mit dem Circus verknüpfte Siebenzahl anzuspielen, zweitens seinen Namen Septimius (der Siebte) in Szene zu setzen und drittens durch eine mathematische Konstruktion (7×100) um die Assoziation eines immerwährenden mehrhundertjährigen saeculum, möglicherweise mit den Nachkommen seiner Dynastie, zu erzeugen und damit gar Augustus zu übertrumpfen.

Dem Septizonium kam eine prominente Funktion zu, lag es doch am Abhang des Palatins und am Haupteingang des Circus Maximus. Septimius Severus suchte eine Parallelisierung der Säkularspiele zu denjenigen des Augustus herzustellen und besetzte aufs Neue die augusteisch geprägte Symbolsprache. Das Septizonium kann somit als ein auf mehreren Sinnesebenen wirkendes architektonisches und baupolitisches Monument angesehen werden.

Über die Infrastruktur des Circus berichtete ausführlich Tertullian, ein Zeitgenosse des Severus. Besonderes Interesse galt dabei dem symbolischen Gehalt, den die einzelnen Elemente des Circus aufweisen. Nach Tertullian wird Circe, die Tochter des Sol, als Urheberin der Zirkusspiele angesehen. Sol war auch Mitglied der sieben Planetengötter, womit sich schon hier eine Verbindung zum Septizonium ergibt. Die ova erinnerten an die Zwillinge Castor und Pollux, letzterer Schutzgott der equites, deren jährliche Parade Mitte Juni (transvectio equitum) stattfand. Die von Agrippa 33 v.Chr. eingeführten sieben wasserspeienden Delphine, welche die ova als Rundenzählinstrumente ersetzen sollten, sind besonders auch für die Interpretation des Septizoniums interessant. Die sieben Runden der Rennen und die sieben Delphine als Rosse des Neptuns spiegeln ebenso das ptolemäisch-planetarische Weltbild wie die sieben Planetengötter des Septizoniums. Die theoretische und philosophische Analyse Tertullians zeigt, mit welchem symbolischen Charakter die Elemente des Circus aufgeladen waren.

Eine Argumentationslinie lässt sich hier möglicherweise anhand der Sol-Thematik eröffnen. Augustus ließ als zweiten Obelisken (nach demjenigen für sein solarium, seine große Sonnenuhr auf dem campus Martius) denjenigen für den Circus Maximus herbeischaffen. Er stammte ebenfalls aus Ägypten, dem Gebiet seines ersten großen militärischen Erfolges. Die Symbolik des Obelisken wies diesen an einem prägnanten Ort wie dem Circus Maximus auch als Siegesdenkmal für Augustus aus. Zusätzlich verbindet sich der Obelisk mit dem Tempel des Sol im Circus Maximus, womit eine Parallelisierung des Augustus mit einem Gott und damit eine weitere legitimatorische Grundlage seiner Herrschaft und späteren Divinisierung geschaffen wird. Zugleich bedient sich diese Konstruktion bei einem Gleichnis von Platon, wonach sich die Planeten auf ihren Bahnen wie Gespanne beim Wettkampf in Olympia bewegten. Das aedes Soli, ein tetra- oder hexastyler Tempel des Circus am Hang des Aventin, wird auch mit der Göttin Luna in Verbindung gebracht, womit sich ein Doppelkult herauskristallisiert. Rekurrierend auf Cassiodor spricht jener in seiner theoriegeleiteten Interpretation von Rennwagen mit zwei Pferden (bigae) für Luna, mit vier (quadrigae) für Sol. Diesen mit dem Circus in Verbindung gebrachten Kult könnte sich Septimius Severus zu eigen gemacht haben wie ein Münzbild von 201 n.Chr. zeigt. Dort ist der Kaiser mit seiner Frau Iulia Domna mit einem Strahlenkranz als Sol, sie mit einem Monddiadem als Luna dargestellt. Die Prägung im Jahr 201 n.Chr. (noch vor den ludi saeculares von 204 n.Chr.) repräsentiert dabei die strategischen Fähigkeiten des Severerkaisers, der noch vor den Hauptfestivitäten im Circus Maximus einen Parallelismus ähnlich Augustus evozieren wollte, um sich damit eine göttlich-legitimatorische Basis zu eigen zu machen.

Ein weiterer Aspekt lässt sich mit den von Agrippa 33 v.Chr. eingeführten sieben Delphinen als Rundenzähler eruieren. Die drehbaren Delphine erfüllten analog die Funktion der ova, sieben eiförmiger Zählsteine für die Runden im Circus. Die Zahl der sieben Runden des Wagenrennens fügt sich in ein ptolemäisch-planetarisches Weltbild mit sieben Sphären ein, das den Circus, dessen Kulte und Riten ebenso umschloss wie das Septizonium mit den sieben Planetengöttern. Allein durch die Symbolik der Zahl und das Ruhen in einer gemeinsamen Weltauffassung kristallisiert sich eine enge semantische Verbindung des Septizoniums mit dem Circus heraus. Die sieben agrippinischen Delphine finden sich jedoch noch in einem weiteren symbolischen Kontext. Die Delphine als Begleiter des Neptun-Poseidon verweisen zurück auf die Gottheit des Neptunus equester als Schutzgottheit der Pferde, Hauptakteure der Rennen im Circus. Die Verbindung der Elemente Wasser und Erde, basierend möglicherweise auf einem chthonischen Ursprungscharakter der Gottheit, nimmt wiederum das Septizonium und dessen Grundstruktur in den Blick: Steinarchitektur und Wasserspiele.  Vor diesem Hintergrund wurde die Gottheit Neptunus equester mit einiger Wahrscheinlichkeit auch am Septizonium dargestellt, in Form einer Statue, eines Marmorreliefs, Mosaiks oder einer Fassadenmalerei.

In den Quellentexten, welche die theoretisch-philosophische Erklärung des Circus zum Thema haben, ist ein Passus des Cassiodor sehr interessant. Dieser interpretiert die Farben der zwölf Rennparteien in vier Teile aufgeteilt, gemäß den vier Jahreszeiten. Damit rekurriert er auf die zwölf Zodiakalzeichen, die im Laufe eines Jahres durchwandert werden. Diese Interpretation beruht hauptsächlich auf dem sprachlich ambigen Charakter des cursus als Jahreslauf wie auch als Absolvierung einer Rennrunde. Das fügt sich schlüssig in das ptolemäische Weltbild. Die mathematische Einbindung der zwölf Tierkreiszeichen in ein siebensphäriges Planetensystem ist ein bekanntes Problem, das auf unterschiedliche Weise gelöst werden kann. Wird für das Septizonium ein ähnlich komplexer theoretischer Hintergrund wie für den Circus angenommen, so ist es wahrscheinlich, dass als nächsthöheres Element der Tagesgötter, welche die Woche verkörperten, die Monate in Form der Zodiakalzeichen dargestellt waren. Sonne und Mond als Elemente der Woche stellt Cassiodors Circustheorie durch die Rennwagen mit zwei Pferden (bigae) für Luna, mit vier (quadrigae) für Sol dar. Es gibt eine vielfältig zu deutende Kohärenz der Zahlen zwei und vier, unter anderem in der Frage der weiteren Entfernung von der Erde, was die größere Höhe des Obelisken für Sol gegenüber der Geringeren desjenigen für Luna andeutet. Damit werden die beiden Planetengötter wieder mit dem cursus, der sowohl im Circus als auch am Himmel zu durchmessen ist, in Verbindung gebracht. Sie können wiederum als Elemente des ptolemäischen Weltbildes aufgefasst werden. Sehr deutlich wird die Verbindung des Circus in der Theorie des Cassiodor in der Beendigung jeden Laufes mit sieben metae, welche die ständig wiederkehrenden Tage der Woche ausdrücken sollten.

