Marcus Aurelius Severus Antoninus Caracalla 211 bis 217 n.Chr.

Silber Denar Rom Marcus Aurelius Severus Antoninus Caracalla 203/204 n.Chr.

Münze:
Denar der römischen Kaiserzeit 203/204 n.Chr.
Material: Silber
Durchmesser: 20,4mm
Gewicht: 3,75g
Münzstätte: Rom
Provenienz: Odysseus Numismatique, Montpellier
Referenz: RIC IV Caracalla 130a

Avers:
Zu sehen ist die nach rechts gerichtete drapierte Büste des Caracalla mit Lorbeerkranz. Die Inschrift lautet: ANTONINVS PIVS AVG für Antoninus Pius Augustus.

Geboren als Lucius Septimius Bassianus, erhielt er von seinem Vater um das Jahr 195/196 n.Chr. den Namen Marcus Aurelius Antoninus. Damit wurde er in das Kaisergeschlecht der Antonine aufgenommen und als fiktiver Enkel des Marcus Aurelius ausgegeben. Zur gleichen Zeit wurde ihm der Titel Caesar verliehen, womit er zum künftigen Kaiser designiert wurde. Im Jahr 197, spätestens jedoch 198 n.Chr. wurde er zum Augustus erhoben und mit den kaiserlichen Vollmachten ausgestattet. 

Nach den erfolgreichen Feldzügen gegen die Parther, erhielt er gegen 199 n.Chr. den Ehrentitel „Parthicus maximus“, welcher dann ab 200 n.Chr. auch auf Münzen erscheint. Im Jahr 208 n.Chr. zog die gesamte Kaiserfamilie unter Septimius Severus nach Britannien, um militärisch gegen die Kaledonier und Mäaten weit im Norden Schottlands vorzugehen. Nach dem siegreichen Feldzug führte Caracalla ab 210 n.Chr. den Siegernamen „Britannicus maximus“, den auch sein Vater und sein Bruder annahmen.

Den Siegernamen „Germanicus maximus“ führte Caracalla seit 208 oder 213 n.Chr. Laut einer Publikation von Dr. Werner Robl, kam es bereits auf dem Weg nach Britannien im Jahr 208 n.Chr. zu einer Expedition nach Germanien. Um die sich gegenseitig verhassten Brüder Caracalla und Geta zu trennen, soll Iulia Domna ihren Sohn zur Visitationsreise an den obergermanischen und rätischen Limes geschickt haben. Es kam allerdings zu keinem Krieg, wohl aber die formale Unterwerfung des einen oder anderen Stammes unter die Herrschaft der Römer, was den jungen Caracalla zur Behauptung eines Sieges über die Germanen und zu jenem frühen Scheintitel „Germanicus maximus“ veranlasste. 

Eine zweite Erklärung bietet das Jahr 213 n.Chr. an. Im Sommer dieses Jahres war er in Germanien über den rätischen Limes gegen die Alemannen zu Felde gezogen und hatte schließlich eine erfolgreiche Schlacht mit ihnen am Mainfluss geschlagen. Sein Verhalten zum Feind war jedoch gekennzeichnet durch Verrat und Brutalität. So hatte er die alemannische Jugend aufgerufen unter seinen Fahnen mitzukämpfen und sie dann grausam ermorden lassen. Anschließende Kämpfe scheinen jedoch weniger günstig verlaufen zu sein, denn er sah sich zu Zahlungen an germanische Gruppen veranlasst. Insgesamt gesehen war sein Vorgehen aber offenbar erfolgreich, denn die Lage an der Nordgrenze blieb für zwei Jahrzehnte stabil. 

Allerdings soll Caracalla von den Arvalbrüdern in Rom, einer Priesterschaft in Staatsdiensten, bereits am 17. Mai 213 n.Chr. als „Germanicus maximus“ öffentlich ausgerufen worden sein. Das wären geschlagene drei Monate vor dem mit seinem Namen verbundenen Kampfereignis im Spätsommer desselben Jahres. Wann er den Titel inoffiziell oder offiziell getragen hatte, wird daher noch kontrovers diskutiert. Auf Münzen erscheint der Ehrentitel erstmals ab dem Jahr 213 n.Chr.

Die Beinamen Pius und Felix erscheinen zum ersten Mal offiziell am 1. April 200 n.Chr. und werden meist zwischen dem Namen Antoninus und dem Titel Augustus gestellt. Dabei fehlt der Titel Felix bis 211/212 n.Chr. öfters, so dass in der ersten Zeit Pius allein in der Titulatur vorkommt. Auf Münzprägungen erscheint Pius seit 201 n.Chr. das erste Mal, während Felix erst seit 213 n.Chr. in der Legende zu lesen ist.

