Lucius Septimius Severus Pertinax 193 bis 211 n.Chr.

AE Bronze Marcianopolis Lucius Septimius Severus Pertinax 209/211 n.Chr.

Münze:
Provinz Bronze der römischen Kaiserzeit 209/211 n.Chr.
Unter dem consularischen Legat Flavius Ulpianus
Material: AE
Durchmesser: 28mm
Gewicht: 10,79g
Münzstätte: Marcianopolis, Moesia Inferior
Provenienz: Gorny & Mosch, München, Ex Erwin Link Sammlung
Referenz: Varbanov GIC I 854

Avers:
Zu sehen ist die drapierte und gepanzerte Büste des Septimius Severus mit Lorbeerkranz, sowie die drapierte Büste der Iulia Domna – beide gegenseitig zum jeweils anderen gerichtet. Die Inschrift lautet: ΑΥ Κ Λ ΣΕΠΤ ΣΕΥΗΡΟΣ ΙΟΥΛΙΑ ΔΟΜΝΑ ΣΕΒ.

Die Inschrift kann wie folgt übersetzt werden:
ΑΥ = AVT = Autokrator = Imperator
K = Kaisar = Caesar
ΣΕΠΤ = SEPT = Septimius
ΣΕΥΗΡΟΣ = SEVROS = Severus
ΙΟΥΛΙΑ = IOULIA = Iulia
ΔΟΜΝΑ = DOMNA = Domna
ΣΕΒ = CEB = Cebaste = Augusta
Imperator Caesar Septimius Severus Iulia Domna Augusta

Nach der Ermordung von Commodus Nachfolger Pertinax in Rom am 28. März 193 n.Chr. nutzte Lucius Septimius Severus die sich bietende Chance und ließ sich zwischen dem 09. und 15. April 193 n.Chr. von den pannonischen Truppen in Carnuntum zum Kaiser und damit zum Augustus ausrufen. Wahrscheinlich spielte die stationierte Legio XIV gemina eine besondere Rolle, da Severus allein für diese Legion zur Ehre auch Goldmünzen schlagen ließ. Wie bereits erwähnt, soll die Ausrufung zum Kaiser zwischen dem 09. Und 15. April erfolgt sein. Letzteres Datum könnte einen abergläubischen oder auch religiösen Hintergrund haben. So soll er die drei Tage von seinem Geburtstag (11. April) an bis zur Proklamation im Glauben an die glückbringende Wirkung der Dreizahl gewartet haben.

Seit dem Jahr 195 n.Chr. nannte sich Septimius Severus in der offiziellen Titulatur der Militärdiplome, in der Mehrzahl der Inschriften und Münzen, in dem er nicht aus bloßer Eitelkeit, sondern zur Einführung der göttlichen Verehrung des Kaiserhauses im Staate seine Adoption durch Marcus Aurelius offiziell verkündete: imperatoris Caesaris divi Marcus Antonini Pii Sarmatici Germanici filius, divi Commodi frater, divi Antonini Pii nepos, divi Hadriani pronepos, divi Traiani Parthici abnepos, divi Nervae adnepos Lucius Septimius Severus Pius Pertinax Augustus. Vor dem Jahr 195 n.Chr. fehlen die Bezeichnungen Pius und Pertinax ausnahmslos in der Titulatur.

Anfang 194 n.Chr. besiegte Septimius Severus seinen Rivalen Pescennius Niger bei Kyzikos, dann entscheidend am 31. März bei Issos. Anschließend verlor dieser auf der Flucht zu den Parthern seinen Kopf und damit sein Leben. Nun konnte sich Severus weiter dem Osten zuwenden. Im Jahr 195 n.Chr. (vor dem 28. August) erfolgte die dreimalige Annahme des Imperatorentitels durch die Siege über Osroene, Arabien und Adiabene. Der römische Senat zeichnete daraufhin Severus durch die Ehrennamen Adiabenicus, Arabicus und Parthicus aus, welche sich auf zahlreichen Münzen und Inschriften in den verschiedensten Kombinationen, wie PART ARAB und PART ADIAB, finden lassen. Die Verleihung des Titels Parthicus ist jedoch insofern merkwürdig, da doch Severus gar keinen Zug gegen die Parther unternommen hatte, und nur so zu verstehen ist, dass die Adiabener und mesopotamischen Araber Vasallen der Parther gewesen sind.

