Iulia Domna bis 217 n.Chr.

Silber Denar Rom Iulia Domna 196/202 n.Chr.

Münze:
Denar der römischen Kaiserzeit 196/202 n.Chr.
Material: Silber
Durchmesser: 18mm
Gewicht: 3,37g
Münzstätte: Rom
Provenienz: inAsta Numismatic, San Marino
Referenz: RIC IV Septimius Severus 577

Avers:
Zu sehen ist die nach rechts gerichtete drapierte Büste der Iulia Domna. Die Inschrift lautet: IVLIA AVGVSTA für Iulia Augusta.

Ihr Ehemann und Kaiser Septimius Severus wurde bereits im April 193 n.Chr. von seinen Truppen als Augustus ausgerufen. Iulia Domna erhielt den Titel erst nach dem Sieg des Severus über Didius Iulianus im Herbst des gleichen Jahres. Nach Langfords These wollte Severus nicht zu viel Aufmerksamkeit auf seine Frau lenken, um sein Vorhaben einer Dynastiegründung vor dem Senat zu verschleiern. Denn wegen der anderen Kaiser war Severus Machtstellung anfangs noch prekär, weshalb er die Unterstützung des Senats dringend benötigte. Erst nachdem sein letzter Konkurrent, Clodius Albinus, besiegt war, konzentrierte sich Severus darauf, seine Herrschaft zu festigen. Langfords Erklärung wird dadurch gestützt, dass im selben Jahr, in dem Albinus getötet wurde, die ersten Münzprägungen mit der Legende IVLIA DOMNA AVG erschienen.

Eine weitere Besonderheit war die veränderte Legendentitulatur ab dem Jahr 196 n.Chr. Während Iulia Domna bis zu diesem Jahr als IVLIA DOMNA AVG bezeichnet wurde, veränderte sich ihre Legende ab 196 n.Chr. zu IVLIA AVGVSTA. Dies wird begründet mit der Ernennung Caracallas als Caesar und Thronfolger im Jahr 196 n.Chr. Die Person der Kaiserin trat hinter ihre Funktion als Frau des Kaisers und Mutter des Thronfolgers zurück. Nach dem Tod des Septimius Severus 211 n.Chr. übernahm Iulia Domna wieder vermehrt Regierungsaufgaben ihres Sohnes Caracalla statt und vollzog abermals eine Wandlung von der Mutter hin zur Kaisermutter. Erneut wechselte die Legendeninschrift und Titulatur von AVGVSTA zu AVG.

Augusta (die Erhabene) ist eine Ehrenbezeichnung, die römische Kaiser ihren Ehefrauen oder nahen weiblichen Verwandten – etwa ihren Müttern, Schwestern, Großmüttern oder Töchtern – verleihen konnten. Sie stellt bis in die Spätantike das weibliche Gegenstück zum Titel Augustus dar, der im Römischen und frühen Byzantinischen Reich einen Bestandteil der Kaisertitulatur bildete. Obwohl nicht mit bestimmten rechtlichen oder politischen Kompetenzen ausgestattet, kam der Augusta-Würde ideologisch große Bedeutung zu. Die Augustae nahmen oft eine besondere, teils sehr machtvolle Stellung am kaiserlichen Hof ein.

Erstmals bekam Livia Drusilla, die langjährige dritte Ehefrau des ersten Kaisers Augustus, durch testamentarische Verfügung des verstorbenen Princeps im Jahr 14 n.Chr. den Namen Augusta verliehen. Aus dem ehrenhalber verliehenen Cognomen Augusta entwickelte sich zunehmend ein Titel der Kaisergattin oder anderer weiblicher Verwandter, der jedoch – wie auch der Augustus-Titel – keinerlei bestimmte rechtliche Kompetenzen verlieh. Auch fortan war der Augusta-Titel bedeutsam, da er in Gestalt der Augusta als Kaiserinmutter (mater principis) eine dynastische Herrschaft legitimieren konnte. Die Verleihung erfolgte durch einen Senatsbeschluss mit Zustimmung des Kaisers, häufig auch auf dessen Betreiben. Anlässe dafür waren vor allem der Herrschaftsantritt des Kaisers, die Eheschließung oder die Geburt eines Nachkommen. Die Augusta war die erste Frau im Staat, was ihr vor allem zeremonielle Würden und Aufgaben einbrachte. Jedoch waren nicht alle Kaisergattinnen Trägerinnen des Titels. Auch konnte die Verleihung abgelehnt werden (recusatio). Ob kaiserliche Frauen diese Ehre erfuhren oder nicht, gibt aber nicht zwingend Aufschluss über ihre politische Bedeutung. Unabhängig von der Verleihung des Titels Augusta wurden im griechischsprachigen Osten des Imperium Romanum Gattinnen oder weibliche Angehörige der Kaiser häufig mit dem ins Griechische übersetzten Namen Sebaste geehrt.

Iulia Domna führte den Augusta-Titel seit Herrschaftsbeginn ihres Gatten Septimius Severus im Jahr 193 n.Chr. Zudem trug sie als zweite Kaiserin nach Faustina Minor ab 195 n.Chr. den Titel einer mater castrorum, der ihr anlässlich ihrer Anwesenheit im Militärlager verliehen und der später zu mater castrorum et senatus et patriae erweitert wurde. Beide Titel wurden fortan parallel zueinander verwendet. Bei Iulia Mamaea, der Mutter des Severus Alexander, wurde die inoffizielle Titulatur einer spanischen Inschrift zufolge zu einer „Mutter des Heerlagers, des Senats, des Vaterlands und des ganzen Menschengeschlechts“ (mater castrorum et senatus et patriae et universi generis humani) gesteigert.