Als „Princeps iuventutis“ wurde er meist nur zu Lebzeiten seines Vaters bezeichnet. Die tribunicia potestas erhielt Caracalla im Jahr 198 n.Chr. erstmalig. Das erste Amt des Consulats begleitete er im Jahr 202 n.Chr. Pater Patriae ist nachweisbar seit dem Jahr 205 n.Chr. Den Titel Imperator II erhielt er gegen 207/208 n.Chr. und dann im Jahr 213 n.Chr. als Imperator III. Den Titel „Pontifex Maximus“ trug er richtigerweise erst nach dem Tod seines Vaters Septimius Severus, aber irrtümlich oder aus Schmeichelei wurde er auch schon früher so genannt. Eigentlich war er vor dem Jahr 211 n.Chr. nur Pontifex.

Als Alleinherrscher und Kaiser führte er den Namen Marcus Aurelius Severus Antoninus. Caracalla (richtig eigentlich Caracallus) war ein Spitzname, den er vermutlich ab 208 oder 213 n.Chr. nach einem langen Kapuzenmantel erhielt und in Rom einführte. Dabei handelte es sich um eine vom Kaiser persönlich entworfene modifizierte Luxusausführung eines germanischen oder keltischen Kleidungsstücks. Ein weiterer Spitzname, den Cassius Dio überliefert, war Tarautas. Unter diesem Namen war ein kleinwüchsiger, hässlicher und brutaler Gladiator bekannt, der offenbar ähnlich wie der Kaiser aussah, zumindest nach der Ansicht von dessen Gegnern.

Von Caracalla sind vier Porträttypen bekannt. Sie unterscheiden sich so deutlich, dass ihr Einsetzen mit Hilfe der datierten Münzen genau bestimmt werden kann. Ein erster Typus entstand 196 n.Chr. Unverkennbar ist das jugendlich-lockenköpfige Porträt dem des jungen Marc Aurel nachgebildet. Der Typus entstand zur gleichen Zeit wie ein Porträttypus des Septimius Severus, dessen Gestaltung sich an den letzten Porträttypus des Marc Aurel anlehnt. Die Porträts von Vater und Sohn sollten die behauptete Abstammung aus dem Hause der Antoninen vor Augen führen, die auch in Caracallas neuem Namen zum Ausdruck kam. Von diesem Typus gab es Neuauflagen mit erwachsener werdenden Proportionen.

Im Jahr 204 n.Chr. wurden für Caracalla und Geta neue Bildnistypen geschaffen. Beide trugen nun das kurzgeschorene Haar, das in der Folge im 3. Jahrhundert n.Chr. zur führenden Frisurenmode wurde. Merkwürdigerweise sind die Typen der beiden Brüder einander so ähnlich, dass man sie nicht zuverlässig auseinanderhalten kann. Für beide gab es verschiedene Neuauflagen, die das Älterwerden durch zunehmenden Bartwuchs anzeigten. Auch die Porträts aus dem Jahr der gemeinsamen Regierung 211/12 n.Chr. entsprechen diesen Typen und zeigen beide mit kurzem Vollbart.

Mit dem Gewinn der Alleinherrschaft 212 n.Chr. gestaltete Caracalla sein Porträt völlig neu. Der Kopf ist scharf zur linken Seite gewendet, und die Stirn des massiven Gesichts so kräftig zusammengezogen, dass der Betrachter schwanken kann, ob er in eine Miene höchster Anstrengung oder höchsten Zornes blickt. Caracalla trägt in diesem Porträt eine kurze Lockenfrisur und einen kurzgelockten Bart. Zu diesem Entwurf gehörte die Erfindung eines neuen kurzen Panzerbüstentypus, in dessen straff zur Seite gezogenem Mantel sich die starke Bewegung des Kopfes spiegelt.

Für die Interpretation dieses merkwürdigen Porträts ist es wichtig zu sehen, dass der Kaiser die extreme Inszenierung seiner selbst schon nach wenigen Jahren wieder zurückgenommen hat. In einem 215 n.Chr. geschaffenen Typus wurden die Haltung des Kopfes und die Mimik des Gesichts beruhigt, und Caracalla trägt wieder das kurze Haar, das nun üblich wurde. In einem vermutlich postumen Typus wurde die heftige Mimik des Typus von 212 n.Chr. wieder aufgenommen − man wüsste gern weshalb.

Die extreme Mimik des Porträttypus von 212 n.Chr. muss auch den Zeitgenossen aufgefallen sein. Das zeigen Bemerkungen in der antiken Literatur, die diese Mimik allerdings der Person zuschreiben. Der Zeitgenosse Dio Cassius berichtet, ein Spaßmacher habe gesagt, Caracalla sehe aus, als sei er wütend, weil er sich leidenschaftlich (thymoeidesteron) zu geben pflegte (Dio 78,11). Und in der spätantiken Historia Augusta heißt es, der Kaiser sei als Kind nett gewesen, später aber sei er ‚restrictior, gravior, vultu etiam truculentior, … im Gesichtsausdruck finster‘ geworden (SHA Caracalla 2,4).