Im Herbst 197 n.Chr. unternahm der Kaiser seinen zweiten Feldzug gegen die Parther und Mesopotamien. Dabei eroberte er unter anderem Babylon, Seleukeia und Ktesiphon. Mit der Belagerung von Hatra scheiterte Septimius Severus jedoch zweimal, so dass später Friedensbedingungen ausgehandelt werden mussten. Durch den insgesamt erfolgreichen Feldzug nahm Septimius Severus Anfang des Jahres 198 n.Chr. den Beinamen „Parthicus Maximus“ an, welcher auch auf Münzen mit der Titulatur „PART MAX“ geprägt wurde. Diesen Titel hatte vor ihm nur Traian getragen, an dessen militärische Erfolge und Größe Septimius erinnern und somit für sich propagandieren wollte.

Den Titel Pius findet man, wie bei seinem Sohn Caracalla, das erste Mal 201 n.Chr. auf den Münzen des Septimius Severus. Der Titel Felix erscheint zwar offiziell, wie zum Beispiel auf dem berühmten Triumphbogen des Septimius Severus, auf Münzen sucht man ihn jedoch vergebens. Einer seiner letzten Ehrentitel erhielt der Kaiser neben Caracalla und seinem zweiten Sohn Geta im Jahr 210 n.Chr. durch die erfolgreichen Feldzüge in Britannien gegen die Kaledonier und Mäaten. Der vergebene Ehrentitel Britannicus findet sich ab diesem Zeitpunkt bis zum Ende der Münzprägung für Septimius Severus auf einigen Münzen mit der Legendeninschrift BRIT wieder.

Von Septimius Severus sind vier Bildnistypen überliefert. In der Gestaltung der beiden ersten ist eine klare Programmatik zu erkennen, anders als bei den beiden folgenden. Der erste Typus ist bis ins Jahr 196 n.Chr. gültig. Septimius Severus ist hier mit kräftig-gedrungenem Gesicht, leichten Gesichtsfalten und kürzerem, durch Bohrungen aufgelockertem Haar und Bart wiedergegeben. In seinem Erscheinungsbild ist er kaum von dem hier auf Clodius Albinus bezogenen Bildnis zu unterscheiden. Sicher war die Ähnlichkeit beabsichtigt und die Bildaussage dieselbe. Zugleich wurde die allzu enge Anlehnung an die überfeinerte Tradition der Antoninen gemieden, wie sie Didius Julianus vertreten hatte.

Dann aber, in der schwelenden Auseinandersetzung mit Clodius Albinus und den damit einhergehenden Legitimationsproblemen, suchte Severus symbolisch den Rückhalt im antoninischen Kaiserhaus. Seit 195 n.Chr. propagierte er seine Abstammung von den Antoninen bzw. seine Adoption in dieses Kaiserhaus. Haar und Bart sind bei diesem Typus wesentlich üppiger und länger als vorher. Das Haar wölbt sich an den Schläfen in großen Schwüngen nach außen, nur in der Mitte sitzen einige kleine kurze Locken. Alle Falten sind aus dem Gesicht getilgt. Bis auf die kurzen Locken in der Stirnmitte sind damit die charakteristischen Züge des letzten Typus des Marc Aurel wiederholt. Auf den Münzen ist der Typenwandel im Jahr 196/197 n.Chr. zu beobachten.

