Marcus Aurelius Antoninus Elagabal 218 bis 222 n.Chr.

Silber Antoninian Rom Marcus Aurelius Antoninus Elagabal 218/222 n.Chr.

Münze:
Antoninian der römischen Kaiserzeit 218/219 n.Chr.
Material: Silber
Durchmesser: 23mm
Gewicht: 4,85g
Münzstätte: Rom
Provenienz: Lucernae Numismática, Alcalá la Real
Referenz: RIC IV Elagabalus 67e

Avers:
Zu sehen ist die nach rechts gerichtete drapierte Büste des Elagabal mit Strahlenkrone. Die Inschrift lautet: IMP CAES ANTONINVS AVG für Imperator Caesar Antoninus Augustus.

Elagabals ursprünglicher Name war Varius Avitus Bassianus. Als Kaiser nannte er sich Marcus Aurelius Antoninus, um wie sein angeblicher Vater Caracalla an die Antonine anzuknüpfen. Der Name Elagabal, den der von ihm verehrte Gott trug, wurde dem Kaiser erst lange nach seinem Tod beigelegt. Direkt nach der Machtübernahme im Jahr 218 n.Chr. erhielt Elagabal den Titel Augustus.

Die Porträts lassen in einzigartiger Weise den programmatischen Charakter der Bildnisstilisierung erkennen. Nachgewiesen sind aus der kurzen Regierungszeit zwei Bildnistypen, die jeweils in mehreren Exemplaren erhalten sind. Sie sind einander so unähnlich, dass unbefangene Betrachter sie nicht als Darstellungen ein und derselben Person erkennen würden. Schon immer bekannt war der charakteristische Typus, der Elagabal als jungen Mann mit vollem ovalem Gesicht, üppigen Lippen, halblangen Haarsträhnen und einem Jugendbart auf der Oberlippe und den Wangen darstellt. Er entspricht der Mehrzahl der Münzbilder Elagabals.

Erst spät erkannte man, dass auch der Typus eines Knaben mit eckigem Gesicht und kurzgeschnittenem, dickflockigem Haar, der in mehreren Exemplaren überliefert ist und deshalb einen Kaiser wiedergeben muss, Elagabal darstellt. Der Typus ist dem letzten Bildnistypus des Caracalla aus den Jahren 215-217 n.Chr. buchstäblich aus dem Gesicht geschnitten, bis hin zu den schmalen langen Augen, den prallen gespannten Gesichtsflächen, dem kurzen, dickflockigen Haar und dem leicht gebogenen Haarabschluss über der Stirn. Der Bezug wird dadurch verstärkt, dass er mit der kurzen Panzerbüste mit schräggezogenem Paludament verbunden ist, den die Werkstätten für Caracallas Bildnisse aus der Zeit seiner Alleinherrschaft erfanden und die auch für den letzten Bildnistypus Caracallas regelmäßig verwendet wurde. Für jeden erkennbar, stellten diese Bildnisse Elagabal als eine verjüngte Version des späten Caracalla, als seinen Sohn dar. Die frühesten Münzen des Elagabal bestätigen diese Deutung.

Die datierten Münzbildnisse zeigen aber auch, dass Elagabal schon kurz nach seiner Ankunft in Rom nichts mehr von dieser Stilisierung wissen wollte und ein neues Bildnis von sich machen ließ, bei dem man zumindest den Jugendbart und die vollen Lippen als persönliche Züge ansehen kann. Vielleicht sind diese Porträts ein Beleg dafür, wie schnell der junge Kaiser sich von der Bevormundung durch die Familie und die Berater frei machte.

Der Antoninian war eine antike römische Silbermünze, die unter Kaiser Caracalla um 214/215 n.Chr. als offizielles Zahlungsmittel eingeführt wurde. Der antike Name der Münze ist nicht überliefert. Die Bezeichnung Antoninian leitet sich vom eigentlichen Namen Caracallas, Marcus Aurelius Antoninus, ab und wurde erst im Mittelalter eingeführt. Nach neueren Forschungen soll der antike Name des Antoninian Bicharactus gewesen sein. Der Antoninian hatte eine Wertigkeit von nominal zwei Denaren und zu Beginn der Prägungen ein Gewicht von etwa 5 Gramm. Nach dem Silberfeingehalt berechnet, entsprach er von Anfang an jedoch nur dem 1,5-fachen Wert eines Denars. Im Lauf der Zeit reduzierten sich Gewicht und Silbergehalt immer weiter, so dass er gegen Ende des Jahrhunderts faktisch nur noch eine winzige Bronzemünze ohne nennenswerten Silbergehalt war. Hatte ein Antoninian um 238 n.Chr. im Schnitt noch einen Silbergehalt von etwa 40 Prozent, so waren es um 270 n.Chr. bereits weniger als 3 Prozent.

Die Ausgabe des Antoninian wurde von Caracalla begonnen, unter Macrinus fortgeführt und unter Elagabal im Frühjahr 219 n.Chr. eingestellt. Sein Nachfolger Severus Alexander verzichtete gar bewusst auf die Prägung von Antoniniani Münzen. Erst unter Balbinus und Pupienus wurde die Ausgabe dieses Nominales wieder aufgenommen – unter Gordianus III. dann gar wieder in größerem Umfang. Es gibt keine historischen Aussagen oder Belege, wieso Caracalla den Antoninian eingeführt hatte, wohl aber historische Indizien und Erklärungsversuche. Bereits zu Beginn der Severer-Dynastie unter der Herrschaft des Septimius Severus hatte der Metallwert des Denars seinen bisherigen Tiefststand erreicht. Geld war jedoch für die vielen Kriege des Severus, den Sold an die Legionen und für die Finanzierung der prächtigen Bauten dringend nötig. Und nichts ist schlimmer als unzufriedene Soldaten, welche ihre Entlohnung in fortschreitend wertloserem Metall erhielten. Dadurch schien die Voraussetzung für eine tiefgreifende Umgestaltung der Silberprägung geschaffen zu sein, womit Caracalla ein doppelter Schachzug gelang.