Septimius Severus Sohn Caracalla machte seine Frau Fulvia Plautilla zur Augusta. Nachdem ihr Vater Plautianus von Caracalla des geplanten Mordes an Septimius Severus bezichtigt und getötet worden war, verlor Plautilla jedoch ihren Titel, wurde verbannt und 211 n.Chr. schließlich ermordet. Ihr Name verfiel der damnatio memoriae. Unter den Severern kam zeitweise vor allem der Großmutter und Mutter des Kaisers die Augusta-Würde und außerordentliche politische Bedeutung zu. So führte Iulia Maesa, die Großmutter Kaiser Elagabals, den Augusta-Titel und widmete sich anstelle ihres unmündigen Enkels den Regierungsgeschäften. Elagabals Mutter und die Tochter Maesas, Iulia Soaemias, erlangte den Titel ebenso wie alle drei bezeugten Ehefrauen des Princeps, Iulia Paula, Aquilia Severa und Annia Faustina. Als Kaiserinmutter des Severus Alexander und Augusta übte Iulia Mamaea über die Volljährigkeit ihres Sohnes hinaus großen Einfluss auf die Regentschaft aus. Auch Severus Alexanders Frau Orbiana trug den Augusta-Titel. In severischer Zeit wurde außerdem der Titel sanctissima Augusta geschaffen, den Inschriften etwa für Iulia Maesa, Iulia Mamaea und Orbiana bezeugen und der sich bis zum Ende des 3. Jahrhunderts häufig findet. Zudem dokumentierten die meisten der machtbewussten Augustae des 3. Jahrhunderts ihre außerordentliche Stellung in eigenen Münzen.

Die Haarpracht und Haarmode der Severer Dynastie. Im Vergleich zu den schrillen Frisuren der flavischen und trajanischen Zeit, die keine hundert Jahre zurücklagen, wirkte das Arrangement der gebildeten syrischen Aristokratentochter Iulia Domna an der Seite des Kaisers Septimius Severus kompliziert, jedoch ein wenig statisch. Wie bei vielen ihrer Vorgängerinnen war die Art und Weise, wie die Haare getragen wurden, Teil des programmatischen kaiserlichen Gesamtkonzepts. Ging es doch darum, eine neue, dauerhafte Dynastie zu etablieren, deren Grundsatz der geregelten Verhältnisse sowohl auf familiärer als auf staatlicher Ebene gelten sollte. 

Iulia Domnas vertikal oder horizontal onduliertes Seitenhaar wurde im Bereich des Hinterkopfes von einem überdimensionalen, vertikalen Chignon überdeckt. Gelegentlich trug die Kaiserin auch einen kleineren Haarknoten im Genick, womit sie eine gewisse Solidarität mit ihrer Schwiegertochter Publia Fulvia Plautilla, ihrer Schwester sowie ihren Nichten Iulia Avita Mamaea und Iulia Soaemias Bassiana an den Tag legte. Auch die drei Schwiegertöchter eben jener Iulia Soaemias Bassiana und Gattinnen des Elagabal – Iulia Aquilia Severa, Annia Aurelia Faustina und Iulia Cornelia Paula – bildeten dabei keine Ausnahme. 

Dies galt in gleicherweise für Gnaea Seia Herennia Sallustia Barbia Orbiana als Schwiegertochter der Iulia Avita Mamaea und als Gattin an der Seite des Kaisers Severus Alexander. Allerdings zeigte sich das severische Kaiserhaus auch Experimenten gegenüber aufgeschlossen, was die Entwicklung des Scheitelzopfes enorm vorantrieb.

Die rundplastischen Bildnisse zeigen die Kaiserin mit einem kleinen, kugeligen Kopf, einem rundlichen Gesicht mit weichen Zügen und zartem Teint, breitem Mund mit schmalen Lippen und großen Augen, die von markanten Brauenbögen überspannt werden. Bildnisse der Iulia Domna wurden etwa ein Vierteljahrhun­dert lang angefertigt, in der Regierungszeit ihres Mannes und Sohnes und kurz nach ihrem Tode. Alle vor ca. 205 n.Chr. entstandenen Portraits gehören dem ersten Typus an („Typus Gabii“), der zu Beginn der Herrschaft des Severus kreiert wurde. Um 205 n.Chr. wurde der zweite Typus („Typus Leptis“) eingeführt, der allmählich die frühere Bildnisfassung verdrängte.

Ein Alterungsprozess ist den Bildern der Kaiserin nur sehr eingeschränkt anzusehen. Die Münzen mit dem ersten Portraittypus zeigen Iulia betont jugendlich. Auf den späteren Münzen sind die physiognomischen Merkmale der Kaiserin (die buschigen Brauenbögen, die leicht gebogene Nase, das spitze Kinn) markanter wiedergegeben. Lediglich die nach ihrem Tode geprägten Münzen zeigen die Kaiserin mit eingefallenen Zügen.

Die beste Vorstellung davon, wie die Kaiserin gesehen werden sollte, geben die in Rom herausgegebenen Münzen. Für Iulia Domna wurden mehr Münztypen entworfen als für jede andere Kaiserin. Die Thematik der Reversbilder schließt an die aus der Zeit der Antoninen an. Münzen mit dem Brustbild der Kaiserin auf der Vorderseite zeigen auf der Rückseite Figuren der Göttinnen Venus, Ceres, Juno, Diana, Vesta, Roma, Kybele und Isis oder zahlreicher Personifikationen, von denen die meisten Glück und Wohlstand oder verbindliche Verhaltensnormen thematisieren: Fortuna (Glück), Felicitas (Glückseligkeit), Hilaritas (Fröhlichkeit), Fecunditas (Fruchtbarkeit), Pietas (Frömmigkeit), Concordia (Eintracht), Pudicitia (angemessenes Verhalten) und andere mehr. Von den Göttinnen wird Venus am variantenreichsten dargestellt. Beischriften bezeichnen sie als Venus Victrix (Siegerin), Genetrix (Stammmutter) und Felix (die Glückbringende).

Durch die Verbindung der Bilder von Vorder-­ und Rückseite wird eine reziproke Beziehung hergestellt: Die Rückseitenbilder machen Aussagen über die Qualitäten und die Stellung der Kaiserin, rühmen sie, visualisieren Wünsche, Hoffnungen und Erwartungen.

Revers:
Zu sehen ist die nach rechts stehende Göttin Isis mit spitzer Kopfbedeckung. Den linken Fuß auf einem Schiffsbug stützend, den Säugling Horus an ihrer Brust, in der rechten Hand ein Kranz(?) oder ein Sistrum(?) haltend. Dahinter abgebildet ein Altar, an dem ein Ruder lehnt. Die Inschrift lautet: SAECVLI FELICITAS für Saeculi Felicitas (Zeitalter der Glückseligkeit).