Ein neuer Bildnistypus des Kaisers, der nur wenige Jahre später entstand, ist aus dem Typus des Jahres 196/197 n.Chr. entwickelt, mit einer auffallenden Veränderung. An die Stelle der kurzen Löckchen in der Stirnmitte treten vier lang herabhängende Locken. Diese können gewellt sein, es können aber auch richtige Korkenzieherlocken sein. Dieser Typus ist seit ca. 200 n.Chr. auf Münzen gut erkennbar. Die Forschung hat in den Stirnlocken lange eine Nachahmung der Stirnlocken des graeco-ägyptischen Gottes Sarapis sehen wollen. Deshalb wird der Typus gern als „Sarapistypus“ bezeichnet. Septimius soll den Gott auf einer Reise nach Ägypten in den Jahren um 200 n.Chr. besonders schätzen gelernt haben, sein Sohn Caracalla hat ihm später in Rom einen aufwendigen Tempel errichtet. Doch ist diese Vermutung inzwischen mit guten Gründen in Frage gestellt und vorgeschlagen worden, in der Frisur eine auch sonst verbreitete Modefrisur zu sehen.

In einem späteren Typus, der auf dem nach 204 n.Chr. zu datierenden Ehrenbogen für Septimius Severus in seiner Heimat Leptis Magna erscheint, hat Septimius Severus einen längeren, aber weniger voluminösen Bart und sehr kurz geschnittenes Haar, das zungenförmig ins Gesicht gekämmt ist und dem Kopf eng anliegt. Nach den retardierenden Rückgriffen auf die antoninische Tradition scheint Severus sich damit der schon lange beliebten und programmatisch von seinen Söhnen getragenen Kurzhaarmode der Zeit anzunähern.

Die rundplastischen Bildnisse zeigen die Kaiserin Iulia Domna mit einem kleinen, kugeligen Kopf, einem rundlichen Gesicht mit weichen Zügen und zartem Teint, breitem Mund mit schmalen Lippen und großen Augen, die von markanten Brauenbögen überspannt werden. Bildnisse der Iulia Domna wurden etwa ein Vierteljahrhun­dert lang angefertigt, in der Regierungszeit ihres Mannes und Sohnes und kurz nach ihrem Tode. Alle vor ca. 205 n.Chr. entstandenen Portraits gehören dem ersten Typus an („Typus Gabii“), der zu Beginn der Herrschaft des Severus kreiert wurde. Um 205 n.Chr. wurde der zweite Typus („Typus Leptis“) eingeführt, der allmählich die frühere Bildnisfassung verdrängte.

Ein Alterungsprozess ist den Bildern der Kaiserin nur sehr eingeschränkt anzusehen. Die Münzen mit dem ersten Portraittypus zeigen Iulia betont jugendlich. Auf den späteren Münzen sind die physiognomischen Merkmale der Kaiserin (die buschigen Brauenbögen, die leicht gebogene Nase, das spitze Kinn) markanter wiedergegeben. Lediglich die nach ihrem Tode geprägten Münzen zeigen die Kaiserin mit eingefallenen Zügen.

Revers:
Zu sehen ist die nach links stehende Göttin Tyche mit Zinnen- bzw. Mauerkrone. In der rechten Hand hält sie ein Ruder, in der linken Hand ein Cornucopia (Füllhorn). Im Feld ist ein E abgebildet. Die Inschrift lautet: ΨΦΛ ΟΥΛΠΙΑΝΟΥ MΑΡΚΙΑΝΟΠΟΛΙΤΩΝ.

Die Inschrift kann wie folgt übersetzt werden:
ΨΦΛ = FL = Flavius
ΟΥΛΠΙΑΝΟΥ = ULPIANOU = Ulpianus
MΑΡΚΙΑΝΟΠΟΛΙΤΩΝ = MARKIANOPOLEITON = (ausgegeben) von den Leuten aus Marcianopolis
(Unter dem) consularischen Legat Flavius Ulpianus (und) der Einwohner von Marcianopolis