Der Antoninian hatte zur Ausgabe nominal den doppelten Wert eines Denars. Kostete den römischen Staat in der Herstellung durch sein Gewicht und Silbergehalt aber nur das 1,5-fache eines Denars. Dies bedeutete eine deutliche Steigerung des Prägegewinns. Caracalla soll zudem die Steuern in Denaren eingetrieben und damit dann neues Geld in Form von minderwertigen Antoniniani ausgegeben haben. Durch diesen Mechanismus konnte der Staat einen beträchtlichen Gewinn erzielen, der über die normalen Steuereinnahmen hinausging. Ein letzter wichtiger Punkt war das bereits erwähnte Militär. Der Sold des römischen Militärs wurde in Denaren ausgezahlt. In den ersten Regierungsjahren des Caracalla erhöhte sich zudem der Sold zeitweise um 50%. Eine Lösung wachsende Ausgaben des Militärs zu schmälern ist, dass das Silber mit Buntmetallen gestreckt wird. Der Effekt für das Streckens des Denars – und somit dessen Abwertung – würde dann aber zu einer Inflation führen und den Spareffekt wieder aufheben. Die Lösung lag aus Sicht Caracallas auch hier im „Doppeldenar“ dem Antoninian. Erforderte eine jährliche Soldzahlung in severischen Denaren die Ummünzung von 3,4 Pfund Silber pro Legionär, brauchte man bei einer Auszahlung in Antoniniani nur noch 2,4 Pfund Silber. Die Überbewertung des Antoninian gegenüber dem Denar erlaubte Caracalla, den erhöhten Sold dauerhaft zu garantieren und dabei eine beachtliche Menge an Silber einzusparen.

Mit demselben Silberanteil wie der Denar wog der Antoninian jedoch nur anderthalb Denare und genoss deshalb einen um 25% überbewerteten Nennwert gegenüber dem Denar. Diese Diskrepanz blieb den historischen Zeitgenossen wohl nicht verborgen und nicht nur Cassius Dio allein könnte Caracalla der Geldmanipulation beschuldigt haben. Da der Antoninian mehr Schein als Sein war, dürfte er im Volk und vor allem im Handel recht unbeliebt gewesen sein, vor allem auch außerhalb der stadtrömischen Grenzen in den Provinzen auf wenig Akzeptanz und Gegenliebe gestoßen sein. So endete unter Elagabal im Frühjahr 219 n.Chr. die Prägung von Antoniniani. Allerdings fehlen dazu historische Belege, wieso die Ausgabe beendet wurde – man kann hier nur Vermutungen aufstellen. Aus meiner Sicht kommen mehrere Gründe in Frage. Zum einem verschlechterte sich der reale Kaufwert des Antoninian mangels Akzeptanz weiter und näherte sich dem Denar. War in der Prägung für den Staat aber immer noch teurer als der einfache Denar. Der Antoninian wurde vielleicht schlichtweg zu teuer für den römischen Staat. Zudem bestand die Gefahr bei der Kaufkraft Annäherung an den Denar, dass er diesen „mit runter in die Inflation riss“. So war also nach der Machtübernahme des Elagabal eine weitere dringende Reform des Münzwesens angebracht.

Nun ist aber Elagabal nicht als Reform-Kaiser in die Geschichte eingegangen. Er zog 219 n.Chr. in Rom ein, verwandelte den Palast in einen Tempel und Freudenhaus und konzentrierte sich allein darauf seinen Gott als neue Staatsreligion einzuführen. Elagabal führte keine größeren Feldzüge, erließ keine bedeutenden Gesetze oder Reformen – sein Leben war eine einzige Orgie. Die Regierungsgewalt hatte de facto mehr oder weniger seine Mutter bzw. die Großmutter. Aus meiner Sicht gut möglich, dass verantwortliche Beamte und die severischen Damen die drohende finanzielle Sprengkraft des Antoninian kommen sahen. Vielleicht spielte auch die Unzufriedenheit der Bürger, Händler und Soldaten eine Rolle, die nicht mit einer überbewerteten Münze handeln bzw. bezahlt werden wollten – so dass erst einmal die Prägung dieses Nominales ausgesetzt wurde. Vielleicht baute man auch darauf, dass der Kaiser sich besann und die nötigen Reformen zu einer späteren Zeit würde schon anpacken. Aus diesem Grund gibt es vielleicht auch keine historischen Belege über das vorläufige Ende des Antoninian unter Elagabal, da man davon ausgegangen war, dass es sich hier bis zu den nötigen finanziellen Neuordnungen nur um eine kurzzeitige Unterbrechung handeln würde.

