Lucius Septimius Severus Pertinax 193 bis 211 n.Chr.

Silber Denar Rom Lucius Septimius Severus Pertinax 209 n.Chr.

Münze:
Denar der römischen Kaiserzeit 209 n.Chr.
Material: Silber
Durchmesser: 18mm
Gewicht: 3,37g
Münzstätte: Rom
Provenienz: Gorny & Mosch, München
Referenz: RIC IV Septimius Severus 226

Avers:
Zu sehen ist die nach rechts gerichtete Büste des Septimius Severus mit Lorbeerkranz. Die Inschrift lautet: SEVERVS PIVS AVG für Severus Pius Augustus.

Nach der Ermordung von Commodus Nachfolger Pertinax in Rom am 28. März 193 n.Chr. nutzte Lucius Septimius Severus die sich bietende Chance und ließ sich zwischen dem 09. und 15. April 193 n.Chr. von den pannonischen Truppen in Carnuntum zum Kaiser und damit zum Augustus ausrufen. Wahrscheinlich spielte die stationierte Legio XIV gemina eine besondere Rolle, da Severus allein für diese Legion zur Ehre auch Goldmünzen schlagen ließ. Wie bereits erwähnt, soll die Ausrufung zum Kaiser zwischen dem 09. Und 15. April erfolgt sein. Letzteres Datum könnte einen abergläubischen oder auch religiösen Hintergrund haben. So soll er die drei Tage von seinem Geburtstag (11. April) an bis zur Proklamation im Glauben an die glückbringende Wirkung der Dreizahl gewartet haben.

Seit dem Jahr 195 n.Chr. nannte sich Septimius Severus in der offiziellen Titulatur der Militärdiplome, in der Mehrzahl der Inschriften und Münzen, in dem er nicht aus bloßer Eitelkeit, sondern zur Einführung der göttlichen Verehrung des Kaiserhauses im Staate seine Adoption durch Marcus Aurelius offiziell verkündete: imperatoris Caesaris divi Marcus Antonini Pii Sarmatici Germanici filius, divi Commodi frater, divi Antonini Pii nepos, divi Hadriani pronepos, divi Traiani Parthici abnepos, divi Nervae adnepos Lucius Septimius Severus Pius Pertinax Augustus. Vor dem Jahr 195 n.Chr. fehlen die Bezeichnungen Pius und Pertinax ausnahmslos in der Titulatur.

Anfang 194 n.Chr. besiegte Septimius Severus seinen Rivalen Pescennius Niger bei Kyzikos, dann entscheidend am 31. März bei Issos. Anschließend verlor dieser auf der Flucht zu den Parthern seinen Kopf und damit sein Leben. Nun konnte sich Severus weiter dem Osten zuwenden. Im Jahr 195 n.Chr. (vor dem 28. August) erfolgte die dreimalige Annahme des Imperatorentitels durch die Siege über Osroene, Arabien und Adiabene. Der römische Senat zeichnete daraufhin Severus durch die Ehrennamen Adiabenicus, Arabicus und Parthicus aus, welche sich auf zahlreichen Münzen und Inschriften in den verschiedensten Kombinationen, wie PART ARAB und PART ADIAB, finden lassen. Die Verleihung des Titels Parthicus ist jedoch insofern merkwürdig, da doch Severus gar keinen Zug gegen die Parther unternommen hatte, und nur so zu verstehen ist, dass die Adiabener und mesopotamischen Araber Vasallen der Parther gewesen sind.

Im Herbst 197 n.Chr. unternahm der Kaiser seinen zweiten Feldzug gegen die Parther und Mesopotamien. Dabei eroberte er unter anderem Babylon, Seleukeia und Ktesiphon. Mit der Belagerung von Hatra scheiterte Septimius Severus jedoch zweimal, so dass später Friedensbedingungen ausgehandelt werden mussten. Durch den insgesamt erfolgreichen Feldzug nahm Septimius Severus Anfang des Jahres 198 n.Chr. den Beinamen „Parthicus Maximus“ an, welcher auch auf Münzen mit der Titulatur „PART MAX“ geprägt wurde. Diesen Titel hatte vor ihm nur Traian getragen, an dessen militärische Erfolge und Größe Septimius erinnern und somit für sich propagandieren wollte.

