Marcus Aurelius Severus Antoninus Caracalla 211 bis 217 n.Chr.

AE Bronze Antiochia Marcus Aurelius Severus Antoninus Caracalla 197/211 n.Chr.

Münze:
Provinz Bronze der römischen Kaiserzeit 197/211 n.Chr.
Material: AE
Durchmesser: 33mm
Gewicht: 26,20g
Münzstätte: Antiochia ad Pisidiam, Galatien
Provenienz: Savoca Numismatik, München
Referenz: SNG Copenhagen 40, Krzyźanowska obv. XVI-XVII

Avers:
Zu sehen ist die nach rechts gerichtete kürasierte Büste des Caracalla mit Lorbeerkranz. Die Inschrift lautet: IMP CAES M AVR ANTONINVS AVG für Imperator Caesar Marcus Aurelius Antoninus Augustus.

Geboren als Lucius Septimius Bassianus, erhielt er von seinem Vater um das Jahr 195/196 n.Chr. den Namen Marcus Aurelius Antoninus. Damit wurde er in das Kaisergeschlecht der Antonine aufgenommen und als fiktiver Enkel des Marcus Aurelius ausgegeben. Zur gleichen Zeit wurde ihm der Titel Caesar verliehen, womit er zum künftigen Kaiser designiert wurde. Im Jahr 197, spätestens jedoch 198 n.Chr. wurde er zum Augustus erhoben und mit den kaiserlichen Vollmachten ausgestattet. 

Nach den erfolgreichen Feldzügen gegen die Parther, erhielt er gegen 199 n.Chr. den Ehrentitel „Parthicus maximus“, welcher dann ab 200 n.Chr. auch auf Münzen erscheint. Im Jahr 208 n.Chr. zog die gesamte Kaiserfamilie unter Septimius Severus nach Britannien, um militärisch gegen die Kaledonier und Mäaten weit im Norden Schottlands vorzugehen. Nach dem siegreichen Feldzug führte Caracalla ab 210 n.Chr. den Siegernamen „Britannicus maximus“, den auch sein Vater und sein Bruder annahmen.

Den Siegernamen „Germanicus maximus“ führte Caracalla seit 208 oder 213 n.Chr. Laut einer Publikation von Dr. Werner Robl, kam es bereits auf dem Weg nach Britannien im Jahr 208 n.Chr. zu einer Expedition nach Germanien. Um die sich gegenseitig verhassten Brüder Caracalla und Geta zu trennen, soll Iulia Domna ihren Sohn zur Visitationsreise an den obergermanischen und rätischen Limes geschickt haben. Es kam allerdings zu keinem Krieg, wohl aber die formale Unterwerfung des einen oder anderen Stammes unter die Herrschaft der Römer, was den jungen Caracalla zur Behauptung eines Sieges über die Germanen und zu jenem frühen Scheintitel „Germanicus maximus“ veranlasste. 

Eine zweite Erklärung bietet das Jahr 213 n.Chr. an. Im Sommer dieses Jahres war er in Germanien über den rätischen Limes gegen die Alemannen zu Felde gezogen und hatte schließlich eine erfolgreiche Schlacht mit ihnen am Mainfluss geschlagen. Sein Verhalten zum Feind war jedoch gekennzeichnet durch Verrat und Brutalität. So hatte er die alemannische Jugend aufgerufen unter seinen Fahnen mitzukämpfen und sie dann grausam ermorden lassen. Anschließende Kämpfe scheinen jedoch weniger günstig verlaufen zu sein, denn er sah sich zu Zahlungen an germanische Gruppen veranlasst. Insgesamt gesehen war sein Vorgehen aber offenbar erfolgreich, denn die Lage an der Nordgrenze blieb für zwei Jahrzehnte stabil. 

Allerdings soll Caracalla von den Arvalbrüdern in Rom, einer Priesterschaft in Staatsdiensten, bereits am 17. Mai 213 n.Chr. als „Germanicus maximus“ öffentlich ausgerufen worden sein. Das wären geschlagene drei Monate vor dem mit seinem Namen verbundenen Kampfereignis im Spätsommer desselben Jahres. Wann er den Titel inoffiziell oder offiziell getragen hatte, wird daher noch kontrovers diskutiert. Auf Münzen erscheint der Ehrentitel erstmals ab dem Jahr 213 n.Chr.

Die Beinamen Pius und Felix erscheinen zum ersten Mal offiziell am 1. April 200 n.Chr. und werden meist zwischen dem Namen Antoninus und dem Titel Augustus gestellt. Dabei fehlt der Titel Felix bis 211/212 n.Chr. öfters, so dass in der ersten Zeit Pius allein in der Titulatur vorkommt. Auf Münzprägungen erscheint Pius seit 201 n.Chr. das erste Mal, während Felix erst seit 213 n.Chr. in der Legende zu lesen ist.

Als „Princeps iuventutis“ wurde er meist nur zu Lebzeiten seines Vaters bezeichnet. Die tribunicia potestas erhielt Caracalla im Jahr 198 n.Chr. erstmalig. Das erste Amt des Consulats begleitete er im Jahr 202 n.Chr. Pater Patriae ist nachweisbar seit dem Jahr 205 n.Chr. Den Titel Imperator II erhielt er gegen 207/208 n.Chr. und dann im Jahr 213 n.Chr. als Imperator III. Den Titel „Pontifex Maximus“ trug er richtigerweise erst nach dem Tod seines Vaters Septimius Severus, aber irrtümlich oder aus Schmeichelei wurde er auch schon früher so genannt. Eigentlich war er vor dem Jahr 211 n.Chr. nur Pontifex.

Als Alleinherrscher und Kaiser führte er den Namen Marcus Aurelius Severus Antoninus. Caracalla (richtig eigentlich Caracallus) war ein Spitzname, den er vermutlich ab 208 oder 213 n.Chr. nach einem langen Kapuzenmantel erhielt und in Rom einführte. Dabei handelte es sich um eine vom Kaiser persönlich entworfene modifizierte Luxusausführung eines germanischen oder keltischen Kleidungsstücks. Ein weiterer Spitzname, den Cassius Dio überliefert, war Tarautas. Unter diesem Namen war ein kleinwüchsiger, hässlicher und brutaler Gladiator bekannt, der offenbar ähnlich wie der Kaiser aussah, zumindest nach der Ansicht von dessen Gegnern.

