Lucius Septimius Severus Pertinax 193 bis 211 n.Chr.

AE Bronze Nicopolis Lucius Septimius Severus Pertinax 202/205 n.Chr.

Münze:
Provinz Bronze der römischen Kaiserzeit 202/205 n.Chr.
Unter dem consularischen Legat Lucius Aurelius Gallus
Material: AE
Durchmesser: 28mm
Gewicht: 12,18g
Münzstätte: Ulpia Nicopolis ad Istrum, Moesia Inferior
Provenienz: Gorny & Mosch, München, Ex Erwin Link Sammlung
Referenz: Varbanov GIC I 2719

Avers:
Zu sehen ist die nach rechts gerichtete kürassierte Büste des Septimius Severus mit Lorbeerkranz. Die Inschrift lautet: ΑΥ Κ Λ ΣΕΠ ΣΕΥΗΡΟΣ ΠΕ.

Die Inschrift kann wie folgt übersetzt werden:
ΑΥ = AVT = Autokrator = Imperator
K = Kaisar = Caesar
Λ = L = Lucius
ΣΕΠ = SEP = Septimius
ΣΕΥΗΡΟΣ = SEVROS = Severus
ΠΕ = PE = Pertinax
Imperator Caesar Lucius Septimius Severus Pertinax

Nach der Ermordung von Commodus Nachfolger Pertinax in Rom am 28. März 193 n.Chr. nutzte Lucius Septimius Severus die sich bietende Chance und ließ sich zwischen dem 09. und 15. April 193 n.Chr. von den pannonischen Truppen in Carnuntum zum Kaiser und damit zum Augustus ausrufen. Wahrscheinlich spielte die stationierte Legio XIV gemina eine besondere Rolle, da Severus allein für diese Legion zur Ehre auch Goldmünzen schlagen ließ. Wie bereits erwähnt, soll die Ausrufung zum Kaiser zwischen dem 09. Und 15. April erfolgt sein. Letzteres Datum könnte einen abergläubischen oder auch religiösen Hintergrund haben. So soll er die drei Tage von seinem Geburtstag (11. April) an bis zur Proklamation im Glauben an die glückbringende Wirkung der Dreizahl gewartet haben.

Seit dem Jahr 195 n.Chr. nannte sich Septimius Severus in der offiziellen Titulatur der Militärdiplome, in der Mehrzahl der Inschriften und Münzen, in dem er nicht aus bloßer Eitelkeit, sondern zur Einführung der göttlichen Verehrung des Kaiserhauses im Staate seine Adoption durch Marcus Aurelius offiziell verkündete: imperatoris Caesaris divi Marcus Antonini Pii Sarmatici Germanici filius, divi Commodi frater, divi Antonini Pii nepos, divi Hadriani pronepos, divi Traiani Parthici abnepos, divi Nervae adnepos Lucius Septimius Severus Pius Pertinax Augustus. Vor dem Jahr 195 n.Chr. fehlen die Bezeichnungen Pius und Pertinax ausnahmslos in der Titulatur.

Anfang 194 n.Chr. besiegte Septimius Severus seinen Rivalen Pescennius Niger bei Kyzikos, dann entscheidend am 31. März bei Issos. Anschließend verlor dieser auf der Flucht zu den Parthern seinen Kopf und damit sein Leben. Nun konnte sich Severus weiter dem Osten zuwenden. Im Jahr 195 n.Chr. (vor dem 28. August) erfolgte die dreimalige Annahme des Imperatorentitels durch die Siege über Osroene, Arabien und Adiabene. Der römische Senat zeichnete daraufhin Severus durch die Ehrennamen Adiabenicus, Arabicus und Parthicus aus, welche sich auf zahlreichen Münzen und Inschriften in den verschiedensten Kombinationen, wie PART ARAB und PART ADIAB, finden lassen. Die Verleihung des Titels Parthicus ist jedoch insofern merkwürdig, da doch Severus gar keinen Zug gegen die Parther unternommen hatte, und nur so zu verstehen ist, dass die Adiabener und mesopotamischen Araber Vasallen der Parther gewesen sind.