Flavius Ulpianus war von 209 bis 212 n.Chr. konsularischer Legat von Moesia Inferior. Die Münze kann daher gut zwischen 209 und 211 n.Chr. datiert werden. Hier handelte es sich um den Statthalter des Kaisers, welcher an der Spitze einer Provinz stand und der Oberbefehlshaber über die dort stationierten Legionen war. Der Titel dieses Statthalters lautete legatus Augusti pro praetore. Dabei gab es allerdings Unterschiede. Standen in der Provinz zwei oder mehr Legionen, musste der Legat das Konsular Amt innegehabt haben. Sein Titel wurde im Griechischen als Hypateuon (von Hypatos = Consul) übersetzt. Dies wäre im Deutschen der consularische Legat. Stand in der Provinz nur eine Legion, konnte als Ausnahme auch jemand zum kaiserlichen Legaten ernannt werden, der noch nicht Konsul gewesen war. sondern nur Praetor. Dessen Titel wurde im Griechischen als Hegemon übersetzt. Im Deutschen wäre es dann der prätorische Legat.

Das E im Feld kennzeichnet die Münze als Pentassarion (griechisch: fünf Assaria). Es handelt sich hierbei um ein Bronzemünzennominal zahlreicher griechischer Städte während der römischen Kaiserzeit. Häufig weisen die Münzen den Buchstaben E (Epsilon) auf, welcher für die Wertzahl 5 steht.

Tyche ist in der griechischen Mythologie die Göttin des Schicksals, der glücklichen (oder bösen) Fügung und des Zufalls. Die römische Entsprechung ist die Göttin Fortuna. Tyche erhöht und erniedrigt und führt launenhaft den Wechsel der Geschichte herbei. Ihre Attribute sind Füllhorn, das Ruder, Flügel und ein Steuerruder auf einer Kugel oder einem Rad. Gelegentlich hält sie auch den als Knaben dargestellten Plutos, den Gott des Reichtums, im Arm.

Die frühesten Erwähnungen finden sich bei Hesiod gegen 700 v.Chr. und in den Homerischen Hymnen aus der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts v.Chr. die sie noch als Tochter des Okeanos und der Tethys beschreiben. Bei Pindar um 470 v.Chr. wird sie dann hingegen die Tochter des Zeus Eleutherios genannt. Ab der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts v.Chr. ist ein Kult der (Agathe) Tyche nachweisbar. Seit dieser Zeit finden sich auch verschiedene Darstellungen der Tyche mit ihren Attributen. Bekannt ist die in Antiochien gefertigte Skulptur des Bildhauers Eutychides, die die Tyche mit der Flussgottheit des Orontes, die zu ihren Füßen auftaucht, darstellt. Für Argos, Mégara, Theben und, außerhalb Griechenlands, Bupalos und Smyrna und vielleicht Elis, Korinth, Megalopolis, Sikyon wird mit Tempeln gerechnet.

Im Hellenismus wuchs ihre Verehrung, Antiochia, Alexandria und Skythopolis verehrten sie als Stadtgöttin. Die hellenistische Entwicklung der Tyche zu einer Stadtgöttin findet dann in der römischen Fortuna ihre Fortsetzung. Auch die kleinasiatischen Städte in der römischen Kaiserzeit, wie zum Beispiel Kibyra in Phrygien, Aspendos und Side in Pamphylien und Karallia in Kilikien, verehrten ihre jeweilige Tyche weiter als Schicksalsgöttin ihrer Stadt und bildeten gelegentlich stilisierte Tempel mit dem Kultbild der Tyche (Tycheion) auf den Rückseiten ihrer im lokalen Zahlungsverkehr gebräuchlichen Bronzemünzen ab.

Das Attribut der Zinnen- bzw. Mauerkrone verweist bei der Göttin Tyche auf die Personifikation des glücklichen Geschickes einer Stadt. Die bekannteste Tyche-Statue war die Tyche von Antiochia von der Hand des Eutychides von Sikyon. Entstanden um 300 v.Chr. orientierten sich auch zahlreiche andere Darstellungen von Stadtgöttinnen an dieser Darstellung. Die Tyche galt als berühmtestes Werk des Eutychides und stand noch zu Zeiten des Pausanias im 2. Jahrhundert n.Chr. bei den Einwohnern Antiochias in hohen Ehren.