Von Caracalla sind vier Porträttypen bekannt. Sie unterscheiden sich so deutlich, dass ihr Einsetzen mit Hilfe der datierten Münzen genau bestimmt werden kann. Ein erster Typus entstand 196 n.Chr. Unverkennbar ist das jugendlich-lockenköpfige Porträt dem des jungen Marc Aurel nachgebildet. Der Typus entstand zur gleichen Zeit wie ein Porträttypus des Septimius Severus, dessen Gestaltung sich an den letzten Porträttypus des Marc Aurel anlehnt. Die Porträts von Vater und Sohn sollten die behauptete Abstammung aus dem Hause der Antoninen vor Augen führen, die auch in Caracallas neuem Namen zum Ausdruck kam. Von diesem Typus gab es Neuauflagen mit erwachsener werdenden Proportionen.

Im Jahr 204 n.Chr. wurden für Caracalla und Geta neue Bildnistypen geschaffen. Beide trugen nun das kurzgeschorene Haar, das in der Folge im 3. Jahrhundert n.Chr. zur führenden Frisurenmode wurde. Merkwürdigerweise sind die Typen der beiden Brüder einander so ähnlich, dass man sie nicht zuverlässig auseinanderhalten kann. Für beide gab es verschiedene Neuauflagen, die das Älterwerden durch zunehmenden Bartwuchs anzeigten. Auch die Porträts aus dem Jahr der gemeinsamen Regierung 211/12 n.Chr. entsprechen diesen Typen und zeigen beide mit kurzem Vollbart.

Mit dem Gewinn der Alleinherrschaft 212 n.Chr. gestaltete Caracalla sein Porträt völlig neu. Der Kopf ist scharf zur linken Seite gewendet, und die Stirn des massiven Gesichts so kräftig zusammengezogen, dass der Betrachter schwanken kann, ob er in eine Miene höchster Anstrengung oder höchsten Zornes blickt. Caracalla trägt in diesem Porträt eine kurze Lockenfrisur und einen kurzgelockten Bart. Zu diesem Entwurf gehörte die Erfindung eines neuen kurzen Panzerbüstentypus, in dessen straff zur Seite gezogenem Mantel sich die starke Bewegung des Kopfes spiegelt.

Für die Interpretation dieses merkwürdigen Porträts ist es wichtig zu sehen, dass der Kaiser die extreme Inszenierung seiner selbst schon nach wenigen Jahren wieder zurückgenommen hat. In einem 215 n.Chr. geschaffenen Typus wurden die Haltung des Kopfes und die Mimik des Gesichts beruhigt, und Caracalla trägt wieder das kurze Haar, das nun üblich wurde. In einem vermutlich postumen Typus wurde die heftige Mimik des Typus von 212 n.Chr. wieder aufgenommen − man wüsste gern weshalb.

Die extreme Mimik des Porträttypus von 212 n.Chr. muss auch den Zeitgenossen aufgefallen sein. Das zeigen Bemerkungen in der antiken Literatur, die diese Mimik allerdings der Person zuschreiben. Der Zeitgenosse Dio Cassius berichtet, ein Spaßmacher habe gesagt, Caracalla sehe aus, als sei er wütend, weil er sich leidenschaftlich (thymoeidesteron) zu geben pflegte (Dio 78,11). Und in der spätantiken Historia Augusta heißt es, der Kaiser sei als Kind nett gewesen, später aber sei er ‚restrictior, gravior, vultu etiam truculentior, … im Gesichtsausdruck finster‘ geworden (SHA Caracalla 2,4).

Im Hintergrund der merkwürdigen Stilisierung muss vor allem die offenbar besonders ausgeprägte Neigung Caracallas zum Heer und zum Soldatenleben gestanden haben. Er war angeblich keine gute Führungspersönlichkeit, liebte es aber, das Leben der Soldaten zu teilen und wurde dafür von ihnen geliebt. Auch der schon antike Spitzname Caracalla leitet sich von einem bestimmten Soldatenmantel her, den er gern trug. In diesem Sinne könnte der Bildnistypus Kraft, Energie und Einsatzbereitschaft ausgedrückt haben. Ein Bekenntnis zum Heer wäre 212 n.Chr. sehr passend gewesen, denn nach dem Mord an seinem Bruder soll Caracalla sich dorthin geflüchtet haben, als seine Hauptstütze. Vielfach wird außerdem von Caracallas zunehmender Schwärmerei für Alexander dem Großen berichtet. Er soll sogar Doppelhermen mit seinem Bildnis und dem des legendären Makedonen errichtet haben. Für einen Bezug auf Alexander im Porträt, wie ihn andere römische Kaiser gesucht haben, gibt es jedoch keinen Anhaltspunkt.

Revers:
Zu sehen ist die nach rechts stehende geflügelte Siegesgöttin Nike. In ihren beiden Händen hält sie einen Stab mit einem kleinem Tropaeum (Siegestrophäe) am Ende. Die Inschrift lautet: VICTORIAE DDD NNN COL ANTI S R für Victoriae Dominorum nostrorum Colonia Antiochia Senatus Romanus (oder Socia Romanorum).

Interessant bei dieser Bronze, ist die Legendeninschrift sowohl was die Titulatur „DDD NNN“ betrifft, aber auch die Interpretation der Buchstaben „S R“. Ich werde im Abschnitt „Hintergrund“ genauer auf die genannten Inschriften und deren möglichen Deutungen eingehen.

Antiochia in Pisidien (lateinisch Antiochia ad Pisidiam) ist eine antike Stadt in Kleinasien in der heutigen Türkei. Sie ist eine von mehreren Städten, die von seleukidischen Herrschern mit Namen Antiochos gegründet und nach ihnen benannt wurden. Das pisidische Antiochia wurde mit Siedlern aus Magnesia auf einem strategisch günstigen Platz in der Nähe des heutigen Yalvaç angelegt. Nach der Gründung der römischen Provinz Galatia wurde die Stadt 25 v.Chr. erneut als Veteranenkolonie mit dem Namen Colonia Caesarea Antiochia gegründet. Über die wichtige Militärstraße via Sebaste war sie mit anderen augusteischen Gründungen in Kleinasien verbunden. Im Zuge der Reichsreform Diokletians wurde Antiochia zur Metropolis der neu gegründeten Provinz Pisidien. Antiochia in Pisidien entwickelte sich schnell zu einer der bedeutendsten römischen Städte in Kleinasien. Bereits im 1. Jahrhundert n.Chr. lassen sich mehrere Senatoren nachweisen, die aus Antiochia stammen. Die Inschrift „COL ANTI“ bezieht sich auf den Namen „Colonia Antiochia“.

