Iulia Domna bis 217 n.Chr.

Silber Denar Rom Iulia Domna 196/211 n.Chr.

Münze:
Denar der römischen Kaiserzeit 196/211 n.Chr.
Material: Silber
Durchmesser: 19mm
Gewicht: 3,28g
Münzstätte: Rom
Provenienz: Roma Numismatic, London, Ex Private Sammlung England
Referenz: RIC IV Septimius Severus 561

Avers:
Zu sehen ist die nach rechts gerichtete drapierte Büste der Iulia Domna. Die Inschrift lautet: IVLIA AVGVSTA für Iulia Augusta.

Ihr Ehemann und Kaiser Septimius Severus wurde bereits im April 193 n.Chr. von seinen Truppen als Augustus ausgerufen. Iulia Domna erhielt den Titel erst nach dem Sieg des Severus über Didius Iulianus im Herbst des gleichen Jahres. Nach Langfords These wollte Severus nicht zu viel Aufmerksamkeit auf seine Frau lenken, um sein Vorhaben einer Dynastiegründung vor dem Senat zu verschleiern. Denn wegen der anderen Kaiser war Severus Machtstellung anfangs noch prekär, weshalb er die Unterstützung des Senats dringend benötigte. Erst nachdem sein letzter Konkurrent, Clodius Albinus, besiegt war, konzentrierte sich Severus darauf, seine Herrschaft zu festigen. Langfords Erklärung wird dadurch gestützt, dass im selben Jahr, in dem Albinus getötet wurde, die ersten Münzprägungen mit der Legende IVLIA DOMNA AVG erschienen.

Eine weitere Besonderheit war die veränderte Legendentitulatur ab dem Jahr 196 n.Chr. Während Iulia Domna bis zu diesem Jahr als IVLIA DOMNA AVG bezeichnet wurde, veränderte sich ihre Legende ab 196 n.Chr. zu IVLIA AVGVSTA. Dies wird begründet mit der Ernennung Caracallas als Caesar und Thronfolger im Jahr 196 n.Chr. Die Person der Kaiserin trat hinter ihre Funktion als Frau des Kaisers und Mutter des Thronfolgers zurück. Nach dem Tod des Septimius Severus 211 n.Chr. übernahm Iulia Domna wieder vermehrt Regierungsaufgaben ihres Sohnes Caracalla statt und vollzog abermals eine Wandlung von der Mutter hin zur Kaisermutter. Erneut wechselte die Legendeninschrift und Titulatur von AVGVSTA zu AVG.

Augusta (die Erhabene) ist eine Ehrenbezeichnung, die römische Kaiser ihren Ehefrauen oder nahen weiblichen Verwandten – etwa ihren Müttern, Schwestern, Großmüttern oder Töchtern – verleihen konnten. Sie stellt bis in die Spätantike das weibliche Gegenstück zum Titel Augustus dar, der im Römischen und frühen Byzantinischen Reich einen Bestandteil der Kaisertitulatur bildete. Obwohl nicht mit bestimmten rechtlichen oder politischen Kompetenzen ausgestattet, kam der Augusta-Würde ideologisch große Bedeutung zu. Die Augustae nahmen oft eine besondere, teils sehr machtvolle Stellung am kaiserlichen Hof ein.

Erstmals bekam Livia Drusilla, die langjährige dritte Ehefrau des ersten Kaisers Augustus, durch testamentarische Verfügung des verstorbenen Princeps im Jahr 14 n.Chr. den Namen Augusta verliehen. Aus dem ehrenhalber verliehenen Cognomen Augusta entwickelte sich zunehmend ein Titel der Kaisergattin oder anderer weiblicher Verwandter, der jedoch – wie auch der Augustus-Titel – keinerlei bestimmte rechtliche Kompetenzen verlieh. Auch fortan war der Augusta-Titel bedeutsam, da er in Gestalt der Augusta als Kaiserinmutter (mater principis) eine dynastische Herrschaft legitimieren konnte. Die Verleihung erfolgte durch einen Senatsbeschluss mit Zustimmung des Kaisers, häufig auch auf dessen Betreiben. Anlässe dafür waren vor allem der Herrschaftsantritt des Kaisers, die Eheschließung oder die Geburt eines Nachkommen. Die Augusta war die erste Frau im Staat, was ihr vor allem zeremonielle Würden und Aufgaben einbrachte. Jedoch waren nicht alle Kaisergattinnen Trägerinnen des Titels. Auch konnte die Verleihung abgelehnt werden (recusatio). Ob kaiserliche Frauen diese Ehre erfuhren oder nicht, gibt aber nicht zwingend Aufschluss über ihre politische Bedeutung. Unabhängig von der Verleihung des Titels Augusta wurden im griechischsprachigen Osten des Imperium Romanum Gattinnen oder weibliche Angehörige der Kaiser häufig mit dem ins Griechische übersetzten Namen Sebaste geehrt.

