Marcus Opellius Antoninus Diadumenianus 217 bis 218 n.Chr.

Silber Denar Rom Marcus Opellius Diadumenianus 217/218 n.Chr.

Münze:
Denar der römischen Kaiserzeit 217/218 n.Chr.
Material: Silber
Durchmesser: 20mm
Gewicht: 3,69g
Münzstätte: Rom
Provenienz: Roma Numismatics, London
Referenz: RIC IV Macrinus 102a (Variante ohne Siegeskranz), Rare

Avers:
Zu sehen ist die nach rechts gerichtete drapierte barhäuptige Büste des Diadumenianus. Die Inschrift lautet: M OPEL ANT DIADVMENIAN CAES für Marcus Opellius Antoninus Diadumenianus Caesar.

Der Vater des Diadumenianus, der Prätorianerpräfekt Macrinus, gehörte dem Ritterstand an. Anfang 217 n.Chr. wurde er von Kaiser Caracalla in den Senatorenstand erhoben und erhielt den Titel clarissimus vir („hochangesehener Mann“). Zugleich wurde der damals noch nicht neunjährige Diadumenianus in den Senatorenstand aufgenommen. Er ist inschriftlich als clarissimus puer („hochangesehener Knabe“) bezeugt.

Macrinus organisierte das Mordkomplott, dem Kaiser Caracalla am 8. April 217 n.Chr. zum Opfer fiel, und wurde dann vom Heer zu dessen Nachfolger erhoben. Bald darauf ließ er seinen Sohn in der Stadt Zeugma am Euphrat zum Caesar und damit zu seinem künftigen Nachfolger proklamieren. Diadumenianus erhielt den sehr populären Kaisernamen Antoninus, der an Mark Aurel erinnerte und den auch Caracalla getragen hatte.

Revers:
Zu sehen ist Diadumenianus Caesar stehend von vorne, den Kopf nach rechts gerichtet. Er hält in der rechten Hand ein Signum (Standarte), in der linken Hand ein Szepter. Rechts von ihm sind zwei weitere Signa (Standarten) abgebildet. Die Inschrift lautet: PRINC IVVENTVTIS für Princeps Iuventutis (der Erste der Jugend).

Als princeps iuventutis („Erster der Jugend“) oder seltener princeps iuventum wurden während der römischen Kaiserzeit die designierten Nachfolger des princeps bezeichnet.

Der Ausdruck erscheint erstmals in der späten Republik. So nannte Marcus Tullius Cicero den von ihm geschätzten Cato den Jüngeren so, und Titus Livius kennt ihn als Bezeichnung jugendlicher Reiter bzw. führender junger Männer aus Gemeinden ohne römisches Bürgerrecht. Als regelrechter und exklusiver Titel wurde er aber erst nach der Errichtung des Principats durch Augustus eingeführt. Dieser organisierte die ritterlichen Jungmannschaften (und teils die mündigen jugendlichen Angehörigen der Nobilität) als iuventus und ließ seine Enkel und präsumtiven Nachfolger Gaius und Lucius Caesar 5 bzw. 2 v.Chr. zu principes iuventutis erklären. Dies wurde auch in einer umfangreichen Münzserie propagiert, die die beiden mit Ehrenschilden und Speeren zeigte.

Mit dem Rang eines princeps iuventutis scheinen dabei kaum konkrete Vollmachten verbunden gewesen zu sein, dennoch wurden unter anderem auch Germanicus, Tiberius Gemellus, Nero, Domitian und Commodus durch diesen Titel besonders hervorgehoben.

Dieser Brauch wurde auch beibehalten, als es seit 68 n.Chr. üblich wurde, den präsumtiven Nachfolger – das römische Kaisertum war formal nicht erblich – zum Unterkaiser (Caesar) oder sogar Mitherrscher (Augustus) zu erheben. Seit Septimius Severus verschwand dabei die Beziehung des princeps iuventutis zu den Rittern (equites). Während der Reichskrise des 3. Jahrhunderts verliehen viele Soldatenkaiser den Titel fast regelmäßig an Verwandte, die zu jung schienen, um bereits mit kaiserlichen Vollmachten ausgestattet zu werden. Im 4. Jahrhundert geriet der Titel dann allerdings langsam außer Gebrauch, zuletzt ist er für Valentinian II. bezeugt.

Ein Signum (Plural signa) war das Feldzeichen bzw. die Standarte römischer Truppeneinheiten, insbesondere der römischen Legionen. Besonders die Standarte der Manipel wurde als signum bezeichnet. Sie hatte ursprünglich die Form einer hölzernen Hand auf einer Stange und wurde später durch eine Vexillum (Fahne) an einer Querstange ergänzt, dieses wiederum durch eine Metallplatte mit dem Namen der Einheit.