Nike ist die Siegesgöttin in der griechischen Mythologie. Ihre römische Entsprechung ist Victoria. Ihre Entwicklung vollzog sich in Rom und Griechenland vollkommen parallel, sodass eine Gleichsetzung von Victoria und Nike problemlos vollzogen werden konnte. Dennoch unterschied man interessanterweise die beiden Gestalten. In Rom wurde fast ausschließlich Victoria verehrt, die als höhere und universellere göttliche Kraft als Nike aufgefasst wurde. Victoria ist die vergöttlichte Personifikation des Sieges in der römischen Mythologie, Schutzgöttin des römischen Kaisers und jungfräuliche Hüterin des Reiches. Mythologische Aspekte der Victoria bzw. Nike hatten auf das römische Verständnis keinerlei Einfluss, da letztere vor allem die hinter einer Personifikation stehende Kraft verehrten. In Griechenland dachte man sich Nike als Tochter des Titanen Pallas und der Okeanos-Tochter Styx. Ihre Geschwister waren Bia (Stärke), Cratos (Gewalt) und Zelos (Eifer). Auf Münzen erscheinen die Siegesgöttinen meist mit Kranz und wie auf dieser Bronze, mit einem Tropaeum (Trophäenzeichen).

Der altgriechische Begriff Tropaion (lateinisch Tropaeum) bezeichnete ursprünglich ein Symbol, das an genau der Stelle aufgestellt wurde, an der die Feinde sich vom Schlachtfeld abgewandt und die Flucht ergriffen hatten. Es bestand aus einem meist hölzernen Pfahl oder Gerüst, an dem Waffen und Rüstung der Unterlegenen in der Weise befestigt wurden, in der sie bei einem Hopliten (Fußsoldaten) positioniert waren. Das Tropaion hatte also eine anthropomorphe Erscheinung. Vermutlich gingen mit der Aufstellung einer solchen „militärischen Vogelscheuche“ auch noch diverse religiöse Riten einher, zum Beispiel die Weihung an eine bestimmte Gottheit.

Zu einem Tropaion gehörten Helm, Schild, Schwert oder Lanze und manchmal die Oberbekleidung des gegnerischen Kämpfers. Dieses Grundschema wurde auch in der Kunst strikt eingehalten und war nur in wenigen Details variabel. Zeitgleich kommen der mit zwei symmetrisch angeordneten Schilden ausgestattete sowie der entwaffnete, nur mit Helm und Rüstung bewehrte Typus hinzu. In römischer Zeit wird dieser Spielraum noch einmal erweitert und es entsteht der so genannte „überladene Typus“, an dessen Armen und Füßen Waffen und Rüstwerk aufgehäuft sind.

Durch den Kontext wurde dieses allgemeine Machtsymbol mit einer expliziteren Bedeutung belegt. Häufig wurden gefesselte Barbaren am Fuße des Tropaion abgebildet, deren Physiognomie und Kleidung den speziellen Anlass für die Darstellung vermittelten. Aber auch die Sieger gesellten sich gerne zu dem Zeichen ihrer Überlegenheit. Eine weitere beliebte Begleitfigur aus römischer Zeit war die geflügelte Siegesgöttin Victoria, die dem Waffenständer den Siegeskranz aufsetzte und ihn so den Göttern weihte, in der Numismatik wird dieser Münztypus victoriatus genannt.

So war das Siegeszeichen auch aus dem bunten Treiben der Triumphzüge, die in Rom nach jedem großen gewonnenen Krieg zu Ehren des Imperators veranstaltet wurden, nicht mehr wegzudenken. Bei den volkreichen Prozessionen gehörten auf riesigen Tragegestellen (fercula) transportierte Tropaia zur Grundausstattung. Nahezu jeder Triumphbogen, jede Siegessäule, jedes Schlachtrelief römischer Zeit trägt dann auch das Bild der „aufgespießten“ feindlichen Waffen. Das wohl wichtigste Monument in diesem Zusammenhang ist das Tropaeum Traiani in Adamklissi, das Kaiser Trajan nach seinem Sieg über die Daker im Jahre 110 n.Chr. errichten ließ. Hier zeigt sich die zentrale Rolle, die das Tropaion in der römischen Triumphalikonographie spielte. Weitere wichtige Darstellungen eines Siegesmales finden sich beispielsweise auf der Trajanssäule und dem Triumphbogen Constantins des Großen. Das Tropaion war zu einem Sinnbild römischen Herrscherdenkens geworden und wurde selbst dann noch auf Münzen geprägt, als das Imperium im Niedergang begriffen war.

Hintergrund:
Als erstes möchte ich gerne auf den vorderen Teil der Rückseitenlegende „VICTORIAE DDD NNN“ eingehen. Ein einfaches DN stünde dabei für Dominus Noster (unser Herr). Die dreifache Nennung der Buchstaben D und N stehen jedoch für drei Herren oder auch drei Herrscher. Ähnlich wie der Nomenklatur der stadtrömischen Münzprägungen mit AVG, AVGG oder auch AVGGG für einen, zwei oder drei Augusti (Duorum Agustorum oder auch Trium Augustorum).

Auf stadtrömischen Prägungen ist es keine Seltenheit, dass der Augusta oder Augustus Titel der Kaiserin bzw. des Kaisers auf der Vorderseite erscheinen und dann erneut auf der Rückseite nach der Gottheit bzw. Personifikation als Erhöhung wiederholt wird. Zum Beispiel auf einem Denar der Iulia Paula, eine der Ehefrauen des Elegabal, mit „IVLIA PAVLA AVG“ auf dem Avers und „CONCORDIA AVGG“ auf dem Revers, um die Eintracht des Kaisers und der Kaiserin deutlich hervorzuheben.

Die Frage, welche ich mir also daher stellte, wieso hatte man sich in Antiochia bei der Prägung dieser Bronze auf der Vorderseite mit der Inschrift „IMP CAES M AVR ANTONINVS AVG“ an die stadtrömische Nomenklatur gehalten, verwendete dann aber auf der Rückseite nicht „VICTORIAE AVGGG“, sondern eben die Legende „VICTORIAE DDD NNN“?

