Marcus Aurelius Antoninus Elagabal 218 bis 222 n.Chr.

Silber Denar Antiochia Marcus Aurelius Antoninus Elagabal 218/222 n.Chr.

Münze:
Denar der römischen Kaiserzeit 218/219 n.Chr.
Material: Silber
Durchmesser: 19mm
Gewicht: 3,04g
Münzstätte: Antiochia ad Orontem, Syria
Provenienz: Soler y Llach, Barcelona, Ex Scipio Sammlung
Referenz: RIC IV Elagabalus 187d

Avers:
Zu sehen ist die nach rechts gerichtete drapierte, kürrasierte Büste des Elagabal mit Lorbeerkranz. Die Inschrift lautet: ANTONINVS PIVS FEL AVG für Antoninus Pius Felix Augustus.

Elagabals ursprünglicher Name war Varius Avitus Bassianus. Als Kaiser nannte er sich Marcus Aurelius Antoninus, um wie sein angeblicher Vater Caracalla an die Antonine anzuknüpfen. Der Name Elagabal, den der von ihm verehrte Gott trug, wurde dem Kaiser erst lange nach seinem Tod beigelegt. Direkt nach der Machtübernahme im Jahr 218 n.Chr. erhielt Elagabal den Titel Augustus.

Die Porträts lassen in einzigartiger Weise den programmatischen Charakter der Bildnisstilisierung erkennen. Nachgewiesen sind aus der kurzen Regierungszeit zwei Bildnistypen, die jeweils in mehreren Exemplaren erhalten sind. Sie sind einander so unähnlich, dass unbefangene Betrachter sie nicht als Darstellungen ein und derselben Person erkennen würden. Schon immer bekannt war der charakteristische Typus, der Elagabal als jungen Mann mit vollem ovalem Gesicht, üppigen Lippen, halblangen Haarsträhnen und einem Jugendbart auf der Oberlippe und den Wangen darstellt. Er entspricht der Mehrzahl der Münzbilder Elagabals.

Erst spät erkannte man, dass auch der Typus eines Knaben mit eckigem Gesicht und kurzgeschnittenem, dickflockigem Haar, der in mehreren Exemplaren überliefert ist und deshalb einen Kaiser wiedergeben muss, Elagabal darstellt. Der Typus ist dem letzten Bildnistypus des Caracalla aus den Jahren 215-217 n.Chr. buchstäblich aus dem Gesicht geschnitten, bis hin zu den schmalen langen Augen, den prallen gespannten Gesichtsflächen, dem kurzen, dickflockigen Haar und dem leicht gebogenen Haarabschluss über der Stirn. Der Bezug wird dadurch verstärkt, dass er mit der kurzen Panzerbüste mit schräggezogenem Paludament verbunden ist, den die Werkstätten für Caracallas Bildnisse aus der Zeit seiner Alleinherrschaft erfanden und die auch für den letzten Bildnistypus Caracallas regelmäßig verwendet wurde. Für jeden erkennbar, stellten diese Bildnisse Elagabal als eine verjüngte Version des späten Caracalla, als seinen Sohn dar. Die frühesten Münzen des Elagabal bestätigen diese Deutung.

Die datierten Münzbildnisse zeigen aber auch, dass Elagabal schon kurz nach seiner Ankunft in Rom nichts mehr von dieser Stilisierung wissen wollte und ein neues Bildnis von sich machen ließ, bei dem man zumindest den Jugendbart und die vollen Lippen als persönliche Züge ansehen kann. Vielleicht sind diese Porträts ein Beleg dafür, wie schnell der junge Kaiser sich von der Bevormundung durch die Familie und die Berater frei machte.

Revers:
Zu sehen sind mittig zwei militärische Standarten, jeweils rechts und links davon flankiert von einem Vexillum (Feldzeichen) mit Adler. Die Inschrift lautet: CONCORDIA MILIT für Concordia Militum (Einigkeit mit den Soldaten).