Den Titel Pius findet man, wie bei seinem Sohn Caracalla, das erste Mal 201 n.Chr. auf den Münzen des Septimius Severus. Der Titel Felix erscheint zwar offiziell, wie zum Beispiel auf dem berühmten Triumphbogen des Septimius Severus, auf Münzen sucht man ihn jedoch vergebens. Einer seiner letzten Ehrentitel erhielt der Kaiser neben Caracalla und seinem zweiten Sohn Geta im Jahr 210 n.Chr. durch die erfolgreichen Feldzüge in Britannien gegen die Kaledonier und Mäaten. Der vergebene Ehrentitel Britannicus findet sich ab diesem Zeitpunkt bis zum Ende der Münzprägung für Septimius Severus auf einigen Münzen mit der Legendeninschrift BRIT wieder.

Von Septimius Severus sind vier Bildnistypen überliefert. In der Gestaltung der beiden ersten ist eine klare Programmatik zu erkennen, anders als bei den beiden folgenden. Der erste Typus ist bis ins Jahr 196 n.Chr. gültig. Septimius Severus ist hier mit kräftig-gedrungenem Gesicht, leichten Gesichtsfalten und kürzerem, durch Bohrungen aufgelockertem Haar und Bart wiedergegeben. In seinem Erscheinungsbild ist er kaum von dem hier auf Clodius Albinus bezogenen Bildnis zu unterscheiden. Sicher war die Ähnlichkeit beabsichtigt und die Bildaussage dieselbe. Zugleich wurde die allzu enge Anlehnung an die überfeinerte Tradition der Antoninen gemieden, wie sie Didius Julianus vertreten hatte.

Dann aber, in der schwelenden Auseinandersetzung mit Clodius Albinus und den damit einhergehenden Legitimationsproblemen, suchte Severus symbolisch den Rückhalt im antoninischen Kaiserhaus. Seit 195 n.Chr. propagierte er seine Abstammung von den Antoninen bzw. seine Adoption in dieses Kaiserhaus. Haar und Bart sind bei diesem Typus wesentlich üppiger und länger als vorher. Das Haar wölbt sich an den Schläfen in großen Schwüngen nach außen, nur in der Mitte sitzen einige kleine kurze Locken. Alle Falten sind aus dem Gesicht getilgt. Bis auf die kurzen Locken in der Stirnmitte sind damit die charakteristischen Züge des letzten Typus des Marc Aurel wiederholt. Auf den Münzen ist der Typenwandel im Jahr 196/197 n.Chr. zu beobachten.

Ein neuer Bildnistypus des Kaisers, der nur wenige Jahre später entstand, ist aus dem Typus des Jahres 196/197 n.Chr. entwickelt, mit einer auffallenden Veränderung. An die Stelle der kurzen Löckchen in der Stirnmitte treten vier lang herabhängende Locken. Diese können gewellt sein, es können aber auch richtige Korkenzieherlocken sein. Dieser Typus ist seit ca. 200 n.Chr. auf Münzen gut erkennbar. Die Forschung hat in den Stirnlocken lange eine Nachahmung der Stirnlocken des graeco-ägyptischen Gottes Sarapis sehen wollen. Deshalb wird der Typus gern als „Sarapistypus“ bezeichnet. Septimius soll den Gott auf einer Reise nach Ägypten in den Jahren um 200 n.Chr. besonders schätzen gelernt haben, sein Sohn Caracalla hat ihm später in Rom einen aufwendigen Tempel errichtet. Doch ist diese Vermutung inzwischen mit guten Gründen in Frage gestellt und vorgeschlagen worden, in der Frisur eine auch sonst verbreitete Modefrisur zu sehen.

In einem späteren Typus, der auf dem nach 204 n.Chr. zu datierenden Ehrenbogen für Septimius Severus in seiner Heimat Leptis Magna erscheint, hat Septimius Severus einen längeren, aber weniger voluminösen Bart und sehr kurz geschnittenes Haar, das zungenförmig ins Gesicht gekämmt ist und dem Kopf eng anliegt. Nach den retardierenden Rückgriffen auf die antoninische Tradition scheint Severus sich damit der schon lange beliebten und programmatisch von seinen Söhnen getragenen Kurzhaarmode der Zeit anzunähern.