Diese Überlegung wird durch die offizielle Proklamation seines Nachfolgers Severus Alexander aus meiner Sicht unterstützt. Er wiederum verkündete, historisch belegt, offiziell das Aus des Antoninian. Daher gehe ich davon aus, dass der Prägestopp unter Elagabal keine bewusste endgültige Entscheidung war. Severus Alexander kehrte unter dem Einfluss seiner Mutter Iulia Mamaea zu einer konservativen Haltung zurück, die sich parallel zu strengen Sparmaßnahmen finanzpolitisch am augusteischen Münzsystem orientierte. Einmalig im römischen Münzwesen sind der Titel und die Darstellung des Severus Alexander als Restitutor Monetae (Wiederhersteller der Münze). Dies belegt aus meiner Sicht, dass die Reformen dringend notwendig und auch dringend anstanden – und Severus Alexander damit deutlich propagandierte „seht her, im Gegensatz zu meinem Vorgänger, habe ich mich diesem Problem angenommen“. Erst ab 238 n.Chr. wurde unter Balbinus und Pupienus wieder die Prägung des Antoninian aufgenommen.

Denar und Antoninian lassen sich äußerlich recht gut unterscheiden. Während beim Denar die Büsten des Kaisers oder der Kaiserin barhäuptig (bei den männlichen Büsten oft mit Lorbeerkranz, die Damen nur mit Diadem) dargestellt sind, ist beim Antoninian der Herrscher mit einer Strahlenkrone auf dem Kopf und der weibliche Part mit Stephane und einer Mondsichel unterhalb der Büste abgebildet. Dies soll eine von Caracalla gewollte Assoziation zu den Himmelsgöttern Sol und Luna herstellen.

Revers:
Zu sehen ist die nach links sitzende Personifikation der Fides. In der rechten Hand hält sie eine Aquila (Adler), in der linken Hand ein Signum (Standarte). Vor ihr ist ein weiteres zweites Signum (Standarte) abgebildet. Die Inschrift lautet: FIDES EXERCITVS für Fides Exercitus (Loyalität der Legionen).

Fides war in der römischen Religion die Personifikation des Vertrauens, der Treue und des Eides und umfasste auch das Treueverhältnis zwischen Patron und Klient. Sie wurde auch unter dem Namen Fides Publica Populi Romani (etwa „allgemeine Vertrauenswürdigkeit des römischen Volkes“) verehrt. 

Ihr im Jahr 254 v.Chr. vom Konsul Aulus Atilius Caiatinus geweihter Tempel in Rom lag auf dem Kapitol nahe dem Jupitertempel. Hier unterzeichnete und verwahrte der römische Senat Verträge mit anderen Staaten und vertraute sie damit Fides Schutz an.

Fides wird als eine gelegentlich mit einem Olivenzweig gekrönte, einen Schleier oder Stola tragende junge Frau dargestellt. In ihren Händen hält sie Füllhorn, Schale, Ähren oder Fruchtkorb als ihre Attribute, oder auch eine militärische Standarte. Ihre Priester trugen weiße Kleidung und zeigten damit Fides Verbindung zu den höchsten Göttern des Himmels, Jupiter und Dius Fidius.

Der Überlieferung zufolge begründete Roms zweiter König Numa Pompilius jährliche Festspiele zu Ehren von Fides, und führte ein, dass die höheren Priester (die drei flamines maiores) in einem von zwei Pferden gezogenen überdachten gewölbten Wagen zum Tempel gebracht wurden. Dort sollten sie Fides Gottesdienste mit bedecktem Haupt und bis zu den Fingern eingehüllten rechten Händen leiten, und so absolute Hingabe zu Fides zeigen und Vertrauen versinnbildlichen.

Die Aquila (ursprüngliche Bedeutung: „Adler“), im Deutschen auch häufig als Legionsadler bezeichnet, war das höchstrangige Feldzeichen der römischen Legionen. Die Aquila genoss unter allen Feldzeichen die größte Verehrung und ihr Verlust galt als größtmögliche Schande für eine Truppe, während die Wiedererlangung verlorener Aquilae als wichtiges Ereignis gefeiert wurde. Im Gegensatz zu den Signa (Feldzeichen) der einzelnen Zenturien hatte die Aquila wahrscheinlich keine taktische Bedeutung als Orientierungspunkt für die Einheiten im Gefecht. Sie wurde nur dann aus dem Lager geführt, wenn die gesamte Legion ausmarschierte, und wurde beim geordneten Marsch der Legion vorangetragen.

Besondere Bedeutung kam der Aquila als Legitimations- und Identifikationssymbol zu. So wurde die aktive Dienstzeit des Legionärs als Dienst sub aquila („unter dem Adler“) bezeichnet und der Gründungstag der Legion als dies natalis aquilae („Geburtstag des Adlers“) begangen. Den Adler im Gefecht zu beschützen, stellte wahrscheinlich für die Legionäre eine bedeutende Motivation dar. So schreibt Iulius Caesar, wie bei der Landung in Britannien der Aquilifer der Legio X Gemina zuerst von Bord sprang und so die zögernden Legionäre zum Vorrücken auf den Feind brachte.

Ein Signum (Plural signa) war das Feldzeichen bzw. die Standarte römischer Truppeneinheiten, insbesondere der römischen Legionen. Besonders die Standarte der Manipel wurde als signum bezeichnet. Sie hatte ursprünglich die Form einer hölzernen Hand auf einer Stange und wurde später durch eine Vexillum (Fahne) an einer Querstange ergänzt, dieses wiederum durch eine Metallplatte mit dem Namen der Einheit.

Daneben war signum die zusammenfassende Bezeichnung für alle Arten von Feldzeichen der römischen Armee, also insbesondere die Aquila (Legionsadler) und die Vexilla (Stofffeldzeichen) der Kohorten. Bei allen römischen Feldzeichen mit Ausnahme der Aquilae (Legionsadler) wurden scheibenförmige Auszeichnungen, die die jeweilige Einheit erhalten hatte, an der Stange angebracht.