Iulia Domna führte den Augusta-Titel seit Herrschaftsbeginn ihres Gatten Septimius Severus im Jahr 193 n.Chr. Zudem trug sie als zweite Kaiserin nach Faustina Minor ab 195 n.Chr. den Titel einer mater castrorum, der ihr anlässlich ihrer Anwesenheit im Militärlager verliehen und der später zu mater castrorum et senatus et patriae erweitert wurde. Beide Titel wurden fortan parallel zueinander verwendet. Bei Iulia Mamaea, der Mutter des Severus Alexander, wurde die inoffizielle Titulatur einer spanischen Inschrift zufolge zu einer „Mutter des Heerlagers, des Senats, des Vaterlands und des ganzen Menschengeschlechts“ (mater castrorum et senatus et patriae et universi generis humani) gesteigert.

Septimius Severus Sohn Caracalla machte seine Frau Fulvia Plautilla zur Augusta. Nachdem ihr Vater Plautianus von Caracalla des geplanten Mordes an Septimius Severus bezichtigt und getötet worden war, verlor Plautilla jedoch ihren Titel, wurde verbannt und 211 n.Chr. schließlich ermordet. Ihr Name verfiel der damnatio memoriae. Unter den Severern kam zeitweise vor allem der Großmutter und Mutter des Kaisers die Augusta-Würde und außerordentliche politische Bedeutung zu. So führte Iulia Maesa, die Großmutter Kaiser Elagabals, den Augusta-Titel und widmete sich anstelle ihres unmündigen Enkels den Regierungsgeschäften. Elagabals Mutter und die Tochter Maesas, Iulia Soaemias, erlangte den Titel ebenso wie alle drei bezeugten Ehefrauen des Princeps, Iulia Paula, Aquilia Severa und Annia Faustina. Als Kaiserinmutter des Severus Alexander und Augusta übte Iulia Mamaea über die Volljährigkeit ihres Sohnes hinaus großen Einfluss auf die Regentschaft aus. Auch Severus Alexanders Frau Orbiana trug den Augusta-Titel. In severischer Zeit wurde außerdem der Titel sanctissima Augusta geschaffen, den Inschriften etwa für Iulia Maesa, Iulia Mamaea und Orbiana bezeugen und der sich bis zum Ende des 3. Jahrhunderts häufig findet. Zudem dokumentierten die meisten der machtbewussten Augustae des 3. Jahrhunderts ihre außerordentliche Stellung in eigenen Münzen.

Die Haarpracht und Haarmode der Severer Dynastie. Im Vergleich zu den schrillen Frisuren der flavischen und trajanischen Zeit, die keine hundert Jahre zurücklagen, wirkte das Arrangement der gebildeten syrischen Aristokratentochter Iulia Domna an der Seite des Kaisers Septimius Severus kompliziert, jedoch ein wenig statisch. Wie bei vielen ihrer Vorgängerinnen war die Art und Weise, wie die Haare getragen wurden, Teil des programmatischen kaiserlichen Gesamtkonzepts. Ging es doch darum, eine neue, dauerhafte Dynastie zu etablieren, deren Grundsatz der geregelten Verhältnisse sowohl auf familiärer als auf staatlicher Ebene gelten sollte. 

Iulia Domnas vertikal oder horizontal onduliertes Seitenhaar wurde im Bereich des Hinterkopfes von einem überdimensionalen, vertikalen Chignon überdeckt. Gelegentlich trug die Kaiserin auch einen kleineren Haarknoten im Genick, womit sie eine gewisse Solidarität mit ihrer Schwiegertochter Publia Fulvia Plautilla, ihrer Schwester sowie ihren Nichten Iulia Avita Mamaea und Iulia Soaemias Bassiana an den Tag legte. Auch die drei Schwiegertöchter eben jener Iulia Soaemias Bassiana und Gattinnen des Elagabal – Iulia Aquilia Severa, Annia Aurelia Faustina und Iulia Cornelia Paula – bildeten dabei keine Ausnahme. 

Dies galt in gleicherweise für Gnaea Seia Herennia Sallustia Barbia Orbiana als Schwiegertochter der Iulia Avita Mamaea und als Gattin an der Seite des Kaisers Severus Alexander. Allerdings zeigte sich das severische Kaiserhaus auch Experimenten gegenüber aufgeschlossen, was die Entwicklung des Scheitelzopfes enorm vorantrieb.