Revers:
Zu sehen ist der Gott Iuppiter nach links stehend. In seiner rechten Hand hält er ein Blitzbündel, in der linken Hand einen Szepter. Links und rechts zu seinen Füßen steht jeweils ein kleines Kind. Die Inschrift lautet: P M TR P XVII COS III P P für Pontifex Maximus Tribunitia Potestas (zum siebzehnten Male) Consul (zum dritten Male) Pater Patriae.

Iuppiter ist der Name der obersten Gottheit der römischen Religion. Eine ältere Namensform ist Diēspiter. Er wurde oft als Iuppiter Optimus Maximus bezeichnet (bester und größter Iuppiter), in Inschriften meist abgekürzt zu IOM. Iuppiter entspricht dem griechischen Himmelsvater Zeus. Der ältere Name Diēspiter setzt sich aus dieis (lateinisch dies „Tag“) und pater (lateinisch „Vater“) zusammen und bedeutet demnach „Himmelsvater“. Das iu in Iuppiter und der Name Zeus gehen auf dieselbe indoeuropäische Wurzel diu für „hell“ zurück, welche die Haupteigenschaft Iuppiters als alter Himmels- und Wettergott bezeichnet, der auch als Lichtbringer verstanden wurde. Entsprechend ist eine Nebenbedeutung von Iuppiter auch einfach „Himmel“ oder „Luft“.

Wie viele andere antike Götter wurde Iuppiter mit verschiedenen Beinamen verehrt, die jeweils bestimmte Aspekte betonten oder mit einzelnen Örtlichkeiten verbunden waren bzw. örtliche Götter vereinnahmten. Als Iuppiter Latiaris wurde er von den Latinern als Schutzgottheit ihres erst später von Rom dominierten Städtebundes verehrt, sein Tempel befand sich daher außerhalb Roms in den Albaner Bergen. Als Staatsgott war er Iuppiter Optimus Maximus, als oberster Gott in der im Tempel auf dem Kapitol verehrten Kapitolinischen Trias war er Iuppiter Capitolinus.

Weitere Beinamen gehen auf alte Kulte zurück, wie Iuppiter Feretrius (der Edelbeuteträger) oder Iuppiter Stator (der die Feinde zum Stehen bringt). Andere erlangten erst in der Kaiserzeit Bedeutung, so der Kult des Iuppiter Tonans (der Donnerer), der eigentlich eine Übertragung des griechischen Zeus Bronton ist. Als Iuppiter Pluvius (der Regnende) wurde er zur Beendigung sommerlicher Dürren angerufen.

Unter den Eigenschaften, welche man in Rom mit Iuppiter verband, muss man auch an die kriegerischen denken. Iuppiter wurde im ganzen Imperium neben Mars als eigentlicher Entscheider der Schlachten und Gott des Sieges verehrt. 

Iuppiter in seiner kriegerischen Rolle war der Kult des Iuppiter Stator (der Flucht hemmende Iuppiter bzw. Iuppiter der Erhalter) gewidmet. Dieser Gott besaß in Rom zwei Tempel. Der eine befand sich bei der Porta Mugionia an der Nordseite des Palatins. Der Sage nach ging auch er auf Romulus zurück, tatsächlich wurde er 294 v.Chr. von Marcus Atilius Regulus im dritten Samnitenkrieg gelobt und wenig später erbaut. Ein anderer Tempel des Iuppiter Stator wurde von Quintus Caecilius Metellus Macedonicus nach seinem Triumph 146 v.Chr. in der Nähe des Circus Flaminius erbaut.

In der Funktion dem Iuppiter Stator ähnlich ist Iuppiter Victor (der Sieger), dessen Tempel von Quintus Fabius Maximus Rullianus ebenfalls im Samnitenkrieg votiert wurde. Der Tempel befand sich vermutlich auf dem Quirinal. Weitere militärisch orientierte Iuppiter-Kulte waren dem Iuppiter Invictus (unbesiegter Iuppiter) und dem Iuppiter Propugnator (der Streiter) gewidmet.

Das zweifellos bedeutendste Heiligtum des Iuppiter und der Sitz des Staatskultes befand sich auf dem Kapitol. Der nördliche, höhere Gipfel des Kapitols hieß arx („Burg“). Hier endete die Prozessionsstraße Via sacra und hier befand sich die Beobachtungsstätte der Auguren, von der aus sie den Flug der Vögel verfolgten.