Im Hintergrund der merkwürdigen Stilisierung muss vor allem die offenbar besonders ausgeprägte Neigung Caracallas zum Heer und zum Soldatenleben gestanden haben. Er war angeblich keine gute Führungspersönlichkeit, liebte es aber, das Leben der Soldaten zu teilen und wurde dafür von ihnen geliebt. Auch der schon antike Spitzname Caracalla leitet sich von einem bestimmten Soldatenmantel her, den er gern trug. In diesem Sinne könnte der Bildnistypus Kraft, Energie und Einsatzbereitschaft ausgedrückt haben. Ein Bekenntnis zum Heer wäre 212 n.Chr. sehr passend gewesen, denn nach dem Mord an seinem Bruder soll Caracalla sich dorthin geflüchtet haben, als seine Hauptstütze. Vielfach wird außerdem von Caracallas zunehmender Schwärmerei für Alexander dem Großen berichtet. Er soll sogar Doppelhermen mit seinem Bildnis und dem des legendären Makedonen errichtet haben. Für einen Bezug auf Alexander im Porträt, wie ihn andere römische Kaiser gesucht haben, gibt es jedoch keinen Anhaltspunkt.

Revers:
Zu sehen ist die Göttin Dea Caelestis mit aufwendigem Kopfschmuck und langem Gewand auf einem Löwen sitzend. Sie hält einen Fulmen (Blitzbündel) in der rechten und ein kurzes Szepter in der linken Hand. Wasser strömt links aus einem Felsen heraus, über das die Göttin auf dem Löwen nach rechts sprengt. Die Inschrift lautet: INDVLGENTIA AVGG IN CARTH für Indulgentia Augustorum in Carthaginem (Die Güte der Kaiser für Carthago).

Tanit (TNT, auch Tannit, Thanit, Tinnit, lateinisch Caelestis) ist die punische Göttin der Fruchtbarkeit und Schutzgöttin von Karthago. Ihr Beiname ist „Klagende im Angesicht des Baals“. Sie war die weibliche Hauptgottheit Karthagos und löste in dieser Rolle Astarte ab. Sie gilt als Jungfrau, aber auch als Mutter des Baals. Als Spenderin der Fruchtbarkeit hat sie den Namen „Nutrix“ (Ernährerin). Sie erweckt den Fruchtbarkeitsgott Baal jedes Jahr zu neuem Leben. Ursprünglich eine niedere Erdgottheit, lösten Tanit und Baal-Hammon im 5. Jahrhundert v.Chr. Astarte und Melkart als Hauptgötter der Punier ab. Dido, die erste Königin von Karthago, soll bei Gründung der Stadt ihren Tempel gestiftet haben. Der Göttin Tanit sollen auch Kinder im Feuer geopfert worden sein. Nach neueren Erkenntnissen könnte dies jedoch auch römische Kriegspropaganda sein. Unter Steinstelen fanden sich tatsächlich Urnen mit verkohlten Kinder-Knochen, für viele Forscher ein Beweis für Kinderopfer.

Bei der Zerstörung Karthagos 146 v.Chr. soll das Bild und der Kult der Caelestis nach Rom überbracht worden sein. Nach der Eroberung Karthagos wurde die Schutzgöttin der Stadt, welche während des zweiten punischen Kriegs schon beschworen worden war, feierlich evociert und nach Rom überführt (Serv. Aen. XII 481. Macrob. III 9, 7). Evocatio, der Ausdruck „einen Gott herbeirufen“ ist vom 1. Jahrhundert v.Chr. bis zum 6. Jahrhundert belegt. Vornehmlich bezeichnete dieser Brauch die antike Praxis, die Schutzgottheit einer belagerten Stadt durch eine magische Beschwörung herauszulocken, um ihr eine neue Unterkunft in Rom anzubieten, und die belagerte Stadt damit sozusagen ihrer Existenzgrundlage zu berauben. Aus diesem Grund wurde der Name der Schutzgottheit der Stadt Rom sowie der tatsächliche, eigentliche Name dieser Stadt in der Antike geheim gehalten, um den Feinden die Verfluchung unmöglich zu machen. Als Taktik der psychologischen Kriegsführung untergrub die Evocatio das Selbstbewusstsein des Feindes, bedrohte die Heiligkeit seiner Stadtmauern (Pomerium) und andere Formen des göttlichen Schutzes. Gewöhnlich war die Evocatio jedoch nur eine Methode, die ansonsten frevlerische Plünderung sakraler Gegenstände zu legitimieren.

Nach einer im Jahr 1892 gefundenen und von Gatti erläuterten Inschrift hatte die Caelestis, die praestantissimum numen montis Tarpaei genannt wird, ein Heiligtum auf dem capitolinischen Hügel, bei der heutigen Kirche Ara Caeli, deren Name wohl von dem der Göttin abgeleitet ist. Dem Tempel waren besondere Privilegien zuteil (Ulp. Reg. XXII 6: Deos heredes instituere non possumus nisi …Caelestem Salinensem [Sidonensem? selenen? selinensem?] Carthagini), er soll von einem großzügigen heiligen Hain umgeben gewesen sein (Verg. Aen. I 441) und stand wohl noch um die Zeit des Augustus in voller Pracht. Erst im Jahr 399 n.Chr. wurde er zur Kirche umgebaut. Dennoch beklagte selbst noch Salvianus im 5. Jahrhundert über die Hartnäckigkeit, mit welcher sogar Christen an dem Dienst der Göttin festhielten.