Isis ist eine Göttin der ägyptischen Mythologie. Sie war die Göttin der Geburt, der Wiedergeburt und der Magie. Spätestens im griechisch-römischen Kult wurde sie auch zur Herrin der Unterwelt, die sich mit Riten für die Toten befassten. Sie erscheint erstmals in Inschriften des Alten Reiches. Popularität und Ansehen erlangte sie, gemeinsam mit ihrem Gemahl Osiris und ihrer Zwillingsschwester Nephthys, durch den sogenannten Osiris-Mythos und den Isis-Hymnus. Isis wurde noch von den in Ägypten lebenden Griechen und Römern bis in die christliche Zeit hinein verehrt. Die häufigste und traditionellste Darstellungsform der Isis war die einer zierlichen, aufrechtstehenden oder knienden Frau mit Thronsitz auf dem Kopf. Sie hielt oft ein Papyrus-Zepter oder ein Anchkreuz in der Hand, in späterer Zeit manchmal auch ein Sistrum oder ein Menit. Wird sie kniend dargestellt, hält sie häufig einen Schen-Ring oder auch das Zeichen für Ewigkeit.

Bereits ab dem späten Alten Reich konnte sie auch mit Kuhhörnern und Sonnenscheibe auf dem Kopf erscheinen und ähnelte so der kuhköpfigen, und ebenfalls stets Hörner tragenden, Göttin Hathor. Beide Göttinnen sind einzig durch die Inschrift neben der Darstellung zu unterscheiden. Isis konnte aber auch als Schwarzmilan dargestellt werden, in späterer Zeit auch mit Menschenkopf. Sie stellte nun einen sogenannten „Klagevogel“ dar, der um den verstorbenen Gott Osiris trauert und schützend seine Schwingen über dem Leichnam ausbreitet. Ab dem Mittleren Reich sind Figurinen bekannt, die Isis mit dem kleinen Horusknaben zeigen. Horus sitzt auf Isis Schoß und wird von ihr gestillt. Es wird angenommen, dass diese figürliche Darstellung das spätere Christentum zu zahlreichen, bekannten Madonnenbildnissen inspirierte. In der griechisch-römischen Epoche wurden Isis-Darstellungen dem eigenen Kunststil angepasst. Isisstatuen in typisch hellenistischer Gestaltung zeigen die Göttin mit Tunika und geknotetem Umhang, in den Händen Sistrum und Weinkanne haltend.

Die Göttin Isis wird immer als Schutzherrin, Bewacherin und Betreuerin aller Wesen beschrieben, die leiden oder in großer Sorge sind. Aus diesem Grund wurde sie als mütterliche Göttin, als Göttin der Genesung, des Schutzes und der Magie angesehen. Gemäß dem berühmten Osiris-Mythos wurde Isis auch als Totengottheit und als die Göttin der Reanimation verehrt. Dies zeigt sich deutlich in mehreren Sargtexten des Neuen Reiches, in denen der Verstorbene um magische Unterstützung durch Isis bittet, wenn er vor dem Unterweltgericht angeklagt wird. Die Ägypter hatten große Sorge, dass sie beim Betreten der Anderswelt ihre menschlichen Fähigkeiten, wie zum Beispiel Sehen, Sprechen, Hören und unabhängiges Denken, verlieren könnten. Isis sollte alle Dämonen abwehren, die Menschen versuchten und in die Irre führten, um sich wieder an das Verlorengegangene der menschlichen Fähigkeiten zu erinnern. Aber in erster Linie wurde Isis als himmlische Muttergestalt verehrt. Der Kult von Isis und Osiris beschreibt Isis als Mutter diverser Gottheiten wie Ihi, Horus und auch als Mutter des verstorbenen Königs. Die Mutterschaftsfunktion der Isis wird unter anderem eindrucksvoll in dem Papyrus Westcar (13. Dynastie) beschrieben, in dessen Erzählung sie ihre Magie benutzt, um die Geburt von drei künftigen Königen vorauszusagen und zu unterstützen. Isis wurde daher neben Gottheiten wie der Krötengöttin Heqet und dem Zwergengott Bes auch als Gottheit der Geburt verehrt.

Während der griechisch-römischen Epoche erfuhr Isis eine ungeahnte Popularität. Sie wurde von den Griechen vornehmlich mit der Göttin Demeter gleichgesetzt und besonders in Alexandria verehrt. Ihr ägyptischer Gatte Osiris wurde mit dem Unterwelt-Gott Serapis identifiziert. In der alexandrinischen Vorstadt Eleusis befand sich der Haupttempel. Als sich Ptolemaios I. Soter (323–283 v.Chr.) in Alexandria niederließ und sie zu seiner neuen Hauptstadt in Ägypten ernannte, ließ er eigens den angesehenen Priester Timotheus nach Eleusis kommen. Isis verschmolz aber auch mit anderen Göttinnen, besonders häufig wurde sie – neben Demeter – mit Aphrodite gleichgesetzt. Viele Statuenbildnisse von Isis-Aphrodite zeigen die Göttin, wie sie ihre Hand verhüllend vor ihre Scham hält, wie bei der Aphrodite von Knidos des Künstlers Praxiteles zu sehen ist. Alternativ verknüpfte man sie zum Beispiel mit Hera, Athena und Artemis. In römischer Zeit waren es die entsprechenden Göttinnen Iuno, Diana und Ceres. Ein interessanter Synkretismus ging aus einer Verbindung von Isis mit der ägyptischen Göttin Maat hervor: Dikaiosyne. Dabei wurden Isis eine große Zahl an Beinamen und Titeln zugesprochen, weshalb sie von den Griechen Myrionýmos (dt. „die mit zehntausend Namen“) genannt wurde. Oder sie wurde Euthenia (dt. „Überfluss“ oder „Üppigkeit“), Lóchia (dt. „Hebamme“) und/oder Outeira (dt. „Retterin“) geheißen. In römischen Widmungen an sie findet sich besonders oft der Beiname Invicta (dt. „die Unbezwingbare“).