Die rundplastischen Bildnisse zeigen die Kaiserin mit einem kleinen, kugeligen Kopf, einem rundlichen Gesicht mit weichen Zügen und zartem Teint, breitem Mund mit schmalen Lippen und großen Augen, die von markanten Brauenbögen überspannt werden. Bildnisse der Iulia Domna wurden etwa ein Vierteljahrhun­dert lang angefertigt, in der Regierungszeit ihres Mannes und Sohnes und kurz nach ihrem Tode. Alle vor ca. 205 n.Chr. entstandenen Portraits gehören dem ersten Typus an („Typus Gabii“), der zu Beginn der Herrschaft des Severus kreiert wurde. Um 205 n.Chr. wurde der zweite Typus („Typus Leptis“) eingeführt, der allmählich die frühere Bildnisfassung verdrängte.

Ein Alterungsprozess ist den Bildern der Kaiserin nur sehr eingeschränkt anzusehen. Die Münzen mit dem ersten Portraittypus zeigen Iulia betont jugendlich. Auf den späteren Münzen sind die physiognomischen Merkmale der Kaiserin (die buschigen Brauenbögen, die leicht gebogene Nase, das spitze Kinn) markanter wiedergegeben. Lediglich die nach ihrem Tode geprägten Münzen zeigen die Kaiserin mit eingefallenen Zügen.

Die beste Vorstellung davon, wie die Kaiserin gesehen werden sollte, geben die in Rom herausgegebenen Münzen. Für Iulia Domna wurden mehr Münztypen entworfen als für jede andere Kaiserin. Die Thematik der Reversbilder schließt an die aus der Zeit der Antoninen an. Münzen mit dem Brustbild der Kaiserin auf der Vorderseite zeigen auf der Rückseite Figuren der Göttinnen Venus, Ceres, Juno, Diana, Vesta, Roma, Kybele und Isis oder zahlreicher Personifikationen, von denen die meisten Glück und Wohlstand oder verbindliche Verhaltensnormen thematisieren: Fortuna (Glück), Felicitas (Glückseligkeit), Hilaritas (Fröhlichkeit), Fecunditas (Fruchtbarkeit), Pietas (Frömmigkeit), Concordia (Eintracht), Pudicitia (angemessenes Verhalten) und andere mehr. Von den Göttinnen wird Venus am variantenreichsten dargestellt. Beischriften bezeichnen sie als Venus Victrix (Siegerin), Genetrix (Stammmutter) und Felix (die Glückbringende).

Durch die Verbindung der Bilder von Vorder-­ und Rückseite wird eine reziproke Beziehung hergestellt: Die Rückseitenbilder machen Aussagen über die Qualitäten und die Stellung der Kaiserin, rühmen sie, visualisieren Wünsche, Hoffnungen und Erwartungen.

Revers:
Zu sehen ist die nach links stehende Personifikation der Laetitia mit einem Kranz in der rechten ausgestreckten Hand und einem Ruder in der linken Hand haltend. Die Inschrift lautet: LAETITIA für Laetitia (Personifikation der Freude).

Laetitia ist die römische Personifikation von Freude und Fröhlichkeit. Ihr Name leitet sich von lat. laetus ab, das mit fruchtbar, ergiebig, fröhlich, vergnügt, erfreulich, angenehm bis anmutig und gefällig eine ganze Bandbreite positiver Begriffe abdeckt. Mehr reine Idee denn religiöse Figur wurde sie vor allem in Verbindung mit öffentlichen Feiern erst ab dem 2. Jahrhundert n.Chr. erwähnt. Ihre Darstellung erfolgte lediglich auf Münzen, die im Rahmen der kaiserlichen Propaganda all die positiven Eigenschaften hinter der Wortbedeutung dem Volk präsentieren sollten. Gemäß der Bedeutungsvielfalt dachte man ihr eine beträchtliche Anzahl an Attributen zu: Girlanden und Kränze als Symbole für das Feierliche, grüne Zweige als typische Dekoration antiker Feiern, Äpfel oder Getreideähren repräsentierten die Fruchtbarkeit, Szepter oder Speer die heilige Macht des Heiteren. Manchmal erschien auch ein die Stabilität darstellender Anker oder das Ruder – vgl. Fortuna – welches mit Heiterkeit durch das Leben lenkt. Schlussendlich konnte sich zu ihren Füssen noch eine Schlange winden.