Concordia ist die Personifikation der Eintracht in der römischen Mythologie. Der römischen Vorstellung nach fördert und erhält sie die Eintracht und die Einheit der Bürger Roms. Concordia ist einer der von den Römern personifizierten altrömischen Tugendbegriffen, wie auch Fides (Treue), Spes (Hoffnung), Pudicitia (Keuschheit), Iustitia (Gerechtigkeit), Virtus (Tugend), Pax (Frieden), Libertas (Freiheit), Honos (Ehre) oder Felicitas (Glück). Ursprünglich wurden die altrömischen Gottheiten nicht in Bildern oder Statuen verehrt. Erst von den Griechen und Etruskern wurde die Vorstellung einer Götterwelt in Menschengestalt übernommen. Der Concordia war ein Tempel im Nordwesten des Forum Romanum in Rom geweiht, der sich am Fuße des Kapitols befand. Jedes Jahr am 16. Januar wurde ihr zu Ehren in einem Fest an die Einweihung des Tempels erinnert, der anlässlich der Versöhnung zwischen Plebejern und Patriziern nach dem Ende der Ständekämpfe im Jahre 367 v.Chr. errichtet wurde.

Neben der allgemeinen Concordia, feierte man auch Concordia Augusta (kaiserliche Eintracht) und mit Concordia equitum bzw. militum auch die militärische Eintracht. Als CONCORDIA MILITUM hält sie zwei Standarten oder wird ohne bildliche Darstellung der Concordia selbst, allein durch militärische Attribute symbolisiert, wie auf diesem hier vorgestellten Denar. Sie soll dem Betrachter die Eintracht zwischen Kaiser und dem Heer zeigen. Die Darstellung der Concordia militum, der Einigkeit des Kaisers mit seinen Soldaten, auf Münzen römischer Herrscher ist meist ein Zeichen dafür, dass etwas mit der hier beschworenen Loyalität der Streitkräfte nicht stimmte oder zumindest nicht überall gefestigt war.

Die Aquila (ursprüngliche Bedeutung: „Adler“), im Deutschen auch häufig als Legionsadler bezeichnet, war das höchstrangige Feldzeichen der römischen Legionen. Die Aquila genoss unter allen Feldzeichen die größte Verehrung und ihr Verlust galt als größtmögliche Schande für eine Truppe, während die Wiedererlangung verlorener Aquilae als wichtiges Ereignis gefeiert wurde. Im Gegensatz zu den Signa (Feldzeichen) der einzelnen Zenturien hatte die Aquila wahrscheinlich keine taktische Bedeutung als Orientierungspunkt für die Einheiten im Gefecht. Sie wurde nur dann aus dem Lager geführt, wenn die gesamte Legion ausmarschierte, und wurde beim geordneten Marsch der Legion vorangetragen.

Besondere Bedeutung kam der Aquila als Legitimations- und Identifikationssymbol zu. So wurde die aktive Dienstzeit des Legionärs als Dienst sub aquila („unter dem Adler“) bezeichnet und der Gründungstag der Legion als dies natalis aquilae („Geburtstag des Adlers“) begangen. Den Adler im Gefecht zu beschützen, stellte wahrscheinlich für die Legionäre eine bedeutende Motivation dar. So schreibt Iulius Caesar, wie bei der Landung in Britannien der Aquilifer der Legio X Gemina zuerst von Bord sprang und so die zögernden Legionäre zum Vorrücken auf den Feind brachte.

Ein Signum (Plural signa) war das Feldzeichen bzw. die Standarte römischer Truppeneinheiten, insbesondere der römischen Legionen. Besonders die Standarte der Manipel wurde als signum bezeichnet. Sie hatte ursprünglich die Form einer hölzernen Hand auf einer Stange und wurde später durch eine Vexillum (Fahne) an einer Querstange ergänzt, dieses wiederum durch eine Metallplatte mit dem Namen der Einheit.

Daneben war signum die zusammenfassende Bezeichnung für alle Arten von Feldzeichen der römischen Armee, also insbesondere die Aquila (Legionsadler) und die Vexilla (Stofffeldzeichen) der Kohorten. Bei allen römischen Feldzeichen mit Ausnahme der Aquilae (Legionsadler) wurden scheibenförmige Auszeichnungen, die die jeweilige Einheit erhalten hatte, an der Stange angebracht.