Für den hier interessierenden Zeitpunkt, die Ägide des Septimius Severus, ist jedoch ein klarer Rekurs auf die griechisch-römische Planetenwoche festzuhalten. Eingebettet ist diese in einem komplexen Weltmodell, welches in Einklang mit den damals bekannten sieben Planeten, deren Bewegungen, dem Tierkreis und den Zeichen am Himmel spätestens seit augusteischer Zeit stark propagiert und auch für legitimatorische Zwecke benutzt wurde (Christine Pappelau, Das Septizonium des Septimius Severus).

Nach schweren Beschädigungen – unter anderem wahrscheinlich durch die Truppen Karls V. beim Sacco di Roma 1527 – wurde das Bauwerk unter Papst Sixtus V. 1588/89 abgerissen. Was bleibt sind Zahlen, Zahlen und mehr oder weniger bewusste Zahlenspiele astrologischer, religiöser oder politischer Art. Wie hierbei die Mondsichel und die sieben Sterne auf diesem hier vorgestellten Denar einzuordnen sind kann nur erahnt und gemutmaßt werden. Sofern es sich bei der Darstellung, wie bereits erwähnt, überhaupt um eine selbige handelt und nicht etwa um eine Sichel der Sonnen- oder Mondfinsternis. Septimius Severus war wahrscheinlich ein abergläubischer und der Astrologie sehr verbundener Mann – inwiefern seine Entscheidungen dem Glauben oder welchen politischen Kalkül geschuldet waren, lässt sich heute nicht mehr sagen. Der Zahlen, Indizien, Theorien und Deutungen sind es viele – möge der Leser sich seine eigenen Gedanken machen.

Der Name Emesa ist semitischen Ursprungs. Der Geograph Strabon erwähnt ein „Ethnos“ (Volk oder Stamm) der Emesener. Im 1. Jahrhundert v.Chr. stand die Gegend von Emesa unter der Kontrolle arabischer Fürsten („Könige“). Es ist anzunehmen, dass sich die arabische Oberschicht aus eingewanderten Nomadenstämmen rekrutierte, die dort in der Zeit des Seleukidenreichs sesshaft geworden waren. Der erste eindeutig identifizierbare dieser Fürsten ist Sampsigeramos I., der 64 v.Chr. den Seleukidenkönig Antiochos XIII. gefangen nahm und töten ließ und ein gutes Verhältnis zu Pompeius unterhielt. Sein kleines Reich, zu dem auch die Stadt Arethusa gehörte, war damals offenbar eine ernstzunehmende Regionalmacht. Die Fürsten aus der Familie der Sampsigeramiden waren Vasallen des Römischen Reichs und nahmen an den römischen Bürgerkriegen teil. Den Sohn und Nachfolger Sampsigeramos I., Iamblichos I., ließ Marcus Antonius 31 v.Chr. hinrichten. Darauf kam ein Bruder des Iamblichos an die Macht, der mit Marcus Antonius befreundet war und nach dessen Niederlage auf Befehl des siegreichen Octavian, des späteren Kaisers Augustus, hingerichtet wurde. Augustus setzte Iamblichos II., einen Sohn Iamblichos I., zum Herrscher ein. Möglicherweise wurde die Stadt Emesa erst um diese Zeit gegründet.

Ebenso wie das 155 km östlich gelegene Palmyra erlebte Emesa in der frühen römischen Kaiserzeit dank seiner Lage an der Karawanenstraße zum Persischen Golf einen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung. Zur Zeit der Kaiser Nero und Vespasian beteiligte sich der Fürst von Emesa mit einer starken Streitmacht am Krieg gegen die Juden und der Eroberung und Zerstörung Jerusalems 70 n.Chr. Anscheinend hob Kaiser Domitian die Eigenständigkeit Emesas auf und gliederte die Stadt in die römische Provinz Syria ein.

Eine Besonderheit Emesas war der dort verwurzelte Kult des Gottes Elagabal, der erstmals im 1. Jahrhundert n.Chr. bezeugt ist. Er war aller Wahrscheinlichkeit nach sehr alt und ging auf die vorarabische Bevölkerung zurück. Ursprünglich war es ein lokaler Berggott. Später erhoben ihn seine Anhänger zum Sonnengott und somit zum höchsten aller Götter. Im Zeitraum 138/143 n.Chr. setzt Emesener Münzprägung mit den Symbolen Elagabals ein. Im Zentrum des Elagabal-Kults stand ein riesiger, ungefähr bienenkorbförmiger, höckriger schwarzer Stein (Meteorit?), der in einem prächtigen, berühmten Tempel aufbewahrt wurde.

Die Würde des Oberpriesters war in einer Familie erblich, die wohl von dem alten Fürstengeschlecht von Emesa abstammte. Zu dieser Familie gehörte die römische Kaiserin Iulia Domna, die Gemahlin des Septimius Severus. Ihre Söhne waren Kaiser Caracalla und dessen zeitweiliger Mitregent Geta. Die jüngere Schwester dieser Kaiserin, Iulia Maesa, war die politisch sehr einflussreiche Großmutter der Kaiser Elagabal und Severus Alexander. Im Zeitraum 211–235 n.Chr. wurde das Römische Reich somit von Nachkommen der Elagabal-Priester von Emesa beherrscht. Kaiser Elagabal überführte den heiligen Stein 219 n.Chr. nach Rom und erhob den Elagabal-Kult zur römischen Staatsreligion. Dadurch erhielt die Elagabal-Verehrung kurzzeitig welthistorische Bedeutung. Nach der Ermordung dieses Kaisers wurde der Stein nach Emesa zurückgebracht. Dort blühte der Kult weiterhin.

In der Zeit der Reichskrise des 3. Jahrhunderts war Emesa Ziel persischer Angriffe (siehe Uranius Antoninus). Im Jahr 261 n.Chr. war die Stadt Residenz des römischen Gegenkaisers Quietus. Kaiser Aurelian besiegte 272 n.Chr. bei Emesa das Heer der palmyrenischen Herrscherin Zenobia und begab sich anschließend in den Elagabal-Tempel, um ein Gelübde einzulösen. In der Spätantike ließ Kaiser Diokletian im Jahr 284 n.Chr. in Stadtnähe den Orontes mit einer 2 km langen Staumauer zum See von Homs aufstauen, dem größten römischen Wasserreservoir im Nahen Osten. Das antike Emesa ging in das heutige Homs auf, eine der bedeutendsten Städte Syriens und Hauptstadt des gleichnamigen Gouvernements.