Im Herbst 197 n.Chr. unternahm der Kaiser seinen zweiten Feldzug gegen die Parther und Mesopotamien. Dabei eroberte er unter anderem Babylon, Seleukeia und Ktesiphon. Mit der Belagerung von Hatra scheiterte Septimius Severus jedoch zweimal, so dass später Friedensbedingungen ausgehandelt werden mussten. Durch den insgesamt erfolgreichen Feldzug nahm Septimius Severus Anfang des Jahres 198 n.Chr. den Beinamen „Parthicus Maximus“ an, welcher auch auf Münzen mit der Titulatur „PART MAX“ geprägt wurde. Diesen Titel hatte vor ihm nur Traian getragen, an dessen militärische Erfolge und Größe Septimius erinnern und somit für sich propagandieren wollte.

Den Titel Pius findet man, wie bei seinem Sohn Caracalla, das erste Mal 201 n.Chr. auf den Münzen des Septimius Severus. Der Titel Felix erscheint zwar offiziell, wie zum Beispiel auf dem berühmten Triumphbogen des Septimius Severus, auf Münzen sucht man ihn jedoch vergebens. Einer seiner letzten Ehrentitel erhielt der Kaiser neben Caracalla und seinem zweiten Sohn Geta im Jahr 210 n.Chr. durch die erfolgreichen Feldzüge in Britannien gegen die Kaledonier und Mäaten. Der vergebene Ehrentitel Britannicus findet sich ab diesem Zeitpunkt bis zum Ende der Münzprägung für Septimius Severus auf einigen Münzen mit der Legendeninschrift BRIT wieder.

Von Septimius Severus sind vier Bildnistypen überliefert. In der Gestaltung der beiden ersten ist eine klare Programmatik zu erkennen, anders als bei den beiden folgenden. Der erste Typus ist bis ins Jahr 196 n.Chr. gültig. Septimius Severus ist hier mit kräftig-gedrungenem Gesicht, leichten Gesichtsfalten und kürzerem, durch Bohrungen aufgelockertem Haar und Bart wiedergegeben. In seinem Erscheinungsbild ist er kaum von dem hier auf Clodius Albinus bezogenen Bildnis zu unterscheiden. Sicher war die Ähnlichkeit beabsichtigt und die Bildaussage dieselbe. Zugleich wurde die allzu enge Anlehnung an die überfeinerte Tradition der Antoninen gemieden, wie sie Didius Julianus vertreten hatte.

Dann aber, in der schwelenden Auseinandersetzung mit Clodius Albinus und den damit einhergehenden Legitimationsproblemen, suchte Severus symbolisch den Rückhalt im antoninischen Kaiserhaus. Seit 195 n.Chr. propagierte er seine Abstammung von den Antoninen bzw. seine Adoption in dieses Kaiserhaus. Haar und Bart sind bei diesem Typus wesentlich üppiger und länger als vorher. Das Haar wölbt sich an den Schläfen in großen Schwüngen nach außen, nur in der Mitte sitzen einige kleine kurze Locken. Alle Falten sind aus dem Gesicht getilgt. Bis auf die kurzen Locken in der Stirnmitte sind damit die charakteristischen Züge des letzten Typus des Marc Aurel wiederholt. Auf den Münzen ist der Typenwandel im Jahr 196/197 n.Chr. zu beobachten.

Ein neuer Bildnistypus des Kaisers, der nur wenige Jahre später entstand, ist aus dem Typus des Jahres 196/197 n.Chr. entwickelt, mit einer auffallenden Veränderung. An die Stelle der kurzen Löckchen in der Stirnmitte treten vier lang herabhängende Locken. Diese können gewellt sein, es können aber auch richtige Korkenzieherlocken sein. Dieser Typus ist seit ca. 200 n.Chr. auf Münzen gut erkennbar. Die Forschung hat in den Stirnlocken lange eine Nachahmung der Stirnlocken des graeco-ägyptischen Gottes Sarapis sehen wollen. Deshalb wird der Typus gern als „Sarapistypus“ bezeichnet. Septimius soll den Gott auf einer Reise nach Ägypten in den Jahren um 200 n.Chr. besonders schätzen gelernt haben, sein Sohn Caracalla hat ihm später in Rom einen aufwendigen Tempel errichtet. Doch ist diese Vermutung inzwischen mit guten Gründen in Frage gestellt und vorgeschlagen worden, in der Frisur eine auch sonst verbreitete Modefrisur zu sehen.