Doch nicht nur in der Hauptstadt Rom, sondern auch in der Provinz Africa, in Numidien und bis nach Mauretanien zeigen die Inschriften die Ausdehnung ihres Kultes. Sie wurde zurecht als die Africanische Göttin betrachtet. Schon zu der Zeit der punischen Macht verbreitete sich der Dienst der Caelestis nach Melita und Spanien (Gibraltars, Gades), wahrscheinlich auch bis nach Sizilien. Selbst in Apulum (Dacien) taucht sie auf, wohin sie offenbar durch die afrikanischen Soldaten der stationierten Legio XIII Gemina übertragen worden war (Ioan Piso, zum Kultus der Dea Caelestis, Inschrift einer Marmorara).

Die semitischen Gottheiten haben nicht wie die griechischen eine scharf ausgeprägte Individualität. Ihr Charakter ist vielfältiger und unbestimmter. Je nachdem man die eine oder andere ihrer Eigenschaften hervorheben wollte, hat man sie verschiedenen abendländischen Göttern gleichgestellt, aber völlig entsprechen sie keinem. Deshalb wird die Tanit auf den Africanischen Inschriften gewöhnlich schlechthin Caelestis oder dea Caelestis genannt oder trägt allgemeine Beinamen wie augusta, sancta, magna oder numen praesens. In alter Zeit hatten die Römer die höchste Göttin der Karthager mit Iuno identifiziert (Iuno caelestis). In der Tat hatte die Regina caelorum mit der lateinischen Iuno regina manche Berührungspunkte. Später wurde die Iuno caelestis als Himmlische gedeutet, dessen Gestirne sie trägt, schickt sie auf die Erde wie das Gewitter so auch den segenspendenden Regen und gibt Menschen und Tieren das Leben. Wie Saturnus/Baal ist die Caelestis/Tanit in Africa eine Gottheit der Fruchtbarkeit und wird demnach der Venus gleichgestellt. In Syrien waren ursprünglich mit ihrem Dienst heilige Prostitutionen verbunden, was ihre Feste und Kulthandlungen nie ganz von Unzucht befreiten. Als befruchtende Göttin wurde die Caelestis auch den Erdgottheiten, in Italien der Bona Dea (Bona dea caelestis), in Africa selbst der Kybele angenähert. Beiden war der Löwe besonders gewidmet.

In schroffem Gegensatz zu dieser Auffassung stellte man sich diese Naturgöttin als eine Jungfrau vor. Dieser Zug, der die Caelestis im semitischen Pantheon besonders kennzeichnet, hängt wohl mit dem alten einheimischen Glauben zusammen. Die Libyer verehrten eine kriegerische Jungfrau, welche die Griechen mit Athena verglichen, und nach ihren einfachen Anschauungen war die Unverletzlichkeit mit der Jungfrauschaft verbunden (Herod. IV 180). Die Beschützerin Karthagos war auch eine Kriegsgöttin, welche man auf den Münzen mit der Lanze und dem Blitz darstellt. Sie wurde ebenfalls als virgo caelestis gepriesen, und man sprach sogar von ihr als einer Venus virgo. Passender wurde sie in dieser Hinsicht aber von den Römern Diana genannt. Diese Benennung verdiente sie auch, weil sie nach der in Africa wie in Phoinikien (siehe Astarte) sehr verbreiteten astronomischen Theologie eine Mondgöttin war, wie Baal ein Sonnengott (Herodian. V 6, 4. Cass. Dio LXXIX 12, vgl. CIL X 1598 lunas cum gemmis).

Über den Kult der Caelestis ist bis jetzt wenig bekannt. Von der Unzucht mancher Feste ist schon die Rede gewesen. Die an diesen Tagen stattfindenden Spiele gaben zu allerlei Ausschweifungen Anlass (Aug. civ. d. II 4). Orakel wurden in dem Tempel der Caelestis zu Karthago erteilt und gaben der weissagenden Göttin einen zuweilen bedeutenden politischen Einfluss. Mit dem Mantel (peplus) der Himmelskönigin ließen sich Thronbewerber ausschmücken. Von dem eigentlichen Dienst erfahren wir kaum etwas. Die Priesterschaft der Caelestis war ohne Zweifel zahlreich, aber wenige Titel sind überliefert. Neben den Männern, gehörten auch Frauen der Priesterschaft an. Der spätere Kaiser Marcus Aurelius Antoninus (genannt Elagabal) verkündete und feierte die „Heilige Hochzeit“ (hierós gámos) des Gottes Elagabal. Dieser sollte sich mit der karthagischen Urania (Dea Caelestis, Tinnit) vermählen. Die Hochzeit des Herrschers und Oberpriesters mit der Vestalin sollte die vollkommene göttliche Hochzeit auf der menschlichen Ebene abbilden. Aus dieser Verbindung erhoffte er gottähnliche Kinder. Dabei kollidierte der Kaiser mit der völlig anderen Auffassung der Römer von den Aufgaben der zu strengsten Keuschheit verpflichteten Vestalinnen.