Könnte es sein, dass sich „DDD NNN“ gar nicht auf Septimius Severus, Caracalla und Geta bezogen, sondern auf den Kaiser, hier auf der Münze Caracalla, dem Statthalter und einer vielleicht lokalen verantwortlichen Person? Dann würde man Caracalla auf der Vorderseite als Augustus titulieren und auf der Rückseite auf die drei (verantwortlichen) Herren: Kaiser, Statthalter und Stadtbeamter. Diese Idee erwies sich aber schnell als unsinnig, denn es gibt aus Antiochia eine Prägung des Geta mit „DD NN“ rückseitig (nach Septimius Severus Tod, als Caracalla und Geta kurze Zeit zusammen alleinige Augusti waren) und es gibt ebenso eine spätere Prägung des Caracalla mit einem „D N“ auf dem Revers, als dieser nach 211 n.Chr. die Alleinherrschaft innehatte. Es ist daher unwahrscheinlich, dass einmal Kaiser, Statthalter und Stadtbeamter, dann nur zwei, dann nur ein Verantwortlicher genannt wurden.

Die Anzahl der „D N“ Nennungen musste also die Anzahl der aktiven Herrscher bzw. Augusti entsprechen. Dies erklärte aber dennoch nicht, wieso die Vorderseite die stadtrömische Nomenklatur AVG verwendete, die Rückseite aber nicht AVGG oder wie im Falle dieser hier vorgestellten Bronze AVGGG. Daher hatte ich zwei weitere Möglichkeiten im Sinn. 

Die erste, aber auch unwahrscheinlichste, Theorie war, dass die Stadtbeamten aus Antiochia nicht Geta, den Bruder des Caracalla, auf die gleiche Stufe wie Septimius Severus und eben Caracalla heben wollten. Mit AVGGG würde es sich um drei gleichberechtigte Augusti handeln. Zwischen Geta und seinem nur elf Monate älteren Bruder Caracalla kam es schon in früher Jugend zu einer ausgeprägten Rivalität, die sich im weiteren Verlauf ihres Lebens beständig verschärfte und in tödlichen Hass verwandelte. Der Vorrang und Bevorzugung des älteren Bruders wurden in der Kindheit und Jugend der beiden durch Namen und Titel deutlich zum Ausdruck gebracht. Trauten sich die Verantwortlichen in Antiochia nicht auf der Rückseite von den „drei Augusti“ zu sprechen und umschifften das Ganze, indem sie einfach die drei Herren bzw. Herrscher mit der Inschrift ehrten? Auch diese Idee war schnell verworfen – denn wie im vorherigen Absatz schon erwähnt, gibt es eine Geta Bronze um 211 n.Chr. aus Antiochia, welche den jüngeren Bruder auf der Vorderseite mit „IMP CAES P SEPT GETA AVG“ als Augustus tituliert. Die Beamten der Stadt hatten also mitnichten irgendwelche Bedenken in diese Richtungen.

Die zweite Theorie meinerseits war, dass die hier vorgestellte Bronze vor 209 n.Chr. geprägt wurde. In der Zeit davor hatten lediglich Septimius Severus und Caracalla den Titel Augustus, Geta selbst war nur Caesar. Erst 209 n.Chr. erhielt Geta, wie sein älterer Bruder Caracalla, den Titel Augustus. Wie ehrt man aber alle drei männlichen Severer, wenn man nicht von den drei Augusti sprechen kann – indem man sie eben die drei Herren oder eben drei Herrscher tituliert. Da das Porträt auf dieser Bronze einen sehr jungen Caracalla zeigt, wäre eine Prägung vor 209 n.Chr. sehr gut möglich.

Dabei kam mir aber bei meiner weiteren Suche nach Vergleichstücken eine letzte Frage in den Sinn – wenn es sich hier um Ehrungen der kaiserlichen Familie handelt, wieso sind diese ausschließlich auf den Bronzen mit der Nike und VICTORIAE zu finden? Auf allen anderen Bronzen aus Antiocha in der Zeit von Septimius Severus bis zur Herrschaft des Caracalla finden sich die „D N“ Buchstabenkombinationen ausschließlich auf diesem Nike Münzentyp. Alle anderen Typen haben die üblichen Legenden wie „ANTIOCH GENI COL CA“ und weiteren anderen Variationen. Die Nike-Bronzen aus Antiochia erscheinen unter Septimius Severus, Iulia Domna, Caracalla und Geta und enthalten auf der Revers Seite jeweils ein VICTORIAE mit D N, DD NN oder DDD NNN. 

Daraus ist zu schließen, dass in Verbindung mit der Siegesgöttin Nike, dem militärischen Symbol des Tropaeum, der Inschrift „VICTORIAE“ und dem nachfolgenden „DDD NNN“ die siegreichen drei Herren bzw. die siegreichen drei Herrscher gemeint sein müssen – völlig abgekoppelt vom eigentlichen Thermus Augustus. Damit dürfte man die Rückseite sinngemäß übersetzen mit:

Der Sieghaftigkeit unserer drei Herren / Herrscher gewidmet – von der Colonia Antiochia

Die Datierung der Münze lässt sich gut eingrenzen. Da es spätere Bronzen des Geta mit „DD NN“ und des Caracalla mit „D N“ gibt – muss die Bronze noch zu Lebzeiten des Septimius Severus geprägt worden sein. Sehr wahrscheinlich zwischen 197 und 211 n.Chr. – denn Geta rückte erst 197/198 n.Chr. als Caesar und damit als aktiver Mitherrscher auf. Septimius Severus selbst verstarb Anfang des Jahres 211 n.Chr.

Über die Buchstabenkombination „S R“ auf den Münzen aus Antiochia gibt es viele mögliche Theorien, welche alle mehr oder weniger schlüssige Argumente für oder gegen sich haben. Die römische Kolonie Antiochia bei Pisidien, eine Stadt im südphrygischen Grenzgebiet, begann in der Regierungszeit des Kaisers Septimius Severus zwischen 203 und 209 n.Chr. damit, auf die Rückseiten ihrer städtischen Münzen die Buchstaben „S R“ zu setzen. Die erstmalige Verwendung der beiden Buchstaben fiel mit der Einführung eines neuen Nominals zusammen. Unter Septimius Severus starteten die Antiochener die Emission eines sesterzgroßen Münze. Außer Antiochia trug nur noch die Nachbarstadt Ikonion die beiden Buchstaben in ihren Münzlegenden.

Wie schon erwähnt, gibt es zahlreiche Deutungen der beiden „mysteriösen“ Buchstaben. Diese reichen von S(pes) R(eipublicae) über S(enatus) R(escripto) zu S(estertius) R(omanus) bis hin zu S(enatus) R(omanus) oder S(ocia) R(omanorum). Einige dieser Erklärungen scheinen aber eher unwahrscheinlich und unlogisch.