Die Soldaten eines Manipels konnten sich im Gefecht um ihr Feldzeichen versammeln und verloren so nicht den Anschluss an ihre Kameraden. Für diese Aufgabe wurden nur die mutigsten Soldaten als Signifer (Standartenträger) ausgewählt, dies war somit eine besondere Auszeichnung. Von besonderer Bedeutung war das Signum für den Feldherrn, weil es bei einer offenen Feldschlacht schwierig war, die Übersicht über das Kampfgeschehen zu behalten und rechtzeitig zu erkennen, wo es Probleme gab, die das Eingreifen weiterer Truppenteile als Verstärkung erforderlich machten.

Ähnlich wie ein Banner war das Signum wohl auch eine Motivationsquelle und der Verlust ein Zeichen der Schande. Im Gefecht wurde deshalb um das Feldzeichen des Gegners erbittert gekämpft, während das eigene, um jeden Preis zu verteidigen war.

Hintergrund:
Unter all den römischen Kaisern war Elagabal einer der berühmtesten, oder vielmehr einer der berüchtigtsten Herrscher des römischen Imperiums. Nahezu alle antiken Quellen bezichtigten und beschuldigten den Kaiser aller erdenklichen Arten von skandalösem Fehlverhalten, Korruption, Grausamkeiten bis hin zu einer Reihe sexueller Eskapaden. Nur ganze vier Jahre schaffte es Elagabal den Purpur des Kaisers zu halten, bevor er brutal ermordet, durch die Straßen geschleift und schließlich in den Tiber geworfen wurde.

Wie der Fall des Elagabal demonstriert, ist Macht nicht gleich Unverwundbarkeit. Auch Herrscher der römischen Welt konnten schnell Opfer verärgerter Untertanen – oder mehr noch – verärgerter Militärs werden. Mit anderen Worten, um an der Macht zu bleiben, muss man überzeugen. Um zu überzeugen, muss man Rollen spielen, um zu täuschen. Das wusste schon Kaiser Augustus – der Mann, welcher in seinem Leben so viele Masken getragen hatte, verabschiedete sich laut Sueton mit den Worten „Hat das Ganze Euch gefallen, nun so klatschet Beifall unserem Spiel, und entlasst uns alle mit Dank“ aus dem Leben.

Offensichtlich spielte Elagabal seine Rolle nicht richtig oder wählte vielleicht die falsche Rolle. Es gelang ihm nicht, im Gegensatz zu Augustus, Traian und anderen geliebten Vorgängern, seine Untertanen davon zu überzeugen, dass er der beste Mann für den römischen Thron war. Welche Strategien wendete die kaiserliche Verwaltung an, um Elagabal an die römische Öffentlichkeit zu verkaufen? Und warum waren diese Strategien letztendlich erfolglos?

Nachdem Macrinus als Nachfolger des Caracalla zum Kaiser ausgerufen wurde, nahm die Geschichte des römischen Reiches am 16. Mai 218 n.Chr. eine unerwartete Wendung. Ein erst vierzehnjähriger Junge mit dem Namen Varius Avitus Bassanius wurde von seiner ehrgeizigen Großmutter Iulia Maesa und seiner leiblichen und ebenso ehrgeizigen Mutter Iulia Soaemias des Nachts in das Lager der Legio III Gallica geschmuggelt, welche in Raphanae in Syrien stationiert war. Der junge Varius wurde in Kleidern, welche Caracalla als Kind getragen hatte, den Truppen präsentiert, worauf die begeisterten Soldaten ihn im Morgengrauen zum Kaiser proklamierten.

Die Ausrufung zum Kaiser muss für Macrinus, der im etwa 150km entfernten Antiochia residierte, ein schwerer Schock gewesen sein. Macrinus beauftragte den Prätorianer Präfekten Iulianus den Aufstand niederzuschlagen, welcher dann das Lager der Aufständischen angriff. Es nutzte nichts, berichtet Cassius Dio, die Saat war gesät: „… sie trugen Avitus, den sie bereits Marcus Aurelius Antoninus nannten, auf den Wällen herum und zeigten einige Ähnlichkeiten mit Caracallus, als [er] ein Kind war, da sie eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Jungen hatten, und erklärten es gleichzeitig, dass letzterer wirklich der Sohn von Caracallus und der einzige rechtmäßige Thronfolger war. Warum tut ihr das, Kameraden, riefen sie. Warum kämpfst du so gegen den Sohn deines Wohltäters?“

Diese Passage ist aus mehreren Gründen interessant. Erstens nennen die aufständischen Soldaten Caracalla ihren „Wohltäter“ und offenbaren damit ein wichtiges Motiv für den Aufstand. Caracalla war ein ausgesprochener Militärkaiser gewesen, welcher auf den Feldzügen gegen die Germanen und Parther die meiste Zeit bei den Soldaten verbracht hatte. Außerdem hatte er den Sold der Soldaten erhöht und ihnen viele Privilegien gewährt. Macrinus hingegen hatte einen schmählichen Waffenstillstand von den Parthern erkauft, den Sold gekürzt und den Soldaten einige von den Severern gewährten Privilegien entzogen.