Dabei blieb Laetitia stets in engem Bezug zu Kaiser und Staat, was sich auch in den Beinamen manifestierte. Auf Münzen der Kaiser Gordianus III. und Gallienus erschien sie als Laetitia Augusta (kaiserliche Freude) im Sinn, dass diese Herrscher dem Volk die Fröhlichkeit (zurück) brachten. Auch die Wiedernutzung bisher brach liegender oder in Feindeshand gelegener Ressourcen konnte man im Sinne einer freudigen Erleichterung so darstellen. Gleichzeitig gab die Möglichkeit die Geburt eines Kindes im Kaiserhaus bekannt zu machen.

Als Laetitia Fundata (von lat. fundatus „auf festem Grunde stehend“) zeigte man sie meist mit Ruder und Globus. Mit diesen Attributen erinnerte man die Menschen daran, dass die Prosperität Roms auf den Fundamenten des Erkennens und der Beeinflussung des Schicksals ruhte. In dieser Pose wurde sie etwa auf Münzen der Kaiserin Crispina – der Frau des Commodus – oder des Philippus Arabs abgebildet, was jedoch mit den tatsächlichen Zeitumständen wenig gemein hatte. Als Laetitia Publicae (öffentliche Fröhlichkeit, allgemeine Freude) sollte sie den Menschen vermitteln, dass das Regiment des Kaisers solch frohe Zustände schuf bzw. darauf seine bestehende Popularität beruhte. In dieser Form trat sie neben den Ähren auch mit Speer auf, der die Erleichterung nach einem gewonnenen Krieg anzeigte. Immerhin waren die Feierlichkeiten rund um einen Triumphzug eine gern gesehene Abwechslung bei den Bewohnern Roms.

Ihre Nennung als Laetitia Temporum (Fröhlichkeit der Zeiten) auf Münzen des 3. Jahrhunderts n.Chr. bei gleichzeitiger Abbildung eines von wilden Tieren umringten Bootes bezog sich nicht auf schwierige Staatsumstände, sondern um die großen Jahrtausendfeiern des Jahres 248 n.Chr. unter Kaiser Philippus Arabs. Literarisch ließ sie sich bislang nur einmal nachweisen, und zwar in den Metamorphosen des Ovid, wo sie als Freundin der Fama (Gerücht) die unbegründete Freude symbolisierte, die durch Klatsch hervorgerufen, aber auch wieder genommen werden kann. In anderem Lichte erscheint ihre Erwähnung auf Münzen des Antoninus Pius, wo allerdings Ceres und Proserpina abgebildet wurden. So ist hier eher von einem Beinamen, denn von einer eigenen Personifikation zu sprechen. Jedenfalls bezog sich das Motto dieser Münzen auf die Freude über die für Rom so notwendigen transmarinen Getreidelieferungen.

Hintergrund:
Die Münzprägung ist nach wie vor eine der besten Ressourcen, um einen Einblick in das öffentliche Bild der Kaiserinnen im Römischen Reich zu erhalten. Die severischen Frauen spielten dabei eine wichtige verbindende Rolle in der Dynastie, eine Position, die durch ihre jeweiligen numismatischen Bilder öffentlich kommuniziert wurden. Moderne Studien über die severischen Kaiser haben oft einen bedeutenden Fokus auf die Rolle gelegt, die Frauen innerhalb der Dynastie spielten. Die uneingeschränkte Akzeptanz der antiken literarischen Konstruktionen dieser Frauen, in Verbindung mit dem Glauben (aus isolierten epigraphischen Beweisen), dass diese Periode eine „Orientalisierung“ der römischen Religion und Kultur sah, führte oft zu dem Glauben, dass die Kaiserin Iulia Domna den Beginn einer Dynastie mächtiger östlicher Frauen einläutete, die das Wesen der „römischen“ Kultur korrumpierten. Von Domaszewskis Verurteilung von Domna war in dieser Hinsicht besonders einflussreich, aber neuere Arbeiten sind zu einem besseren Verständnis der öffentlichen Rolle dieser Frauen gekommen. Sie zeigen, dass die severischen Kaiserinnen keine „östliche“ korrumpierende Kraft waren, sondern eine wichtige verbindende Rolle spielten. Zunächst schufen die Frauen des Severerer Hauses ein Gefühl der Kontinuität mit den Antoninern und bildeten die verbindende Grundlage für die Severer-Dynastie selbst.