Die Personifikation der Spes erscheint auf keiner Münze aus Antiochia, noch gibt es irgendwelche Verbindungen der Stadt zu Spes, noch irgendwelche Verbindungen zwischen den Darstellungen auf den Rückseiten zu Spes, so dass Spes Reipublicae ausgeschlossen werden kann. Die Formulierung „Senatus Rescripto“ ist völlig ohne Parallelüberlieferung, was seinen einfachen Grund darin hat, dass es keine Senatsreskripte gibt. Hätten die Antiochener sich auf einen für sie wichtigen Senatsbeschluss bezogen, so wäre auch von ihnen das allen verständliche SC verwendet worden. Auch Sestertius Romanus erscheint als unlogisch. Denn zum Einem wurde die Münzeinheit Sesterz üblicherweise mit HS abgekürzt. Aber vor allem erscheinen unter Gordianus III. auch viel kleinere, nicht sesterzgroße Münzen aus Antiochia mit den Buchstaben „S R“.

Von vielen Gelehrten wurde und wird die Auffassung vertreten, dass die Buchstaben „S R“ für Senatus Romanus stehen, auch wenn es hier unterschiedliche Erklärungen für die Deutung gibt. Eine ist, dass der römische Senat gemeint sei, welcher die Münzprägung in Antiochia überwacht und kontrolliert habe (J. Vaillant). B. Levick und später K. Harl sahen in den beiden Buchstaben eine Ehrung für den Römischen Senat. Dies ist insofern kritisch, da diese Ehrung des Senates vom Kaiser Septimius Severus als Affront ihm gegenüber hätte verstanden werden können. Unter Septimius Severus hatte Antiochia begonnen die Münzen mit den zwei Buchstaben zu versehen und gerade Severus war für sein gespanntes Verhältnis zum römischen Senat bekannt. Unwahrscheinlich, dass die Verantwortlichen von Antiochia gerade in dieser Zeit und diesem Spannungsverhältnis den Senat ehren hätten wollen.

Eine weitere – unter anderem auch von Krzyzanowska vertretene – Deutung ist, dass mit Senatus Romanus ein städtisches Verfassungsorgan der Colonia Antiochia gemeint war. Wie der Senat in Rom für die Senatus Consulto Prägungen verantwortlich zeichnete, habe der „Römische Senat von Antiochia“ die Senatus Romani Prägungen überwacht. Den Einwand, wieso dieses Gremium erst unter Septimius Severus die Arbeit aufgenommen haben soll, begegnete Krzyzanowska damit, dass unter Severus zu einer Münzreform gekommen sei, bei der Antiochia seine Prägungen dem römischen Sesterz hatte annähern wollen. 

Johannes Nolle bringt in seiner Publikation „Colonia und Socia der Römer“ einen neuen Vorschlag zur Auflösung der Buchstaben „S R“ auf den Münzen aus Antiochia. Da die bisherigen Deutungsversuche nicht alle eindeutig überzeugen konnten, möchte er eine weitere Theorie zur Diskussion stellen. So sollen die beiden lateinischen Buchstaben „S R“ einen abgekürzten Stadttitel Antiochias wiedergeben, welcher wahrscheinlich vom Kaiser Septimius Severus selbst vergeben wurde und von Antiochia seitdem mit Stolz auf seinen Münzen geführt wurde. Es soll sich hierbei um einen militärischen Ehrentitel handeln – vielleicht sogar konkret mit den Siegen über die Parther und Sassaniden.

Tatsächlich gibt es einen Ehrentitel, der sich auf die Teil- und Anteilnahme der Städte an der römischen Kriegführung bezieht, mit den Buchstaben „S R“ abgekürzt werden kann und in der Selbstdarstellung der Städte – auch auf den Münzen – eine Rolle spielt. Die Unterstützung römischer Feldzüge im Osten (und anderswo im Reich) wurde insbesondere durch den Titel „Socius bzw. Socia Romanorum’“ ausgedrückt.

Meine persönliche Meinung: ich bevorzuge Krzyzanowska Interpretation mit dem Gegenpart zum stadtrömischen „S C“. Die Erklärung nach dem „Warum“ mit der Einführung eines sesterzähnlichen Nominals scheint mir schlüssig, da exakt zu diesem Zeitpunkt und mit diesen Münzen die Buchstaben „S R“ das erste Mal auftauchen. Die Deutung von Johannes Nolle in Bezug auf einen Ehrentitel klingt an sich für mich schlüssig – hakt aber aus meiner Sicht an zwei Stellen. Zum Einem ist die ganze Machart in Puncto Positionierung und Aussehen der beiden Buchstaben „S R“ auf den Münzen Antiochias den stadtrömischen „S C“ Prägungen viel zu ähnlich, als dass man hier keine deutliche Anlehnung erkennen könnte. Zweitens, wenn Antiochia einen Ehren-Stadt-Titel „Socia Romanorum“ erhalten hatte, wieso wurde dieser nicht in der Legende geführt, wie zum Beispiel mit der verwendeten Abkürzung „COL“ für die Colonia Antiochia? Oder auch Stadttitel wie „Ulpia“, welche andere Provinzstädte ebenso in der Legende aufführten, nicht aber mitten im Münzfeld? Es bleibt spannend, eindeutig sicher gelöst ist das Mysterium „S R“ immer noch nicht.

Über weitere Anregungen in Bezug auf die hier vorgestellte Bronze und auch zum Thema Legendeninschrift „DDD NNN“ oder den Buchstaben „S R“ freue ich mich. Vielleicht finden sich noch weitere Ideen und Interpretationen. Ich freue mich auf Ihren Kommentar hier im Blog oder senden Sie mir einfach eine persönliche Nachricht.

Quellen:
* Wikipedia: Caracalla
* Wikipedia: Nike
* Wikipedia: Victoria
* Wikipedia: Tropaion
* Wikipedia: Antiochia ad Pisidiam, Galatien
* Johannes Nolle: Colonia und Socia der Römer
* Archäologisches Institut Göttingen: Porträttypen römischer Kaiser
* Numismatikforum.de: Legende VICTORIAE DDD NNN COL ANTI (Dank an antoninus1)
* Dr. Werner Robl: Der Ehekamm auf dem Gödenacker bei Berching, Schauplatz der Caracalla-Expedition des Jahres 213 n.Chr.

Obverse:
You can see the cuirassed bust of Caracalla with a laurel wreath facing right. The inscription reads: IMP CAES M AVR ANTONINVS AVG for Imperator Caesar Marcus Aurelius Antoninus Augustus.