Die Soldaten eines Manipels konnten sich im Gefecht um ihr Feldzeichen versammeln und verloren so nicht den Anschluss an ihre Kameraden. Für diese Aufgabe wurden nur die mutigsten Soldaten als Signifer (Standartenträger) ausgewählt, dies war somit eine besondere Auszeichnung. Von besonderer Bedeutung war das Signum für den Feldherrn, weil es bei einer offenen Feldschlacht schwierig war, die Übersicht über das Kampfgeschehen zu behalten und rechtzeitig zu erkennen, wo es Probleme gab, die das Eingreifen weiterer Truppenteile als Verstärkung erforderlich machten.

Ähnlich wie ein Banner war das Signum wohl auch eine Motivationsquelle und der Verlust ein Zeichen der Schande. Im Gefecht wurde deshalb um das Feldzeichen des Gegners erbittert gekämpft, während das eigene, um jeden Preis zu verteidigen war.

FIDES EXERCITVS spricht die Loyalität der Legionen an – hier wurde Fides als Attribut eine Aquila beigegeben – als Zeichen der gesamten Legion. Auf einem anderen Denar in meiner Sammlung (FIDES MILITVM, RIC 73b) sehen wir Fides mit einem Vexillum (Stofffeldzeichen) als abgebildetes Attribut und damit dem Symbol der einzelnen Truppenteile (Kohorten) und Soldaten (Loyalität der Soldaten).

Hintergrund:
Unter all den römischen Kaisern war Elagabal einer der berühmtesten, oder vielmehr einer der berüchtigtsten Herrscher des römischen Imperiums. Nahezu alle antiken Quellen bezichtigten und beschuldigten den Kaiser aller erdenklichen Arten von skandalösem Fehlverhalten, Korruption, Grausamkeiten bis hin zu einer Reihe sexueller Eskapaden. Nur ganze vier Jahre schaffte es Elagabal den Purpur des Kaisers zu halten, bevor er brutal ermordet, durch die Straßen geschleift und schließlich in den Tiber geworfen wurde.

Wie der Fall des Elagabal demonstriert, ist Macht nicht gleich Unverwundbarkeit. Auch Herrscher der römischen Welt konnten schnell Opfer verärgerter Untertanen – oder mehr noch – verärgerter Militärs werden. Mit anderen Worten, um an der Macht zu bleiben, muss man überzeugen. Um zu überzeugen, muss man Rollen spielen, um zu täuschen. Das wusste schon Kaiser Augustus – der Mann, welcher in seinem Leben so viele Masken getragen hatte, verabschiedete sich laut Sueton mit den Worten „Hat das Ganze Euch gefallen, nun so klatschet Beifall unserem Spiel, und entlasst uns alle mit Dank“ aus dem Leben.

Offensichtlich spielte Elagabal seine Rolle nicht richtig oder wählte vielleicht die falsche Rolle. Es gelang ihm nicht, im Gegensatz zu Augustus, Traian und anderen geliebten Vorgängern, seine Untertanen davon zu überzeugen, dass er der beste Mann für den römischen Thron war. Welche Strategien wendete die kaiserliche Verwaltung an, um Elagabal an die römische Öffentlichkeit zu verkaufen? Und warum waren diese Strategien letztendlich erfolglos?

Nachdem Macrinus als Nachfolger des Caracalla zum Kaiser ausgerufen wurde, nahm die Geschichte des römischen Reiches am 16. Mai 218 n.Chr. eine unerwartete Wendung. Ein erst vierzehnjähriger Junge mit dem Namen Varius Avitus Bassanius wurde von seiner ehrgeizigen Großmutter Iulia Maesa und seiner leiblichen und ebenso ehrgeizigen Mutter Iulia Soaemias des Nachts in das Lager der Legio III Gallica geschmuggelt, welche in Raphanae in Syrien stationiert war. Der junge Varius wurde in Kleidern, welche Caracalla als Kind getragen hatte, den Truppen präsentiert, worauf die begeisterten Soldaten ihn im Morgengrauen zum Kaiser proklamierten.

Die Ausrufung zum Kaiser muss für Macrinus, der im etwa 150km entfernten Antiochia residierte, ein schwerer Schock gewesen sein. Macrinus beauftragte den Prätorianer Präfekten Iulianus den Aufstand niederzuschlagen, welcher dann das Lager der Aufständischen angriff. Es nutzte nichts, berichtet Cassius Dio, die Saat war gesät: „… sie trugen Avitus, den sie bereits Marcus Aurelius Antoninus nannten, auf den Wällen herum und zeigten einige Ähnlichkeiten mit Caracallus, als [er] ein Kind war, da sie eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Jungen hatten, und erklärten es gleichzeitig, dass letzterer wirklich der Sohn von Caracallus und der einzige rechtmäßige Thronfolger war. Warum tut ihr das, Kameraden, riefen sie. Warum kämpfst du so gegen den Sohn deines Wohltäters?“

Diese Passage ist aus mehreren Gründen interessant. Erstens nennen die aufständischen Soldaten Caracalla ihren „Wohltäter“ und offenbaren damit ein wichtiges Motiv für den Aufstand. Caracalla war ein ausgesprochener Militärkaiser gewesen, welcher auf den Feldzügen gegen die Germanen und Parther die meiste Zeit bei den Soldaten verbracht hatte. Außerdem hatte er den Sold der Soldaten erhöht und ihnen viele Privilegien gewährt. Macrinus hingegen hatte einen schmählichen Waffenstillstand von den Parthern erkauft, den Sold gekürzt und den Soldaten einige von den Severern gewährten Privilegien entzogen.