Zum Zweiten wurde der junge Varius den Truppen als unehelicher Sohn des Caracalla verkauft und gehörte damit zur beim Militär beliebten Dynastie der Severer, während Macrinus ein vom Senat und den Legionen wenig beliebter Usurpator war. Ob die Soldaten wirklich glaubten, dass es sich hier um des Caracallas Bastardsohn handelte oder ob sie die Geschichte nur als bequemen Vorwand für eine Rebellion betrachteten, ist am Ende irrelevant. Innerhalb weniger Wochen war Macrinus geschlagen und Elagabal hatte den Thron erobert.

Nach der ersten Euphorie und dem nachlassenden Siegestaumel der Truppen, musste aber auch etwas „Handfestes“ geboten werden, um nicht ebenso von einem anderen aufstrebenden Usurpator geschluckt zu werden. Elagabal war den Soldaten praktisch völlig unbekannt und hatte nichts zu bieten, was ihn besonders auszeichnete – außer einem falschen dynastischen Anspruch.

Die ersten von der neuen Regierung geprägten Münzen tragen den Namen Marcus Aurelius Antoninus. Mit diesem Namen betonte Elagabal nicht nur seine Abstammung von Caracalla, sondern verband sich auch mit den „guten“ Kaisern Antoninus Pius und Marcus Aurtelius. Interessant ist hier eine Inschrift zu erwähnen, welche von Veteranen der Kolonie Sitiis in Mauretanien Caesariensis errichtet wurde. Diese Weihinschrift verfolgt die Abstammung Elagabals bis zu Kaiser Nerva aus dem ersten Jahrhundert zurück. Offensichtlich waren die Veteranen stolz auf die dynastische Kontinuität zwischen dem Gründer ihrer Kolonie und dem aktuellen Kaiser.

Auch in den Bildnissen wurde versucht den Anspruch von Elagabal zu stärken. Erste frühe Porträts des jungen Herrschers weißen große Ähnlichkeiten mit dem späteren Porträt des Caracallas auf. Kopf, Stirn und Mund sind nahezu identisch. Darüber hinaus tragen beide Porträttypen einen kurzgeschorenen Militärhaarschnitt, was wiederum die Zugehörigkeit und Verbundenheit zu den Truppen zum Ausdruck bringen soll.

Viele der Münzen, die Elagabal in den Jahren 218-219 n.Chr. prägen ließ, haben militärische Themen und tragen Legenden wie MARS VICTOR, VICTORIA AVG und VICTORIA ANTONINI AVG. Ein neuer Caracalla war auferstanden, ein junger energischer Kaiser, welche den Usurpator hinweggefegt hatte und die guten Tage der Herrschaft seines vermeintlichen Vaters zurückbringen würde. 

Alle Legionen, mit ihren Offizieren und Soldaten waren sich einig in ihrer unerschütterlichen Loyalität gegenüber ihrem neuen Kaiser und Oberbefehlshaber, wie sie in den nun folgenden Prägungen mit den Münzlegenden FIDES EXERCITVS (Loyalität der Armee), FIDES MILITVM (Loyalität der Soldaten) und CONCORDIA MILITVM (Einigkeit der Soldaten) zum Ausdruck kommt.

Diese Propaganda war bitter notwendig, denn die Realität sah beileibe anders aus. Die Position des Elagabal war nach dem Sieg über Macrinus und der Machtübernahme höchst instabil. Cassius Dio beschreibt mit Verus und Maximus eine versuchte nicht erfolglreiche Revolte zweier Kommandanten der syrischen Legion. Laut antiken Quellen blieb es aber nicht bei diesem einen Versuch. Ein weiterer Zenturio versuchte die gallische Legion aufzuwiegeln, während es auch in der vierten Legion zu Unruhen kann, ebenso bei Teilen der römischen Flotte, welche in Kyzikos stationiert waren.