Born as Lucius Septimius Bassianus, he received from his father around the year 195/196 AD the name of Marcus Aurelius Antoninus. He was thus accepted into the imperial family of the Antonines and issued as the fictitious grandson of Marcus Aurelius. At the same time he was given the title of Caesar, designating him as the future emperor. In the year 197, but no later than 198 AD he was promoted to Augustus and endowed with imperial powers.

After the successful campaigns against the Parthians, he received around 199 AD the honorary title „Parthicus maximus“, which then from 200 AD also appears on coins. In the year 208 AD moved the entire imperial family under Septimius Severus to Britain to take military action against the Caledonians and Maatians in the far north of Scotland. After the victorious campaign, Caracalla led from 210 AD the winning name „Britannicus maximus“, which his father and brother also adopted.

Caracalla used the victor’s name „Germanicus maximus“ from 208 or 213 AD. According to a publication by Dr. Werner Robl, it came on the way to Britain in 208 AD for an expedition to Germania. In order to separate the mutually hated brothers Caracalla and Geta, Iulia Domna is said to have sent her son on a visitation trip to the Upper Germanic and Rhaetian Limes. However, there was no war, but the formal submission of one or the other tribe under Roman rule, which prompted the young Caracalla to claim a victory over the Germans and to that early pseudo-title „Germanicus maximus“.

The year 213 AD offers a second explanation. at. In the summer of that year he campaigned in Germania across the Rhaetian Limes against the Alemanni and finally fought a successful battle with them on the Main River. However, his attitude towards the enemy was marked by treachery and brutality. So he called on the Alemannic youth to fight under his banner and then had them cruelly murdered. Subsequent battles, however, seem to have gone less favorably, for he felt compelled to make payments to Germanic groups. Overall, however, his approach was apparently successful, as the situation on the northern border remained stable for two decades.

Caracalla was probably by the Arvalbrothers in Rome, a priesthood in civil service, as early as May 17, 213 AD publicly proclaimed as „Germanicus maximus“. That would be a full three months before the battle event associated with his name in late summer of the same year. When he had unofficially or officially borne the title is therefore still a matter of controversy. The title first appears on coins from the year 213 AD.

The epithets Pius and Felix appear officially for the first time on April 1, 200 AD and are usually placed between the name Antoninus and the title Augustus. The title Felix is missing until 211/212 AD often, so that initially Pius appears alone in the title. Pius has appeared on coinage since 201 AD the first time, while Felix only since 213 AD can be read in the legend.

He was usually only referred to as „Princeps iuventutis“ during his father’s lifetime. Caracalla received the tribunicia potestas in 198 AD first time. He accompanied the first office of consulship in 202 AD. Pater Patriae is verifiable since the year 205 AD. He received the title Imperator II around 207/208 AD and then in 213 AD as Emperor III. He correctly bore the title „Pontifex Maximus“ only after the death of his father Septimius Severus, but he was also called that earlier, either by mistake or out of flattery. Actually he was before the year 211 AD only pontifex.

As sole ruler and emperor, he bore the name Marcus Aurelius Severus Antoninus. Caracalla (actually Caracallus) was a nickname he probably used from 208 or 213 AD received after a long hooded cloak and introduced in Rome. This was a modified luxury version of a Germanic or Celtic garment personally designed by the emperor. Another nickname given to Dio by Cassius was Tarautas. By this name was known a short, ugly, and brutal gladiator who apparently looked similar to the emperor, at least according to his opponents.

Four types of portraits of Caracalla are known. They differ so clearly that their use can be precisely determined with the help of the dated coins. A first type emerged in 196 AD. The youthful, curly-headed portrait is unmistakably based on that of the young Marc Aurel. The type was created at the same time as a portrait type of Septimius Severus, the design of which is based on the last portrait type of Marc Aurel. The portraits of father and son were intended to demonstrate the alleged descent from the house of the Antonines, which was also reflected in Caracalla’s new name. There were new editions of this type with growing proportions.

In the year 204 AD new types of portraits were created for Caracalla and Geta. Both now wore the short-cropped hair that subsequently became popular in the 3rd century AD became the leading hairstyle fashion. Oddly enough, the types of the two brothers are so similar that one cannot reliably tell them apart. There were various new editions for both, which indicated aging through increasing beard growth. The portraits from the year of the joint government 211/12 AD correspond to these types and both show a short full beard.

With the gain of sole rule in 212 AD Caracalla completely redesigned his portrait. The head is turned sharply to the left, and the forehead of the massive face is drawn together so violently that the viewer can vacillate between looking into an expression of supreme exertion or supreme anger. Caracalla wears a short curly hairstyle and a short-curled beard in this portrait. Part of this design was the invention of a new type of short armored bust, in whose cloak pulled tightly to one side the strong movement of the head is reflected.

For the interpretation of this strange portrait, it is important to see that the emperor took back the extreme staging of himself after just a few years. In a 215 AD in the type created, the pose of the head and the facial expressions were calmed, and Caracalla once again wore the short hair that was now customary. In a presumably posthumous type, the violent facial expressions of the type of 212 AD were used. resumed – one would like to know why.

The extreme facial expressions of the portrait type from 212 AD must also have caught the eye of his contemporaries. This is shown by comments in ancient literature, which, however, attribute these facial expressions to the person. The contemporary Dio Cassius reports that a jester said that Caracalla looked angry because he used to give himself passionately (thymoeidesterone) (Dio 78:11). And in the late antique Historia Augusta it says that the emperor was nice as a child, but later he became ‚restrictior, gravior, vultu etiam truculentior, … in facial expression dark‘ (SHA Caracalla 2,4).

In the background of the strange stylization, above all, must have been Caracalla’s particularly pronounced inclination towards the army and the life of a soldier. He was said not to be a good leader, but loved sharing the lives of the soldiers and was loved by them for it. The ancient nickname Caracalla also derives from a certain soldier’s coat that he liked to wear. In this sense, the portrait type could have expressed strength, energy and commitment. A commitment to the army would be 212 AD very appropriate, since after the murder of his brother, Caracalla is said to have taken refuge there as his mainstay. Caracalla’s growing infatuation with Alexander the Great is also widely reported. He is said to have erected double herms with his portrait and that of the legendary Macedonian. However, there is no evidence of a reference to Alexander in the portrait, as other Roman emperors sought.

Reverse:
The winged goddess of victory Nike standing to the right can be seen. In both her hands she holds a staff with a small tropaeum (victory trophy) on the end. The inscription reads: VICTORIAE DDD NNN COL ANTI S R for Victoriae Dominorum nostrorum Colonia Antiochia Senatus Romanus (or Socia Romanorum).

