Marcus Aurelius Severus Antoninus Caracalla 211 bis 217 n.Chr.

Silber Denar Rom Marcus Aurelius Severus Antoninus Caracalla 214 n.Chr.

Münze:
Denar der römischen Kaiserzeit 214 n.Chr.
Material: Silber
Durchmesser: 20,3mm
Gewicht: 2,63g
Münzstätte: Rom
Provenienz: Odysseus Numismatique, Montpellier
Referenz: RIC IV Caracalla 239

Avers:
Zu sehen ist die nach rechts gerichtete Büste des Caracalla mit Lorbeerkranz. Die Inschrift lautet: ANTONINVS PIVS AVG GERM für Antoninus Pius Augustus Germanicus.

Geboren als Lucius Septimius Bassianus, erhielt er von seinem Vater um das Jahr 195/196 n.Chr. den Namen Marcus Aurelius Antoninus. Damit wurde er in das Kaisergeschlecht der Antonine aufgenommen und als fiktiver Enkel des Marcus Aurelius ausgegeben. Zur gleichen Zeit wurde ihm der Titel Caesar verliehen, womit er zum künftigen Kaiser designiert wurde. Im Jahr 197, spätestens jedoch 198 n.Chr. wurde er zum Augustus erhoben und mit den kaiserlichen Vollmachten ausgestattet. 

Nach den erfolgreichen Feldzügen gegen die Parther, erhielt er gegen 199 n.Chr. den Ehrentitel „Parthicus maximus“, welcher dann ab 200 n.Chr. auch auf Münzen erscheint. Im Jahr 208 n.Chr. zog die gesamte Kaiserfamilie unter Septimius Severus nach Britannien, um militärisch gegen die Kaledonier und Mäaten weit im Norden Schottlands vorzugehen. Nach dem siegreichen Feldzug führte Caracalla ab 210 n.Chr. den Siegernamen „Britannicus maximus“, den auch sein Vater und sein Bruder annahmen.

Den Siegernamen „Germanicus maximus“ führte Caracalla seit 208 oder 213 n.Chr. Laut einer Publikation von Dr. Werner Robl, kam es bereits auf dem Weg nach Britannien im Jahr 208 n.Chr. zu einer Expedition nach Germanien. Um die sich gegenseitig verhassten Brüder Caracalla und Geta zu trennen, soll Iulia Domna ihren Sohn zur Visitationsreise an den obergermanischen und rätischen Limes geschickt haben. Es kam allerdings zu keinem Krieg, wohl aber die formale Unterwerfung des einen oder anderen Stammes unter die Herrschaft der Römer, was den jungen Caracalla zur Behauptung eines Sieges über die Germanen und zu jenem frühen Scheintitel „Germanicus maximus“ veranlasste. 

Eine zweite Erklärung bietet das Jahr 213 n.Chr. an. Im Sommer dieses Jahres war er in Germanien über den rätischen Limes gegen die Alemannen zu Felde gezogen und hatte schließlich eine erfolgreiche Schlacht mit ihnen am Mainfluss geschlagen. Sein Verhalten zum Feind war jedoch gekennzeichnet durch Verrat und Brutalität. So hatte er die alemannische Jugend aufgerufen unter seinen Fahnen mitzukämpfen und sie dann grausam ermorden lassen. Anschließende Kämpfe scheinen jedoch weniger günstig verlaufen zu sein, denn er sah sich zu Zahlungen an germanische Gruppen veranlasst. Insgesamt gesehen war sein Vorgehen aber offenbar erfolgreich, denn die Lage an der Nordgrenze blieb für zwei Jahrzehnte stabil. 

Allerdings soll Caracalla von den Arvalbrüdern in Rom, einer Priesterschaft in Staatsdiensten, bereits am 17. Mai 213 n.Chr. als „Germanicus maximus“ öffentlich ausgerufen worden sein. Das wären geschlagene drei Monate vor dem mit seinem Namen verbundenen Kampfereignis im Spätsommer desselben Jahres. Wann er den Titel inoffiziell oder offiziell getragen hatte, wird daher noch kontrovers diskutiert. Auf Münzen erscheint der Ehrentitel erstmals ab dem Jahr 213 n.Chr.

Die Beinamen Pius und Felix erscheinen zum ersten Mal offiziell am 1. April 200 n.Chr. und werden meist zwischen dem Namen Antoninus und dem Titel Augustus gestellt. Dabei fehlt der Titel Felix bis 211/212 n.Chr. öfters, so dass in der ersten Zeit Pius allein in der Titulatur vorkommt. Auf Münzprägungen erscheint Pius seit 201 n.Chr. das erste Mal, während Felix erst seit 213 n.Chr. in der Legende zu lesen ist.

Als „Princeps iuventutis“ wurde er meist nur zu Lebzeiten seines Vaters bezeichnet. Die tribunicia potestas erhielt Caracalla im Jahr 198 n.Chr. erstmalig. Das erste Amt des Consulats begleitete er im Jahr 202 n.Chr. Pater Patriae ist nachweisbar seit dem Jahr 205 n.Chr. Den Titel Imperator II erhielt er gegen 207/208 n.Chr. und dann im Jahr 213 n.Chr. als Imperator III. Den Titel „Pontifex Maximus“ trug er richtigerweise erst nach dem Tod seines Vaters Septimius Severus, aber irrtümlich oder aus Schmeichelei wurde er auch schon früher so genannt. Eigentlich war er vor dem Jahr 211 n.Chr. nur Pontifex.