Quellen:
* Wikipedia: Septimius Severus
* Wikipedia: Pescennius Niger
* Wikipedia: Emesa, Homs
* Wikipedia: Plejaden
* Wikipedia: Stern und Halbmond
* Wikipedia: Sternbild Großer Bär
* Kurt Scheurer: Römische Jahresschrift 194
* Annett Klingner: Die Macht der Sterne, Planetenkinder
* Dr. Hubert Korsch: Grundriss der Geschichte der Astrologie
* Tom Buggy: Astronomical Symbols on Ancient Coins
* BR Wissen: Der Sternenhimmel mit Saturn, Mars, Jupiter und Venus
* Archäologisches Institut Göttingen: Porträttypen römischer Kaiser
* Christine Pappelau: Das Septizonium des Septimius Severus
* Johannes Hasebroek: Untersuchungen zur Geschichte des Kaisers Septimius Severus

Obverse:
You can see the right-facing bust of Septimius Severus with a laurel wreath. The inscription reads: IMP CAE L SEP SEV PERT [A]VG COS II for Imperator Caesar Lucius Septimius Severus Pertinax Augustus Consul (for the second time).

After the assassination of Commodus‘ successor Pertinax in Rome on March 28, 193 AD Lucius Septimius Severus took advantage of the opportunity and settled between April 9th ​​and 15th, 193 AD proclaimed emperor and thus Augustus by the Pannonian troops in Carnuntum. The stationed Legio XIV gemina probably played a special role, since Severus had gold coins struck for this legion alone in honor of it. As already mentioned, the proclamation as emperor is said to have taken place between April 9th ​​and 15th. The latter date could have a superstitious or religious background. He is said to have waited the three days from his birthday (April 11) until the proclamation, believing in the auspicious effect of the number three.

Since the year 195 AD Septimius Severus called himself in the official title of the military diplomas, in the majority of the inscriptions and coins, in which he officially announced his adoption by Marcus Aurelius not out of mere vanity, but to introduce the divine worship of the imperial house in the state: imperatoris Caesaris divi Marcus Antonini Pii Sarmatici Germanici filius, divi Commodi frater, divi Antonini Pii nepos, divi Hadriani pronepos, divi Traiani Parthici abnepos, divi Nervae adnepos Lucius Septimius Severus Pius Pertinax Augustus. Before the year 195 AD the designations Pius and Pertinax are missing without exception in the title.

Early 194 AD Septimius Severus defeated his rival Pescennius Niger at Cyzicus, then decisively at Issus on March 31. He then lost his head and with it his life while fleeing to the Parthians. Now Severus could turn further east. In the year 195 AD (Before August 28th) the title of Emperor was accepted three times by the victories over Osroene, Arabia and Adiabene. The Roman Senate then awarded Severus the honorary names Adiabenicus, Arabicus and Parthicus, which can be found on numerous coins and inscriptions in various combinations, such as PART ARAB and PART ADIAB. The granting of the title Parthicus is strange, however, since Severus had not taken any action against the Parthians, and the only way to understand it is that the Adiabenians and Mesopotamian Arabs were vassals of the Parthians.

In the fall of 197 AD the emperor undertook his second campaign against the Parthians and Mesopotamia. Among other things, he conquered Babylon, Seleucia and Ctesiphon. However, with the siege of Hatra, Septimius Severus failed twice, so that later peace terms had to be negotiated. Due to the overall successful campaign, Septimius Severus took early 198 AD the nickname „Parthicus Maximus“, which was also embossed on coins with the title „PART MAX“. Only Traian had borne this title before him, whose military successes and greatness Septimius wanted to commemorate and thus propagate for himself.

In the same year, Septimius received his eleventh acclamation as emperor by victoriously completing the Parthian campaign. In the Roman Republic, the term imperator originally referred to the bearer of military power (imperium). From the late 3rd century BC. (Scipio Africanus) but the term was increasingly used specifically for a military commander whom his soldiers had proclaimed imperator (acclamation) after victory. In the case of a military success of their legions, the emperors, even if they were not personally involved, continued to receive the imperial acclamation, which also appeared with their count in the titulature.

As with his son Caracalla, the title Pius is found for the first time in 201 AD on the coins of Septimius Severus. Although the title Felix appears officially, for example on the famous triumphal arch of Septimius Severus, one looks in vain for it on coins. The emperor received one of his last honorary titles alongside Caracalla and his second son Geta in 210 AD by the successful campaigns in Britain against the Caledonians and Maatians. From this point in time until the end of coinage for Septimius Severus, the honorary title Britannicus can be found on some coins with the legend inscription BRIT.

Four types of portraits of Septimius Severus have survived. A clear program can be seen in the design of the first two, in contrast to the two following. The first type is up to the year 196 AD valid. Septimius Severus is shown here with a strong, stocky face, slight facial wrinkles and shorter hair and beard loosened up by drilling. In his appearance he can hardly be distinguished from the portrait related here to Clodius Albinus. Surely the resemblance was intentional and the message of the picture was the same. At the same time, the all too close adherence to the overly refined tradition of the Antonines, as advocated by Didius Julianus, was avoided.

But then, in the smoldering dispute with Clodius Albinus and the problems of legitimacy that went with it, Severus symbolically sought support in the Antonine imperial house. Since 195 AD he propagated his descent from the Antonines and his adoption into this imperial house. The hair and beard of this type are much more luxuriant and longer than before. The hair curves outwards at the temples in large curves, only a few small, short curls sit in the middle. All wrinkles are erased from the face. With the exception of the short curls in the middle of the forehead, the characteristic traits of the last type of Marc Aurel are repeated. The type change in the year 196/197 AD is shown on the coins. to observe.

A new type of portrait of the emperor, which was created only a few years later, is derived from the type of the year 196/197 AD developed, with one striking change. The short curls in the middle of the forehead are replaced by four long, hanging curls. These can be wavy, but they can also be real corkscrew curls. This type has been around since about 200 AD easily recognizable on coins. Scholars have long wanted to see the forelocks as an imitation of the forelocks of the Graeco-Egyptian god Sarapis. That is why the type is often referred to as the „Sarapis type“. Septimius is said to have met the god on a trip to Egypt around 200 AD especially appreciated, his son Caracalla later erected an elaborate temple for him in Rome. In the meantime, however, this assumption has been questioned with good reason and it has been suggested that the hairstyle be seen as a fashionable hairstyle that is also widespread elsewhere.

In a later type, based on the after 204 AD when the Arch of Honor for Septimius Severus to be dated appears in his native Leptis Magna, Septimius Severus has a longer but less voluminous beard and hair that is cropped very short and combed over his face in a tongue-like manner, lying close to his head. After the retarding recourse to the Antonine tradition, Severus seems to be approaching the long-popular short-haired fashion worn programmatically by his sons at the time.

Reverse:
You can see seven celestial stars arranged above a crescent moon that is open at the top. The inscription reads: SAECVL FELICIT for Saeculi Felicitas (Age of good fortune).