What is interesting about this bronze is the legend inscription both in terms of the title „DDD NNN“ and the interpretation of the letters „SR“. I will go into more detail about the inscriptions mentioned and their possible interpretations in the „Background“ section.

Antioch in Pisidia (Latin Antiochia ad Pisidiam) is an ancient city in Asia Minor in present-day Turkey. It is one of several cities founded by Seleucid rulers named Antiochus and named after them. Pisidian Antioch was established with settlers from Magnesia in a strategic place near present-day Yalvaç. After the founding of the Roman province of Galatia, the city was founded in 25 BC reestablished as a veteran colony named Colonia Caesarea Antioch. It was connected to other Augustan foundations in Asia Minor via the important military road via Sebaste. In the course of Diocletian’s imperial reform, Antioch became the metropolis of the newly founded province of Pisidia. Antioch in Pisidia quickly developed into one of the most important Roman cities in Asia Minor. Already in the 1st century AD several senators can be proven who come from Antioch. The inscription „COL ANTI“ refers to the name „Colonia Antiochia“.

Nike is the goddess of victory in Greek mythology. Her Roman equivalent is Victoria. Their development took place completely parallel in Rome and Greece, so that Victoria and Nike could easily be equated. Interestingly, however, the two figures were distinguished. In Rome, almost exclusively, Victoria was worshiped, who was understood to be a higher and more universal divine force than Nike. Victoria is the deified personification of victory in Roman mythology, patron goddess of the Roman emperor and virgin guardian of the empire. Mythological aspects of Victoria or Nike had no influence on the Roman understanding, since the latter primarily worshiped the power behind a personification. In Greece, Nike was thought of as the daughter of the titan Pallas and Styx, daughter of Okeanos. Her siblings were Bia (strength), Cratos (violence) and Zelos (zeal). On coins, the goddesses of victory usually appear with a wreath and, as on this bronze, with a tropaeum (trophy symbol).

The ancient Greek term tropaion (Latin tropaeum) originally referred to a symbol placed at the very spot where the enemy turned from the battlefield and fled. It consisted of a pole or scaffold, usually wooden, to which the weapons and armor of the defeated were attached in the manner in which they would be positioned with a hoplite (foot soldier). The Tropaion thus had an anthropomorphic appearance. The erection of such a “military scarecrow” was probably accompanied by various religious rites, such as consecration to a specific deity.

A tropaion included a helmet, shield, sword or spear, and sometimes the outer clothing of the opposing combatant. This basic scheme was also strictly adhered to in art and was only variable in a few details. At the same time, the type equipped with two symmetrically arranged shields and the disarmed type armed only with a helmet and armor are added. In Roman times, this scope was expanded again and the so-called „overloaded type“ emerged, with weapons and armor piled up on their arms and feet.

The context has given this general symbol of power a more explicit meaning. Bound barbarians were often depicted at the foot of the Tropaion, whose physiognomy and clothing conveyed the special occasion for the depiction. But the winners were also happy to join in the sign of their superiority. Another popular accompanying figure from Roman times was the winged goddess of victory, Victoria, who placed the wreath of victory on the weapon stand and thus consecrated it to the gods. In numismatics, this type of coin is called victoriatus.

The victory sign was also an integral part of the colorful hustle and bustle of the triumphal processions that were organized in Rome in honor of the Emperor after every major war that had been won. In the crowded processions, tropaia transported on huge carrying frames (fercula) was part of the basic equipment. Almost every triumphal arch, every victory column, every battle relief of Roman times also bears the image of the „impaled“ enemy weapons. Probably the most important monument in this context is the Tropaeum Traiani in Adamklissi, built by Emperor Trajan after his victory over the Dacians in 110 AD had built. This shows the central role played by the tropaion in Roman triumphal iconography. Other important representations of a victory mark can be found, for example, on Trajan’s Column and the triumphal arch of Constantine the Great. The tropaion had become a symbol of Roman rulership and was still minted on coins even when the empire was in decline.

Background:
First of all, I would like to go into the front part of the reverse legend „VICTORIAE DDD NNN“. A simple DN would stand for Dominus Noster (our Lord). However, the triple naming of the letters D and N stand for three lords or three rulers. Similar to the nomenclature of the Roman city coins with AVG, AVGG or AVGGG for one, two or three Augusti (Duorum Agustorum or Trium Augustorum).

On Roman coins it is not uncommon for the Augusta or Augustus title of the empress or emperor to appear on the obverse and then be repeated on the reverse after the deity or personification as exaltation. For example, on a denarius of Iulia Paula, one of Elegabalus’s wives, with „IVLIA PAVLA AVG“ on the obverse and „CONCORDIA AVGG“ on the reverse, to clearly emphasize the unity of the emperor and empress.

The question I asked myself was why was the Roman nomenclature used in Antioch for the minting of this bronze on the front with the inscription „IMP CAES M AVR ANTONINVS AVG“, but then not used on the back „VICTORIAE AVGGG“, but the legend „VICTORIAE DDD NNN“?

Could it be that „DDD NNN“ did not refer to Septimius Severus, Caracalla and Geta at all, but to the emperor, here on the coin Caracalla, the governor and perhaps a local responsible person? Then Caracalla would be titled Augustus on the front and the three (responsible) gentlemen on the back: emperor, governor and city official. However, this idea quickly turned out to be nonsensical, because there is an Antiochian issue of Geta with „DD NN“ on the reverse (after Septimius Severus‘ death, when Caracalla and Geta were together sole Augusti for a short time) and there is also a later issue of Caracalla with a „DN“ on the reverse, when this after 211 AD held sole rule. It is therefore improbable that once emperor, governor and city official were named, then only two, then only one responsible person.

The number of „D N“ entries had to correspond to the number of active rulers or Augusti. However, this did not explain why the obverse used the Roman city nomenclature AVG, but the reverse did not use AVGG or, as in the case of this bronze presented here, AVGGG. So I had two other options in mind.

The first, but also the most improbable, theory was that the city officials from Antioch did not want to elevate Geta, the brother of Caracalla, to the same level as Septimius Severus and Caracalla. With AVGGG it would be three equal Augusti. A strong rivalry developed between Geta and his brother Caracalla, who was only eleven months older than him, in their early youth, which steadily intensified over the course of their lives and turned into deadly hatred. The primacy and favoritism of the elder brother was clearly expressed in their childhood and adolescence by their names and titles. Didn’t those responsible in Antioch dare to speak of the „three Augusti“ on the back and avoid the whole thing by simply honoring the three lords or rulers with the inscription? This idea was also quickly discarded – because as already mentioned in the previous paragraph, there is a Geta bronze around 211 AD from Antioch, which titled the younger brother as Augustus on the obverse with „IMP CAES P SEPT GETA AVG“. So the city officials didn’t have any scruples in those directions.