Und so ist auch hier der Wunschgedanke, auf dass die Göttin Tyche mit dem Ruder die glücklichen Geschicke der Stadt Marcianopolis lenken möge und so für Frieden und Wohlstand (Füllhorn) sorgen möge.

Hintergrund:
Marcianopolis liegt im heutigen Bulgarien, in der Stadt Dewnja, am Nordostende des Dewnja-Tales, entlang des südlichen Ausläufers des Dobrudscha-Plateaus, am Westufer des Sees Beloslaw, in den die beiden Flüsse Dewnja und Prowadija fließen. Das römische Marcianopolis wurde vom römischen Kaiser Trajan nach dem zweiten Dakerkrieg (105–106 n.Chr.) gegründet und nach seiner älteren Schwester Ulpia Marciana benannt. In römischen Inschriften wird der Name der Stadt auch mit Trajans Geschlechtsnamen ergänzt – Marcianopolis Ulpia. Auch Civitas Marcianopolitanorum war als Name gebräuchlich. Die in älterer Forschungsliteratur vertretene Annahme einer Identität von Marcianopolis mit Parthenopolis ist irrig. Von 187 bis 193 n.Chr. war Marcianopolis Teil der römischen Provinz Thrakien mit dem Hauptort Philippopolis. Danach gehörte die Stadt zur Provinz Moesia inferior.

Marcianopolis war ein wichtiges strategisches Zentrum. Dort kreuzten sich die militärstrategisch und ökonomisch wichtigen Straßen von Dorostorum und Appiaria an der Donau, und Zaldapa über Aquae Calidae und Debeltus nach Adrianopolis und Constantinopel, die große Ost-West-Verbindung durch Moesia zwischen Ratiaria, Montana, Melta und Nicopolis ad Istrum nach Odessos.

Unter Kaiser Commodus (Regierungszeit 180 bis 192 n.Chr.) erhielt Marcianopolis das Münzrecht und prägte seit dieser Zeit auch Münzen. Die Münzen zeigen neben Gottheiten und Personifikationen auch Abbildungen von Tempeln, Triumphbogen, Stadttore und die gewaltigen Mauern. Da die Amtssprache der Stadt griechisch war, trugen die Münzen, welche in der Stadt geprägt wurden, griechische Inschriften.

Der Wohlstand der Stadt unter der Dynastie der Severer endete mit dem Einfall der Goten (248–249 n.Chr.) und der nachfolgenden Invasionen der Barbaren aus dem Norden. Im Jahr 248 n.Chr. wurde die Stadt von den Goten und anderen Germanen belagert. Die Verteidiger konnten diesen Angriff zurückschlagen und den Angreifern schwere Verluste zufügen. Ein weiterer Angriff der Goten unter Kaiser Claudius II. im Jahr 269 n.Chr. scheiterte ebenfalls.

Quellen:
* Wikipedia: Septimius Severus
* Wikipedia: Iulia Domna
* Wikipedia: Tyche
* Wikipedia: Marcianopolis
* Wikipedia: Liste der Statthalter von Niedermösien
* Feminae: römische Frisuren der römischen Frauen
* Archäologisches Institut Göttingen: Porträttypen römischer Kaiser

Obverse:
You can see the draped and armored bust of Septimius Severus with a laurel wreath, as well as the draped bust of Iulia Domna – both facing each other. The inscription reads: ΑΥ Κ Λ ΣΕΠΤ ΣΕΥΗΡΟΣ ΙΟΥΛΙΑ ΔΟΜΝΑ ΣΕΒ.