Zum Zweiten wurde der junge Varius den Truppen als unehelicher Sohn des Caracalla verkauft und gehörte damit zur beim Militär beliebten Dynastie der Severer, während Macrinus ein vom Senat und den Legionen wenig beliebter Usurpator war. Ob die Soldaten wirklich glaubten, dass es sich hier um des Caracallas Bastardsohn handelte oder ob sie die Geschichte nur als bequemen Vorwand für eine Rebellion betrachteten, ist am Ende irrelevant. Innerhalb weniger Wochen war Macrinus geschlagen und Elagabal hatte den Thron erobert.

Nach der ersten Euphorie und dem nachlassenden Siegestaumel der Truppen, musste aber auch etwas „Handfestes“ geboten werden, um nicht ebenso von einem anderen aufstrebenden Usurpator geschluckt zu werden. Elagabal war den Soldaten praktisch völlig unbekannt und hatte nichts zu bieten, was ihn besonders auszeichnete – außer einem falschen dynastischen Anspruch.

Die ersten von der neuen Regierung geprägten Münzen tragen den Namen Marcus Aurelius Antoninus. Mit diesem Namen betonte Elagabal nicht nur seine Abstammung von Caracalla, sondern verband sich auch mit den „guten“ Kaisern Antoninus Pius und Marcus Aurtelius. Interessant ist hier eine Inschrift zu erwähnen, welche von Veteranen der Kolonie Sitiis in Mauretanien Caesariensis errichtet wurde. Diese Weihinschrift verfolgt die Abstammung Elagabals bis zu Kaiser Nerva aus dem ersten Jahrhundert zurück. Offensichtlich waren die Veteranen stolz auf die dynastische Kontinuität zwischen dem Gründer ihrer Kolonie und dem aktuellen Kaiser.

Auch in den Bildnissen wurde versucht den Anspruch von Elagabal zu stärken. Erste frühe Porträts des jungen Herrschers weißen große Ähnlichkeiten mit dem späteren Porträt des Caracallas auf. Kopf, Stirn und Mund sind nahezu identisch. Darüber hinaus tragen beide Porträttypen einen kurzgeschorenen Militärhaarschnitt, was wiederum die Zugehörigkeit und Verbundenheit zu den Truppen zum Ausdruck bringen soll.

Viele der Münzen, die Elagabal in den Jahren 218-219 n.Chr. prägen ließ, haben militärische Themen und tragen Legenden wie MARS VICTOR, VICTORIA AVG und VICTORIA ANTONINI AVG. Ein neuer Caracalla war auferstanden, ein junger energischer Kaiser, welche den Usurpator hinweggefegt hatte und die guten Tage der Herrschaft seines vermeintlichen Vaters zurückbringen würde. 

Alle Legionen, mit ihren Offizieren und Soldaten waren sich einig in ihrer unerschütterlichen Loyalität gegenüber ihrem neuen Kaiser und Oberbefehlshaber, wie sie in den nun folgenden Prägungen mit den Münzlegenden FIDES EXERCITVS (Loyalität der Armee), FIDES MILITVM (Loyalität der Soldaten) und CONCORDIA MILITVM (Einigkeit der Soldaten) zum Ausdruck kommt.

Diese Propaganda war bitter notwendig, denn die Realität sah beileibe anders aus. Die Position des Elagabal war nach dem Sieg über Macrinus und der Machtübernahme höchst instabil. Cassius Dio beschreibt mit Verus und Maximus eine versuchte nicht erfolglreiche Revolte zweier Kommandanten der syrischen Legion. Laut antiken Quellen blieb es aber nicht bei diesem einen Versuch. Ein weiterer Zenturio versuchte die gallische Legion aufzuwiegeln, während es auch in der vierten Legion zu Unruhen kann, ebenso bei Teilen der römischen Flotte, welche in Kyzikos stationiert waren.

Botschaften, wie auf der hier vorgestellten Münze, welche die Loyalität und Einheit der Legionen betonten, sollten daher als Wunschdenken angesehen werden, welche eine ideale Situation feierten, welche es aber real nicht gab. Die Rückseiten stellen bewusst eine falsche politisch-militärische Lage dar, um das Bild eines starken, selbstbewussten Kaisers mit unbestrittener Autorität zu vermitteln.

Quellen:
* Wikipedia: Elagabal
* Wikipedia: Fides
* Wikipedia: Signum
* Wikipedia: Aquila
* Wikipedia: Vexillum
* Wikipedia: Antoninian
* Archäologisches Institut Göttingen: Porträttypen römischer Kaiser
* Martijn Icks: From Priest to Emperor to Priest-Emperor, the failed Legitimation of Elagabalus
* Jérémie Chameroy: Münzprägung und Geldmanipulationen unter der severischen Dynastie
* M. Brunner/S. Rutishauser, Universität Bern, Institut für Archäologische Wissenschaften: Pecunia Olet! Münzgewichte der römischen Kaiserzeit

Obverse:
Visible is the draped bust of Elagabalus, facing right, with a radiant crown. The inscription reads: IMP CAES ANTONINVS AVG for Imperator Caesar Antoninus Augustus.

Elagabal’s original name was Varius Avitus Bassianus. As emperor, he called himself Marcus Aurelius Antoninus, like his alleged father Caracalla, to tie in with the Antonines. The name Elagabalus, borne by the god he worshiped, was not attributed to the emperor until long after his death. Immediately after the seizure of power in 218 AD Elagabalus received the title of Augustus.