In einem späteren Typus, der auf dem nach 204 n.Chr. zu datierenden Ehrenbogen für Septimius Severus in seiner Heimat Leptis Magna erscheint, hat Septimius Severus einen längeren, aber weniger voluminösen Bart und sehr kurz geschnittenes Haar, das zungenförmig ins Gesicht gekämmt ist und dem Kopf eng anliegt. Nach den retardierenden Rückgriffen auf die antoninische Tradition scheint Severus sich damit der schon lange beliebten und programmatisch von seinen Söhnen getragenen Kurzhaarmode der Zeit anzunähern.

Revers:
Zu sehen ist die Frontansicht eines viersäuligen Tempels mit dreieckigem Pediment (Dreiecksgiebel), darin ist ein Globus abgebildet. Mittig zwischen den Säulen ist eine frontal stehende Statue des Asklepios (Aesculapius) mit Asklepiosstab, um den sich eine Schlange windet, abgebildet. Die Inschrift lautet: ΥΠ Λ ΑΥΡ ΓΑΛΛΟΥ ΝΕΙΚΟΠΟ ΠΡΟΣ Ι.

Die Inschrift kann wie folgt übersetzt werden:
YΠ = VP = Hypatevontos = als er als consularischer Legat diente
Λ = L = Lucius
ΑΥΡ = AUR = Aurelius
ΓΑΛΛΟΥ = GALLOU = Gallus
ΝΕΙΚΟΠΟ = NIKOPO[LITON] = der Einwohner von Nikopolis
ΠΡΟΣ Ι = ΠΡΟC Ι[CΤΡΟΝ] = PROS ISTRON = ad Istrum
(Unter dem) consularischen Legat Lucius Aurelius Gallus (und) der Einwohner von Nikopolis ad Istrum

Lucius Aurelius Gallus war von ca. 202 bis 205 n.Chr. konsularischer Legat von Moesia Inferior, so dass die Münze gut in diesem Zeitraum datiert werden kann. Hier handelte es sich um den Statthalter des Kaisers, welcher an der Spitze einer Provinz stand und der Oberbefehlshaber über die dort stationierten Legionen war. Der Titel dieses Statthalters lautete legatus Augusti pro praetore. Dabei gab es allerdings Unterschiede. Standen in der Provinz zwei oder mehr Legionen, musste der Legat das Konsular Amt innegehabt haben. Sein Titel wurde im Griechischen als Hypateuon (von Hypatos = Consul) übersetzt. Dies wäre im Deutschen der consularische Legat. Stand in der Provinz nur eine Legion, konnte als Ausnahme auch jemand zum kaiserlichen Legaten ernannt werden, der noch nicht Konsul gewesen war. sondern nur Praetor. Dessen Titel wurde im Griechischen als Hegemon übersetzt. Im Deutschen wäre es dann der prätorische Legat.

Asklepios (lateinisch Aesculapius) ist in der griechischen und römischen Mythologie der Gott der Heilkunst. Die Schlange, welche sich in den meisten Darstellungen um den Äskulapstab windet, weist ihn den chthonischen oder Erdgottheiten zu. Nach homerischer Tradition war Asklepios ein Heros und Arzt in Thessalien, der nach dem Tod seine Verehrung als Gott der Medizin erfuhr.

Asklepios gilt als Sohn des Apollon und der Koronis, der Tochter des Königs Phlegyas. Als Koronis bereits von dem Gott Apollon schwanger war, ließ sie sich mit Ischys, einem Sterblichen, ein. Zur Strafe wurde sie von Apollons Zwillingsschwester Artemis oder von Apollon selbst getötet. Als ihre Leiche auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde, näherte sich Hermes und schnitt den ungeborenen Äskulap aus ihrem Mutterschoß. Apollon brachte ihn zum heilkundigen Kentauren Cheiron, der das Kind aufnahm und in der Heilkunst unterwies, welche er einst selbst von Apollon gelernt hatte.