Botschaften, wie auf der hier vorgestellten Münze, welche die Loyalität und Einheit der Legionen betonten, sollten daher als Wunschdenken angesehen werden, welche eine ideale Situation feierten, welche es aber real nicht gab. Die Rückseiten stellen bewusst eine falsche politisch-militärische Lage dar, um das Bild eines starken, selbstbewussten Kaisers mit unbestrittener Autorität zu vermitteln.

Antiochia am Orontes oder Antiochien (lateinisch Antiochia ad Orontem), heute Antakya in der Türkei, war die Hauptstadt des Seleukidenreichs. Sie ist der bekannteste und mit Abstand bedeutendste mehrerer antiker Orte dieses Namens, die von verschiedenen Königen der Seleukidendynastie gegründet wurden. In römischer und byzantinischer Zeit war sie neben dem ägyptischen Alexandria und (später) Konstantinopel die größte und bedeutendste Stadt im östlichen Mittelmeerraum und zeitweise die drittgrößte Stadt der Welt. Antiochia liegt am nordöstlichen Zipfel des Mittelmeers, am dem Landesinneren Asiens nächstgelegenen Punkt. Ähnlich wie Rom und Athen liegt es nicht direkt am Meer, sondern hatte dort einen Hafen, Seleukia Pieria. Die Stadt selbst liegt rund 30 km landeinwärts am linken Ufer des Orontes. Antiochia lag am Schnittpunkt verschiedener Handelsrouten, was den Aufschwung der Stadt sehr beschleunigte. Eine Straße führte vom Hafen Seleukia Pieria nach Antiochia und überquerte den Orontes auf einer Brücke, von der sich Spolien in der Struktur der modernen Brücke erhalten haben. Weitere Straßen verbanden die Stadt mit Kilikien im Norden und mit Beroea im Osten. Ammianus Marcellinus beschrieb Antiochia als „die weltberühmte, mit der sich keine vergleichen lässt, was den Überfluss der eingeführten und einheimischen Waren betrifft“.

Im Jahre 83 v.Chr. geriet das restliche Seleukidenreich unter die Macht des Königs von Großarmenien, Tigranes II. des Großen, doch führte dessen Niederlage gegen den römischen Feldherrn Lucullus zur Restituierung unter Antiochos XIII. Asiatikos. Nach dessen Ermordung setzte Lucullus Nachfolger Pompeius noch im selben Jahre 64 v.Chr. den letzten König Philippus II. ab und gliederte den seleukidischen Rumpfstaat in den römischen Staat ein. Antiochia wurde die Hauptstadt der Provinz Syria. In der römischen Kaiserzeit wuchs Antiochia rasch, zählte schließlich bis zu 500.000 Einwohner und war neben Rom, Alexandria und Karthago eine der wichtigsten Städte des Reiches. Auf Feldzügen gegen die Parther und dann das persische Sassanidenreich hielten sich römische Kaiser und Feldherren mehrfach in Antiochia auf, so Germanicus (verstarb in Antiochia), Lucius Verus, Marcus Aurelius, Septimius Severus, Caracalla, Severus Alexander und Valerian. Insofern konnte sich die Stadt als zeitweilige „Hauptstadt“ fühlen.

Quellen:
* Wikipedia: Elagabal
* Wikipedia: Concordia
* Wikipedia: Signum
* Wikipedia: Aquila
* Wikipedia: Vexillum
* Wikipedia: Antiochia am Orontes
* Archäologisches Institut Göttingen: Porträttypen römischer Kaiser
* Martijn Icks: From Priest to Emperor to Priest-Emperor, the failed Legitimation of Elagabalus

Obverse:
The right-facing draped, cuirassed bust of Elagabalus with a laurel wreath can be seen. The inscription reads: ANTONINVS PIVS FEL AVG for Antoninus Pius Felix Augustus.

Elagabal’s original name was Varius Avitus Bassianus. As emperor, he called himself Marcus Aurelius Antoninus, like his alleged father Caracalla, to tie in with the Antonines. The name Elagabalus, borne by the god he worshiped, was not attributed to the emperor until long after his death. Immediately after the seizure of power in 218 AD Elagabalus received the title of Augustus.