The portraits reveal the programmatic character of portrait stylization in a unique way. There are two types of portraits from the short reign, several of which have survived. They are so dissimilar that an unbiased viewer would not recognize them as depictions of one and the same person. The characteristic type depicting Elagabalus as a young man with a full, oval face, luscious lips, half-length strands of hair and a youthful beard on the upper lip and cheeks has always been known. It corresponds to the majority of the coin images of Elagabalus.

It was only later that it was recognized that the type of a boy with a square face and short, thick, flaky hair, which has survived in several copies and must therefore represent an emperor, also represents Elagabalus. The type is the last portrait type of Caracalla from the years 215-217 AD literally cut from the face, right down to the long, narrow eyes, the plump, tense facial surfaces, the short, thick, fluffy hair and the slightly curved end of the hair over the forehead. The reference is reinforced by the fact that it is linked to the short armored bust with a slanted paludament, which was invented by the workshops for Caracalla’s portraits from the time of his autocracy and which was also regularly used for the last type of portrait of Caracalla. Recognizable to all, these images portrayed Elagabalus as a rejuvenated version of the late Caracalla, as his son. The earliest coins of Elagabalus confirm this interpretation.

However, the dated coin portraits also show that shortly after his arrival in Rome, Elagabalus wanted nothing more to do with this stylization and had a new portrait made of himself, in which at least the youthful beard and the full lips can be seen as personal traits. Perhaps these portraits are evidence of how quickly the young emperor freed himself from the tutelage of his family and advisors.

The Antoninianus was an ancient Roman silver coin minted under Emperor Caracalla around 214/215 AD introduced as official means of payment. The ancient name of the coin is not known. The term Antoninian is derived from Caracalla’s actual name, Marcus Aurelius Antoninus, and was first introduced in the Middle Ages. According to recent research, the ancient name of the Antoninian should have been Bicharactus. The antoninian had a nominal value of two denarii and at the beginning of the coinage a weight of about 5 grams. Calculated according to the silver fineness, however, from the beginning it was only 1.5 times the value of a denarius. Over time, the weight and silver content continued to decrease, so that by the end of the century it was effectively just a tiny bronze coin with no silver content worth mentioning. Had an Antoninianus around 238 AD an average silver content of about 40 percent, it was around 270 AD already less than 3 percent.

The edition of the Antoninianus was begun by Caracalla, continued under Macrinus, and continued under Elagabalus in the spring of 219 AD set. His successor Severus Alexander deliberately avoided minting Antoniniani coins. Only under Balbinus and Pupienus was the issue of this denomination resumed – under Gordianus III. then again on a larger scale. There are no historical statements or evidence as to why Caracalla introduced the Antoninianus, but there are historical indications and attempts at explanation. Already at the beginning of the Severan dynasty under the reign of Septimius Severus, the metal value of the denarius had reached its all-time low. However, money was urgently needed for Severus‘ many wars, to pay the legions and to finance the magnificent buildings. And nothing is worse than disaffected soldiers getting their rewards in progressively worthless metal. This seemed to set the stage for a radical transformation of silver coinage, with Caracalla making a double move.

The nominal value of the antoninianus was twice the value of a denarius when it was issued. Due to its weight and silver content, it only cost the Roman state 1.5 times a denarius to produce. This meant a significant increase in minting profit. Caracalla is also said to have collected taxes in denarii and then spent new money in the form of inferior antoniniani. Through this mechanism, the state was able to make a substantial profit in excess of normal tax revenue. A last important point was the already mentioned military. The Roman military was paid in denarii. In the first years of Caracalla’s reign, the pay increased by 50% at times. One solution to curbing growing military spending is to dilute the silver with non-ferrous metals. However, the effect of stretching the denar – and thus its devaluation – would then lead to inflation and reverse the savings effect. From Caracalla’s point of view, the solution lay in the „double denarius“ of the Antoninianus. If an annual payment in Severan denarii required the conversion of 3.4 pounds of silver per legionnaire, a payment in Antoniniani required only 2.4 pounds of silver. The overvaluation of the antoninianus compared to the denarius allowed Caracalla to permanently guarantee the increased pay while saving a considerable amount of silver.

However, with the same silver content as the denarius, the antoninian weighed only one and a half denarii and therefore enjoyed a 25% overvalued face value compared to the denarius. This discrepancy probably did not go unnoticed by the historical contemporaries and not only Cassius Dio alone could have accused Caracalla of money manipulation. Since the Antoninianus was more appearance than reality, it must have been very unpopular among the people and especially in trade, and above all it met with little acceptance and love in the provinces outside the city-Roman borders. Thus ended under Elagabalus in the spring of 219 AD the minting of Antoniniani. However, there is no historical evidence as to why the edition was ended – one can only make assumptions here. In my view there are several possible reasons. For one, the real purchase value of the antoninian continued to deteriorate due to a lack of acceptance and approached the denarius. However, it was still more expensive than the plain denarius when minted for the state. Perhaps the Antoninianus simply became too expensive for the Roman state. In addition, there was a risk that when the purchasing power was approaching the denarius, it would “tear it down with inflation”. So after the Elagabalus came to power, another urgent reform of coinage was in order.