Mit diesem mythologischen Ursprung wird Asklepios als unvergleichlicher Meister der ärztlichen Heilkunst, einschließlich der Tiermedizin, gesehen. Mit Hilfe magisch heilsamer Kräfte des Blutes der Gorgone Medusa, welches ihm Athene brachte, sei es ihm sogar gelungen, einen Toten wieder zum Leben zu erwecken. Des Weiteren wird Asklepios auch in der Ilias erwähnt, wo Homer in ihm einen „unvergleichbaren Arzt“ sieht, dessen Sohn Machaon seinen Dienst vor den Toren des umkämpften Trojas verrichtet. Mit seiner Frau Epione hatte er noch einen weiteren Sohn (Podaleirios) und fünf Töchter (Panakeia, Hygieia, Akeso, Iaso und Aigle). Seine Tochter Hygieia gilt als Personifikation der Gesundheit. Seine zweite Tochter Panakeia gilt als Personifizierung des Heilens durch Heilpflanzen.

Asklepios soll die Chirurgie und die Medizin (sowie die darin eingeschlossene Kräuterkunde) beherrscht haben. Die Heilbehandlung im Asklepios-Kult, dessen Zentrum das Heiligtum in Epidauros in der Argolis war, bestand oft darin, dass der Kranke im meist außerhalb der Stadt gelegenen Tempel des Asklepios schlief. Im Traum erschien ihm dann der Arzt und gab dem Patienten Diäten oder andere Kuren auf. Es heißt sogar, er hätte es einem glatzköpfigen Mann ermöglicht, sich an einem neuen Haarwuchs zu erfreuen. Auch soll er in Epidauros eine erblindete Frau (Ambrosia aus Athen) mit einem operativen Eingriff am Auge geheilt haben.

Mit der Wiedererweckung eines Toten hatte Asklepios wohl seine Befugnisse überschritten, jedenfalls beschwerte sich Hades energisch bei seinem Bruder Zeus über ihn. Auch letzterer fürchtete nun ob des Erfolges des Heilkünstlers, dass bald kein Mensch mehr sterben würde. Er schleuderte daraufhin einen Blitz auf Asklepios und tötete diesen. Dessen Vater Apollon zürnte darüber und tötete alle Kyklopen, die die Blitze für Zeus schmiedeten. Die Strafe, die Zeus Apollon hierfür auferlegte, besagte, dass dieser nun ein großes Jahr lang, das heißt für eine neunjährigen Periode oder Ennaeteris, die Rinder des Admetos hüten müsse. Nach seinem Tod wurde Asklepios bzw. Aesculapius unter die Götter aufgenommen.

Asklepios wird meist als ein bärtiger, ernster Mann, der mit Lorbeer verziert ist und sich auf einen Stab stützt, abgebildet. Dieser Stab, der von einer Schlange (Natter), in deren Form er sich einst verwandelte, um im Jahr 293 v.Chr. eine nach Titus Livius seit etwa 290 v.Chr. bestehende Seuche bzw. schwere Epidemie in Rom zu beenden, umschlungen wird, der sogenannte Asklepiosstab, wurde zum Symbol der Heilkunde. Der Hahn, die Eule, die Schlange und die Zypresse waren ihm heilig. Dargestellt wurde Asklepios auf Statuen, Reliefs, Gefäßen und Münzrückseiten, letztere vor allem auf den Bronzemünzen in den kleinasiatischen römischen Provinzen.

Das abgebildete Objekt im Dreiecksgiebel könnte, passenderweise zu Asklepios, ein sogenannter Omphalos sein. Der Omphalos war ein Kultstein im Adyton des Apollon-Tempels in Delphi. Er war mit Wollgirlanden (Agrenon) überzogen und markierte den „Nabel der Welt“. Der Omphalos soll der Sage nach als Meteor vom Himmel gefallen sein. Er wurde im Heiligtum des Apollon verehrt. Neben Apollo werden auch Asklepios-Statuen mit dem Omphalos dargestellt. Möglicherweise liegt eine Übertragung des Attributs von Apollo vor. Allerdings schreibt Pick (AMNG) zu dieser Münze, dass es sich hier um einen Schild handeln könnte. Auch ein Globus mit seinem universalen Anspruch würde hier in der Darstellung passen.