The moon appears on many ancient coins in a variety of forms. One of them, as on this denarius presented here, was a crescent moon accompanied by one, three, four, five or seven stars. In Roman coinage, at the time of the Republic, the mint master Lucius Lucretius Trio around 76 BC mint a denarius with a crescent moon and seven stars (Crawford 390/1). In the year 42 BC the mint master Publius Clodius Turrinus had another denarius issued, but this time with a crescent moon surrounded by five stars (Crawford 494/21). In the imperial era, especially in Hadrian’s time, there were a wide variety of variations in terms of the number of stars in combination with the crescent moon. From the second century AD. we know coins from Nicopolis ad Istrum for Caracalla with one star, for Geta issues with five stars and as here for Septimius Severus with seven stars. Representations with a crescent moon and seven stars is the most commonly known type of representation on the reverse side of the coin. The number of stars should not have been chosen arbitrarily, as gods, stars and fate were mythologically much too closely linked to people. However, since there are no historical explanations for the individual coins, the respective meaning can only be guessed at based on circumstantial evidence. And the range of possible historical interpretations is varied.

The moon and star are an iconographic symbol that have been used in various historical contexts. Both elements have a long history in ancient Eastern iconography, as they represent either the sun and moon or the moon and morning star (or their divine personifications). Coins with crescent and star symbols represented separately have a longer history and may be associated with older Mesopotamian iconography. In the western hemisphere, Mithradates VI used Eupator of Pontus (120–63 BC) an eight-pointed star with a crescent as emblem. Several possible interpretations of the emblem have been proposed. In most cases, the „star“ is used to represent the sun. The combination of the two symbols has been used as a representation of the sun and moon (and by extension day and night), Zoroastrianism (the struggle between good and evil), or deities emerging from Graeco-Anatolian-Iranian syncretism (using Zeus Stratios for the star or the sun and Mēn Pharnakou for the crescent moon or moon god).

What meaning might the stars and their number have on coins in Roman times? As already written, there are several conjectures and theories here, but ultimately no evidence. Representations with a crescent moon and a star could most likely refer to the sun and moon or morning star and moon. In the case of the coin example of Caracalla already mentioned, I am thinking more of sun and moon, Sol and Luna, since there was a strong connection to this cult in the Severan imperial house. The sun god Sol and the moon together served as a visual representation of eternity (sun rising, moon descending) and thus also for the timelessness of the Severan dynasty.

But what is the significance of the representations in which the sun and moon are not alone and are accompanied by other stars? Are three of them the constellation of Orion? It is easily identified in the sky by the three stars in a row that represent its belt. Because of its conspicuousness, various meanings were attributed to the constellation by ancient peoples. The ancient Greeks identified the constellation with the great hunter Orion. Orion is mentioned in Horace’s Odes, Homer’s Odyssey and Iliad, and in Virgil’s Aeneid. Or is it supposed to be the moon goddess Selene with Phosphorus, the morning star, and Hesperos, the evening star? When depicting four stars, a planetary constellation could be meant. Four planets are lined up from southeast to east at dawn, there are also the brightest and largest: Saturn, Mars, Jupiter and Venus. Matching the coin images – in this planetary constellation, the crescent moon moves past all four planets within a week. Such grand conjunctions were seen in antiquity as the timing of important events, such as the creation of empires or the coming of a messiah. In addition, these four signs stood for fire, earth, air and water. In the representation of five stars with a crescent moon, an interpretation with the so-called „five star series“, which runs from the constellation Perseus via the three main stars of Andromeda to Pegasus, would be possible – or a reference to the constellation Cassiopeia. Cassiopeia is one of the 48 constellations of ancient astronomy that were mentioned before Ptolemy. The constellation was created by ancient Greek astronomers to commemorate the legendary Queen Cassiopeia.

However, how can the seven stars pictured here be interpreted together with the crescent moon?

Here, too, there are various interpretations and attempts at explanations. A first theory says that these are the six known planets of antiquity, i.e. the Sun, Mars, Mercury, Jupiter, Venus and Saturn. That would then be six stars – the seventh star would then be the moon itself. In my personal opinion, I think this is unlikely, since the moon would then have been shown as an independent crescent moon and additionally as a single star. This seems illogical to me. But of course this cannot be ruled out due to a lack of evidence to the contrary.

The constellation of the great bear is also possible. This striking configuration of seven particularly bright stars of this constellation is also known as the „Big Dipper“ in German-speaking countries. In ancient times, this constellation was very important, also for the Greeks and the Romans. The latter saw in the seven stars of the Big Dipper seven oxen (Latin septem triones), which constantly wander around the celestial pole. From the compound name septemtriones (also: septemptriones) the easier to pronounce form septentriones emerged. In Latin, this word designates the constellation of Bear on the one hand and the north on the other. The singular septentrio, derived from this plural form, was also used, which, in addition to the constellation and the north, can also denote a north wind. The Latin adjective septentrionalis means „northern“. According to his ancient biographer Suetonius, Emperor Augustus should have had numerous birthmarks on his chest and abdomen, which could be interpreted as an image of the constellation and as a heavenly sign.

The so-called Pleiades also offer us seven stars. Already in antiquity the seven stars (also the seven sisters) were reported in legends. Critics of this theory object that only 5 stars really shine brightly. In addition, today only 6 stars of the Pleiades can be seen from Earth with the naked eye. A star may have shone much brighter than it does now. Some inscriptions clearly state that a star was fading beneath them. In ancient times, however, all seven stars must have been visible or known, and it is not without reason that many writings speak of these so-called seven stars. Either way, the Pleiades must have had a high cultural significance, they were considered a special star formation in many cultures and were worshiped as early as the Neolithic Age (circular graves in Lower Austria). An important object from Central Europe, probably used for astronomy, is the Nebra sky disc. A group of seven closely spaced points are identified with the Pleiades. The septenary was first mentioned in writing in Sumer as a constellation and referred to as the seven gods of the great gods. Already in pre-Islamic times the Arabs saw the Pleiades as the central asterism of the constellation Thurayya. The brightest stars are named after figures from Greek mythology, the titan Atlas, his wife Pleione and their seven daughters Alkyone, Asterope, Celaeno, Elektra, Maia, Merope and Taygete. The Pleiades, classified as nymphs, raised Dionysus and Zeus. According to mythology, they were pursued by Orion. Zeus placed them in the sky as a constellation, but even there they are still pursued by Orion, whose constellation is about 30° southeast of the Pleiades. The Greeks and Romans regarded the early setting of the seven stars at the beginning of November as the sign of tillage and the end of shipping. With the early rise around May 20th, the Pleiades served as a signal for the beginning of the harvest. Flavius ​​Josephus mentions that when the Seven Stars fell around the time of the Feast of Tabernacles in November, the rain that set in put an end to the lack of water. In addition to the strong cultural influence of this constellation, it should also be mentioned that the moon runs through the Pleiades, but not through Orion or the big dipper, in line with the depiction of the crescent moon. Such passages of the moon through the Pleiades have been noted time and again as special events in the history of astronomy.