Der Pontifex maximus war der Ranghöchste im Priesterkollegium der pontifices im Römischen Reich. Seit dem 3. Jahrhundert v.Chr. wurde sein Amt durch die Wahl in einer speziellen Volksversammlung vergeben. Der Pontifex maximus hatte offenbar die Oberaufsicht über alle sakralen Angelegenheiten in Rom, insbesondere über die Priesterinnen der Vesta. Laut Cicero führte der Pontifex maximus einst auch die annales maximi, in denen wichtige religiöse und politische Ereignisse nach Jahren geordnet gelistet worden seien.

Die letzten Pontifices maximi zur Zeit der Römischen Republik waren Gaius Iulius Caesar und Marcus Aemilius Lepidus. Nach Lepidus Tod wurde 12 v.Chr. Caesars Adoptivsohn Augustus neuer Pontifex maximus, und fortan hatten alle römischen Kaiser diese Funktion inne. Im Falle eines Mehrkaisertums kennzeichnete sie den ranghöchsten Herrscher, bis das Oberpontifikat 238 n.Chr. unter Pupienus und Balbinus erstmals geteilt wurde. Laut Alan Cameron war der Pontifex maximus vor Augustus zwar einer der angesehensten Priester Roms, aber erst in der Kaiserzeit sei er zum obersten Aufseher der römischen Kulte geworden, da der Inhaber des Amtes als Kaiser zugleich stets auch der mächtigste Mann im Reich war.

Die Tribunizische Gewalt (lateinisch tribunicia potestas) bezeichnet die Amts- und Gewaltbefugnisse der Volkstribunen im antiken Rom. Im Zuge der Gründung des Prinzipats durch den ersten römischen Kaiser Augustus kam es zu einer Trennung von Amt und Amtsgewalt des Volkstribunen. Die Verleihung der tribunicia potestas an Augustus ist aufgrund der Quellenlage unklar und umstritten. Im Jahr 36 v.Chr. erhielt er die tribunizische Gewalt, so die sacrosanctitas, das ius subselli und das ius auxilii. Im Jahr 30 v.Chr. wurde letzteres über das Stadtgebiet Roms bis zum ersten Meilenstein ausgeweitet. Ab dem Jahr 23 v.Chr. konnte der princeps über die tribunicia potestas annua et perpetua verfügen und damit im gesamten Reichsgebiet des römischen Imperiums ständig ausüben. Seitdem war die Amtsgewalt der Tribunen Bestandteil der kaiserlichen Macht, was sich auch an der Zählung der Kaiserjahre nach der tribunicia potestas zeigte. Das Amt selbst und den Titel übernahm der Patrizier Augustus nicht, desgleichen seine Nachfolger. Der princeps genoss mithin die Rechte des Volkstribuns, ohne auch den Pflichten und Beschränkungen des Amtes unterworfen zu sein.

Auch für Augustus Nachfolger gehörte die tribunicia potestas fortan über Jahrhunderte zum Kernbereich ihrer kaiserlichen Macht. Die tribunizische Amtsgewalt stattete sie formal mit den Mitteln aus, die römische Innenpolitik scheinbar im Einklang mit den Gesetzen zu kontrollieren. Um die Fiktion der Annuität zu wahren, wurde die Vollmacht jährlich (allerdings automatisch) erneuert – oft wie beim regulären Tribunat am 10. Dezember, so dass man die Angaben TRI POT, TR P o. ä. auf Münzen und in Inschriften zur Datierung verwenden kann. Im Laufe des 4. Jahrhunderts hörten die Kaiser auf, sich auf die tribunicia potestas zu beziehen, da generell die Anknüpfung an Regeln der alten res publica in der Spätantike stark an Bedeutung verloren hatte.

Der Titel pater patriae wurde vom Senat verliehen. Bereits Marcus Furius Camillus und Quintus Fabius Maximus Cunctator wurden aufgrund ihrer Verdienste als parentes bezeichnet. Marius und Sulla erhielten ebenfalls den Titel parens bzw. pater ob cives servatos („Vater aufgrund der Rettung der Bürgerschaft“). Der Redner und Politiker Marcus Tullius Cicero wurde für die Aufdeckung der Verschwörung des Catilina während seines Konsulats im Jahr 63 v.Chr. mit diesem Titel geehrt.