Iulia Domna erscheint in einer Vielzahl von Inschriften und Widmungen und erhielt zu Lebzeiten und danach viele Ehrentitel. Die beträchtliche Menge an erhaltenem Material, das sich auf sie bezieht, spiegelt zweifellos die Zeitspanne wider, in der sie mit dem kaiserlichen Haus verbunden war (etwa 24 Jahre), aber vielleicht auch die erhöhte Ausgabe von Inschriften und provinziellen Münzen in der Severer Periode. Bemerkenswerterweise erscheint Domnas Name auf Meilensteinen, eine Ehre, die einer kaiserlichen Frau noch nie zuvor zuteilwurde. Sie hatte auch eine Rolle in den Riten, die mit der Feier der saekularen Spiele im Jahr 204 n.Chr. verbunden waren – und wird mit dem Rest der kaiserlichen Familie auf den Reliefs des Tores der Argentarii und auf dem Bogen in Lepcis Magna gezeigt. Cassius Dio berichtet, dass Caracalla ihr die kaiserliche Korrespondenz anvertraute. Eine Inschrift in Ephesus bewahrt die Antwort der Kaiserin auf eine Petition der Stadt und hält ihr Versprechen fest, dass sie mit ihrem „süßesten Sohn“ im Namen der Stadt arbeiten würde. Die textlichen Zeugnisse dieser Zeit stellen sie als Patronin der Philosophen und Rhetoriker dar. Dies ist am bemerkenswertesten in den Werken von Philostratus, der angibt, dass Domna das Leben von Apollonius von Tyana in Auftrag gegeben hat, und der einen Brief an sie über Plutarch schrieb. Dio berichtet, dass Domna sich der Philosophie zuwandte, als Trost für ihre Behandlung durch Severus Prätorianerpräfekten Plautianus, aber ihre fortgesetzte Schirmherrschaft über Philosophen nach Plautianus Sturz von der Macht deutet auf ein reales und anhaltendes Interesse hin. Philostratus berichtet von einem Beispiel, wie die Kaiserin als Patronin fungierte und den Lehrstuhl für Rhetorik in Athen für Philiskos sicherte.

Der Gesamteindruck, den die Münzprägung vermittelt, ist vielfältig. Iulia Domna ist mit einer Vielzahl von Göttinnen verbunden, aber auch mit der Glückseligkeit der Herrschaft von Severus, die durch Arten von Fortuna, Hilaritas und wie auf diesem Denar mit Laetitia kommuniziert wurde. Domnas Münzprägung visualisiert ihre Rolle als traditionelle römische Kaiserin. Sie wird mit den traditionellen römischen Göttinnen Iuno, Venus und Diana in Verbindung gebracht, gilt als Verkörperung der sexuellen Tugend und trägt durch ihre Rolle als Mutter der offensichtlichen Erben zur Freude des Zeitalters bei. Iulia Domnas vielfältiges numismatisches Bild während der Regierungszeit von Septimius Severus spiegelt die Tatsache wider, dass Severus selbst eine Reihe von Ideologien verwendete, um seine neue Dynastie zu rechtfertigen und zu sanktionieren. Um die Verbindung zu Severus Adoptivfamilie, den Antoninern, zu unterstreichen, ist Domna mit Gottheiten und Idealen verbunden, die bereits Motive auf der Münzprägung von Faustina der Älteren und Faustina der Jüngeren waren. Dass Domnas Bild weitgehend von Severus eigenen Ideologien geprägt war, wird deutlich, wenn man die Transformation ihrer Münztypen unter der alleinigen Herrschaft ihres Sohnes Caracalla betrachtet.

Mit dem Jahr 198 n.Chr. starteten die Ausgaben mit Hilaritas, Cybele, Ceres, Venus Felix, Pudicitia, Pieteas und die auch hier vorgestellte Laetitia. All diese Typen wurden auch für die antoninischen Frauen geprägt, von Faustina der Älteren bis hin zu Crsipina. Mit diesen Assoziationen versuchte sich Septimius Severus ideologisch an die Antoninern zu binden und damit wiederum seine Dynastie der Severer zu legitimieren.

Quellen:
* Wikipedia: Iulia Domna
* Wikipedia: Augusta
* Wikipedia: Laetitia
* Imperium-Romanum.com: Laetitia
* Feminae: römische Frisuren der römischen Frauen
* Clare Rowan: The public image of the severan woman
* Peter Robert Franke, Ilse Paar: die antiken Münzen der Sammlung Heynen
* Marion Meyer: Braut des besten Mannes, Mutter des besten Kindes, assyrische Göttin der Liebe, nie untergehender Mond
* Sarah Meinzer: Die Glorifizierung von Julia Domnas Mutterschaft zugunsten der Herrschaftsprogrammatik von Septimius Severus

Obverse:
You can see the draped bust of Iulia Domna facing right. The inscription reads: IVLIA AVGVSTA for Iulia Augusta.