In späthellenistischer bis nachchristlicher Zeit gelangte der Isis-Kult über Griechenland bis nach Spanien. Zu dieser Zeit galt Isis als Beschützerin der Seefahrer. Die Isis wird deshalb häufig, vor allem bei Alexandrinischen Münzen stehend auf einem Schiff mit einem geblähten Segel in der Hand dargestellt. Antike Kultorte entstanden in Athen, Samothraki, in Rom und auf der Insel Delos. Die dort tätigen Priester wurden als Pastophóroi (dt. „Schreinträger“) bezeichnet. Aus Pompeji stammen mehrere Mosaike, die Isis in römischer Tracht und mit Geierhaube zeigen. Als der römische Diktator Sulla um 80 v.Chr. auf dem Kapitol einen Isis-Tempel errichten ließ, wurde umgehend ein Kollegium aus Pastophoroi gegründet. Im Hellenismus setzte man den lebenden König, der mit Horus gleichgesetzt wurde, mit Osiris als dem verstorbenen König in Verbindung. So wurde Isis auch mit dem Osirismythos in Beziehung gebracht und dadurch Teil des sogenannten Isis-und-Osiris-Kultes. Der griechische Historiker Plutarch beschrieb die Göttin im 2. Jahrhundert als das weibliche Prinzip in der Natur. Während der Isis-Kult in nachchristlicher Zeit in Ägypten bald nachließ, erfuhr er besonders im Römischen Reich ein wahres Auf und Ab. So gab es römische Kaiser, die den Isis-Kult zeitweise verboten, aber auch solche (unter anderem Traian, Hadrian und Commodus), die sich für die Priesterschaften der Isis (und des Sarapis) einsetzen und Tempeldienste erlaubten. Zu dieser Zeit waren Statuenbildnisse der Isis sehr gefragt, auch kamen unzählige Münzen mit dem Bildnis der Isis in Umlauf. Der einzige vollständig erhaltene lateinische Roman der Antike, der Goldene Esel des Apuleius, handelt von den Isis-Mysterien. Der Kult breitete sich sogar in den Alpen und nördlich davon aus. Dort gab es beispielsweise Isis-Tempel in Maria Saal, Köln, Mainz und London, wie auch das Presbyterium von Isis in Szombathely. Ab etwa 300 n.Chr. setzte sich das Bild der stehenden Isis mit Knotenpallas, Sistrum und Situla durch. Der Isis-Kult hielt sich bis etwa 500 n.Chr. In Ägypten wurde der letzte offizielle Tempelkult der Isis auf der Insel Philae in den Jahren 535 bis 537 n.Chr. geschlossen. Im Tempel von Dendur währte der Kult noch einige Jahre länger. Somit besaßen das Christentum und die alte pharaonische Religion ein Jahrhundert währende zeitliche Überschneidung.

Das Sistrum ist eine Rahmenrassel, die historisch aus der Kultmusik Mesopotamiens und des Alten Ägypten bekannt ist. Ein Sistrum ist auf einem 2600 v.Chr. datierten Rollsiegel der Sumer abgebildet. Im römischen Ägypten verwendeten Frauen Sistren beim Kultus der Isis. Das altägyptische Sistrum besteht aus einem metallenen, in ovale Form gebogenen Bügel mit einem Stiel. Mitten durch den Bügel gehen metallene Stäbe, die sich in weiten Löchern leicht hin- und herbewegen und dadurch beim Tanz ein rasselndes Geräusch hervorbringen. Der Stiel ist meist mit einem Kopf der Hathor, seltener des Gottes Bes geschmückt. Hiernach sind auch die „Sistrumsäulen“ benannt, die in Dendera den Tempel der Hathor zieren. Diese tragen Kapitelle, die an vier Seiten Hathors Kopf zeigen, während der obere Teil der Säule den Mammisi zeigt. Auch auf reichsrömischen Münzen wurde das Sistrum als Kennzeichen der Isis abgebildet.

Horus war ein Hauptgott in der frühen Mythologie des Alten Ägypten. Ursprünglich ein Himmelsgott, war er außerdem Königsgott, zugleich auch Kriegsgott, ein Welten- oder Lichtgott und Beschützer der Kinder. In seiner Bedeutung als Emblem eines siegreichen Volkes avancierte Horus zum Kriegsgott und zum kriegsbringenden Führer, wodurch der Glaube entstand, der König (Pharao) sei dessen irdische Verkörperung. Seit dieser Zeit trugen die Könige Ägyptens den Falkengott Horus in ihrer Königs-Titulatur. Die Bedeutung von Horus als Himmels- und Königsgott wird als gleich alt beziehungsweise zeitgleich angesehen. Dadurch, dass die Könige zur selben Zeit den Gott Re verehrten, kam es zu einer Identifizierung des Horus mit der Sonne. Der zur Staatsreligion gegensätzlichen Vorstellung des Volkes zufolge war Horus jedoch zwischenzeitlich mit dem Sohn des Osiris gleichgesetzt worden. Die so entstandenen Wechselbeziehungen beider Identifizierungen eines Gottes führten zu einer verschiedenen Mythenbildung. Trotz der Unterschiede dieser beiden Horus-Götter verschmolzen die Ägypter den Sonnen-Horus in späterer Zeit mit dem gleichnamigen Gott des Osiriskultes zu einem Gott Horus. Allerdings führte dieser Verschmelzungsprozess (Synkretismus) in verschiedenen Kultzentren zu unterschiedlichen Ergebnissen, so dass es schließlich fünfzehn verschiedene Horus-Götter gab.

Horus hat in der geschichtlichen Entwicklung der ägyptischen Mythologie zahlreiche Veränderungen erfahren: Es entstanden unterschiedliche Wesensformen in Falkengestalt, die jeweils in einen eigenen Mythos eingebettet sind und deswegen unterschiedliche Eigenschaften und Kultorte haben. Der gesamte Mythos um Horus ist deshalb sehr vielschichtig und erscheint zuweilen sehr kompliziert. Abbildungen des Gottes Horus zählen sicherlich zu den zahlreichsten eines Gottes in Ägypten. Er ist sowohl in Texten als auch in bildlichen Darstellungen fast allgegenwärtig. Horus wird als Falke oder auch als stehender Mensch mit Falkenkopf, der zuweilen eine Doppelkrone trägt, dargestellt. In der griechisch-römischen Zeit erfolgte die Darstellung des Gottes häufig als Legionär. Auch das Motiv der den Horusknaben stillenden Isis findet sich gelegentlich auf römischen Münzen mit dem Porträt von Kaiserinnen. Dabei handelt es sich nicht nur um in Alexandria geprägte Münzen für die römische Provinz Ägypten, sondern auch um reichsrömische Münzen, die in Ägypten nicht umliefen. Solche Prägungen dokumentieren die Aufnahmebereitschaft von ursprünglich fremder Mythologie durch die römische Kultur.