Hintergrund:
Gegen 199 n.Chr. fanden mit Friedensverhandlungen die Feldzüge des Septimius Severus gegen die Parther ein siegreiches Ende. Daraufhin begab sich der Kaiser mit seinem Mitregenten und Sohn Caracalla und dem Rest der Familie nach Ägypten, um hier sowohl Aufstände niederzuschlagen als auch die Provinz Africa neu zu strukturieren und entsprechende Dekrete zu erlassen. Als Septimius Severus die Metropole Alexandria besuchen wollte, soll sich nachfolgende Anekdote zugetragen haben. Ein Tor der Stadt trug noch die alte Inschrift „Stadt des Herren Niger“ (Pescennius Niger war bis zu seinem Tod 194 n.Chr. ein Rivale im Kampf um den römischen Thron). Um den Unwillen des Severus zu dämpfen, legten die Alexandriner dies dahin aus, dass ihre Stadt Besitz des Herrn des Niger, also des Severus sei.

Während des Aufenthaltes erteilte Septimius Severus zahlreiche Erlässe, welche die afrikanische Provinz betrafen. Unter anderem die neue Abgrenzung der Provinz Numidien, deren Territorium zur bisherigen Provinz Africa gehörte. Als Ausgleich erhielten bedeutende Städte, wie Utica oder Karthago, besondere Großzügigkeiten oder Privilegien. Besonders Karthago soll vom Kaiser dabei großzügig bedacht worden sein. Die Stadt erhielt das sogenannte Ius Italicum. Als ein Kaiser afrikanischer Herkunft, verlieh Septimius Severus das Ius Italicum mehreren römischen Gemeinden in Africa. Die Auswirkungen davon waren, dass ihr Land, obwohl außerhalb der physischen Grenzen Roms, unter römisches Recht fallen würde. Dies bedeutete auch ein höheres Maß an Autonomie in ihren Beziehungen zu den Provinzgouverneuren. In der Stadt geborene Menschen erhielten automatisch das römische Bürgerrecht. Als römische Bürger wiederum konnten die Menschen Eigentum kaufen und verkaufen, waren von der Grundsteuer und der Kopfsteuer befreit und hatten Anspruch auf Schutz nach römischem Recht. Ius Italicum war die höchste Freiheit, die eine Gemeinde oder Provinz erlangen konnte, und wurde als sehr günstig angesehen.

Zudem soll Karthago das Recht erhalten haben ein jährliches Fest zu Ehren der Kaiser auszurichten und finanzielle Mittel zum Bau eines Odeons erhalten haben. Umstritten ist die Deutung der Rückseitendarstellung des Felsens und entspringenden Wassers. Dies könnte auf den kaiserlich finanzierten Bau eines neuen Aquädukts hinweisen oder zumindest auf eine Instandhaltung bzw. Restauration eines vorhandenen Aquädukts. Die Großzügigkeiten der beiden Kaiser müssen jedoch für die Stadtverantwortlichen überwältigend gewesen sein, denn Karthago nahm darauf den Beinamen „Septimiana“ an.

Die Übersetzung der Rückseitenlegende ist kein großes Geheimnis, preist sie doch die Großzügigkeit der beiden Kaiser Septimius Severus und Caracalla in der römischen Welt gegenüber Karthago. Versinnbildlicht wird dies durch die Abbildung der karthagischen Schutzgöttin, der Löwe ist eine bekannte Allegorie der Provinz Africa – inspiriert vielleicht durch die Darstellung der Statue, wie sie auch im Circus Maximus in Rom stand.

Anscheinend war es für den Kaiser ein besonderes Anliegen dies kundzutun, denn Septimius Severus ließ für sich und seinen Sohn und Mitregenten Caracalla zahlreiche Münztypen in Gold, Silber und Bronze mit dieser Darstellung und der Rückseitenlegende „INDVLGENTIA AVGG IN CARTH“ prägen. Die Ausgabe der Münzen soll gegen 203/204 n.Chr. nach der Rückkehr aus dem Osten des Reiches nach Rom erfolgt sein.

Quellen:
* Wikipedia: Septimius Severus
* Wikipedia: Caracalla
* Wikipedia: Tanit
* Wikisource: Caelestis
* Wikipedia: Evocatio
* Wikipedia: Ius Italicum
* Peter Robert Franke, Ilse Paar: die antiken Münzen der Sammlung Heynen
* Archäologisches Institut Göttingen: Porträttypen römischer Kaiser

Obverse:
You can see the right-facing draped bust of Caracalla with a laurel wreath. The inscription reads: ANTONINVS PIVS AVG for Antoninus Pius Augustus.

Born as Lucius Septimius Bassianus, he received from his father around the year 195/196 AD the name of Marcus Aurelius Antoninus. He was thus accepted into the imperial family of the Antonines and issued as the fictitious grandson of Marcus Aurelius. At the same time he was given the title of Caesar, designating him as the future emperor. In the year 197, but no later than 198 AD he was promoted to Augustus and endowed with imperial powers.