Hintergrund:
Nicopolis ad Istrum (vollständig Ulpia Nicopolis ad Istrum) war eine antike römische und frühbyzantinische Stadt in der römischen Provinz Thracia, später Moesia inferior (Niedermösien), die von Kaiser Trajan im Jahr 102 n.Chr. gegründet wurde. Die Stadt erreichte ihre Blütezeit während der Herrschaft der Kaiser Trajan, Hadrian, während der Herrschaft der Antoninischen Dynastie und der Dynastie der Severer.

In der Antike gab es mehrere Städte mit dem Namen Nikopolis (Nike = Sieg und Polis = Stadt). Der Name Nicopolis ad Istrum bedeutet „Stadt des Sieges an der Donau“. Ister ist der alte Name für den Unterlauf der Donau. Allerdings liegt die Stadt nur an einem Nebenfluss der Donau (Jantra), etwa 30 km südlich der Donau. Es ist aber möglich, dass zum Zeitpunkt ihrer Gründung ihr ausgedehntes Territorium bis zur Donau reichte.

Offiziell hatte der Name der Stadt den Vorsatz Ulpia, der von Trajans Gentilnamen Ulpius abgeleitet ist. Anfangs hieß die Stadt Nicopolis ad H(a)emum, wie Claudius Ptolemäus in seiner Geographike Hyphegesis aus dem Jahr 150 n.Chr. schrieb. Hemus oder Haemus war der lateinische Name für das Balkangebirge. Später wurde dann aber der Zusatz ad Istrum populärer. Ein weiters Synonym ist Nicopolis ad Iatrum (Nikopilis an der Jantra), wovon auch der Name des Titularbistums Nicopolis ad Iaterum abgeleitet ist. Auch unter dem Namen Nicopolis ad Danubium urbs wurde die Stadt erwähnt.

Die Stadt wurde vom Rat der Archonten verwaltet. Die beiden wichtigsten Verwaltungsorgane waren die Ratsversammlung (Bule) und die Volksversammlung (Demos). Es gab auch einen Ältestenrat (Gerusia). Eine Gruppe von Priestern war für den Kult des jeweils herrschenden römischen Kaisers und der Hauptgötter zuständig: Zeus, Hera, Athene, Herakles, Apollonias, Mithras, Kybele, Asklepios und Andere. Bekannt ist die Statue des Äskulaps. Sie wurde 1985 gestohlen, konnte jedoch beim Versuch, sie zu verkaufen, sichergestellt werden. Die Statue des Äskulaps steht heute im historischen Museum in Weliko Tarnowo. Für die Verehrung des Thrakischen Reiters (ein thrakischer Gott) gibt es fast überall in der Stadt und der Umgebung Belege.

Nicopolis ad Istrum war eine der größten Handelsplätze in Moesia inferior. Auf den dort geprägten Bronzemünzen sind Götter, Festungsmauern, öffentliche und religiöse Gebäude abgebildet. Die Beschriftung auf den Münzen ist griechisch, da die Amtssprache in der Stadt Griechisch war.

Quellen:
* Wikipedia: Septimius Severus
* Wikipedia: Nicopolis ad Istrum
* Wikipedia: Asklepios
* Wikipedia: Omphalos
* Wikipedia: Liste der Statthalter von Niedermösien
* Numismatikforum.de: Bestimmungshilfe Peter43(Jochen)
* Archäologisches Institut Göttingen: Porträttypen römischer Kaiser

Obverse:
You can see the right-facing cuirassed bust of Septimius Severus with a laurel wreath. The inscription reads: ΑΥ Κ Λ ΣΕΠ ΣΕΥΗΡΟΣ ΠΕ.