A further interpretation of the seven stars shown could lie in the so-called „planet children“. Historically, astrology had three different functions: Originally, the starry sky was systematically observed from a purely practical point of view, for example to make statements about the calendar, agriculture, timekeeping or weather forecasts. Later there was an interest in investigating the movements of the planets from an epistemological point of view. On the other hand, attempts to make such observations specifically for the very personal human life and to determine systematic connections between the macrocosm and the microcosm are comparatively new. The creation of horoscopes for individuals has only been documented since the third century BC. This form of skygazing is a cognitive process in which natural phenomena—in this case, celestial phenomena—are interpreted as signs or indicators of something secondary and used to draw further conclusions. In ancient times one saw a compelling causal connection between certain celestial constellations and individual earthly events. In ancient Greece and Rome, astrology held the dignity of a faith and was considered scientific.

The term planetary child represents an individual who, from an astrological point of view, has a familial relationship with a particular planet. According to the astrological concept, a person’s character was shaped by the star under whose influence he was born – usually by the planet that rose on the eastern horizon at the moment of birth, the ascendant. If this could not be determined, the planetary hour that prevailed at the time of birth was chosen. The moment of birth of a person ensured a lifelong, familial connection to „his“ star, you became his „child“. Capricornus is said to have been the birth sign of Octavian. He was born under the zodiac sign of Libra and raises the sign of Capricorn (goat with fish body) as the ascendant to his birth star (Suetonius Aug. 94, 12). However, there are several different theories about the zodiac of Augustus.

Planetary representations played a crucial role in the popularization of astrology, providing information on physical, character, and social belonging to all walks of life in a very accessible way. The mythical image of the star gods is the basis for the invention and development of this type of image in antiquity. As early as the second millennium BC, Babylonian astrologers ascribed powers and abilities to wandering stars that only supernatural beings had. Seven Mesopotamian rulers of heaven, who were called Kronos, Zeus, Ares, Helios, Aphrodite, Hermes and Selene in ancient Greece, were called Saturno, Iove, Marte, Apollo, Venere, Mercurio and Luna in the Italian world and their essence was projected onto the people as well as their character, physiognomy and health. These seven spheres, the so-called „numina“ of the planets, appear with their respective assigned attributes, which have been transferred to the planetary children.

I found a last and, in my opinion, interesting interpretation on Tom Buggy’s website (Astronomical Symbols on Ancient Coins), which I could now very well imagine next to the Pleiades theory. This theory also reconciles the „problem“ with the depiction of the seven stars from the Ptolemaic planetary picture, I think. Again to reiterate, a common thesis is that here we see the crescent moon and the seven known „planets“ Saturn, Jupiter, Mars, the Sun, Venus, Mercury and the Moon. For the reasons already mentioned, I can’t get used to this interpretation myself, because it would give the moon a prominent position: as a large crescent moon and then again as a depicted star. Yet it was precisely among the Severans that the sun with Sol was exalted in worship. Tom Buggy therefore sees the possibility that the so-called crescent moon could be a crescent of the solar or lunar eclipse.

Wonderful things happened to the ancients in the sky. The sun, moon and constellations moved in their orbits and man has always tried to interpret these movements and constellations as divine messages. So-called occultations and eclipses were of particular interest. These two terms are almost synonymous, but in ancient times they each had a different meaning. Occurrences are reserved for planetary and stellar mergers, while eclipses are used for terrestrial, lunar, and solar events. However, all of them were of great interest, as they were regarded as miraculous events, portents and omens. By studying ancient accounts one can discern the power these heavenly events exercised on the ancients.

Eclipses were recorded in Neolithic rock art and on ancient Chinese and Sumerian documents. During total and annular eclipses, the moon is invisible in the sky. These eclipses only occur during the new moon when the moon is directly between the earth and the sun. So the observer on the ground only sees the complete or partial disappearance of the sun. In ancient times there seems to have been no rational explanation for this phenomenon. Herodotus (1:74) describes the effects of the total solar eclipse of 585 BC on two warring nations. The Lydians and Medes have been in a brutal war for more than five years with no prospect of peace. On a day in May there is said to have been a total solar eclipse in the middle of the battle. Both warring parties immediately broke off the battle, returned home and made peace a little later.

Lunar eclipses, on the other hand, occur when the earth moves back and forth between the sun and the moon. Although a lunar eclipse is nothing as spectacular as a solar eclipse, it too emanated significant power as an omen. As Earth’s shadow moves across the surface, the moon often appears to turn blood red. One can well imagine the effect this had on the ancients. Thucydides tells in his book (The Peloponnesian War) how a lunar eclipse changed the course of history. A lunar eclipse occurred on August 27, 413 BC during the aforementioned war. The Athenians were just about to withdraw their forces from Syracuse when the moon was eclipsed. The Athenians and their commander, Nikias, were so frightened that they delayed their departure for twenty-seven days. The Syracusans used the time wisely, regrouped and inflicted a devastating defeat on the Athenians.

While eclipses must have caused the ancients to panic, their daily lives were also intertwined with more predictable celestial movements. Astrology as an influence on politics and human affairs was practiced by the Chinese and Sumerians. The Greeks borrowed it from the Babylonians and then the Romans from the Greeks. There was an obsession with astrology, but the state also understood that there was danger in terms of self-fulfilling prophecies and bad omens. The emperors treated astrologers in a manner of approach-avoidance. They often had their own personal astrologers, but passed laws restricting the practice – and on several occasions astrologers were banned from Rome altogether. Augustus, Tiberius and especially Domitian were among the rulers known to have made state decisions based on astrological readings. During the reign of Septimius Severus and his successors, reliance on astrology became a mania. Despite this love-hate relationship, celestial events appeared regularly on Roman and Greek coins, most of which were related to astrology.

The crescent and star symbol is one of the oldest representations. It appears on petroglyphs and steles of the first civilizations in Sumer. This symbol was adopted by the Greeks and was associated with many of their gods including: Selene and Helios as one would suspect, but also Artemis of Perge, the Artemis of Ephesus, the Aphrodite of Paphos, Zeus Casios, the Zeus of Tarsus , Nemesis, Tyche and Astarte. It is not surprising that this symbol found its way onto Greek and Roman coins. Often the stars and crescent were presented on the same coin. Typically, the crescent symbol is associated with the moon and the stars with the planets. However, Tom Buggy argues that there could be an alternative explanation. He points out a paradox: “Stars appear within the crescent. Of course, this is impossible since the Moon is the closest celestial object to Earth. This impossible juxtaposition can be attributed to ignorant engravings or artistic license, but I believe there are coins of Hadrian that indicate otherwise…“. To reiterate, from my point of view there are two paradoxes, since it seems unlikely to me that the moon was depicted twice as a crescent and a star.

Let’s come to the interpretation as darkness. Emperor Hadrian likely experienced two solar eclipses, one shortly after Nerva’s death on March 21, AD 98 and another on September 3, 118 AD. Ancient texts aren’t clear on whether they were total, annular, or partial, but everything points to a partial eclipse. This partial solar eclipse must have had a tremendous impact on ancient observers. Certain planetary or stellar constellations may not necessarily attract the attention of ordinary people, including officials, if they knew about them at all. An eclipse, however, is an event in the sky that could not be ignored or captivated by anyone who saw it. Given the knowledge of the presence of eclipses in Hadrian’s time, and the fact that many crescent and star coins were minted under him, Tom Buggy suggests a correlation between coinage and eclipses.