Hintergrund:
Zu dieser stadtrömischen Prägung der Isis unter Septimius Severus für seine Frau und Kaiserin Iulia Domna gibt es unter Forschern verschiedene Interpretationsversuche und Deutungen. Dies ist das erste Mal, dass es die Göttin Isis auf die Rückseite einer römische Stadtprägung einer Kaiserin schaffte. Als Erstes wollen wir auf die einzelnen Symbole und Darstellungen eingehen. Dabei sind Schiffsbug und Ruder noch einfach zu erklären, gehörten sie als Attribute doch bekannterweise zu Isis als Patronin der Schifffahrt und Göttin der Navigation. Das jährliche Isis Fest der Schiffsnavigation fand jeden 5. März statt, bei dem ein Schiff mit ihrem Abbild ins Meer geleitet wurde, um die Eröffnung der Schiffssaison nach dem Winter zu markieren.

Uneins sind sich Experten, ob Isis auf einer Münze der Iulia Domna oder ob Iulia Domna als Isis dargestellt wurde. Befürworter der letzteren Interpretation wollen in dem Haar der Isis eindeutig eine Ähnlichkeit mit der Haar Stil der Iulia Domna erkennen. Die Kaiserin ist als Isis inkarniert und sie trägt einen königlichen Säugling auf ihrem Arm, was wiederum eine Assoziation zu Caracalla darstellen soll. Iulia Domna ist Isis, ist damit mütterliche Göttin, Schutzherrin, Bewacherin und Betreuerin aller Wesen, aber vor allem auch der königlichen Familie und Dynastie. Caracalla, dargestellt als der Säugling Horus, ist damit Königskind, Kriegsgott, Welten- und Lichtgott, später auch eine Identifikation zur Sonne. Hier schließt sich der Kreis mit dem durch die Severer propagandierten und besonders gefördertem Kult des Sol.

Unklar ist der Gegenstand, welcher Isis auf den stadtrömischen Münzen in der rechten Hand hält. Ist es ein Sistrum, eine Rassel? Vergrößert man den Blick auf die Rückseite, so könnte man auch meinen, einen Siegeskranz zu erkennen. Dies würde unter Umständen die These mit Caracalla als Horus Knabe stützen – als Legitimation der dynastischen Nachfolge des Kaisersohnes. Auf östlichen Prägungen dieses Denartyps fehlt dieses Attribut. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass der Gegenstand bewusst im römisch-italischen Gebiet hinzugefügt wurde. In den östlichen Regionen wird Isis traditionell nicht mit einem Siegeskranz dargestellt – im stadtrömischen Raum könnte dieses Attribut in der Freiheit der Gestaltungsmöglichkeiten bei Göttern / Göttinnen und als deutlicher dynastischer Hinweis hinzugefügt worden sein.

Eine in Ostia bei Rom gefundene Statue zeigt die Kaiserin in Gewändern, wie sie die Zeitgenossen von Darstellungen griechischer Gottheiten kannten. Mit den Mohnkapseln der Göttin Ceres in der Hand, als Garantin von Wohlstand. Auf einem Relieffries im Theater von Hierapolis in Phrygien erscheint die kaiserliche Familie im Kontext lokaler Wettkämpfe. Severus und Iulia sehen wie das höchste Götterpaar aus. Der Kaiser, von seinen stehenden Söhnen flankiert, sitzt auf einem Thron und hält ein Zepter, eine fliegende Victoria bekränzt ihn. Iulia Domna gleicht in ihrer griechischen Kleidung und mit der Spendeschale in der Rechten dem Erscheinungsbild der göttlichen Gemahlin des Iuppiter. Dies sind alles keine Einzelfälle. Reliefs des Bogens in Leptis Magna zeigen das Götterpaar Iuppiter und Iuno mit den Portraits des Kaiserpaares und eine beim Triumphzug dargestellte Victoria mit dem Portrait der Kaiserin.

Auf Silber- und Goldmünzen des Jahres 202 n.Chr. sind der Kaiser auf der Vorderseite und die übrige Familie auf der Rückseite zu sehen. Die Büste der Iulia in Frontalansicht, flankiert von den beiden Söhnen Geta und Caracalla im Profil. Die Inschrift verheißt hier ebenso mit „FELICITAS SAECVLI“ die Glückseligkeit des Jahrhunderts. Versprochen wird dies durch die Dynastie der Severer. Auf Goldmünzen des Jahres 201 n.Chr. mit Caracalla auf der Vorderseite, erscheinen auf der Rückseite die überhöhten Büsten des Kaiserpaares gestaffelt mit den Götterattributen des Sol (Strahlenkrone des Severus) und der Luna (Mondsichel unter der Büste der Iulia).

Eine Inkarnation der Iulia Domna als Göttin Isis ist daher auf der hier vorgestellten Münze nicht unwahrscheinlich, ebenso wie die Verheißung des Zeitalters der Glückseligkeit durch die severische Dynastie und der legitimen Nachfolge des Caracalla als zukünftiger Herrscher. Unklar bleibt noch der Prägezeitpunkt. Möglich wäre gegen 196 n.Chr. als Caracalla zum Caesar und damit zukünftigen Kaiser ernannt wurde. Oder gar erst gegen 198 n.Chr. als er zum Augustus und damit de facto gleichrangigen Kaiser ausgerufen wurde. Manche plädieren auch auf etwa 200 n.Chr. als Hommage an Ägypten und Alexandria, als sich die kaiserliche Familie in die Provinz begab.

Quellen:
* Wikipedia: Iulia Domna
* Wikipedia: Augusta
* Wikipedia: Isis
* Wikipedia: Horus
* Wikipedia: Sistrum
* Feminae: römische Frisuren der römischen Frauen
* Peter Robert Franke, Ilse Paar: die antiken Münzen der Sammlung Heynen
* Marion Meyer: Braut des besten Mannes, Mutter des besten Kindes, assyrische Göttin der Liebe, nie untergehender Mond
* Sarah Meinzer: Die Glorifizierung von Julia Domnas Mutterschaft zugunsten der Herrschaftsprogrammatik von Septimius Severus

Obverse:
You can see the draped bust of Iulia Domna facing right. The inscription reads: IVLIA AVGVSTA for Iulia Augusta.

Her husband and emperor Septimius Severus was already in April 193 AD proclaimed by his troops as Augustus. Iulia Domna received the title only after Severus defeated Didius Iulianus in the autumn of the same year. According to Langford’s thesis, Severus didn’t want to draw too much attention to his wife in order to obscure his plan to found a dynasty in front of the Senate. Because of the other emperors, Severus‘ position of power was initially precarious, which is why he urgently needed the support of the Senate. Only after his last competitor, Clodius Albinus, was defeated did Severus focus on consolidating his rule. Langford’s explanation is supported by the fact that the first coins bearing the legend IVLIA DOMNA AVG appeared in the same year that Albinus was killed.