The inscription can be translated as follows:
ΑΥ = AVT = Autocrator = Emperor
K = Caesar = Caesar
Λ = L = Lucius
ΣΕΠ = SEP = Septimius
ΣΕΥΗΡΟΣ = SEVROS = Severus
ΠΕ = PE = Pertinax
Emperor Caesar Lucius Septimius Severus Pertinax

After the assassination of Commodus‘ successor Pertinax in Rome on March 28, 193 AD Lucius Septimius Severus took advantage of the opportunity and settled between April 9th ​​and 15th, 193 AD proclaimed emperor and thus Augustus by the Pannonian troops in Carnuntum. The stationed Legio XIV gemina probably played a special role, since Severus had gold coins struck for this legion alone in honor of it. As already mentioned, the proclamation as emperor is said to have taken place between April 9th ​​and 15th. The latter date could have a superstitious or religious background. He is said to have waited the three days from his birthday (April 11) until the proclamation, believing in the auspicious effect of the number three.

Since the year 195 AD Septimius Severus called himself in the official title of the military diplomas, in the majority of the inscriptions and coins, in which he officially announced his adoption by Marcus Aurelius not out of mere vanity, but to introduce the divine worship of the imperial house in the state: imperatoris Caesaris divi Marcus Antonini Pii Sarmatici Germanici filius, divi Commodi frater, divi Antonini Pii nepos, divi Hadriani pronepos, divi Traiani Parthici abnepos, divi Nervae adnepos Lucius Septimius Severus Pius Pertinax Augustus. Before the year 195 AD the designations Pius and Pertinax are missing without exception in the title.

Early 194 AD Septimius Severus defeated his rival Pescennius Niger at Cyzicus, then decisively at Issus on March 31. He then lost his head and with it his life while fleeing to the Parthians. Now Severus could turn further east. In the year 195 AD (Before August 28th) the title of Emperor was accepted three times by the victories over Osroene, Arabia and Adiabene. The Roman Senate then awarded Severus the honorary names Adiabenicus, Arabicus and Parthicus, which can be found on numerous coins and inscriptions in various combinations, such as PART ARAB and PART ADIAB. The granting of the title Parthicus is strange, however, since Severus had not taken any action against the Parthians, and the only way to understand it is that the Adiabenians and Mesopotamian Arabs were vassals of the Parthians.

In the fall of 197 AD the emperor undertook his second campaign against the Parthians and Mesopotamia. Among other things, he conquered Babylon, Seleucia and Ctesiphon. However, with the siege of Hatra, Septimius Severus failed twice, so that later peace terms had to be negotiated. Due to the overall successful campaign, Septimius Severus took early 198 AD the nickname „Parthicus Maximus“, which was also embossed on coins with the title „PART MAX“. Only Traian had borne this title before him, whose military successes and greatness Septimius wanted to commemorate and thus propagate for himself.

As with his son Caracalla, the title Pius is found for the first time in 201 AD on the coins of Septimius Severus. Although the title Felix appears officially, for example on the famous triumphal arch of Septimius Severus, one looks in vain for it on coins. The emperor received one of his last honorary titles alongside Caracalla and his second son Geta in 210 AD by the successful campaigns in Britain against the Caledonians and Maatians. From this point in time until the end of coinage for Septimius Severus, the honorary title Britannicus can be found on some coins with the legend inscription BRIT.

Four types of portraits of Septimius Severus have survived. A clear program can be seen in the design of the first two, in contrast to the two following. The first type is up to the year 196 AD valid. Septimius Severus is shown here with a strong, stocky face, slight facial wrinkles and shorter hair and beard loosened up by drilling. In his appearance he can hardly be distinguished from the portrait related here to Clodius Albinus. Surely the resemblance was intentional and the message of the picture was the same. At the same time, the all too close adherence to the overly refined tradition of the Antonines, as advocated by Didius Julianus, was avoided.

But then, in the smoldering dispute with Clodius Albinus and the problems of legitimacy that went with it, Severus symbolically sought support in the Antonine imperial house. Since 195 AD he propagated his descent from the Antonines and his adoption into this imperial house. The hair and beard of this type are much more luxuriant and longer than before. The hair curves outwards at the temples in large curves, only a few small, short curls sit in the middle. All wrinkles are erased from the face. With the exception of the short curls in the middle of the forehead, the characteristic traits of the last type of Marc Aurel are repeated. The type change in the year 196/197 AD is shown on the coins. to observe.