The inscription can be translated as follows:
ΑΥ = AVT = Autocrator = Emperor
K = Caesar = Caesar
ΣΕΠΤ = SEPT = Septimius
ΣΕΥΗΡΟΣ = SEVROS = Severus
ΙΟΥΛΙΑ = IOULIA = Julia
ΔΟΜΝΑ = DOMNA = Domna
ΣΕΒ = CEB = Cebaste = Augusta
Emperor Caesar Septimius Severus Iulia Domna Augusta

After the assassination of Commodus‘ successor Pertinax in Rome on March 28, 193 AD Lucius Septimius Severus took advantage of the opportunity and settled between April 9th ​​and 15th, 193 AD proclaimed emperor and thus Augustus by the Pannonian troops in Carnuntum. The stationed Legio XIV gemina probably played a special role, since Severus had gold coins struck for this legion alone in honor of it. As already mentioned, the proclamation as emperor is said to have taken place between April 9th ​​and 15th. The latter date could have a superstitious or religious background. He is said to have waited the three days from his birthday (April 11) until the proclamation, believing in the auspicious effect of the number three.

Since the year 195 AD Septimius Severus called himself in the official title of the military diplomas, in the majority of the inscriptions and coins, in which he officially announced his adoption by Marcus Aurelius not out of mere vanity, but to introduce the divine worship of the imperial house in the state: imperatoris Caesaris divi Marcus Antonini Pii Sarmatici Germanici filius, divi Commodi frater, divi Antonini Pii nepos, divi Hadriani pronepos, divi Traiani Parthici abnepos, divi Nervae adnepos Lucius Septimius Severus Pius Pertinax Augustus. Before the year 195 AD the designations Pius and Pertinax are missing without exception in the title.

Early 194 AD Septimius Severus defeated his rival Pescennius Niger at Cyzicus, then decisively at Issus on March 31. He then lost his head and with it his life while fleeing to the Parthians. Now Severus could turn further east. In the year 195 AD (Before August 28th) the title of Emperor was accepted three times by the victories over Osroene, Arabia and Adiabene. The Roman Senate then awarded Severus the honorary names Adiabenicus, Arabicus and Parthicus, which can be found on numerous coins and inscriptions in various combinations, such as PART ARAB and PART ADIAB. The granting of the title Parthicus is strange, however, since Severus had not taken any action against the Parthians, and the only way to understand it is that the Adiabenians and Mesopotamian Arabs were vassals of the Parthians.

In the fall of 197 AD the emperor undertook his second campaign against the Parthians and Mesopotamia. Among other things, he conquered Babylon, Seleucia and Ctesiphon. However, with the siege of Hatra, Septimius Severus failed twice, so that later peace terms had to be negotiated. Due to the overall successful campaign, Septimius Severus took early 198 AD the nickname „Parthicus Maximus“, which was also embossed on coins with the title „PART MAX“. Only Traian had borne this title before him, whose military successes and greatness Septimius wanted to commemorate and thus propagate for himself.

As with his son Caracalla, the title Pius is found for the first time in 201 AD on the coins of Septimius Severus. Although the title Felix appears officially, for example on the famous triumphal arch of Septimius Severus, one looks in vain for it on coins. The emperor received one of his last honorary titles alongside Caracalla and his second son Geta in 210 AD by the successful campaigns in Britain against the Caledonians and Maatians. From this point in time until the end of coinage for Septimius Severus, the honorary title Britannicus can be found on some coins with the legend inscription BRIT.

Four types of portraits of Septimius Severus have survived. A clear program can be seen in the design of the first two, in contrast to the two following. The first type is up to the year 196 AD valid. Septimius Severus is shown here with a strong, stocky face, slight facial wrinkles and shorter hair and beard loosened up by drilling. In his appearance he can hardly be distinguished from the portrait related here to Clodius Albinus. Surely the resemblance was intentional and the message of the picture was the same. At the same time, the all too close adherence to the overly refined tradition of the Antonines, as advocated by Didius Julianus, was avoided.