Another special feature was the changed legend title from 196 AD. While Iulia Domna was referred to as IVLIA DOMNA AVG up to this year, her legend changed from 196 AD to IVLIA AVGVSTA. This is justified by the appointment of Caracalla as Caesar and heir to the throne in 196 AD. The person of the empress took a back seat to her function as wife of the emperor and mother of the heir to the throne. After the death of Septimius Severus in 211 AD Iulia Domna took over more of her son Caracalla’s government duties and once again completed a transformation from mother to emperor mother. Again the legend inscription and title changed from AVGVSTA to AVG.

Augusta (the sublime) is a title of honor that Roman emperors could bestow on their wives or close female relatives – such as their mothers, sisters, grandmothers or daughters. Until late antiquity it represented the female counterpart to the title Augustus, which was part of the imperial title in the Roman and early Byzantine Empires. Although not endowed with specific legal or political powers, the Augustan dignity was of great ideological importance. The Augustae often held a special, sometimes very powerful position at the imperial court.

For the first time, Livia Drusilla, the longtime third wife of the first Emperor Augustus, was granted a will by the deceased Princeps in 14 AD given the name Augusta. From the honorary cognomen Augusta, a title of the emperor’s wife or other female relatives increasingly developed, which, however – like the Augustus title – did not confer any specific legal powers. The Augusta title was also significant from then on, since it could legitimize dynastic rule in the form of Augusta as Empress Mother (mater principis). The award was made by a Senate decision with the consent of the emperor, often at his instigation. The main reasons for this were the emperor’s accession to power, marriage or the birth of a descendant. The Augusta was the first woman in the state, which above all brought her ceremonial dignities and duties. However, not all imperial wives were holders of the title. The award could also be rejected (recusatio). Whether imperial women received this honor or not does not necessarily provide information about their political importance. Irrespective of the granting of the title Augusta, in the Greek-speaking east of the Roman Empire, wives or female relatives of the emperors were often honored with the name Sebaste, translated into Greek.

Iulia Domna held the Augusta title from the beginning of her husband Septimius Severus‘ reign in 193 AD. In addition, she was the second empress after Faustina Minor from 195 AD the title of mater castrorum, given to her on the occasion of her presence in the military camp and later extended to mater castrorum et senatus et patriae. From then on, both titles were used in parallel. In the case of Iulia Mamaea, the mother of Severus Alexander, the unofficial title was increased according to a Spanish inscription to a „mother of the army camp, the senate, the fatherland and the entire human race“ (mater castrorum et senatus et patriae et universi generis humani).

Septimius Severus son Caracalla made his wife Fulvia Plautilla Augusta. However, after her father Plautianus was accused by Caracalla of planning the murder of Septimius Severus and killed, Plautilla lost her title, was banished and in 211 AD eventually murdered. Her name fell into damnatio memoriae. At times, under the Severans, the grandmother and mother of the emperor in particular held the Augusta dignity and extraordinary political importance. Iulia Maesa, the grandmother of Emperor Elagabalus, held the Augusta title and devoted herself to government affairs in place of her underage grandson. Elagabalus’s mother and Maesa’s daughter, Iulia Soaemias, attained the title, as did all three of the princeps‘ attested wives, Iulia Paula, Aquilia Severa, and Annia Faustina. As Empress Dowager of Severus Alexander and Augusta, Iulia Mamaea exercised great influence on the regency after her son had come of age. Severus Alexander’s wife Orbiana also held the Augusta title. In the Severan period, the title sanctissima Augusta was also created, which inscriptions attest to for example for Iulia Maesa, Iulia Mamaea and Orbiana and which is frequently found up to the end of the 3rd century. In addition, most of the power-conscious Augustae of the 3rd century documented their extraordinary position in their own coins.

The head of hair and hair fashion of the Severan dynasty. Compared to the flamboyant hairstyles of the Flavian and Trajanic periods, less than a hundred years ago, the arrangement of the educated Syrian aristocrat’s daughter Iulia Domna at the side of Emperor Septimius Severus seemed complicated, if a little static. As with many of her predecessors, the manner in which the hair was worn was part of the overall imperial programmatic concept. After all, it was about establishing a new, permanent dynasty, whose principle of regulated relationships should apply both to the family and to the state level.

Iulia Domna’s vertically or horizontally undulated side hair was covered by an oversized, vertical chignon at the back of the head. Occasionally, the empress also wore a smaller bun at the nape of her neck, showing a certain solidarity with her daughter-in-law Publia Fulvia Plautilla, her sister and her nieces Iulia Avita Mamaea and Iulia Soaemias Bassiana. The three daughters-in-law of the same Iulia Soaemias Bassiana and wives of Elagabalus – Iulia Aquilia Severa, Annia Aurelia Faustina and Iulia Cornelia Paula – were no exception.

The same applied to Gnaea Seia Herennia Sallustia Barbia Orbiana as daughter-in-law of Iulia Avita Mamaea and as wife at the side of Emperor Severus Alexander. However, the Severan imperial family was also open to experiments, which gave enormous impetus to the development of the crown braid.

The three-dimensional portraits show the empress with a small, spherical head, a round face with soft features and a delicate complexion, a wide mouth with narrow lips and large eyes that are spanned by distinctive arched brows. Images of Iulia Domna were made for about a quarter of a century, during the reigns of her husband and son and shortly after her death. All before about 205 AD the resulting portraits belong to the first type („Typus Gabii“), which was created at the beginning of the reign of Severus. Around 205 AD the second type („Typus Leptis“) was introduced, which gradually displaced the earlier version of the portrait.

An aging process can only be seen to a very limited extent in the pictures of the empress. The coins with the first portrait type show Iulia as a youthful figure. On the later coins, the physiognomic features of the empress (the bushy arched brows, the slightly curved nose, the pointed chin) are more prominently reproduced. Only the coins minted after her death show the empress with sunken features.