Her husband and emperor Septimius Severus was already in April 193 AD proclaimed by his troops as Augustus. Iulia Domna received the title only after Severus defeated Didius Iulianus in the autumn of the same year. According to Langford’s thesis, Severus didn’t want to draw too much attention to his wife in order to obscure his plan to found a dynasty in front of the Senate. Because of the other emperors, Severus‘ position of power was initially precarious, which is why he urgently needed the support of the Senate. Only after his last competitor, Clodius Albinus, was defeated did Severus focus on consolidating his rule. Langford’s explanation is supported by the fact that the first coins bearing the legend IVLIA DOMNA AVG appeared in the same year that Albinus was killed.

Another special feature was the changed legend title from 196 AD. While Iulia Domna was referred to as IVLIA DOMNA AVG up to this year, her legend changed from 196 AD to IVLIA AVGVSTA. This is justified by the appointment of Caracalla as Caesar and heir to the throne in 196 AD. The person of the empress took a back seat to her function as wife of the emperor and mother of the heir to the throne. After the death of Septimius Severus in 211 AD Iulia Domna took over more of her son Caracalla’s government duties and once again completed a transformation from mother to emperor mother. Again the legend inscription and title changed from AVGVSTA to AVG.

Augusta (the sublime) is a title of honor that Roman emperors could bestow on their wives or close female relatives – such as their mothers, sisters, grandmothers or daughters. Until late antiquity it represented the female counterpart to the title Augustus, which was part of the imperial title in the Roman and early Byzantine Empires. Although not endowed with specific legal or political powers, the Augustan dignity was of great ideological importance. The Augustae often held a special, sometimes very powerful position at the imperial court.

For the first time, Livia Drusilla, the longtime third wife of the first Emperor Augustus, was granted a will by the deceased Princeps in 14 AD given the name Augusta. From the honorary cognomen Augusta, a title of the emperor’s wife or other female relatives increasingly developed, which, however – like the Augustus title – did not confer any specific legal powers. The Augusta title was also significant from then on, since it could legitimize dynastic rule in the form of Augusta as Empress Mother (mater principis). The award was made by a Senate decision with the consent of the emperor, often at his instigation. The main reasons for this were the emperor’s accession to power, marriage or the birth of a descendant. The Augusta was the first woman in the state, which above all brought her ceremonial dignities and duties. However, not all imperial wives were holders of the title. The award could also be rejected (recusatio). Whether imperial women received this honor or not does not necessarily provide information about their political importance. Irrespective of the granting of the title Augusta, in the Greek-speaking east of the Roman Empire, wives or female relatives of the emperors were often honored with the name Sebaste, translated into Greek.

Iulia Domna held the Augusta title from the beginning of her husband Septimius Severus‘ reign in 193 AD. In addition, she was the second empress after Faustina Minor from 195 AD the title of mater castrorum, given to her on the occasion of her presence in the military camp and later extended to mater castrorum et senatus et patriae. From then on, both titles were used in parallel. In the case of Iulia Mamaea, the mother of Severus Alexander, the unofficial title was increased according to a Spanish inscription to a „mother of the army camp, the senate, the fatherland and the entire human race“ (mater castrorum et senatus et patriae et universi generis humani).

Septimius Severus son Caracalla made his wife Fulvia Plautilla Augusta. However, after her father Plautianus was accused by Caracalla of planning the murder of Septimius Severus and killed, Plautilla lost her title, was banished and in 211 AD eventually murdered. Her name fell into damnatio memoriae. At times, under the Severans, the grandmother and mother of the emperor in particular held the Augusta dignity and extraordinary political importance. Iulia Maesa, the grandmother of Emperor Elagabalus, held the Augusta title and devoted herself to government affairs in place of her underage grandson. Elagabalus’s mother and Maesa’s daughter, Iulia Soaemias, attained the title, as did all three of the princeps‘ attested wives, Iulia Paula, Aquilia Severa, and Annia Faustina. As Empress Dowager of Severus Alexander and Augusta, Iulia Mamaea exercised great influence on the regency after her son had come of age. Severus Alexander’s wife Orbiana also held the Augusta title. In the Severan period, the title sanctissima Augusta was also created, which inscriptions attest to for example for Iulia Maesa, Iulia Mamaea and Orbiana and which is frequently found up to the end of the 3rd century. In addition, most of the power-conscious Augustae of the 3rd century documented their extraordinary position in their own coins.

The head of hair and hair fashion of the Severan dynasty. Compared to the flamboyant hairstyles of the Flavian and Trajanic periods, less than a hundred years ago, the arrangement of the educated Syrian aristocrat’s daughter Iulia Domna at the side of Emperor Septimius Severus seemed complicated, if a little static. As with many of her predecessors, the manner in which the hair was worn was part of the overall imperial programmatic concept. After all, it was about establishing a new, permanent dynasty, whose principle of regulated relationships should apply both to the family and to the state level.