After the successful campaigns against the Parthians, he received around 199 AD the honorary title „Parthicus maximus“, which then from 200 AD also appears on coins. In the year 208 AD moved the entire imperial family under Septimius Severus to Britain to take military action against the Caledonians and Maatians in the far north of Scotland. After the victorious campaign, Caracalla led from 210 AD the winning name „Britannicus maximus“, which his father and brother also adopted.

Caracalla used the victor’s name „Germanicus maximus“ from 208 or 213 AD. According to a publication by Dr. Werner Robl, it came on the way to Britain in 208 AD for an expedition to Germania. In order to separate the mutually hated brothers Caracalla and Geta, Iulia Domna is said to have sent her son on a visitation trip to the Upper Germanic and Rhaetian Limes. However, there was no war, but the formal submission of one or the other tribe under Roman rule, which prompted the young Caracalla to claim a victory over the Germans and to that early pseudo-title „Germanicus maximus“.

The year 213 AD offers a second explanation. at. In the summer of that year he campaigned in Germania across the Rhaetian Limes against the Alemanni and finally fought a successful battle with them on the Main River. However, his attitude towards the enemy was marked by treachery and brutality. So he called on the Alemannic youth to fight under his banner and then had them cruelly murdered. Subsequent battles, however, seem to have gone less favorably, for he felt compelled to make payments to Germanic groups. Overall, however, his approach was apparently successful, as the situation on the northern border remained stable for two decades.

Caracalla was probably by the Arvalbrothers in Rome, a priesthood in civil service, as early as May 17, 213 AD publicly proclaimed as „Germanicus maximus“. That would be a full three months before the battle event associated with his name in late summer of the same year. When he had unofficially or officially borne the title is therefore still a matter of controversy. The title first appears on coins from the year 213 AD.

The epithets Pius and Felix appear officially for the first time on April 1, 200 AD and are usually placed between the name Antoninus and the title Augustus. The title Felix is missing until 211/212 AD often, so that initially Pius appears alone in the title. Pius has appeared on coinage since 201 AD the first time, while Felix only since 213 AD can be read in the legend.

He was usually only referred to as „Princeps iuventutis“ during his father’s lifetime. Caracalla received the tribunicia potestas in 198 AD first time. He accompanied the first office of consulship in 202 AD. Pater Patriae is verifiable since the year 205 AD. He received the title Imperator II around 207/208 AD and then in 213 AD as Emperor III. He correctly bore the title „Pontifex Maximus“ only after the death of his father Septimius Severus, but he was also called that earlier, either by mistake or out of flattery. Actually he was before the year 211 AD only pontifex.

As sole ruler and emperor, he bore the name Marcus Aurelius Severus Antoninus. Caracalla (actually Caracallus) was a nickname he probably used from 208 or 213 AD received after a long hooded cloak and introduced in Rome. This was a modified luxury version of a Germanic or Celtic garment personally designed by the emperor. Another nickname given to Dio by Cassius was Tarautas. By this name was known a short, ugly, and brutal gladiator who apparently looked similar to the emperor, at least according to his opponents.

Four types of portraits of Caracalla are known. They differ so clearly that their use can be precisely determined with the help of the dated coins. A first type emerged in 196 AD. The youthful, curly-headed portrait is unmistakably based on that of the young Marc Aurel. The type was created at the same time as a portrait type of Septimius Severus, the design of which is based on the last portrait type of Marc Aurel. The portraits of father and son were intended to demonstrate the alleged descent from the house of the Antonines, which was also reflected in Caracalla’s new name. There were new editions of this type with growing proportions.

In the year 204 AD new types of portraits were created for Caracalla and Geta. Both now wore the short-cropped hair that subsequently became popular in the 3rd century AD became the leading hairstyle fashion. Oddly enough, the types of the two brothers are so similar that one cannot reliably tell them apart. There were various new editions for both, which indicated aging through increasing beard growth. The portraits from the year of the joint government 211/12 AD correspond to these types and both show a short full beard.

With the gain of sole rule in 212 AD Caracalla completely redesigned his portrait. The head is turned sharply to the left, and the forehead of the massive face is drawn together so violently that the viewer can vacillate between looking into an expression of supreme exertion or supreme anger. Caracalla wears a short curly hairstyle and a short-curled beard in this portrait. Part of this design was the invention of a new type of short armored bust, in whose cloak pulled tightly to one side the strong movement of the head is reflected.

For the interpretation of this strange portrait, it is important to see that the emperor took back the extreme staging of himself after just a few years. In a 215 AD in the type created, the pose of the head and the facial expressions were calmed, and Caracalla once again wore the short hair that was now customary. In a presumably posthumous type, the violent facial expressions of the type of 212 AD were used. resumed – one would like to know why.