Die nächsten Titelträger waren Gaius Iulius Caesar und Augustus, dem der Titel vom Senat, den Equites und dem römischen Volk verliehen wurde. Da der Titel pater patriae für die Legitimität des Herrschers nicht wesentlich war – anders als die Titel Imperator, Caesar, Augustus, Pontifex maximus oder die Tribunicia potestas – wurde er nicht Bestandteil der kaiserlichen Ehren. Erst seit der Verleihung an Pertinax 193 n.Chr. zählte er zur festen kaiserlichen Titulatur. Ebenso resultierte aus dem Titel keinerlei juristische Macht, vielmehr war die Verleihung ein Zeichen der Würde wie auch eine Verdeutlichung der Pflichten des Trägers gegenüber der Bürgerschaft. Wie der Pater familias einer Familie vorstand, war auch der Geehrte mit dem Schutz des Staates betraut. Dasselbe gilt für die weibliche Form. Der Titel einer mater patriae ist, nach Ansätzen bei Livia, zum ersten Mal bei Julia Domna belegt.

Der Senat verlieh den Titel zahlreichen römischen Kaisern, oft erst nach vielen Jahren der Herrschaft, manchmal aber auch bald nach Regierungsantritt, wenn der neue Kaiser die besondere Achtung des Senats genoss (wie etwa Nerva). Folglich trugen viele der kurzlebigen Herrscher diesen Titel nicht. Die Verleihung war an die Zustimmung des zu Ehrenden gebunden, der den Titel auch ablehnen konnte. So ließ sich Kaiser Tiberius den Ehrentitel nicht verleihen; auch Nero schlug das erste Angebot im ersten Jahr seiner Herrschaft aufgrund seiner Jugend aus. Als letzter Kaiser bezeichnete sich Anastasius I. in einem Brief aus dem Jahr 516 n.Chr. an den römischen Senat als pater patriae.

Hintergrund:
Bereits im Jahr 207 n.Chr. hatte sich Septimius Severus mit seiner Frau Iulia Domna und den beiden Söhnen Caracalla und Geta auf den Weg nach Britannien gemacht, um dort in einem Feldzug gegen die nördlichen Stämme der Insel zu ziehen. Die eigentlichen entscheidenden Schlachten standen aber im Jahr 209 n.Chr. an. Der Kaiser war bereits sehr eingeschränkt durch seine Gicht Erkrankung und konnte die Kämpfe nur in der Sänfte verfolgen. Das eigentliche militärische Oberkommando hatte bereits Caracalla und sein Generalstab inne. 

Nichts lag also näher als im entscheidenden Jahr den obersten römischen Gott Iuppiter in seiner Funktion als Entscheider der Schlachten anzurufen. Hier auf dem Denar dargestellt mit einem Blitzbündel zum Ausdruck seiner göttlichen Macht und dem Szepter in Assoziation zur Kaiserfamilie. Die zwei kleinen Kinder links und rechts zu seinen Füßen könnten stellvertretend die Söhne Caracalla und Geta abbilden. Nicht als Erwachsene, sondern als Kinder des höchsten römischen Gottes Iuppiter – dadurch wurde ihre göttliche Abstammung und Fügung deutlicher vermittelt. 

Quellen:
* Wikipedia: Septimius Severus
* Wikipedia: Iuppiter
* Wikipedia: Pontifex Maximus
* Wikipedia: Tribunizische Gewalt
* Wikipedia: Pater Patriae
* Peter Robert Franke, Ilse Paar: die antiken Münzen der Sammlung Heynen
* Archäologisches Institut Göttingen: Porträttypen römischer Kaiser

Obverse:
You can see the right-facing bust of Septimius Severus with a laurel wreath. The inscription reads: SEVERVS PIVS AVG for Severus Pius Augustus.

After the assassination of Commodus‘ successor Pertinax in Rome on March 28, 193 AD Lucius Septimius Severus took advantage of the opportunity and settled between April 9th ​​and 15th, 193 AD proclaimed emperor and thus Augustus by the Pannonian troops in Carnuntum. The stationed Legio XIV gemina probably played a special role, since Severus had gold coins struck for this legion alone in honor of it. As already mentioned, the proclamation as emperor is said to have taken place between April 9th ​​and 15th. The latter date could have a superstitious or religious background. He is said to have waited the three days from his birthday (April 11) until the proclamation, believing in the auspicious effect of the number three.