The portraits reveal the programmatic character of portrait stylization in a unique way. There are two types of portraits from the short reign, several of which have survived. They are so dissimilar that an unbiased viewer would not recognize them as depictions of one and the same person. The characteristic type depicting Elagabalus as a young man with a full, oval face, luscious lips, half-length strands of hair and a youthful beard on the upper lip and cheeks has always been known. It corresponds to the majority of the coin images of Elagabalus.

It was only later that it was recognized that the type of a boy with a square face and short, thick, flaky hair, which has survived in several copies and must therefore represent an emperor, also represents Elagabalus. The type is the last portrait type of Caracalla from the years 215-217 AD literally cut from the face, right down to the long, narrow eyes, the plump, tense facial surfaces, the short, thick, fluffy hair and the slightly curved end of the hair over the forehead. The reference is reinforced by the fact that it is linked to the short armored bust with a slanted paludament, which was invented by the workshops for Caracalla’s portraits from the time of his autocracy and which was also regularly used for the last type of portrait of Caracalla. Recognizable to all, these images portrayed Elagabalus as a rejuvenated version of the late Caracalla, as his son. The earliest coins of Elagabalus confirm this interpretation.

However, the dated coin portraits also show that shortly after his arrival in Rome, Elagabalus wanted nothing more to do with this stylization and had a new portrait made of himself, in which at least the youthful beard and the full lips can be seen as personal traits. Perhaps these portraits are evidence of how quickly the young emperor freed himself from the tutelage of his family and advisors.

Reverse:
Two military standards can be seen in the middle, flanked on the right and left by a vexillum (standard) with an eagle. The inscription reads: CONCORDIA MILIT for Concordia Militum (The harmony with the soldiers).

Concordia is the personification of unity in Roman mythology. According to the Roman idea, it promotes and maintains the concord and unity of the citizens of Rome. Concordia is one of the ancient Roman virtues personified by the Romans, along with Fides (loyalty), Spes (hope), Pudicitia (chastity), Iustitia (justice), Virtus (virtue), Pax (peace), Libertas (liberty), Honos ( honor) or Felicitas (happiness). Originally, the ancient Roman deities were not worshiped in images or statues. The idea of a world of gods in human form was first adopted by the Greeks and Etruscans. A temple dedicated to Concordia was located north-west of the Roman Forum in Rome, at the foot of the Capitoline Hill. Every year on January 16, a festival was held in her honor to commemorate the inauguration of the temple, which took place on the occasion of the reconciliation between the plebeians and the patricians after the end of the wars between the estates in 367 BC was built.

In addition to the general Concordia, Concordia Augusta (imperial unity) and with Concordia equitum or militum also military unity were celebrated. As CONCORDIA MILITUM, it holds two standards or is symbolized solely by military attributes without a pictorial representation of Concordia itself, as on this denarius presented here. It is intended to show the viewer the unity between the emperor and the army. The depiction of the Concordia militum, the unity of the emperor with his soldiers, on the coins of Roman rulers is usually a sign that something was wrong with the loyalty of the armed forces that was sworn here, or at least was not firmly established everywhere.

The Aquila (original meaning: „eagle“), also often referred to as legionary eagle in German, was the highest-ranking standard of the Roman legions. The aquila was the most revered of all ensigns, and its loss was considered the ultimate shame for a troop, while the recovery of lost aquilae was celebrated as an important event. In contrast to the signa (field signs) of the individual centuries, the aquila probably had no tactical importance as a point of reference for the units in battle. It was led out of camp only when the entire legion marched out, and was carried forward as the legion marched in order.

The aquila was of particular importance as a symbol of legitimation and identification. Thus, the legionnaire’s period of active service was referred to as service sub aquila („under the eagle“) and the founding day of the legion as dies natalis aquilae („birthday of the eagle“). Protecting the eagle in battle was probably a major motivation for the legionnaires. Iulius Caesar writes of how, on landing in Britain, the Legio X Gemina’s aquilifer jumped off first, prompting the hesitant legionnaires to advance on the enemy.

A signum (plural signa) was the field sign or the standard of Roman military units, especially the Roman legions. Especially the standard of the maniple was called signum. Originally in the form of a wooden hand on a pole, it was later supplemented with a vexillum (flag) on a crossbar, which in turn was accompanied by a metal plate bearing the name of the unit.