A new type of portrait of the emperor, which was created only a few years later, is derived from the type of the year 196/197 AD developed, with one striking change. The short curls in the middle of the forehead are replaced by four long, hanging curls. These can be wavy, but they can also be real corkscrew curls. This type has been around since about 200 AD easily recognizable on coins. Scholars have long wanted to see the forelocks as an imitation of the forelocks of the Graeco-Egyptian god Sarapis. That is why the type is often referred to as the „Sarapis type“. Septimius is said to have met the god on a trip to Egypt around 200 AD especially appreciated, his son Caracalla later erected an elaborate temple for him in Rome. In the meantime, however, this assumption has been questioned with good reason and it has been suggested that the hairstyle be seen as a fashionable hairstyle that is also widespread elsewhere.

In a later type, based on the after 204 AD when the Arch of Honor for Septimius Severus to be dated appears in his native Leptis Magna, Septimius Severus has a longer but less voluminous beard and hair that is cropped very short and combed over his face in a tongue-like manner, lying close to his head. After the retarding recourse to the Antonine tradition, Severus seems to be approaching the long-popular short-haired fashion worn programmatically by his sons at the time.

Reverse:
You can see the front view of a four-column temple with a triangular pediment (triangular gable), in which a globe is depicted. In the middle between the columns is a frontal statue of Asklepios (Aesculapius) with Asklepios staff around which a snake is coiled. The inscription reads: ΥΠ Λ ΑΥΡ ΓΑΛΛΟΥ ΝΕΙΚΟΠΟ ΠΡΟΣ Ι.

The inscription can be translated as follows:
YΠ = VP = Hypatevontos = when he served as consular legate
Λ = L = Lucius
ΑΥΡ = AUR = Aurelius
ΓΑΛΛΟΥ = GALLOU = Gallus
ΝΕΙΚΟΠΟ = NIKOPO[LITON] = the inhabitant of Nicopolis
ΠΡΟΣ Ι = ΠΡΟC Ι[CΤΡΟΝ] = PROS ISTRON = ad Istrum
(Under the) consular legate Lucius Aurelius Gallus (and) the inhabitants of Nicopolis ad Istrum

Lucius Aurelius Gallus was from about 202 to 205 AD consular legate of Moesia Inferior, so the coin can be well dated in this period. Here it was about the governor of the emperor, who stood at the head of a province and was the supreme commander over the legions stationed there. The title of this governor was legatus Augusti pro praetore. However, there were differences. If there were two or more legions in the province, the legate must have held the consular office. His title was translated into Greek as Hypateuon (from Hypatos = Consul). In German, this would be the consular legate. As an exception, if there was only one legion in the province, someone who had not yet been a consul could be appointed imperial legate. but only praetor. Its title was translated into Greek as Hegemon. In German it would then be the praetorian legate.

Asklepios (Latin Aesculapius) is the god of medicine in Greek and Roman mythology. The serpent coiling around the staff of Asculapius in most depictions assigns it to the chthonic or earth deities. According to Homeric tradition, Asclepius was a hero and physician in Thessaly who, after death, was worshiped as the god of medicine.

Asklepios is said to be the son of Apollo and Koronis, daughter of King Phlegyas. When Coronis was already pregnant by the god Apollo, she became involved with Ischys, a mortal. As punishment, she was killed by Apollo’s twin sister Artemis or by Apollo himself. As her corpse was being burned at the stake, Hermes approached and cut the unborn Aesculapius from her womb. Apollon brought him to the centaur Chiron, who knew how to heal, who took the child in and instructed him in the art of healing, which he himself had once learned from Apollon.

With this mythological origin, Asklepios is seen as an incomparable master of medical healing, including veterinary medicine. With the help of the magical healing powers of the blood of the Gorgon Medusa, which Athena brought him, he even managed to bring a dead person back to life. Furthermore, Asklepios is also mentioned in the Iliad, where Homer sees him as an „incomparable doctor“ whose son Machaon performs his duties at the gates of the embattled Troy. With his wife Epione he had another son (Podaleirios) and five daughters (Panakeia, Hygieia, Akeso, Iaso and Aigle). His daughter Hygieia is considered the personification of health. His second daughter Panakeia is considered the personification of healing through medicinal plants.