If the crescent represents the sun and the star in the center represents the moon, the star in the crescent makes sense on coin depictions. Another denarius of Hadrian could represent a commemorative issue celebrating the fact that the eclipse failed to destroy the sun and things were back to normal. It also makes sense, given the Roman propensity for propaganda: „The Emperor has put us through another test“.

Another circumstantial evidence that may support the eclipse theory is the sporadic appearance of this depiction of the sickle and stars on Roman coinage. If this is a depiction of the Pleiades or the Ptolemaic planetary model, why weren’t these depictions used regularly from the time of the Roman Republic through to the late Imperial period? Pleiades and the planetary model were always available and could have been used as a template so much more often. Almost all, or shall we say most, appearances of this crescent and star combination occurred in the reigns of Hadrian, Commodus, Pescennius Niger, Septimius Severus, Caracalla and Geta. Computer models support this thesis. These point, for example, to an annular and a total solar eclipse in the northern hemisphere in the reign of Commodus on July 4 and December 28, 186 AD there. In the time of Pescennius Niger and Septimius Severus, the symbolism appears primarily in the eastern parts of the empire, also increasingly on provincial coins (especially from Nicopolis), perhaps due to a proven solar eclipse in the eastern region.

Tom Buggy gives further, I find interesting, indications of celestial phenomena and possible interpretations of depictions on coins. It’s worth taking a look at the website, which you can find here (external link). His theory, I have to admit, has its charms too. In this case, the crescent depicted would be a crescent of a solar or lunar eclipse. In the event of a solar eclipse, the seven stars shown would also make sense from my point of view. The sickle would be the darkness itself, the seven stars the Ptolemaic planetary picture. On the website linked here you can see the calculated eclipses between the years 2500 BC. and 1000 AD look up.

The reverse of this denarius propagates with Saeculi Felicitas the now dawning age of bliss in connection with the depiction of a darkness or crescent moon and seven stars. We know that Septimius Severus was very fond of astrology. We know that certain star constellations or eclipses were understood as heavenly signs in ancient times. It cannot be ruled out that Septimius Severus is propagating a heavenly or divine providence predetermined for him as a sign of a happy and successful age that is about to dawn. In the next section „Background“ I would like to go into more detail about the historical framework at the time of Septimius Severus.

Background:
There are so many indications for the interpretation and interpretation of this denarius with a crescent moon and its seven stars that one does not even know where to start. Alone, there are only fragments that can flow here. As already mentioned, there is no solid evidence to date that provides an incontrovertible explanation for these imprints. I would therefore like to collect the individual fragments – may everyone form their own opinion and thoughts and draw the appropriate conclusions from them.

Gaius Pescennius Niger was Septimius Severus‘ most obstinate opponent in the battle for the Roman throne. It is true that Niger was disadvantaged from the start, since its legions were inferior in quantity and quality. On the other hand, he was also popular in the West, at least in Rome, and had many highly motivated followers in his sphere of influence. He could consider the Parthian king Vologaeses V as an ally, and Abdsamiya, the king of the small kingdom of Hatra, even provided archers. Nevertheless, Niger was not able to take advantage of its opportunities and was overwhelmed by its task, especially militarily. So it was that Septimius Severus in 194 AD at Cyzicus, Nikaia and then decisively on March 31 at Issus won over Pescennius Niger. He then fled to the Parthians and ultimately lost his life.

After the death of Niger, Septimius Severus had some denarii of the same type minted, with illustrations that his adversary had previously used. This is how Pescennius Niger settled in 193 AD on the reverse of a denarius (RIC IV Pescennius Niger 34) with a tropaeum and the inscription „INVICTO IMPERAT“ as an invincible emperor. Immediately after his victory over Niger, Severus reacted with an almost identical denarius reverse (RIC IV Septimius Severus 389) and the inscription „INVICTO IMP“ – almost as if he wanted to express „look here, which one of us is now the invincible emperor“. . Which probably also served as a warning to political opponents who were still there.

The denarius presented here also has a model under Pescennius Niger. Also around 193 AD Niger issued a silver denarius (RIC IV Pescennius Niger 73) with a crescent moon, seven stars and the inscription „SAECVLI FELICITAS“. Here, too, a year later, after his victory, Severus countered. So was this coinage free of any astrological reasons or interpretations and just pure counter-propaganda by Septimius Severus? Behold, I am the invincible Emperor. Look here, now, after my victory, only now the happy age begins. My adversary was just a phony who could only promise but not keep any of it – unlike me – Septimius Severus. In this context it is striking that Severus consciously adopted many depictions of Pescennius Niger after his victory. Therefore, I think it is quite possible that a sole mythological or astrological reason for this moon crescent star issue was not the reason for this minting.

On the other hand, as already mentioned, astrology and its interpretation occupied a large place under some Roman rulers. Above all probably also with Septimius Severus. He was in illustrious company. Even Gaius Iulius Caesar believed in the stars, his victorious legions wore the bull as the zodiac symbol of Venus, the progenitor of the Julien family. The astrologer Theogenes predicted that Augustus would become emperor. He had his horoscope published and minted coins with the zodiac sign of his ascendant, Capricorn. During his exile on the island of Rhodes, the future emperor Tiberius studied astrology very thoroughly, with Thrasyllus the Elder as his teacher. He developed a method of finding suspicious people with the help of a horoscope. He is said to have become emperor in 33 AD predicted from the stars that the consul Galba would become emperor (Tacitus Annales cap. 20/21). Even Lucius Annaeus Seneca was not averse to astrology. In his writing „Ad Marciam de consolatione“ he writes in chapter 18: „The fate of the people depends on the slightest movements of the stars and the largest and the smallest are formed, depending on the course and position of the star being favorable or unfavorable“.

The Flavians also studied astrology. Vespasian dealt with it himself, with the advice of the astrologer Selencus. He was so convinced of the correctness that he once declared in the Senate that either his sons would succeed him or nobody would (Eutropius, Breviarium historiae Romanae, 7/20). His son Titus is said to have released two conspirators after seeing their horoscopes (Suetonius, De vita Caesarum, Titus IX.). The Ascletario’s predictions about himself being torn by dogs were to be belied by Domitian, who ordered the astrologers to be burned at the stake immediately. However, a sudden storm is said to have overturned the pyre and the half-burnt corpse of the Ascletario was torn to pieces by dogs (Suetonius, Domitianus, XV.). Hadrian is said to have been particularly fond of astrology. At the beginning of each year he used a horoscope to determine what would happen in the course of the year. Aelius Spartianus reported that Hadrian, up to the hour of his death, knew beforehand everything that would happen to him. Astrology and the desire to recognize and interpret heavenly signs – in one’s own interest or as propaganda – was more or less pronounced depending on the emperor and was by no means a gimmick.