Iulia Domna’s vertically or horizontally undulated side hair was covered by an oversized, vertical chignon at the back of the head. Occasionally, the empress also wore a smaller bun at the nape of her neck, showing a certain solidarity with her daughter-in-law Publia Fulvia Plautilla, her sister and her nieces Iulia Avita Mamaea and Iulia Soaemias Bassiana. The three daughters-in-law of the same Iulia Soaemias Bassiana and wives of Elagabalus – Iulia Aquilia Severa, Annia Aurelia Faustina and Iulia Cornelia Paula – were no exception.

The same applied to Gnaea Seia Herennia Sallustia Barbia Orbiana as daughter-in-law of Iulia Avita Mamaea and as wife at the side of Emperor Severus Alexander. However, the Severan imperial family was also open to experiments, which gave enormous impetus to the development of the crown braid.

The three-dimensional portraits show the empress with a small, spherical head, a round face with soft features and a delicate complexion, a wide mouth with narrow lips and large eyes that are spanned by distinctive arched brows. Images of Iulia Domna were made for about a quarter of a century, during the reigns of her husband and son and shortly after her death. All before about 205 AD the resulting portraits belong to the first type („Typus Gabii“), which was created at the beginning of the reign of Severus. Around 205 AD the second type („Typus Leptis“) was introduced, which gradually displaced the earlier version of the portrait.

An aging process can only be seen to a very limited extent in the pictures of the empress. The coins with the first portrait type show Iulia as a youthful figure. On the later coins, the physiognomic features of the empress (the bushy arched brows, the slightly curved nose, the pointed chin) are more prominently reproduced. Only the coins minted after her death show the empress with sunken features.

The coins issued in Rome give the best idea of ​​how the empress should be seen. More coin types were designed for Iulia Domna than for any other empress. The theme of the reverse pictures follows on from the time of the Antonines. Coins with the bust of the empress on the obverse show figures of the goddesses Venus, Ceres, Juno, Diana, Vesta, Roma, Cybele and Isis or numerous personifications on the reverse, most of which deal with happiness and prosperity or binding norms of behavior: Fortuna (happiness ), Felicitas (Bliss), Hilaritas (Cheerfulness), Fecunditas (Fertility), Pietas (Piety), Concordia (Harmony), Pudicitia (Appropriate Conduct) and others. Of the goddesses, Venus is represented with the most variety. Inscriptions refer to her as Venus Victrix (winner), Genetrix (progenitor) and Felix (the lucky one).

By connecting the images of the front and back, a reciprocal relationship is created: the back images make statements about the qualities and position of the empress, praise her, visualize desires, hopes and expectations.

Reverse:
Laetitia is standing to the left, holding a wreath in her outstretched right hand and an oar in her left hand. The inscription reads: LAETITIA for Laetitia (personification of joy).

Laetitia is the Roman personification of joy and happiness. Its name is derived from the Latin laetus, which covers a whole range of positive terms with fruitful, productive, happy, cheerful, joyful, pleasant to graceful and pleasing. More of an idea than a religious figure, it only became popular in connection with public celebrations from the 2nd century AD mentioned. They were only depicted on coins, which were intended to present all the positive qualities behind the meaning of the word to the people as part of imperial propaganda. In accordance with the variety of meanings, a considerable number of attributes were attributed to it: garlands and wreaths as symbols for the festive, green branches as a typical decoration of ancient celebrations, apples or ears of grain represented fertility, scepter or spear the holy power of cheerfulness. Sometimes there was also an anchor representing stability or the rudder – cf. Fortuna – which steers through life with serenity. Finally, a snake was able to squirm at her feet.

Laetitia always remained closely related to the emperor and the state, which was also reflected in the nicknames. On coins of Emperor Gordianus III. and to Gallienus she appeared as Laetitia Augusta (imperial joy) in the sense that these rulers brought (back) happiness to the people. The reuse of previously unused resources or resources that were in enemy hands could also be presented in this way as a joyful relief. At the same time, there was an opportunity to announce the birth of a child in the imperial family.

As Laetitia Fundata (from Latin fundatus „standing on solid ground“) they were usually shown with an oar and globe. These attributes were used to remind people that Rome’s prosperity rested on the foundations of knowing and influencing destiny. She was depicted in this pose on the coins of Empress Crispina – Commodus‘ wife – or Philippus Arabs, although this had little in common with the actual circumstances of the time. As Laetitia Publicae (public happiness, general joy) it was intended to convey to the people that the emperor’s regiment created such happy conditions or that his existing popularity was based on it. In this form, besides the ears of corn, she also appeared with a spear, which indicated relief after a war had been won. After all, the celebrations around a triumphal procession were a welcome change among the inhabitants of Rome.