Since the year 195 AD Septimius Severus called himself in the official title of the military diplomas, in the majority of the inscriptions and coins, in which he officially announced his adoption by Marcus Aurelius not out of mere vanity, but to introduce the divine worship of the imperial house in the state: imperatoris Caesaris divi Marcus Antonini Pii Sarmatici Germanici filius, divi Commodi frater, divi Antonini Pii nepos, divi Hadriani pronepos, divi Traiani Parthici abnepos, divi Nervae adnepos Lucius Septimius Severus Pius Pertinax Augustus. Before the year 195 AD the designations Pius and Pertinax are missing without exception in the title.

Early 194 AD Septimius Severus defeated his rival Pescennius Niger at Cyzicus, then decisively at Issus on March 31. He then lost his head and with it his life while fleeing to the Parthians. Now Severus could turn further east. In the year 195 AD (Before August 28th) the title of Emperor was accepted three times by the victories over Osroene, Arabia and Adiabene. The Roman Senate then awarded Severus the honorary names Adiabenicus, Arabicus and Parthicus, which can be found on numerous coins and inscriptions in various combinations, such as PART ARAB and PART ADIAB. The granting of the title Parthicus is strange, however, since Severus had not taken any action against the Parthians, and the only way to understand it is that the Adiabenians and Mesopotamian Arabs were vassals of the Parthians.

In the fall of 197 AD the emperor undertook his second campaign against the Parthians and Mesopotamia. Among other things, he conquered Babylon, Seleucia and Ctesiphon. However, with the siege of Hatra, Septimius Severus failed twice, so that later peace terms had to be negotiated. Due to the overall successful campaign, Septimius Severus took early 198 AD the nickname „Parthicus Maximus“, which was also embossed on coins with the title „PART MAX“. Only Traian had borne this title before him, whose military successes and greatness Septimius wanted to commemorate and thus propagate for himself.

As with his son Caracalla, the title Pius is found for the first time in 201 AD on the coins of Septimius Severus. Although the title Felix appears officially, for example on the famous triumphal arch of Septimius Severus, one looks in vain for it on coins. The emperor received one of his last honorary titles alongside Caracalla and his second son Geta in 210 AD by the successful campaigns in Britain against the Caledonians and Maatians. From this point in time until the end of coinage for Septimius Severus, the honorary title Britannicus can be found on some coins with the legend inscription BRIT.

Four types of portraits of Septimius Severus have survived. A clear program can be seen in the design of the first two, in contrast to the two following. The first type is up to the year 196 AD valid. Septimius Severus is shown here with a strong, stocky face, slight facial wrinkles and shorter hair and beard loosened up by drilling. In his appearance he can hardly be distinguished from the portrait related here to Clodius Albinus. Surely the resemblance was intentional and the message of the picture was the same. At the same time, the all too close adherence to the overly refined tradition of the Antonines, as advocated by Didius Julianus, was avoided.

But then, in the smoldering dispute with Clodius Albinus and the problems of legitimacy that went with it, Severus symbolically sought support in the Antonine imperial house. Since 195 AD he propagated his descent from the Antonines and his adoption into this imperial house. The hair and beard of this type are much more luxuriant and longer than before. The hair curves outwards at the temples in large curves, only a few small, short curls sit in the middle. All wrinkles are erased from the face. With the exception of the short curls in the middle of the forehead, the characteristic traits of the last type of Marc Aurel are repeated. The type change in the year 196/197 AD is shown on the coins. to observe.

A new type of portrait of the emperor, which was created only a few years later, is derived from the type of the year 196/197 AD developed, with one striking change. The short curls in the middle of the forehead are replaced by four long, hanging curls. These can be wavy, but they can also be real corkscrew curls. This type has been around since about 200 AD easily recognizable on coins. Scholars have long wanted to see the forelocks as an imitation of the forelocks of the Graeco-Egyptian god Sarapis. That is why the type is often referred to as the „Sarapis type“. Septimius is said to have met the god on a trip to Egypt around 200 AD especially appreciated, his son Caracalla later erected an elaborate temple for him in Rome. In the meantime, however, this assumption has been questioned with good reason and it has been suggested that the hairstyle be seen as a fashionable hairstyle that is also widespread elsewhere.