But then, in the smoldering dispute with Clodius Albinus and the problems of legitimacy that went with it, Severus symbolically sought support in the Antonine imperial house. Since 195 AD he propagated his descent from the Antonines and his adoption into this imperial house. The hair and beard of this type are much more luxuriant and longer than before. The hair curves outwards at the temples in large curves, only a few small, short curls sit in the middle. All wrinkles are erased from the face. With the exception of the short curls in the middle of the forehead, the characteristic traits of the last type of Marc Aurel are repeated. The type change in the year 196/197 AD is shown on the coins. to observe.

A new type of portrait of the emperor, which was created only a few years later, is derived from the type of the year 196/197 AD developed, with one striking change. The short curls in the middle of the forehead are replaced by four long, hanging curls. These can be wavy, but they can also be real corkscrew curls. This type has been around since about 200 AD easily recognizable on coins. Scholars have long wanted to see the forelocks as an imitation of the forelocks of the Graeco-Egyptian god Sarapis. That is why the type is often referred to as the „Sarapis type“. Septimius is said to have met the god on a trip to Egypt around 200 AD especially appreciated, his son Caracalla later erected an elaborate temple for him in Rome. In the meantime, however, this assumption has been questioned with good reason and it has been suggested that the hairstyle be seen as a fashionable hairstyle that is also widespread elsewhere.

In a later type, based on the after 204 AD when the Arch of Honor for Septimius Severus to be dated appears in his native Leptis Magna, Septimius Severus has a longer but less voluminous beard and hair that is cropped very short and combed over his face in a tongue-like manner, lying close to his head. After the retarding recourse to the Antonine tradition, Severus seems to be approaching the long-popular short-haired fashion worn programmatically by his sons at the time.

The three-dimensional portraits show the empress Iulia Domna with a small, spherical head, a round face with soft features and a delicate complexion, a wide mouth with narrow lips and large eyes that are spanned by distinctive arched brows. Images of Iulia Domna were made for about a quarter of a century, during the reigns of her husband and son and shortly after her death. All before about 205 AD the resulting portraits belong to the first type („Typus Gabii“), which was created at the beginning of the reign of Severus. Around 205 AD the second type („Typus Leptis“) was introduced, which gradually displaced the earlier version of the portrait.

An aging process can only be seen to a very limited extent in the pictures of the empress. The coins with the first portrait type show Iulia as a youthful figure. On the later coins, the physiognomic features of the empress (the bushy arched brows, the slightly curved nose, the pointed chin) are more prominently reproduced. Only the coins minted after her death show the empress with sunken features.

Reverse:
You can see the goddess Tyche standing to the left with a crenellated or wall crown. She holds an oar in her right hand and a cornucopia in her left hand. An E is shown in the field. The inscription reads: ΨΦΛ ΟΥΛΠΙΑΝΟΥ MΑΡΚΙΑΝΟΠΟΛΙΤΩΝ.

The inscription can be translated as follows:
ΨΦΛ = FL = Flavius
ΟΥΛΠΙΑΝΟΥ = ULPIANOU = Ulpianus
MΑΡΚΙΑΝΟΠΟΛΙΤΩΝ = MARKIANOPOLEITON = (issued) by the people of Marcianopolis
(Under the) consular legate Flavius Ulpianus (and) the inhabitants of Marcianopolis

Flavius ​​Ulpianus was from 209 to 212 AD consular legate of Moesia Inferior. The coin can therefore well be dated between 209 and 211 AD to be dated. Here it was about the governor of the emperor, who stood at the head of a province and was the supreme commander over the legions stationed there. The title of this governor was legatus Augusti pro praetore. However, there were differences. If there were two or more legions in the province, the legate must have held the consular office. His title was translated into Greek as Hypateuon (from Hypatos = Consul). In German, this would be the consular legate. As an exception, if there was only one legion in the province, someone who had not yet been a consul could be appointed imperial legate. but only praetor. Its title was translated into Greek as Hegemon. In German it would then be the praetorian legate.

The E in the field designates the coin as Pentassarion (Greek: five Assaria). This is a bronze coin denomination of numerous Greek cities during the Roman Empire. The coins often have the letter E (epsilon), which stands for the value number 5.