Asklepios is said to have mastered surgery and medicine (as well as the herbalism included therein). The healing treatment in the Asklepios cult, the center of which was the sanctuary in Epidauros in Argolis, often consisted in the patient sleeping in the temple of Asklepios, which was usually located outside the city. The doctor then appeared to him in the dream and gave the patient diets or other cures. It is even said to have enabled a bald man to enjoy a new growth of hair. He is also said to have healed a blind woman (Ambrosia from Athens) in Epidauros with an eye surgery.

With the resurrection of a dead Asklepios had probably exceeded his powers, in any case Hades complained energetically to his brother Zeus about him. The latter too now feared the success of the healer that soon no one would die anymore. He then threw a bolt of lightning at Asklepios and killed him. His father Apollo was angry about this and killed all the Cyclopes who forged the lightning bolts for Zeus. The penalty Zeus imposed on Apollo for this was that he must tend Admetus‘ oxen for a great year, that is, for a period of nine years, or ennaeteris. After his death, Asklepios or Aesculapius was accepted among the gods.

Asklepios is usually depicted as a bearded, serious man, adorned with laurels, leaning on a staff. This staff, derived from a serpent (asp) that it once transformed into, was found around 293 BC one after Titus Livius since about 290 BC to end the existing plague or severe epidemic in Rome, the so-called Rod of Asclepius became a symbol of medicine. The rooster, the owl, the snake and the cypress were sacred to him. Asclepius was depicted on statues, reliefs, vessels and the reverse of coins, the latter primarily on the bronze coins in the Roman provinces of Asia Minor.

The object depicted in the triangular pediment could be a so-called omphalos, appropriate to Asklepios. The omphalos was a cult stone in the adyton of the Temple of Apollo at Delphi. It was covered with garlands of wool (agrenon) and marked the „navel of the world“. According to legend, the omphalos fell from the sky as a meteor. He was worshiped in the sanctuary of Apollo. In addition to Apollo, Asklepios statues are also shown with the omphalos. There may be a transmission of the attribute from Apollo. However, Pick (AMNG) writes about this coin that it could be a shield. A globe with its universal claim would also fit here in the representation.

Background:
Nicopolis ad Istrum (fully Ulpia Nicopolis ad Istrum) was an ancient Roman and early Byzantine city in the Roman province of Thracia, later Moesia inferior (Lower Moesia), conquered by Emperor Trajan in 102 AD founded. The city reached its heyday during the reigns of Emperors Trajan, Hadrian, during the reigns of the Antonine dynasty and the Severan dynasty.

In ancient times there were several cities with the name Nicopolis (Nike = victory and Polis = city). The name Nicopolis ad Istrum means „City of Victory on the Danube“. Ister is the old name for the lower reaches of the Danube. However, the city is only on a tributary of the Danube (Jantra), about 30 km south of the Danube. However, it is possible that at the time of its founding, its extensive territory reached as far as the Danube.

Officially, the city’s name had the prefix Ulpia, derived from Trajan’s gentile name Ulpius. Initially the city was called Nicopolis ad H(a)emum, as Claudius Ptolemy wrote in his Geographical Hyphegesis of 150 AD wrote. Hemus or Haemus was the Latin name for the Balkan mountains. Later, however, the addition ad istrum became more popular. Another synonym is Nicopolis ad Iatrum (Nikopilis on the Jantra), from which the name of the titular diocese of Nicopolis ad Iaterum is derived. The city was also mentioned under the name Nicopolis ad Danubium urbs.

The city was administered by the Council of Archons. The two most important administrative organs were the Council (Bule) and the People’s Assembly (Demos). There was also a Council of Elders (Gerusia). A group of priests was responsible for the cult of the reigning Roman emperor and the main gods: Zeus, Hera, Athena, Herakles, Apollonias, Mithras, Cybele, Asklepios and others. The statue of Aesculapius is well known. It was stolen in 1985 but was recovered when trying to sell it. The statue of Aesculapius is now in the historical museum in Veliko Tarnovo. Evidence of the worship of the Thracian Horseman (a Thracian god) can be found almost everywhere in and around the city.

Nicopolis ad Istrum was one of the largest trading centers in Moesia inferior. The bronze coins minted there depict gods, fortress walls, public and religious buildings. The inscription on the coins is Greek since the official language in the city was Greek.

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