Daneben war signum die zusammenfassende Bezeichnung für alle Arten von Feldzeichen der römischen Armee, also insbesondere die Aquila (Legionsadler) und die Vexilla (Stofffeldzeichen) der Kohorten. Bei allen römischen Feldzeichen mit Ausnahme der Aquilae (Legionsadler) wurden scheibenförmige Auszeichnungen, die die jeweilige Einheit erhalten hatte, an der Stange angebracht.

Die Soldaten eines Manipels konnten sich im Gefecht um ihr Feldzeichen versammeln und verloren so nicht den Anschluss an ihre Kameraden. Für diese Aufgabe wurden nur die mutigsten Soldaten als Signifer (Standartenträger) ausgewählt, dies war somit eine besondere Auszeichnung. Von besonderer Bedeutung war das Signum für den Feldherrn, weil es bei einer offenen Feldschlacht schwierig war, die Übersicht über das Kampfgeschehen zu behalten und rechtzeitig zu erkennen, wo es Probleme gab, die das Eingreifen weiterer Truppenteile als Verstärkung erforderlich machten.

Ähnlich wie ein Banner war das Signum wohl auch eine Motivationsquelle und der Verlust ein Zeichen der Schande. Im Gefecht wurde deshalb um das Feldzeichen des Gegners erbittert gekämpft, während das eigene, um jeden Preis zu verteidigen war.

Hintergrund:
Schon bald nach seinem Regierungsantritt ließ Macrinus seinen erst achtjährigen Sohn Diadumenianus zum Caesar und damit zu seinem künftigen Nachfolger proklamieren, machte also seine Absicht einer Dynastiegründung klar. Diadumenianus bekam dabei nach seiner Ernennung den Namen Antoninus, der sowohl an die Zeit der Adoptivkaiser, als auch an den unter Soldaten immer noch beliebten Caracalla erinnern sollte.

In den hauptstädtischen Kreisen, die unter Caracallas Terrorherrschaft gelitten hatten, wurde der Machtwechsel mit Erleichterung aufgenommen. Dankbar registrierte man die gegenüber den Verhältnissen unter Caracalla verbesserte Lage. Dennoch gelang es Macrinus nicht, sich Autorität zu verschaffen. Sowohl im Senat als auch in der Stadtbevölkerung wurde er als führungsschwach wahrgenommen. Als Schwächezeichen erschien beispielsweise sein zumindest anfangs unklares Verhältnis zum Andenken seines Vorgängers. Zwischen erbitterten Gegnern und begeisterten Anhängern Caracallas waren die Fronten festgefahren.

Eine postume Verurteilung, die damnatio memoriae, kam angesichts der Stimmung unter den Soldaten nicht in Betracht. Eine Vergöttlichung im Rahmen des Kaiserkults war wegen des verbreiteten Hasses unter den Angehörigen der zahlreichen Terroropfer und den sonstigen Gegnern des ermordeten Kaisers ebenfalls problematisch. Daher zögerte Macrinus. Einerseits ließ er einige Statuen Caracallas unauffällig entfernen, andererseits veranlasste er seinen zum Nachfolger designierten unmündigen Sohn, den Namen Antoninus – Caracallas Kaisernamen – anzunehmen, um ihm die Gunst der Soldaten zu verschaffen (Cassius Dio 78/79, 19, 1–2).

Als im Mai 218 n.Chr. die Rebellion des Elagabal ausbrach, dessen Anhänger ihn als unehelichen Sohn Caracallas ausgaben, reagierte Macrinus, der sich weiterhin in Syrien aufhielt, in Apameia mit der Erhebung seines Sohnes zum Augustus, also zum nominell gleichrangigen Mitherrscher. Nach seiner Niederlage gegen Elagabal in der Entscheidungsschlacht bei Antiocheia am 8. Juni 218 n.Chr. versuchte Macrinus nach Rom zu fliehen, wurde aber gefasst und getötet. Er hatte Diadumenianus zum Partherkönig Artabanos IV. geschickt, um ihn so in Sicherheit zu bringen. Diadumenianus wurde aber auf der Flucht in Zeugma, wo man ihn von der Caesar-Proklamation her kannte, verhaftet und bald darauf getötet.

Quellen:
* Wikipedia: Diadumenianus
* Wikipedia: Macrinus
* Wikipedia: Princeps iuventutis
* Peter Robert Franke, Ilse Paar: die antiken Münzen der Sammlung Heynen

Obverse:
You can see the draped, bare-headed bust of Diadumenianus facing right. The inscription reads: M OPEL ANT DIADVMENIAN CAES for Marcus Opellius Antoninus Diadumenianus Caesar.

The father of Diadumenianus, the praetorian prefect Macrinus, belonged to the equestrian order. early 217 AD he was elevated to the rank of senator by Emperor Caracalla and received the title clarissimus vir (“highly respected man”). At the same time, Diadumenianus, who was not yet nine years old, was accepted into the ranks of senators. He is attested in inscriptions as clarissimus puer (“highly respected boy”).