The extreme facial expressions of the portrait type from 212 AD must also have caught the eye of his contemporaries. This is shown by comments in ancient literature, which, however, attribute these facial expressions to the person. The contemporary Dio Cassius reports that a jester said that Caracalla looked angry because he used to give himself passionately (thymoeidesterone) (Dio 78:11). And in the late antique Historia Augusta it says that the emperor was nice as a child, but later he became ‚restrictior, gravior, vultu etiam truculentior, … in facial expression dark‘ (SHA Caracalla 2,4).

In the background of the strange stylization, above all, must have been Caracalla’s particularly pronounced inclination towards the army and the life of a soldier. He was said not to be a good leader, but loved sharing the lives of the soldiers and was loved by them for it. The ancient nickname Caracalla also derives from a certain soldier’s coat that he liked to wear. In this sense, the portrait type could have expressed strength, energy and commitment. A commitment to the army would be 212 AD very appropriate, since after the murder of his brother, Caracalla is said to have taken refuge there as his mainstay. Caracalla’s growing infatuation with Alexander the Great is also widely reported. He is said to have erected double herms with his portrait and that of the legendary Macedonian. However, there is no evidence of a reference to Alexander in the portrait, as other Roman emperors sought.

Reverse:
You can see the goddess Dea Caelestis with elaborate headdress and long robe sitting on a lion. She holds a fulmen (lightning bundle) in her right hand and a short scepter in her left. Water pours out of a rock on the left, over which the goddess on the lion hops to the right. The inscription reads: INDVLGENTIA AVGG IN CARTH for Indulgentia Augustorum in Carthaginem (The Kindness of Emperors to Carthago).

Tanit (TNT, also Tannit, Thanit, Tinnit, Latin Caelestis) is the Punic goddess of fertility and patron goddess of Carthage. Her nickname is „Mourners in the Face of Baal“. She was the main female deity of Carthage and replaced Astarte in this role. She is considered a virgin, but also the mother of Baal. As a donor of fertility, she has the name „Nutrix“ (provider). Every year she awakens the fertility god Baal to new life. Originally a lesser earth deity, Tanit and Baal-Hammon dissolved them in the 5th century BC Astarte and Melkart as the main gods of the Punians. Dido, the first queen of Carthage, is said to have donated her temple when the city was founded. Children are also said to have been sacrificed in the fire to the goddess Tanit. According to recent findings, however, this could also be Roman war propaganda. Urns with charred children’s bones were actually found under stone steles, which many researchers believe is evidence of child sacrifice.

At the destruction of Carthage in 146 BC the image and the cult of Caelestis is said to have been brought to Rome. After the conquest of Carthage, the patron goddess of the city, who had already been invoked during the second Punic war, was solemnly evoked and transferred to Rome (Serv. Aen. XII 481. Macrob. III 9, 7). Evocatio, the expression „to summon a god“ is from the 1st century BC occupied until the 6th century. This custom primarily referred to the ancient practice of enticing the tutelary deity of a besieged city by means of a magical incantation in order to offer her new lodgings in Rome, thus robbing the besieged city of its livelihood, so to speak. For this reason, the name of the tutelary deity of the city of Rome, as well as the actual, actual name of this city, was kept secret in ancient times to make it impossible for enemies to curse it. As a psychological warfare tactic, evocation undermined the enemy’s self-confidence, threatened the sanctity of their city walls (pomerium) and other forms of divine protection. Usually, however, the evocatio was just a way to legitimize the otherwise sacrilegious looting of sacred objects.

According to an inscription found in 1892 and explained by Gatti, the Caelestis, called praestantissimum numen montis Tarpaei, had a sanctuary on the Capitoline hill, near the present church of Ara Caeli, whose name is probably derived from that of the goddess. The temple was granted special privileges (Ulp. Reg. XXII 6: Deos heredes instituere non possumus nisi … Caelestem Salinensem [Sidonensem? selenen? selinensem?] Carthagini), it is said to have been surrounded by a generous sacred grove (Cf. Aen. I 441) and was probably still in full splendor around the time of Augustus. Only in the year 399 AD was converted into a church. Nevertheless, even in the 5th century Salvianus lamented the stubbornness with which even Christians clung to the service of the goddess.

But not only in the capital Rome, but also in the province of Africa, in Numidia and as far as Mauritania, the inscriptions show the extent of their cult. She was rightly considered the African goddess. Already at the time of the Punic power, the service of the Caelestis spread to Melita and Spain (Gibraltars, Gades), probably also to Sicily. It even appears in Apulum (Dacia), where it had apparently been transferred by the African soldiers of the stationed Legio XIII Gemina (Ioan Piso, on the cult of Dea Caelestis, inscription on a marble macaw).