The second theory I had was that the bronze presented here was made before 209 AD was minted. Before that, only Septimius Severus and Caracalla had the title of Augustus, Geta itself was only Caesar. Not until 209 AD like his elder brother Caracalla, Geta received the title of Augustus. But how do you honor all three male Severans if you can’t speak of the three Augusti – by just calling them the three lords or three rulers. Since the portrait on this bronze shows a very young Caracalla, a minting before AD 209 would have been correct very possible.

However, one last question came to my mind during my further search for comparable pieces – if these are honors of the imperial family, why are they only found on the bronzes with the Nike and VICTORIAE? On all other bronzes from Antioch from the time of Septimius Severus to the reign of Caracalla, the „D N“ letter combinations are found exclusively on this Nike coin type. All other types have the usual legends like „ANTIOCH GENI COL CA“ and other other variations. The Nike bronzes from Antioch appear under Septimius Severus, Iulia Domna, Caracalla and Geta and each contain a VICTORIAE with D N, DD NN or DDD NNN on the reverse side.

From this it can be concluded that in connection with the goddess of victory Nike, the military symbol of the tropaeum, the inscription „VICTORIAE“ and the subsequent „DDD NNN“ the victorious three gentlemen or the victorious three rulers must be meant – completely separate from the actual Thermus Augustus. So you should translate the back side with:

Dedicated to the victoriousness of our three lords – of the Colonia Antioch

The dating of the coin can be narrowed down well. Since there are later bronzes of Geta with „DD NN“ and Caracalla with „D N“ – the bronze must have been minted during the lifetime of Septimius Severus. Most likely between 197 and 211 AD – because Geta did not advance until 197/198 AD as Caesar and thus as an active co-ruler. Septimius Severus himself died in early 211 AD.

There are many possible theories about the combination of letters „SR“ on the coins from Antioch, all of which have more or less conclusive arguments for or against them. The Roman colony of Antioch near Pisidia, a city on the southern Phrygian border, began in the reign of Emperor Septimius Severus between 203 and 209 AD putting the letters “S R” on the backs of their city coins. The first use of the two letters coincided with the introduction of a new nominal. Under Septimius Severus, the Antiochenes began issuing a coin the size of a sestertius. Apart from Antioch, only the neighboring city of Iconium bore the two letters in their coin legends.

As already mentioned, there are numerous interpretations of the two „mysterious“ letters. These range from S(pes) R(eipublicae) to S(enatus) R(escripto) to S(estertius) R(omanus) to S(enatus) R(omanus) or S(ocia) R(omanorum). However, some of these explanations seem rather improbable and illogical.

The personification of Spes does not appear on any coin from Antioch, nor is there any connection of the city to Spes, nor any connection between the reverse depictions to Spes, such that Spes Reipublicae can be excluded. The phrase „Senatus Rescripto“ is entirely without parallel tradition, for the simple reason that there are no Senate rescripts. If the Antiochenes had referred to a Senate decision that was important to them, they would have used the SC, which everyone can understand. Sestertius Romanus also seems illogical. On the one hand, the coin unit sestertius was usually abbreviated to HS. But above all appear under Gordianus III. also much smaller, non-sestertius coins from Antioch with the letters „SR“.

It has been and is believed by many scholars that the letters „SR“ stand for Roman Senatus, although there are different explanations for the interpretation. One is that the Roman Senate is meant, which supervised and controlled the coinage in Antioch (J. Vaillant). B. Levick and later K. Harl saw the two letters as a tribute to the Roman Senate. This is critical insofar as this honor of the Senate could have been understood by Emperor Septimius Severus as an affront to him. Under Septimius Severus, Antioch had begun to put the two letters on the coins, and Severus in particular was known for his tense relationship with the Roman Senate. It is unlikely that those responsible in Antioch would have wanted to honor the Senate at this time and in this tense relationship.

Another interpretation – also represented by Krzyzanowska – is that the Senatus Romanus meant a municipal constitutional body of Colonia Antioch. As the Senate in Rome was responsible for the Senatus Consulto coins, the „Roman Senate of Antioch“ supervised the Senatus Romani coins. Krzyzanowska countered the objection as to why this committee should only have started work under Septimius Severus with the fact that under Severus a coin reform had come about, in which Antioch had wanted to bring its coinage closer to the Roman sestertius.

In his publication „Colonia und Socia der Römer“ Johannes Nolle proposes a new way of replacing the letters „SR“ on the coins from Antioch. Since the interpretation attempts so far have not been able to convince everyone, he would like to put up another theory for discussion. The two Latin letters „S R“ are intended to represent an abbreviated city title of Antioch, which was probably awarded by the Emperor Septimius Severus himself and has been proudly displayed on his coins by Antioch ever since. It is said to be a military honorary title – perhaps even specifically with the victories over the Parthians and Sassanids.

In fact, there is an honorary title that refers to the participation and participation of the cities in Roman warfare, which can be abbreviated to the letters „SR“ and plays a role in the self-portrayal of the cities – also on the coins. Support for Roman campaigns in the east (and elsewhere in the empire) was particularly expressed through the title ‚Socius or Socia Romanorum‘.

My personal opinion: i prefer Krzyzanowska’s interpretation with the counterpart to the Roman city „S C“. The explanation after the „why“ with the introduction of a sestertius-like denomination seems logical to me, since exactly at this point in time and with these coins the letters „SR“ appear for the first time. The interpretation of Johannes Nolle in relation to an honorary title sounds conclusive to me – but from my point of view there are two problems. On the one hand, the whole design in terms of positioning and appearance of the two letters „SR“ on the coins of Antioch is much too similar to the Roman „SC“ coins for no clear reference to be seen here. Second, if Antioch had received an honorary city title „Socia Romanorum“, why was this not listed in the legend, as for example with the abbreviation „COL“ used for the Colonia Antioch? Or also city titles like „Ulpia“, which other provincial cities also listed in the legend, but not in the middle of the coin field? It remains exciting, the mystery „SR“ has still not been solved with certainty.

I am happy to receive further suggestions regarding the bronze presented here and also on the subject of legend inscriptions „DDD NNN“ or the letters „SR“. There may be other ideas and interpretations. I look forward to your comment here on the blog or just send me a personal message.

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