The coins issued in Rome give the best idea of ​​how the empress should be seen. More coin types were designed for Iulia Domna than for any other empress. The theme of the reverse pictures follows on from the time of the Antonines. Coins with the bust of the empress on the obverse show figures of the goddesses Venus, Ceres, Juno, Diana, Vesta, Roma, Cybele and Isis or numerous personifications on the reverse, most of which deal with happiness and prosperity or binding norms of behavior: Fortuna (happiness ), Felicitas (Bliss), Hilaritas (Cheerfulness), Fecunditas (Fertility), Pietas (Piety), Concordia (Harmony), Pudicitia (Appropriate Conduct) and others. Of the goddesses, Venus is represented with the most variety. Inscriptions refer to her as Venus Victrix (winner), Genetrix (progenitor) and Felix (the lucky one).

By connecting the images of the front and back, a reciprocal relationship is created: the back images make statements about the qualities and position of the empress, praise her, visualize desires, hopes and expectations.

Reverse:
You can see the goddess Isis standing to the right with a pointed headgear. Left foot resting on a ship bow, infant Horus at her breast, holding a wreath(?) or sistrum(?) in the right hand. Behind is an altar on which an oar is leaning. The inscription reads: SAECVLI FELICITAS for Saeculi Felicitas (Age of good fortune).

Isis is a goddess in Egyptian mythology. She was the goddess of childbirth, rebirth and magic. At the latest in the Greco-Roman cult, she also became the mistress of the underworld, which dealt with rites for the dead. It appears for the first time in inscriptions of the Old Kingdom. She gained popularity and prestige, together with her husband Osiris and her twin sister Nephthys, through the so-called Osiris myth and the Isis hymn. Isis was still worshiped by the Greeks and Romans living in Egypt up to Christian times. The most common and traditional representation of Isis was that of a petite, upright or kneeling woman with a throne on her head. She often held a papyrus scepter or an Ankhkreuz in her hand, and later sometimes a sistrum or a menit. If she is shown kneeling, she is often holding a Schen ring or the symbol for eternity.

As early as the late Old Kingdom, she could also appear with cow horns and a sun disc on her head and thus resembled the cow-headed goddess Hathor, who also always wore horns. Both goddesses can only be distinguished by the inscription next to the depiction. But Isis could also be represented as a black kite, and later also with a human head. She now represented a so-called „bird of lamentation“ who mourns the deceased god Osiris and protectively spreads his wings over the corpse. Figurines showing Isis with the little boy Horus are known from the Middle Kingdom onwards. Horus sits on Isis‘ lap and is nursed by her. It is believed that this figurative representation inspired later Christianity to numerous well-known images of the Madonna. In the Greco-Roman era, depictions of Isis were adapted to their own artistic style. Statues of Isis in typical Hellenistic design show the goddess with a tunic and knotted cloak, holding a sistrum and wine jug in her hands.

The goddess Isis is always described as the protector, guardian and caretaker of all beings who are suffering or in great distress. Because of this, she was considered a maternal goddess, a goddess of recovery, protection, and magic. According to the famous Osiris myth, Isis was also worshiped as the goddess of death and resuscitation. This is clearly seen in several New Kingdom coffin texts in which the deceased asks for magical assistance from Isis when he is tried in the underworld court. The Egyptians were very concerned that upon entering the Otherworld they would lose their human abilities, such as seeing, speaking, hearing, and thinking independently. Isis was to ward off all demons that tempted and misled humans in order to remember what was lost in human faculties. But primarily Isis was worshiped as a heavenly mother figure. The cult of Isis and Osiris describes Isis as the mother of various deities such as Ihi, Horus and also as the mother of the late king. The maternity function of Isis is impressively described in the papyrus Westcar (13th dynasty), among others, in the narrative of which she uses her magic to foretell and assist in the birth of three future kings. Isis was therefore worshiped alongside deities such as the toad goddess Heqet and the dwarf god Bes as a deity of childbirth.

During the Graeco-Roman era, Isis experienced unprecedented popularity. The Greeks primarily equated her with the goddess Demeter and especially worshiped her in Alexandria. Her Egyptian husband Osiris was identified with the underworld god Serapis. The main temple was in the Alexandrian suburb of Eleusis. When Ptolemy I Soter (323-283 BC) settled in Alexandria and made it his new capital in Egypt, he specially invited the respected priest Timothy to Eleusis. But Isis also merged with other goddesses, particularly often she was equated with Aphrodite, along with Demeter. Many statuary images of Isis-Aphrodite show the goddess holding her hand veiling her privates, as seen in the artist Praxiteles‘ Aphrodite of Cnidus. Alternatively, they were linked to Hera, Athena and Artemis, for example. In Roman times they were the corresponding goddesses Iuno, Diana and Ceres. An interesting syncretism emerged from a connection between Isis and the Egyptian goddess Maat: Dikaiosyne. Isis was given a large number of epithets and titles, which is why the Greeks called her Myrionýmos (Eng. „the one with ten thousand names“). Or she was called Euthenia (Eng. „abundance“ or „luxuriance“), Lóchia (Eng. „midwife“) and/or Outeira (Eng. „Saviour“). In Roman dedications to her, the epithet Invicta (Eng. „the indomitable“) is found particularly often.

In the late Hellenistic to post-Christian period, the Isis cult reached Spain via Greece. At that time, Isis was considered the protector of seafarers. Isis is therefore often depicted, especially on Alexandrian coins, standing on a ship with a swelled sail in her hand. Ancient cult sites arose in Athens, Samothrace, Rome and on the island of Delos. The priests working there were referred to as Pastophóroi (Eng. „shrine bearers“). Several mosaics from Pompeii show Isis in Roman costume and with a vulture hood. When the Roman dictator Sulla around 80 BC built a temple to Isis on the Capitol, a College of Pastophoroi was immediately established. In Hellenism, the living king, identified with Horus, was associated with Osiris as the deceased king. In this way, Isis was also associated with the Osiris myth and thereby became part of the so-called Isis and Osiris cult. The 2nd-century Greek historian Plutarch described the goddess as the feminine principle in nature. While the Isis cult soon subsided in post-Christian Egypt, it experienced real ups and downs, especially in the Roman Empire. There were Roman emperors who temporarily banned the Isis cult, but there were also others (including Traian, Hadrian and Commodus ) who advocated for the priesthoods of Isis (and Sarapis) and allowed temple services. At that time, statues of Isis were in great demand, and countless coins with the image of Isis came into circulation. The only complete surviving Latin novel of antiquity, Apuleius’s Golden Ass, deals with the Isis mysteries. The cult even spread to and north of the Alps. There were, for example, Isis temples in Maria Saal, Cologne, Mainz and London, as well as the presbytery of Isis in Szombathely. From about 300 AD the image of the standing Isis with node pallas, sistrum and situla prevailed. The Isis cult lasted until about 500 AD. In Egypt, the last official temple cult of Isis was on the island of Philae in 535-537 AD closed. In the Temple of Dendur, the cult lasted a few more years. Thus, Christianity and the ancient pharaonic religion had a century-long temporal overlap.