In a later type, based on the after 204 AD when the Arch of Honor for Septimius Severus to be dated appears in his native Leptis Magna, Septimius Severus has a longer but less voluminous beard and hair that is cropped very short and combed over his face in a tongue-like manner, lying close to his head. After the retarding recourse to the Antonine tradition, Severus seems to be approaching the long-popular short-haired fashion worn programmatically by his sons at the time.

Reverse:
The god Iuppiter can be seen standing to the left. In his right hand he holds a thunderbolt and in his left hand a scepter. A small child is standing to the left and right of his feet. The inscription reads: P M TR P XVII COS III P P for Pontifex Maximus Tribunitia Potestas (for the seventeenth time) Consul (for the third time) Pater Patriae.

Iuppiter is the name of the supreme deity of the Roman religion. An older form of the name is Diēspiter. He was often referred to as Iuppiter Optimus Maximus (best and greatest Iuppiter), usually abbreviated to IOM in inscriptions. Iuppiter corresponds to the Greek heaven father Zeus. The older name Diēspiter is made up of dieis (Latin this „day“) and pater (Latin „father“) and therefore means „heavenly father“. The iu in Iuppiter and the name Zeus go back to the same Indo-European root diu for „light“, which denotes the main quality of Iuppiter as an ancient god of sky and weather, who was also understood as the bringer of light. Similarly, a connotation of Iuppiter is simply „sky“ or „air.“

Like many other ancient gods, Iuppiter was worshiped by a variety of epithets, each emphasizing particular aspects or associated with particular localities or assimilating local gods. As Iuppiter Latiaris, he was worshiped by the Latins as the tutelary deity of their league of cities, which was only later dominated by Rome, so his temple was outside of Rome in the Alban Hills. As the god of the state he was Iuppiter Optimus Maximus, as the supreme god in the Capitoline triad worshiped in the temple on the Capitol he was Iuppiter Capitolinus.

Other nicknames go back to old cults, such as Iuppiter Feretrius (the bearer of noble booty) or Iuppiter Stator (who brings the enemies to a standstill). Others only gained importance in the imperial period, such as the cult of Iuppiter Tonans (the Thunderer), which is actually a translation of the Greek Zeus Bronton. As Iuppiter Pluvius (the raining one) he was invoked to end summer droughts.

Among the qualities associated with Jupiter in Rome, one must also think of warlike qualities. Iuppiter was worshiped throughout the Empire alongside Mars as the actual decider of battles and the god of victory.

The cult of Iuppiter Stator (Iuppiter preventing the flight or Iuppiter the preserver) was dedicated to Iuppiter in his warlike role. This god had two temples in Rome. One was at the Porta Mugionia on the north side of the Palatine. According to legend, he also went back to Romulus, in fact he was 294 BC praised by Marcus Atilius Regulus in the Third Samnite War and built a little later. Another temple of Iuppiter Stator was built by Quintus Caecilius Metellus Macedonicus after his triumph in 146 BC built near the Circus Flaminius.

Similar in function to Iuppiter Stator is Iuppiter Victor (the victor), whose temple was voted by Quintus Fabius Maximus Rullianus, also in the Samnite War. The temple was probably on the Quirinal. Other military-oriented Iuppiter cults were dedicated to Iuppiter Invictus (undefeated Iuppiter) and Iuppiter Propugnator (the fighter).

Undoubtedly the most important sanctuary of Iuppiter and the seat of the state cult was on the Capitol. The northern, higher peak of the Capitol was called arx („castle“). Here the Via Sacra processional way ended and here was the observatory of the augurs, from which they followed the flight of the birds.

The pontifex maximus was the highest-ranking priest in the college of pontifices in the Roman Empire. Since the 3rd century BC his office was assigned by election in a special popular assembly. The pontifex maximus apparently had supreme authority over all sacred affairs in Rome, especially the priestesses of Vesta. According to Cicero, the pontifex maximus once also kept the annales maximi, in which important religious and political events were listed by year.