Like Hadrian, Septimius Severus imitated the example of Augustus in repeatedly attempting to establish divine legitimacy for his reign through the enumeration of miracles and signs. As is well known, Dio begins his literary activity with a book about the dreams and omens that herald the reign of the emperor (Dio 72, 23). Another omen is revealed to Severus when Roma appears to him, together with the personifications orbis terrarum and the provinces. They bring him the sacrifice of the imperial cult, with the provinces of the western and eastern half of the empire being distinguished by the tibia and lyra. Other omens follow: a dream while he is in Lugdunum, when he sees the world and the sea from on high and touches both, like a musical instrument, so that they make a unified sound. And another dream in which the exercitus Romanus comes towards him to do homage to him.

The belief in the power of the astrological wisdom of the Orient, by which he was ruled, determined him – ipse quoque matheseos peritissimus – in the choice of his second wife (Vita SA 5.4). After his first wife Paccia Marciana 185 AD had died childless, Septimius Severus married the Syrian Iulia Domna. Her father, Iulius Bassianus, was 182 AD high priest of Elagabalus in Emesa when the then legate of Legio IV Scythica, Septimius Severus, visited the city. Bassanius introduced his two daughters to Severus. The eldest named Iulia Maesa, married to the Syrian noble Iulius Avitus Alexianus and his other unmarried daughter Iulia Domna, who at that time still bore the native name Martha (mistress). She was intelligent, educated and is said to have surrounded herself with scientists, writers and philosophers. Both are also said to have been fond of astrology, which is not surprising given that the Eastern Hemisphere has traditionally been far more closely associated with astronomy. A horoscope of Iulia Domna is said to have predicted her marriage to a king – whereupon Septimius Severus married her in 187 AD after consultation with his astrologers. Whether this was the only reason or to what extent this was decisive is an open question – the mention and tradition alone show that the stars at the core played a role, however weighted.

Superstition is also said to have played a role in his proclamation as emperor. He is said to have waited three days from his birthday on April 11, believing in the lucky effect of the number three. Cassius Dio gives us another example of the emperor’s propensity for astrology: „He knew this chiefly from the astrological constellation under which he was born, which he had painted under the ceilings of the halls where he usually held court, so that they was visible to all except that portion of heaven which, as the astrologers say, ruled the hour when it saw the light of day; because he had this section presented differently in each of the two rooms.”

However, a powerful astrological monument was left by Septimius Severus in 203 AD build with the so-called Septizonium. The Severan Septizonium was a three-story column monument in its reconstruction according to Christian Huelsen with the seven gods of the day above the entablature of the third floor. It was about 95 meters long, about 11 meters wide and had three exedra. The equestrian statue of Septimius Severus was set up in the central exedra. Having a complex water pipe system inside and a water basin at the front, it served as a monumental fountain building. It was decorated with various sculptures in the style of ancient septizonia and had the peculiarity of a bulbous frieze on the second floor. The pillars of the building were all made of valuable material, marble, porphyry and granite. The ancient Septizonium was located in a depression between three elevations, the Palatine as the founding hill of Rome, the Aventine in the west and the Caelius in the south.

The incorporation of the god Sol as a personification of the sun, which Ptolemy regarded as a planet, into the statue system of the ancient Severan Septizonium makes it clear that the building can be viewed as a prime example of ancient cosmology. According to the synopsis of previous research, the monument built under Septimius Severus embodied the planetary spheres and the zodiac. In a synthesis, it combines its meaning characteristics with the iconography of the Severan imperial family. In the course of his study „The Seven Day Gods in Rome and the Provinces“, Ernst Maass came to the conclusion that the septizonia were similar to the nymphs in their architectural form, but nothing resulted from this purely formal similarity for the function of the septizonia. On the other hand, Salvatore Settis expressed himself very differently in 1973, more than a decade later, before the excavations for the younger Severan Septizonium in situ on the south-west slope of the Palatine. Firstly, he crystallizes that the building type of the septizonia derives decisively from the architectural-sculptural decoration, namely the statues of the seven gods of the day and planets, and does not primarily mean a certain functionally limited architectural type. Secondly, he opens the way for the assumption of a potential polyfunctionality of septizonia. These can therefore serve as fountains, as has been proven by the excavation of water pipes, but they can also serve solely to decorate the urban space. Nevertheless, the primary function was an astrological, sacred and, above all, political one. According to Michel Foucault, the power over the calendar, the order of time, can also be read as the „sphere of action“ of power.

The more or less conscious number games of Septimius Severus went even further and not only found an end in the Septizonium with the seven day and seven planet gods in allusion to his name. A special highlight in the Roman festival calendar was the 204 AD under Severus held ludi saeculares. The festivities lasted for three days (again, the number three), beginning on June 4th. Much of the activity took place in the Circus Maximus and on the adjacent Palatine Hill. In the Circus Maximus, for example, 700 wild animals were hunted to death. Septimius Severus, who believed in numbers and astrology, could have deliberately chosen the number 700, firstly to allude to the number seven that is often associated with the circus, secondly to set the stage for his name Septimius (the seventh) and thirdly to use a mathematical construction (7 × 100 ) to create the association of a perennial saeculum of several hundred years, possibly with the descendants of his dynasty, thereby even trumping Augustus.

The Septizonium had a prominent function, as it was located on the slope of the Palatine and at the main entrance to the Circus Maximus. Septimius Severus tried to parallelize the secular plays with those of Augustus and again occupied the Augustan-influenced symbolic language. The Septizonium can thus be viewed as an architectural and building-political monument that acts on several sensory levels.

Tertullian, a contemporary of Severus, reported extensively on the infrastructure of the circus. The symbolic content of the individual elements of the circus was of particular interest. According to Tertullian, Circe, daughter of Sol, is believed to be the originator of circus games. Sol was also a member of the seven planetary gods, which already gives a connection to the Septizonium. The ova recalled the twins Castor and Pollux, the latter patron god of the equites, whose annual parade took place in mid-June (transvectio equitum). Agrippa’s 33 BC introduced seven water-spouting dolphins, which should replace the ova as instruments for counting rounds, are also particularly interesting for the interpretation of the Septizonium. The seven laps of the races and the seven dolphins as Neptune’s steeds reflect the Ptolemaic planetary worldview, as do the seven planetary gods of the Septizonium. Tertullian’s theoretical and philosophical analysis shows the symbolic character with which the elements of the circus were charged.

A line of argument can possibly be opened up here on the basis of the Sol topic. Augustus had the one for the Circus Maximus brought in as the second obelisk (after the one for his solarium, his large sundial on the campus Martius). He also came from Egypt, the region of his first great military success. The symbolism of the obelisk also identified it as a victory monument for Augustus at a concise location such as the Circus Maximus. In addition, the obelisk is connected to the Temple of Sol in the Circus Maximus, which parallels Augustus with a god and thus creates a further legitimating basis for his rule and later divinization. At the same time, this construction uses a simile from Plato, according to which the planets moved on their orbits like teams in a competition in Olympia. The aedes Soli, a tetra- or hexastyle temple of the Circus on the slope of the Aventine, is also associated with the goddess Luna, thus establishing a dual cult. Referring to Cassiodorus, in his theory-based interpretation of racing cars, he speaks of Luna with two horses (bigae) and Sol with four (quadrigae). This cult associated with the circus may have been appropriated by Septimius Severus like a coin design from AD 201 indicates. There the emperor is shown with his wife Iulia Domna as Sol with a halo of rays, she with a moon diadem as Luna. The minting in 201 AD (even before the ludi saeculares of 204 AD) represents the strategic abilities of the Severan emperor, who wanted to evoke a parallelism similar to Augustus even before the main festivities in the Circus Maximus, in order to adopt a divine-legitimating basis.