The sistrum is a frame rattle historically known from the cult music of Mesopotamia and Ancient Egypt. A sistrum is on a 2600 BC dated Sumerian cylinder seal. In Roman Egypt, women used sisters in the cult of Isis. The ancient Egyptian sistrum consists of a metal bow bent into an oval shape with a handle. Metal rods go through the middle of the bracket, which move slightly back and forth in wide holes and thus produce a rattling noise when dancing. The handle is usually decorated with a head of Hathor, more rarely the god Bes. The „sistrum columns“ that adorn the temple of Hathor in Dendera are also named after this. These bear capitals showing Hathor’s head on four sides, while the upper part of the column shows the Mammisi. The sistrum was also depicted on imperial Roman coins as a symbol of Isis.

Horus was a major god in early Egyptian mythology. Originally a god of the sky, he was also a king’s god, at the same time a god of war, a world or light god and protector of children. In his importance as an emblem of a victorious people, Horus became the god of war and the leader of war, giving rise to the belief that the king (pharaoh) was their earthly embodiment. From that time the kings of Egypt wore the falcon god Horus in their royal titulature. The meaning of Horus as sky and king god is considered to be of the same age or contemporaneous. Because the kings worshiped the god Re at the same time, Horus was identified with the sun. According to the people’s idea, which was contrary to the state religion, Horus had meanwhile been equated with the son of Osiris. The resulting interrelationships between the two identifications of a god led to the formation of different myths. Despite the differences between these two Horus gods, the Egyptians later merged the Sun Horus with the god of the Osiris cult of the same name into one god Horus. However, this process of merging (syncretism) led to different results in different cult centers, so that there were finally fifteen different Horus gods.

Horus has undergone numerous changes in the historical development of Egyptian mythology: Different beings in the form of a falcon emerged, each embedded in its own myth and therefore having different characteristics and cult sites. The entire myth of Horus is therefore very complex and sometimes appears very complicated. Depictions of the god Horus are certainly among the most numerous of a god in Egypt. It is almost ubiquitous in both text and visual representations. Horus is depicted as a falcon or as a standing human with a falcon’s head, sometimes wearing a double crown. In the Greco-Roman period, the god was often depicted as a legionnaire. The motif of Isis breastfeeding the boy Horus is also occasionally found on Roman coins with portraits of empresses. These are not only coins minted in Alexandria for the Roman province of Egypt, but also imperial Roman coins that did not circulate in Egypt. Such imprints document the receptiveness of originally foreign mythology by Roman culture.

Background:
There are various attempts and interpretations among researchers to this Roman city coinage of Isis under Septimius Severus for his wife and empress Iulia Domna. This is the first time that the goddess Isis has made it onto the reverse of a Roman city coin of an empress. First we want to go into the individual symbols and representations. The ship’s bow and rudder are easy to explain, as they are known to belong to Isis as the patroness of shipping and the goddess of navigation. The annual Isis Festival of Ship Navigation was held every March 5th when a ship bearing her likeness was launched into the sea to mark the opening of the shipping season after winter.

Experts disagree as to whether Isis was depicted on a coin of Iulia Domna or whether Iulia Domna was depicted as Isis. Proponents of the latter interpretation clearly want to see a similarity in Isis‘ hair with the hair style of Iulia Domna. The empress is incarnated as Isis and she is carrying a royal infant in her arms, which in turn is meant to represent an association with Caracalla. Iulia Domna is Isis, and is therefore the maternal goddess, patron, guardian and caretaker of all beings, but above all of the royal family and dynasty. Caracalla, depicted as the infant Horus, is thus a king’s child, god of war, god of the world and light, and later also an identification with the sun. Here the circle closes with the cult of Sol propagated and particularly promoted by the Severans.

The object that Isis is holding in the right hand on the Roman city coins is unclear. Is it a sistrum, a rattle? If you enlarge the view of the back, you might think you can see a victor’s wreath. This would under certain circumstances support the thesis with Caracalla as Horus‘ boy – as legitimation of the dynastic succession of the emperor’s son. This attribute is missing on eastern coins of this denarius type. This could be an indication that the item was deliberately added in Roman Italic territory. In the eastern regions, Isis is not traditionally depicted with a victor’s wreath – in the Roman city, this attribute could have been added to gods/goddesses in the freedom of design options and as a clear dynastic indication.

A statue found in Ostia near Rome shows the empress in robes familiar to contemporaries from depictions of Greek deities. With the poppy capsules of the goddess Ceres in hand, as a guarantor of prosperity. A relief frieze in the theater at Hierapolis in Phrygia depicts the imperial family in the context of local competitions. Severus and Julia look like the supreme god couple. The Emperor, flanked by his standing sons, sits on a throne and holds a scepter, crowned by a flying Victory. Iulia Domna, in her Greek dress and with the bowl in her right hand, resembles the appearance of the divine wife of Iuppiter. All of these are not isolated cases. Reliefs of the arch in Leptis Magna show the pair of gods Iuppiter and Iuno with the portraits of the imperial couple and Victoria depicted in a triumphal procession with the portrait of the empress.

On silver and gold coins of the year 202 AD features the Emperor on the front and the rest of the family on the back. The bust of Iulia in front view, flanked by the two sons Geta and Caracalla in profile. The inscription also promises the bliss of the century with „FELICITAS SAECVLI“. This is promised by the Severan dynasty. On gold coins of the year 201 AD with Caracalla on the front, the raised busts of the imperial couple appear on the back, staggered with the divine attributes of Sol (Severus‘ radiant crown) and Luna (crescent moon under the bust of Iulia).

An incarnation of Iulia Domna as the goddess Isis is therefore not improbable on the coin presented here, as is the promise of the Age of Happiness through the Severan dynasty and the legitimate successor of Caracalla as future ruler. The date of minting remains unclear. It would be possible around 196 AD when Caracalla was appointed Caesar and thus future emperor. Or even around 198 AD when he was proclaimed Augustus and thus de facto equal emperor. Some also argue about 200 AD in homage to Egypt and Alexandria when the imperial family went to the provinces.

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