The last pontifices maximi at the time of the Roman Republic were Gaius Iulius Caesar and Marcus Aemilius Lepidus. After Lepidus‘ death in 12 BC Caesar’s adopted son Augustus was the new pontifex maximus, and all Roman emperors henceforth held this position. In the case of multiple empires, it marked the highest-ranking ruler until the supreme pontificate in 238 AD was first divided under Pupienus and Balbinus. According to Alan Cameron, the pontifex maximus was one of the most respected priests in Rome before Augustus, but it was not until the imperial period that he became the chief overseer of Roman cults, since the holder of the office of emperor was always the most powerful man in the empire.

The tribunician power (Latin tribunicia potestas) refers to the official and violent powers of the tribunes in ancient Rome. In the course of the founding of the principate by the first Roman emperor Augustus, the office and official powers of the tribune were separated. The award of the tribunicia potestas to Augustus is unclear and controversial due to the sources. In the year 36 BC he received the tribunician power, so the sacrosanctitas, the ius subselli and the ius auxilii. In the year 30 BC the latter was extended over the urban area of ​​Rome to the first milestone. From the year 23 BC the princeps could dispose of the tribunicia potestas annua et perpetua and thus constantly exercise it throughout the entire territory of the Roman Empire. Since then, the official power of the tribunes was part of the imperial power, which was also reflected in the counting of the imperial years after the tribunicia potestas. The patrician Augustus did not take over the office itself and the title, neither did his successors. The princeps thus enjoyed the rights of the tribune of the people without being subject to the duties and restrictions of the office.

For the successors of Augustus, too, the tribunicia potestas was part of the core of their imperial power for centuries to come. The tribunician authority formally endowed them with the means to control Roman domestic politics, seemingly in accordance with the law. In order to preserve the fiction of the annuity, the power of attorney was renewed annually (albeit automatically) – often as with the regular tribunate on December 10th, so that the indications TRI POT, TR P or similar on coins and in inscriptions are used for dating can. In the course of the 4th century, the emperors ceased to refer to the tribunicia potestas, since in general the connection to the rules of the old res publica had lost much of its importance in late antiquity.

The title of pater patriae was conferred by the Senate. Already Marcus Furius Camillus and Quintus Fabius Maximus Cunctator were called parentes because of their merits. Marius and Sulla also received the title parens or pater ob cives servatos (‚Father due to the salvation of the citizenry‘). The orator and politician Marcus Tullius Cicero was credited with exposing the conspiracy of Catiline during his consulship in 63 BC honored with this title.

The next title holders were Gaius Iulius Caesar and Augustus, to whom the title was bestowed by the Senate, the Equites and the Roman people. Because the title pater patriae was not essential to the ruler’s legitimacy—unlike the titles imperator, caesar, augustus, pontifex maximus, or the tribunicia potestas—it did not become part of the imperial honors. It was only after it was awarded to Pertinax in 193 AD that it became part of the permanent imperial title. Likewise, no legal power resulted from the title, rather the award was a sign of dignity as well as a clarification of the duties of the bearer towards the citizenry. Just as the pater familias presided over a family, the honoree was entrusted with the protection of the state. The same applies to the feminine form. The title of a mater patriae, after beginnings with Livia, is documented for the first time by Julia Domna.

The Senate bestowed the title on numerous Roman emperors, often only after many years of rule, but sometimes soon after assuming power if the new emperor enjoyed the special respect of the Senate (such as Nerva). Consequently, many of the short-lived rulers did not hold that title. The award was subject to the consent of the honoree, who could also refuse the title. Emperor Tiberius did not allow himself to be given the honorary title; Nero also rejected the first offer in the first year of his rule because of his youth. Anastasius I described himself as the last emperor in a letter from the year 516 AD to the Roman Senate as pater patriae.

Background:
Already in the year 207 AD Septimius Severus had made his way to Britain with his wife Iulia Domna and their two sons Caracalla and Geta to campaign against the northern tribes of the island. However, the actual decisive battles took place in 209 AD at. The emperor was already very limited by his gout and could only follow the fights from the palanquin. The actual military supreme command was already in the hands of Caracalla and his general staff.

So nothing was more obvious than invoking the supreme Roman god Iuppiter in his function as the decider of the battles in the decisive year. Shown here on the denarius with a thunderbolt to express his divine power and the scepter in association with the imperial family. The two small children left and right at his feet could represent the sons Caracalla and Geta. Not as adults, but as children of the highest Roman god Iuppiter – this conveyed their divine descent and destiny more clearly.

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