In addition, signum was the comprehensive name for all types of field symbols of the Roman army, in particular the aquila (legion eagle) and the vexilla (cloth field symbol) of the cohorts. All Roman insignia, with the exception of the aquilae (legion eagle), had disk-shaped awards received by the unit in question attached to the staff.

The soldiers of a manipel could gather around their standard in battle and thus did not lose touch with their comrades. Only the bravest soldiers were selected as signifers (standard bearers) for this task, so this was a special distinction. The signum was of particular importance for the commander, because in an open field battle it was difficult to keep track of what was happening and to recognize in good time where there were problems that required the intervention of other units as reinforcements.

Similar to a banner, the signum was probably also a source of motivation and the loss a sign of shame. In combat, therefore, the enemy’s standard was fought bitterly, while one’s own had to be defended at all costs.

Background:
Of all the Roman Emperors, Elagabalus was one of the most famous, or rather one of the most notorious, rulers of the Roman Empire. Almost all ancient sources accused and accused the emperor of all kinds of scandalous misconduct, corruption, cruelty, up to a series of sexual escapades. Elagabalus only managed to hold the emperor’s purple for a full four years before he was brutally murdered, dragged through the streets, and finally thrown into the Tiber.

As the case of the Elagabalus demonstrates, power does not equal invulnerability. Even rulers of the Roman world could quickly fall prey to disgruntled subjects – or worse still, disgruntled military officials. In other words, staying in power requires persuasion. To persuade, one must play roles to deceive. Emperor Augustus already knew that – the man who had worn so many masks in his life said goodbye to Suetonius with the words „If you liked the whole thing, now applaud our game and let us all leave with thanks“.

Evidently Elagabalus did not play his role properly or perhaps chose the wrong role. He failed, unlike Augustus, Traian, and other beloved predecessors, to persuade his subjects that he was the best man for the Roman throne. What strategies did the imperial administration use to sell Elagabalus to the Roman public? And why were these strategies ultimately unsuccessful?

After Macrinus was proclaimed emperor as successor to Caracalla, the history of the Roman Empire took off on May 16, 218 AD an unexpected twist. A fourteen-year-old boy by the name of Varius Avitus Bassanius was smuggled into the camp of Legio III Gallica, stationed at Raphanae in Syria, by his ambitious grandmother Iulia Maesa and his birth mother, Iulia Soaemias, who was just as ambitious. Young Varius was presented to the troops in the clothes Caracalla had worn as a child, and at dawn the ecstatic soldiers proclaimed him Emperor.

The proclamation as emperor must have been a severe shock for Macrinus, who resided in Antioch about 150 km away. Macrinus ordered the praetorian prefect Julianus to put down the rebellion, who then attacked the rebel camp. It was of no use, reports Cassius Dio, the seed was sown: “…they carried Avitus, whom they were already calling Marcus Aurelius Antoninus, around on the ramparts, showing some resemblance to Caracallus when [he] was a child, as she had a certain resemblance to the boy, while declaring that the latter was really the son of Caracallus and the only legitimate heir to the throne. Why are you doing this, comrades, they cried. Why do you fight so against your benefactor’s son?”

This passage is interesting for several reasons. First, the insurgent soldiers call Caracalla their „benefactor,“ revealing an important motive for the uprising. Caracalla had been an outspoken military emperor, spending most of his time with the soldiers on campaigns against the Germans and Parthians. He had also increased the soldiers‘ pay and granted them many privileges. Macrinus, on the other hand, had bought an ignominious truce from the Parthians, cutting wages and depriving the soldiers of some privileges granted by the Severans.

Second, young Varius was sold to the troops as the illegitimate son of Caracalla, and thus belonged to the Severan dynasty, popular with the military, while Macrinus was a usurper, unpopular with the Senate and legions. Whether the soldiers really believed this was Caracalla’s bastard son, or whether they just saw the story as a convenient excuse for rebellion, is ultimately irrelevant. Within weeks Macrinus was defeated and Elagabalus had seized the throne.

After the initial euphoria and the dwindling triumph of victory among the troops, something „tangible“ had to be offered in order not to be swallowed up by another up-and-coming usurper as well. Virtually unknown to the soldiers, Elagabalus had nothing to offer that made him special except a false dynastic claim.