However, Elagabalus did not go down in history as a reforming emperor. He moved in 219 AD entered Rome, turned the palace into a temple and brothel and concentrated solely on introducing his god as the new state religion. Elagabalus conducted no major campaigns, enacted no significant laws or reforms – his life was one big orgy. In fact, the power to govern was more or less held by his mother or grandmother. From my point of view, it is quite possible that the responsible officials and the Severan ladies saw the imminent financial explosive power of the Antoninianus coming. Perhaps the dissatisfaction of the citizens, traders and soldiers who did not want to trade or be paid with an overvalued coin also played a role – so that the minting of this denomination was suspended for the time being. Perhaps one also counted on the fact that the emperor would remember and tackle the necessary reforms at a later date. For this reason there is perhaps no historical evidence of the provisional end of the Antoninianus under Elagabalus, since it was assumed that this would only be a brief interruption until the necessary financial reorganization.

In my view, this reasoning is supported by the official proclamation of his successor, Severus Alexander. He, in turn, officially announced the end of the Antoninianus, historically documented. Therefore, I assume that the cessation of minting under Elagabalus was not a conscious final decision. Under the influence of his mother Iulia Mamaea, Severus Alexander returned to a conservative attitude, which, in parallel with strict austerity measures, was financially based on the Augustan monetary system. The title and the depiction of Severus Alexander as Restitutor Monetae (restorer of the coin) are unique in Roman coinage. From my point of view, this proves that the reforms are urgently needed and urgently needed – and Severus Alexander clearly propagated „look here, in contrast to my predecessor, I have taken care of this problem“. Only from 238 AD the minting of the Antoninianus was resumed under Balbinus and Pupienus.

Denarius and Antoninianus can be distinguished quite well from the outside. While the denarius shows the busts of the emperor or empress bareheaded (male busts often with a laurel wreath, the ladies only with diadems), the Antoninianus shows the ruler with a radiant crown on his head and the female part with Stephane and a crescent moon below the bust depicted. This is intended to create an association with the sky gods Sol and Luna, intended by Caracalla.

Reverse:
You can see the personification of Fides seated to the left. In her right hand she holds an aquila (eagle) and in her left hand a signum (standard). Another second signum (standard) is shown in front of her. The inscription reads: FIDES EXERCITVS for Fides Exercitus (Loyalty of the Legions).

In Roman religion, Fides was the personification of trust, fidelity and oath, and also included the relationship of loyalty between patron and client. She was also venerated under the name of Fides Publica Populi Romani (roughly „general trustworthiness of the Roman people“).

Her in the year 254 BC Temple in Rome dedicated by the consul Aulus Atilius Caiatinus was on the Capitol near the Temple of Jupiter. Here the Roman Senate signed and kept treaties with other states, entrusting them to Fides protection.

Fides is represented as a young woman, sometimes crowned with an olive branch, wearing a veil or stole. In her hands she holds a cornucopia, bowl, ears of corn or fruit basket as her attributes, or even a military standard. Her priests wore white robes, showing Fide’s connection to the supreme gods of heaven, Jupiter and Dius Fidius.

According to tradition, Rome’s second king, Numa Pompilius, instituted annual festivals in honor of Fides, and instituted that the chief priests (the three flamines maiores) were brought to the temple in a covered, vaulted chariot drawn by two horses. There they were to lead Fides with their heads covered and their right hands wrapped to the fingers, showing absolute devotion to Fides and symbolizing trust.

The Aquila (original meaning: „eagle“), also often referred to as legionary eagle in German, was the highest-ranking standard of the Roman legions. The aquila was the most revered of all ensigns, and its loss was considered the ultimate shame for a troop, while the recovery of lost aquilae was celebrated as an important event. In contrast to the signa (field signs) of the individual centuries, the aquila probably had no tactical importance as a point of reference for the units in battle. It was led out of camp only when the entire legion marched out, and was carried forward as the legion marched in order.

The aquila was of particular importance as a symbol of legitimation and identification. Thus, the legionnaire’s period of active service was referred to as service sub aquila („under the eagle“) and the founding day of the legion as dies natalis aquilae („birthday of the eagle“). Protecting the eagle in battle was probably a major motivation for the legionnaires. Iulius Caesar writes of how, on landing in Britain, the Legio X Gemina’s aquilifer jumped off first, prompting the hesitant legionnaires to advance on the enemy.

A signum (plural signa) was the field sign or the standard of Roman military units, especially the Roman legions. Especially the standard of the maniple was called signum. Originally in the form of a wooden hand on a pole, it was later supplemented with a vexillum (flag) on a crossbar, which in turn was accompanied by a metal plate bearing the name of the unit.

In addition, signum was the comprehensive name for all types of field symbols of the Roman army, in particular the aquila (legion eagle) and the vexilla (cloth field symbol) of the cohorts. All Roman insignia, with the exception of the aquilae (legion eagle), had disk-shaped awards received by the unit in question attached to the staff.

The soldiers of a manipel could gather around their standard in battle and thus did not lose touch with their comrades. Only the bravest soldiers were selected as signifers (standard bearers) for this task, so this was a special distinction. The signum was of particular importance for the commander, because in an open field battle it was difficult to keep track of what was happening and to recognize in good time where there were problems that required the intervention of other units as reinforcements.

Similar to a banner, the signum was probably also a source of motivation and the loss a sign of shame. In combat, therefore, the enemy’s standard was fought bitterly, while one’s own had to be defended at all costs.

FIDES EXERCITVS addresses the loyalty of the legions – here Fides was given an aquila as an attribute – as a sign of the entire legion. On another denarius in my collection (FIDES MILITVM, RIC 73b) we see Fides with a vexillum (cloth field sign) as depicted attribute and thus the symbol of the individual troop units (cohorts) and soldiers (loyalty of the soldiers).