The Semitic deities do not have a sharply defined individuality like the Greeks. Her character is more diverse and indeterminate. Depending on whether one wanted to emphasize one or the other of their qualities, they were equated with various Western gods, but they do not correspond completely to any one. Therefore, on the African inscriptions, the Tanit is usually called simply Caelestis or dea Caelestis, or bears general epithets such as augusta, sancta, magna, or numen praesens. In ancient times the Romans had identified the supreme goddess of the Carthaginians with Iuno (Iuno caelestis). In fact, the Regina caelorum had some points of contact with the Latin Iuno regina. Later, the Iuno caelestis was interpreted as heavenly, whose stars it carries, sends it to earth like the thunderstorm as well as the blessing-giving rain and gives life to people and animals. Like Saturnus/Baal, Caelestis/Tanit in Africa is a deity of fertility and is therefore equated with Venus. In Syria, sacred prostitution was originally associated with their ministry, which never entirely freed their festivals and cult acts from fornication. As a fertilizing goddess, Caelestis was also related to the earth deities, in Italy to Bona Dea (Bona dea caelestis), in Africa even to Cybele. The lion was especially dedicated to both of them.

In stark contrast to this view, this nature goddess was imagined as a maiden. This trait, which particularly characterizes the Caelestis in the Semitic pantheon, is probably related to ancient native belief. The Libyans worshiped a warlike maiden, which the Greeks compared to Athena, and in their simple notions inviolability was associated with maidenhood (Herod. IV 180). The protector of Carthage was also a war goddess, who is depicted on the coins with the spear and the thunderbolt. She was also praised as a virgo caelestis, and even spoke of her as a Venus virgo. In this regard, she was more appropriately called Diana by the Romans. She also deserved this designation because, according to the astronomical theology that was very widespread in Africa and Phoenicia (see Astarte), she was a moon goddess, like Baal a sun god (Herodian. V 6, 4. Cass. Dio LXXIX 12, cf. CIL X 1598 lunas cum gemmis).

Little is known about the cult of Caelestis. The fornication of some festivals has already been mentioned. The games taking place on these days gave rise to all sorts of debauchery (Aug. civ. d. II 4). Oracles were bestowed in the Temple of Caelestis at Carthage, giving the prophesying goddess at times significant political influence. Candidates for the throne could be adorned with the cloak (peplus) of the queen of heaven. We hardly learn anything about the actual service. The priesthood of Caelestis was undoubtedly numerous, but few titles survive. In addition to men, women also belonged to the priesthood. The later emperor Marcus Aurelius Antoninus (called Elagabalus) proclaimed and celebrated the „Holy Marriage“ (hierós gámos) of the god Elagabalus. He was to marry the Carthaginian Urania (Dea Caelestis, Tinnit). The marriage of the ruler and high priest to the vestal virgin was intended to represent the perfect divine marriage on the human plane. From this union he hoped for godlike children. In doing so, the emperor collided with the completely different view of the Romans of the tasks of the Vestals, who were sworn to the strictest chastity.

Background:
Around 199 AD Septimius Severus‘ campaigns against the Parthians came to a victorious end with peace negotiations. The emperor then went to Egypt with his co-regent and son Caracalla and the rest of the family, both to put down uprisings and to restructure the province of Africa and to issue appropriate decrees. When Septimius Severus wanted to visit the metropolis of Alexandria, the following anecdote is said to have happened. A gate of the city still bore the old inscription „City of the Lord Niger“ (Pescennius Niger was a rival in the struggle for the Roman throne until his death in 194 AD). In order to quell Severus‘ anger, the Alexandrians interpreted this as meaning that their city was the property of the lord of Niger, that is, Severus.

During the stay, Septimius Severus issued numerous edicts affecting the African province. Among other things, the new demarcation of the province of Numidia, whose territory belonged to the previous province of Africa. As compensation, important cities such as Utica or Carthage received special generosity or privileges. Carthage in particular is said to have been generously considered by the emperor. The city received the so-called Ius Italicum. As an emperor of African descent, Septimius Severus bestowed the Ius Italicum on several Roman communities in Africa. The implications of this were that their lands, although outside Rome’s physical borders, would fall under Roman law. This also meant a greater degree of autonomy in their relations with the provincial governors. People born in the city automatically received Roman citizenship. As Roman citizens, in turn, people could buy and sell property, were exempt from property tax and poll tax, and were entitled to protection under Roman law. Ius Italicum was the highest liberty a municipality or province could attain, and was considered very favourable.

In addition, Carthage is said to have received the right to hold an annual festival in honor of the emperors and received financial means to build an odeon. The interpretation of the reverse depiction of the rock and the springing water is disputed. This could indicate the imperially funded construction of a new aqueduct, or at least maintenance or restoration of an existing aqueduct. However, the generosity of the two emperors must have been overwhelming for the city officials, because Carthage then adopted the nickname „Septimiana“.

The translation of the reverse legend is no great secret, praising the generosity of the two emperors Septimius Severus and Caracalla in the Roman world towards Carthage. This is symbolized by the depiction of the Carthaginian tutelary goddess, the lion is a well-known allegory of the province of Africa – perhaps inspired by the depiction of the statue as it stood in the Circus Maximus in Rome.

Apparently it was a special concern for the emperor to announce this, because Septimius Severus had numerous coin types in gold, silver and bronze minted for himself and his son and co-ruler Caracalla with this depiction and the reverse legend „INDVLGENTIA AVGG IN CARTH“. The coins are said to have been issued around 203/204 AD after returning to Rome from the east of the empire.

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