The first coins minted by the new government bear the name of Marcus Aurelius Antoninus. With this name, Elagabalus not only emphasized his descent from Caracalla, but also associated himself with the „good“ emperors Antoninus Pius and Marcus Aurtelius. It is interesting to mention here an inscription which was erected by veterans of the colony of Sitiis in Mauritania Caesariensis. This dedicatory inscription traces the lineage of Elagabalus back to the first-century Emperor Nerva. Obviously, the veterans took pride in the dynastic continuity between their colony’s founder and the current emperor.

In the portraits, too, an attempt was made to strengthen Elagabalus‘ claim. The first early portraits of the young ruler show great similarities with the later portrait of Caracallas. The head, forehead and mouth are almost identical. In addition, both types of portrait wear a short military haircut, which in turn is intended to express the affiliation and solidarity with the troops.

Many of the coins minted by Elagabalus in 218-219 AD have military themes and bear legends such as MARS VICTOR, VICTORIA AVG and VICTORIA ANTONINI AVG. A new Caracalla had risen, a young energetic emperor who had swept away the usurper and would bring back the good days of his supposed father’s rule.

All legions, with their officers and soldiers, were unanimous in their unwavering loyalty to their new Emperor and Commander-in-Chief, as reflected in the following mintings with the coin legends FIDES EXERCITVS (Loyalty of the Army), FIDES MILITVM (Loyalty of the Soldiers) and CONCORDIA MILITVM (Unity of the soldiers) is expressed.

This propaganda was sorely needed, because the reality was by no means different. The position of the Elagabalus was highly unstable after defeating Macrinus and taking power. With Verus and Maximus, Cassius Dio describes an attempted unsuccessful revolt by two commanders of the Syrian legion. According to ancient sources, however, it was not just this one attempt. Another centurion attempted to stir up the Gallic legion, while there may also be unrest in the fourth legion, as well as parts of the Roman fleet stationed at Cyzicus.

Messages, such as on the coin featured here, that emphasized the loyalty and unity of the legions should therefore be viewed as wishful thinking, celebrating an ideal situation that did not actually exist. The reverses deliberately depict a false political-military situation in order to convey the image of a strong, confident emperor with unquestioned authority.

Antioch on the Orontes or Antioch (Latin Antiochia ad Orontem), now Antakya in Turkey, was the capital of the Seleucid Empire. It is the best known and by far the most important of several ancient places of that name founded by various kings of the Seleucid dynasty. In Roman and Byzantine times it was the largest and most important city in the eastern Mediterranean, next to Egyptian Alexandria and (later) Constantinople, and at times the third largest city in the world. Antioch is located at the northeastern tip of the Mediterranean Sea, at the closest point to inland Asia. Similar to Rome and Athens, it is not directly on the sea but had a port there, Seleucia Pieria. The town itself is around 30 km inland on the left bank of the Orontes. Antioch was at the intersection of various trade routes, which greatly accelerated the city’s prosperity. A road led from the port of Seleucia Pieria to Antioch and crossed the Orontes on a bridge from which spolia have survived in the structure of the modern bridge. Other roads connected the city to Cilicia to the north and to Beroea to the east. Ammianus Marcellinus described Antioch as „the world-renowned, unequaled for abundance of imported and native goods.“

In the year 83 BC the rest of the Seleucid Empire came under the power of the king of Greater Armenia, Tigranes II the Great, but his defeat by the Roman general Lucullus led to the restoration under Antiochus XIII. Asiatikos. After his assassination, Lucullus’s successor, Pompeius, was still in the same year, 64 BC the last king Philip II and incorporated the Seleucid rump state into the Roman state. Antioch became the capital of the province of Syria. Antioch grew rapidly during the Roman Empire, eventually counting up to 500,000 inhabitants and was one of the most important cities of the empire alongside Rome, Alexandria and Carthage. On campaigns against the Parthians and then the Persian Sassanid Empire, Roman emperors and generals stayed in Antioch several times, such as Germanicus (died in Antioch), Lucius Verus, Marcus Aurelius, Septimius Severus, Caracalla, Severus Alexander and Valerian. In this respect, the city could feel like a temporary „capital“.

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