Their designation as Laetitia Temporum (gaiety of times) on coins of the 3rd century AD with a simultaneous depiction of a boat surrounded by wild animals did not refer to difficult state circumstances, but to the great millennium celebrations of the year 248 AD under Emperor Philip Arabs. In literary terms, it has so far only been proven once, namely in Ovid’s Metamorphoses, where, as the friend of fama (rumor), it symbolized the unfounded joy that gossip can cause, but can also be taken away again. Their mention appears in a different light on the coins of Antoninus Pius, where, however, Ceres and Proserpina were depicted. So here is more of an epithet than to speak of a personal personification. In any case, the motto of these coins referred to the joy about the transmarine grain deliveries that were so necessary for Rome.

Background:
Coinage remains one of the best resources for gaining insight into the public image of empresses in the Roman Empire. The Severan women played an important unifying role in the dynasty, a position that was publicly communicated through their respective numismatic images. Modern studies of the Severan emperors have often placed a significant focus on the role played by women within the dynasty. The unqualified acceptance of these women’s ancient literary constructions, coupled with the belief (from isolated epigraphic evidence) that this period saw an „orientalization“ of Roman religion and culture, often led to the belief that the Empress Iulia Domna marked the beginning of a ushered in a dynasty of powerful Eastern women who corrupted the very essence of „Roman“ culture. Von Domaszewski’s condemnation of Domna was particularly influential in this regard, but recent work has led to a better understanding of these women’s public roles. They show that the Severan empresses were not an „Eastern“ corrupting force, but played an important unifying role. First, the women of the Severan house created a sense of continuity with the Antonines and formed the unifying basis for the Severan dynasty itself.

Iulia Domna appears in a large number of inscriptions and dedications and received many honorary titles during her lifetime and afterwards. The considerable body of surviving material relating to her no doubt reflects the length of time she was associated with the imperial house (about 24 years), but perhaps also the increased issuance of inscriptions and provincial coinage in the Severan period. Notably, Domna’s name appears on milestones, an honor never before bestowed on a woman imperial. She also had a role in the rites associated with the celebration of the secular games in 204 AD associated – and is shown with the rest of the imperial family on the reliefs of the Gate of the Argentarii and on the Arch at Lepcis Magna. Cassius Dio reports that Caracalla entrusted her with the imperial correspondence. An inscription in Ephesus preserves the empress’s reply to a petition from the city, and records her promise that she would work with her „sweetest son“ on behalf of the city. The textual evidence of this period presents her as the patroness of philosophers and rhetoricians. This is most notable in the works of Philostratus, who states that Domna commissioned the life of Apollonius of Tyana, and who wrote a letter to her about Plutarch . Dio records that Domna turned to philosophy as a consolation for her treatment by Severus‘ praetorian prefect Plautianus, but her continued patronage of philosophers after Plautianus‘ fall from power suggests a real and enduring interest. Philostratus gives an example of the empress acting as patroness and securing the chair of rhetoric in Athens for Philiskos.

The overall impression conveyed by the coinage is varied. Iulia Domna is associated with a variety of goddesses, but also with the bliss of the reign of Severus, communicated through species of Fortuna, Hilaritas, and as on this denarius with Laetitia. Domna’s coinage visualizes her role as a traditional Roman empress. Associated with the traditional Roman goddesses Iuno, Venus and Diana, she is considered the embodiment of sexual virtue and adds to the joy of the age through her role as the mother of the apparent heirs. Iulia Domna’s diverse numismatic image during the reign of Septimius Severus reflects the fact that Severus himself used a range of ideologies to justify and sanction his new dynasty. To emphasize the connection to Severus‘ adoptive family, the Antonines, Domna is associated with deities and ideals that were already motifs on the coinage of Faustina the Elder and Faustina the Younger. That Domna’s image was largely shaped by Severus‘ own ideologies becomes clear when one considers the transformation of her coin types under the sole rule of her son Caracalla.

By the year 198 AD the editions started with Hilaritas, Cybele, Ceres, Venus Felix, Pudicitia, Pieteas and Laetitia, which is also presented here. All these types were also coined for the Antonine women, from Faustina the Elder to Crsipina. With these associations, Septimius Severus tried to bind himself ideologically to the Antonines and in turn to legitimize his Severan dynasty.

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