In Greek mythology, Tyche is the goddess of fate, good fortune (or bad luck) and chance. The Roman equivalent is the goddess Fortuna. Tyche exalts and humiliates, capriciously bringing about the change of story. Her attributes are the cornucopia, the rudder, wings and a rudder on a ball or wheel. Occasionally she also holds the boy Plutos, the god of wealth, in her arms.

The earliest mentions are found by Hesiod around 700 BC and in the Homeric hymns of the second half of the 6th century BC who describe her as the daughter of Okeanos and Tethys. At Pindar around 470 BC she is then called the daughter of Zeus Eleutherios. From the second half of the 5th century BC a cult of (Agathe) Tyche is detectable. Since that time there have also been various depictions of Tyche with her attributes. The sculpture by the sculptor Eutychides, made in Antioch, is well known. It depicts Tyche with the river god Orontes appearing at her feet. Temples are reckoned with at Argos, Mégara, Thebes and, outside Greece, Bupalos and Smyrna and perhaps Elis, Corinth, Megalopolis, Sicyon.

Her worship grew in Hellenism, Antioch, Alexandria and Scythopolis worshiped her as the city goddess. The Hellenistic development of Tyche into a city goddess then finds its continuation in the Roman Fortuna. The cities of Asia Minor in the Roman Empire, such as Kibyra in Phrygia, Aspendos and Side in Pamphylia and Karallia in Cilicia, continued to worship their respective Tyche as the goddess of fate in their city and occasionally built stylized temples with the cult image of Tyche (Tycheion) on the backs of their bronze coins used in local payment transactions.

With the goddess Tyche, the attribute of the crenellated or wall crown refers to the personification of the fortunate fate of a city. The most famous Tyche statue was the Tyche of Antioch by the hand of Eutychides of Sicyon. Created around 300 BC numerous other representations of city goddesses were also based on this representation. The Tyche was considered the most famous work by Eutychides and was still in existence at the time of Pausanias in the 2nd century AD held in high honor by the inhabitants of Antioch.

And so here too is the wishful thinking that the goddess Tyche may steer the happy fortunes of the city of Marcianopolis with the oar and thus ensure peace and prosperity (cornucopia).

Background:
Marcianopolis is located in present-day Bulgaria, in the city of Devnya, at the north-east end of the Devnya valley, along the southern spur of the Dobrogea Plateau, on the western shore of Lake Beloslav, into which the two rivers Devnya and Provadia flow. Roman Marcianopolis was founded by Roman Emperor Trajan after the Second Dacian War (105-106 AD) and named after his older sister Ulpia Marciana. In Roman inscriptions, the name of the city is also supplemented with Trajan’s family name – Marcianopolis Ulpia. Civitas Marcianopolitanorum was also a common name. The assumption of an identity of Marcianopolis with Parthenopolis represented in older research literature is erroneous. From 187 to 193 AD Marcianopolis was part of the Roman province of Thrace with the capital Philippopolis. After that, the city belonged to the province of Moesia inferior.

Marcianopolis was an important strategic center. There the militarily and economically important roads from Dorostorum and Appiaria on the Danube and Zaldapa via Aquae Calidae and Debeltus to Adrianopolis and Constantinople crossed, the great east-west connection through Moesia between Ratiaria, Montana, Melta and Nicopolis ad Istrum to Odessos.

Under Emperor Commodus (reign 180 to 192 AD), Marcianopolis received the right to mint coins and has been minting coins since that time. In addition to deities and personifications, the coins also show images of temples, triumphal arches, city gates and the mighty walls. Since the official language of the city was Greek, the coins minted in the city bore Greek inscriptions.

The city’s prosperity under the Severan dynasty ended with the invasion of the Goths (248-249 AD) and subsequent barbarian invasions from the north. In the year 248 AD the city was besieged by the Goths and other Germans. The defenders were able to repel this attack, inflicting heavy casualties on the attackers. Another attack by the Goths under Emperor Claudius II in 269 AD also failed.

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