Macrinus organized the assassination plot against which Emperor Caracalla fell on April 8, 217 AD fell victim and was then raised by the army to be his successor. Soon after, he had his son proclaimed Caesar and thus his future successor in the town of Zeugma on the Euphrates. Diadumenianus received the very popular imperial name Antoninus, reminiscent of Marcus Aurelius and which Caracalla had also borne.

Reverse:
Diadumenianus Caesar is shown standing from the front, his head turned to the right. He holds a signum (standard) in his right hand and a scepter in his left. Two more signa (standards) are shown to his right. The inscription reads: PRINC IVVENTVTIS for Princeps Iuventutis (the first of youth).

During the Roman Empire, the designated successors of the princeps were referred to as princeps iuventutis (“first of youth”) or more rarely princeps iuventum.

The phrase first appears in the late Republic. That is what Marcus Tullius Cicero called Cato the Younger, whom he admired, and Titus Livius knows it as a designation for young horsemen or leading young men from communities without Roman citizenship. However, it was not introduced as a proper and exclusive title until after Augustus had established the Principate. This organized the young knights (and some of the responsible young members of the nobility) as iuventus and let his grandsons and presumptive successors Gaius and Lucius Caesar 5 and 2 BC to declare principes iuventutis. This was also propagated in an extensive series of coins showing the two with shields of honor and spears.

The rank of princeps iuventutis does not seem to have been associated with any specific powers, but Germanicus, Tiberius Gemellus, Nero, Domitian and Commodus were also particularly emphasized by this title.

This custom was maintained even when it was practiced since AD 68. It became customary to elevate the presumptive successor – the Roman empire was not formally hereditary – to the status of sub-emperor (Caesar) or even co-ruler (Augustus). Since Septimius Severus the relation of the princeps iuventutis to the knights (equites) disappeared. During the imperial crisis of the 3rd century, many soldier emperors almost regularly bestowed the title on relatives who seemed too young to already be endowed with imperial powers. In the 4th century, however, the title slowly fell out of use, most recently it is attested for Valentinian II.

A signum (plural signa) was the field sign or the standard of Roman military units, especially the Roman legions. Especially the standard of the maniple was called signum. Originally in the form of a wooden hand on a pole, it was later supplemented with a vexillum (flag) on a crossbar, which in turn was accompanied by a metal plate bearing the name of the unit.

In addition, signum was the comprehensive name for all types of field symbols of the Roman army, in particular the aquila (legion eagle) and the vexilla (cloth field symbol) of the cohorts. All Roman insignia, with the exception of the aquilae (legion eagle), had disk-shaped awards received by the unit in question attached to the staff.

The soldiers of a manipel could gather around their standard in battle and thus did not lose touch with their comrades. Only the bravest soldiers were selected as signifers (standard bearers) for this task, so this was a special distinction. The signum was of particular importance for the commander, because in an open field battle it was difficult to keep track of what was happening and to recognize in good time where there were problems that required the intervention of other units as reinforcements.

Similar to a banner, the signum was probably also a source of motivation and the loss a sign of shame. In combat, therefore, the enemy’s standard was fought bitterly, while one’s own had to be defended at all costs.

Background:
Soon after he came to power, Macrinus had his eight-year-old son Diadumenianus proclaimed Caesar and thus his future successor, making his intention of founding a dynasty clear. After his appointment, Diadumenianus was given the name Antoninus, which was intended to commemorate both the time of the adoptive emperors and Caracalla, who was still popular among soldiers.

In the metropolitan circles, which had suffered under Caracalla’s reign of terror, the transfer of power was greeted with relief. The fact that the situation was better than that under Caracalla was gratefully acknowledged. Still, Macrinus failed to gain authority. Both in the Senate and in the city population, he was perceived as weak in leadership. For example, his relationship to the memory of his predecessor, which was at least initially unclear, appeared as a sign of weakness. The fronts were deadlocked between bitter opponents and enthusiastic supporters of Caracalla.

A posthumous condemnation, the damnatio memoriae, was out of the question given the mood among the soldiers. A deification within the framework of the emperor cult was also problematic because of the widespread hatred among the relatives of the numerous victims of terrorism and the other opponents of the murdered emperor. So Macrinus hesitated. On the one hand he had some statues of Caracalla removed inconspicuously, on the other hand he caused his underage son, who was designated as his successor, to take the name Antoninus – Caracalla’s imperial name – in order to gain him the favor of the soldiers (Cassius Dio 78/79, 19, 1-2).

When in May 218 AD when the rebellion of Elagabalus broke out, whose followers passed him off as the illegitimate son of Caracalla, Macrinus, who continued to stay in Syria, reacted in Apamea by elevating his son to the rank of Augustus, i.e. to the nominally equal co-ruler. After his defeat by Elagabalus in the decisive battle at Antiocheia on June 8, 218 AD Macrinus tried to flee to Rome but was caught and killed. He had sent Diadumenianus to the Parthian king Artabanos IV in order to bring him to safety. However, Diadumenianus was arrested while fleeing in Zeugma, where he was known from the Caesar proclamation, and killed soon afterwards.

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