Background:
Of all the Roman Emperors, Elagabalus was one of the most famous, or rather one of the most notorious, rulers of the Roman Empire. Almost all ancient sources accused and accused the emperor of all kinds of scandalous misconduct, corruption, cruelty, up to a series of sexual escapades. Elagabalus only managed to hold the emperor’s purple for a full four years before he was brutally murdered, dragged through the streets, and finally thrown into the Tiber.

As the case of the Elagabalus demonstrates, power does not equal invulnerability. Even rulers of the Roman world could quickly fall prey to disgruntled subjects – or worse still, disgruntled military officials. In other words, staying in power requires persuasion. To persuade, one must play roles to deceive. Emperor Augustus already knew that – the man who had worn so many masks in his life said goodbye to Suetonius with the words „If you liked the whole thing, now applaud our game and let us all leave with thanks“.

Evidently Elagabalus did not play his role properly or perhaps chose the wrong role. He failed, unlike Augustus, Traian, and other beloved predecessors, to persuade his subjects that he was the best man for the Roman throne. What strategies did the imperial administration use to sell Elagabalus to the Roman public? And why were these strategies ultimately unsuccessful?

After Macrinus was proclaimed emperor as successor to Caracalla, the history of the Roman Empire took off on May 16, 218 AD an unexpected twist. A fourteen-year-old boy by the name of Varius Avitus Bassanius was smuggled into the camp of Legio III Gallica, stationed at Raphanae in Syria, by his ambitious grandmother Iulia Maesa and his birth mother, Iulia Soaemias, who was just as ambitious. Young Varius was presented to the troops in the clothes Caracalla had worn as a child, and at dawn the ecstatic soldiers proclaimed him Emperor.

The proclamation as emperor must have been a severe shock for Macrinus, who resided in Antioch about 150 km away. Macrinus ordered the praetorian prefect Julianus to put down the rebellion, who then attacked the rebel camp. It was of no use, reports Cassius Dio, the seed was sown: “…they carried Avitus, whom they were already calling Marcus Aurelius Antoninus, around on the ramparts, showing some resemblance to Caracallus when [he] was a child, as she had a certain resemblance to the boy, while declaring that the latter was really the son of Caracallus and the only legitimate heir to the throne. Why are you doing this, comrades, they cried. Why do you fight so against your benefactor’s son?”

This passage is interesting for several reasons. First, the insurgent soldiers call Caracalla their „benefactor,“ revealing an important motive for the uprising. Caracalla had been an outspoken military emperor, spending most of his time with the soldiers on campaigns against the Germans and Parthians. He had also increased the soldiers‘ pay and granted them many privileges. Macrinus, on the other hand, had bought an ignominious truce from the Parthians, cutting wages and depriving the soldiers of some privileges granted by the Severans.

Second, young Varius was sold to the troops as the illegitimate son of Caracalla, and thus belonged to the Severan dynasty, popular with the military, while Macrinus was a usurper, unpopular with the Senate and legions. Whether the soldiers really believed this was Caracalla’s bastard son, or whether they just saw the story as a convenient excuse for rebellion, is ultimately irrelevant. Within weeks Macrinus was defeated and Elagabalus had seized the throne.

After the initial euphoria and the dwindling triumph of victory among the troops, something „tangible“ had to be offered in order not to be swallowed up by another up-and-coming usurper as well. Virtually unknown to the soldiers, Elagabalus had nothing to offer that made him special except a false dynastic claim.

The first coins minted by the new government bear the name of Marcus Aurelius Antoninus. With this name, Elagabalus not only emphasized his descent from Caracalla, but also associated himself with the „good“ emperors Antoninus Pius and Marcus Aurtelius. It is interesting to mention here an inscription which was erected by veterans of the colony of Sitiis in Mauritania Caesariensis. This dedicatory inscription traces the lineage of Elagabalus back to the first-century Emperor Nerva. Obviously, the veterans took pride in the dynastic continuity between their colony’s founder and the current emperor.

In the portraits, too, an attempt was made to strengthen Elagabalus‘ claim. The first early portraits of the young ruler show great similarities with the later portrait of Caracallas. The head, forehead and mouth are almost identical. In addition, both types of portrait wear a short military haircut, which in turn is intended to express the affiliation and solidarity with the troops.

Many of the coins minted by Elagabalus in 218-219 AD have military themes and bear legends such as MARS VICTOR, VICTORIA AVG and VICTORIA ANTONINI AVG. A new Caracalla had risen, a young energetic emperor who had swept away the usurper and would bring back the good days of his supposed father’s rule.

All legions, with their officers and soldiers, were unanimous in their unwavering loyalty to their new Emperor and Commander-in-Chief, as reflected in the following mintings with the coin legends FIDES EXERCITVS (Loyalty of the Army), FIDES MILITVM (Loyalty of the Soldiers) and CONCORDIA MILITVM (Unity of the soldiers) is expressed.

This propaganda was sorely needed, because the reality was by no means different. The position of the Elagabalus was highly unstable after defeating Macrinus and taking power. With Verus and Maximus, Cassius Dio describes an attempted unsuccessful revolt by two commanders of the Syrian legion. According to ancient sources, however, it was not just this one attempt. Another centurion attempted to stir up the Gallic legion, while there may also be unrest in the fourth legion, as well as parts of the Roman fleet stationed at Cyzicus.

Messages, such as on the coin featured here, that emphasized the loyalty and unity of the legions should therefore be viewed as wishful thinking, celebrating an ideal situation that did not actually exist. The reverses deliberately depict a false political-military situation in order to convey the image of a strong, confident emperor with unquestioned authority.

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