Another aspect can be compared with Agrippa 33 BC introduced seven dolphins as round counters. The rotating dolphins fulfilled the function of the ova, seven egg-shaped counting stones for the rounds in the circus. The number of seven laps of the chariot race fits into a Ptolemaic planetary world view with seven spheres, which included the circus, its cults and rites as well as the Septizonium with the seven planetary gods. A close semantic connection between the Septizonium and the circus crystallizes simply through the symbolism of the number and the resting in a common worldview. However, the seven Agrippine dolphins are also found in another symbolic context. The dolphins accompanying Neptune-Poseidon refer back to the deity of Neptunus equester as the tutelary deity of the horses, the main protagonists of the races in the circus. The combination of the elements water and earth, possibly based on a chthonic original character of the deity, in turn focuses on the Septizonium and its basic structure: stone architecture and water features. Against this background, the deity Neptunus equester was probably also depicted on the Septizonium, in the form of a statue, a marble relief, a mosaic or a painting on the facade.

In the source texts dealing with the theoretical-philosophical explanation of the circus, a passage by Cassiodorus is very interesting. This interprets the colors of the twelve racing parties divided into four parts, according to the four seasons. In doing so, he refers back to the twelve zodiacal signs that are passed through in the course of a year. This interpretation is mainly based on the linguistically ambiguous character of the cursus as an annual run as well as the completion of a racing lap. This fits logically into the Ptolemaic world view. The mathematical integration of the twelve signs of the zodiac into a seven-sphere planetary system is a well-known problem that can be solved in different ways. Assuming a similarly complex theoretical background for the Septizonium as for the Circus, it is likely that the next higher element of the day gods, who embodied the week, were the months represented in the form of the zodiacal signs. Cassiodorus‘ circus theory depicts the sun and moon as elements of the week using the racing chariots with two horses (bigae) for Luna and four (quadrigae) for Sol further distance from Earth, suggesting the greater height of the obelisk for Sol versus the lesser one for Luna. The two planetary gods are thus again associated with the cursus, which is to be traversed both in the circus and in the sky. They can in turn be understood as elements of the Ptolemaic world view. The connection between the circus and the theory of Cassiodorus becomes very clear in the ending of each run with seven metae, which should express the constantly recurring days of the week.

For the point in time that is of interest here, the aegis of Septimius Severus, a clear recourse to the Greco-Roman planetary week is to be noted. This is embedded in a complex world model which, in accordance with the seven planets known at the time, their movements, the zodiac and the signs in the sky, had been strongly propagated since the Augustan era at the latest and was also used for legitimating purposes (Christine Pappelau, The Septizonium of Septimius Severus ).

After severe damage – probably by the troops of Charles V at the Sacco di Roma in 1527 – the building was demolished under Pope Sixtus V in 1588/89. What remains are numbers, numbers and more or less conscious number games of an astrological, religious or political nature. How the crescent moon and the seven stars on this denarius presented here are to be classified can only be guessed at and guessed at. If, as already mentioned, the representation is the same at all and not a crescent of the solar or lunar eclipse. Septimius Severus was probably a superstitious man and very attached to astrology – to what extent his decisions were due to faith or political calculations can no longer be said today. There are many numbers, indications, theories and interpretations – let the reader make up his own mind.

The name Emesa is of Semitic origin. The geographer Strabo mentions an „ethnos“ (people or tribe) of the Emesener. In the 1st century BC the region of Emesa was under the control of Arab princes („kings“). It can be assumed that the Arab upper class was recruited from immigrant nomadic tribes who had settled there during the Seleucid Empire. The first clearly identifiable of these princes is Sampsigeramos I, who died in 64 BC the Seleucid king Antiochus XIII. captured and had him killed and maintained a good relationship with Pompey. His small empire, which also included the city of Arethusa, was apparently a serious regional power at the time. The princes of the Sampsigeramid family were vassals of the Roman Empire and took part in the Roman civil wars. The son and successor Sampsigeramos I., Iamblichos I., Marcus Antonius 31 BC execute. Then came to power a brother of Iamblichus, who was a friend of Mark Antony and, after his defeat, was executed by order of the victorious Octavian, later Emperor Augustus. Augustus installed Iamblichos II, a son of Iamblichos I, as ruler. It is possible that the city of Emesa was only founded around this time.

Like Palmyra, 155 km to the east, Emesa experienced an economic and cultural boom in the early Roman Empire thanks to its location on the caravan route to the Persian Gulf. At the time of Emperors Nero and Vespasian, the prince of Emesa participated with a powerful force in the war against the Jews and in the conquest and destruction of Jerusalem in AD 70. Apparently, Emperor Domitian abolished Emesa’s independence and incorporated the city into the Roman province of Syria.

A special feature of Emesa was the cult of the god Elagabalus, which was rooted there for the first time in the 1st century AD is attested. It was in all probability very ancient, dating back to the pre-Arab population. Originally it was a local mountain god. Later, his followers made him the sun god and thus the highest of all gods. In the period 138/143 AD uses Emesen coinage with the symbols of Elagabalus. At the center of the cult of Elagabalus was a huge, roughly beehive-shaped, bumpy black stone (meteorite?) that was kept in a magnificent, famous temple.

The dignity of high priest was hereditary in a family that probably descended from the ancient princely family of Emesa. The Roman Empress Iulia Domna, the wife of Septimius Severus, belonged to this family. Her sons were Emperor Caracalla and his temporary co-regent Geta. The younger sister of this empress, Iulia Maesa, was the politically very influential grandmother of the emperors Elagabalus and Severus Alexander. In the period 211-235 AD the Roman Empire was thus ruled by descendants of the Elagabalian priests of Emesa. Emperor Elagabalus transferred the sacred stone in 219 AD to Rome and raised the Elagabalus cult to the Roman state religion. This briefly gave Elagabalus worship world-historical significance. After the assassination of that emperor, the stone was returned to Emesa. There the cult continued to flourish.

During the imperial crisis of the 3rd century, Emesa was the target of Persian attacks (see Uranius Antoninus). In the year 261 AD the city was the residence of the Roman anti-emperor Quietus. Emperor Aurelian defeated 272 AD at Emesa the army of the Palmyrene ruler Zenobia and then went to the Elagabalus temple to redeem a vow. In late antiquity, Emperor Diocletian had in 284 AD dam the Orontes near the city with a 2 km long dam to the Lake of Homs, the largest Roman water reservoir in the Middle East. Ancient Emesa merged into today’s Homs, one of the most important cities in Syria and the capital of the governorate of the same name.

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