Als Alleinherrscher und Kaiser führte er den Namen Marcus Aurelius Severus Antoninus. Caracalla (richtig eigentlich Caracallus) war ein Spitzname, den er vermutlich ab 208 oder 213 n.Chr. nach einem langen Kapuzenmantel erhielt und in Rom einführte. Dabei handelte es sich um eine vom Kaiser persönlich entworfene modifizierte Luxusausführung eines germanischen oder keltischen Kleidungsstücks. Ein weiterer Spitzname, den Cassius Dio überliefert, war Tarautas. Unter diesem Namen war ein kleinwüchsiger, hässlicher und brutaler Gladiator bekannt, der offenbar ähnlich wie der Kaiser aussah, zumindest nach der Ansicht von dessen Gegnern.

Von Caracalla sind vier Porträttypen bekannt. Sie unterscheiden sich so deutlich, dass ihr Einsetzen mit Hilfe der datierten Münzen genau bestimmt werden kann. Ein erster Typus entstand 196 n.Chr. Unverkennbar ist das jugendlich-lockenköpfige Porträt dem des jungen Marc Aurel nachgebildet. Der Typus entstand zur gleichen Zeit wie ein Porträttypus des Septimius Severus, dessen Gestaltung sich an den letzten Porträttypus des Marc Aurel anlehnt. Die Porträts von Vater und Sohn sollten die behauptete Abstammung aus dem Hause der Antoninen vor Augen führen, die auch in Caracallas neuem Namen zum Ausdruck kam. Von diesem Typus gab es Neuauflagen mit erwachsener werdenden Proportionen.

Im Jahr 204 n.Chr. wurden für Caracalla und Geta neue Bildnistypen geschaffen. Beide trugen nun das kurzgeschorene Haar, das in der Folge im 3. Jahrhundert n.Chr. zur führenden Frisurenmode wurde. Merkwürdigerweise sind die Typen der beiden Brüder einander so ähnlich, dass man sie nicht zuverlässig auseinanderhalten kann. Für beide gab es verschiedene Neuauflagen, die das Älterwerden durch zunehmenden Bartwuchs anzeigten. Auch die Porträts aus dem Jahr der gemeinsamen Regierung 211/12 n.Chr. entsprechen diesen Typen und zeigen beide mit kurzem Vollbart.

Mit dem Gewinn der Alleinherrschaft 212 n.Chr. gestaltete Caracalla sein Porträt völlig neu. Der Kopf ist scharf zur linken Seite gewendet, und die Stirn des massiven Gesichts so kräftig zusammengezogen, dass der Betrachter schwanken kann, ob er in eine Miene höchster Anstrengung oder höchsten Zornes blickt. Caracalla trägt in diesem Porträt eine kurze Lockenfrisur und einen kurzgelockten Bart. Zu diesem Entwurf gehörte die Erfindung eines neuen kurzen Panzerbüstentypus, in dessen straff zur Seite gezogenem Mantel sich die starke Bewegung des Kopfes spiegelt.

Für die Interpretation dieses merkwürdigen Porträts ist es wichtig zu sehen, dass der Kaiser die extreme Inszenierung seiner selbst schon nach wenigen Jahren wieder zurückgenommen hat. In einem 215 n.Chr. geschaffenen Typus wurden die Haltung des Kopfes und die Mimik des Gesichts beruhigt, und Caracalla trägt wieder das kurze Haar, das nun üblich wurde. In einem vermutlich postumen Typus wurde die heftige Mimik des Typus von 212 n.Chr. wieder aufgenommen − man wüsste gern weshalb.

Die extreme Mimik des Porträttypus von 212 n.Chr. muss auch den Zeitgenossen aufgefallen sein. Das zeigen Bemerkungen in der antiken Literatur, die diese Mimik allerdings der Person zuschreiben. Der Zeitgenosse Dio Cassius berichtet, ein Spaßmacher habe gesagt, Caracalla sehe aus, als sei er wütend, weil er sich leidenschaftlich (thymoeidesteron) zu geben pflegte (Dio 78,11). Und in der spätantiken Historia Augusta heißt es, der Kaiser sei als Kind nett gewesen, später aber sei er ‚restrictior, gravior, vultu etiam truculentior, … im Gesichtsausdruck finster‘ geworden (SHA Caracalla 2,4).

Im Hintergrund der merkwürdigen Stilisierung muss vor allem die offenbar besonders ausgeprägte Neigung Caracallas zum Heer und zum Soldatenleben gestanden haben. Er war angeblich keine gute Führungspersönlichkeit, liebte es aber, das Leben der Soldaten zu teilen und wurde dafür von ihnen geliebt. Auch der schon antike Spitzname Caracalla leitet sich von einem bestimmten Soldatenmantel her, den er gern trug. In diesem Sinne könnte der Bildnistypus Kraft, Energie und Einsatzbereitschaft ausgedrückt haben. Ein Bekenntnis zum Heer wäre 212 n.Chr. sehr passend gewesen, denn nach dem Mord an seinem Bruder soll Caracalla sich dorthin geflüchtet haben, als seine Hauptstütze. Vielfach wird außerdem von Caracallas zunehmender Schwärmerei für Alexander dem Großen berichtet. Er soll sogar Doppelhermen mit seinem Bildnis und dem des legendären Makedonen errichtet haben. Für einen Bezug auf Alexander im Porträt, wie ihn andere römische Kaiser gesucht haben, gibt es jedoch keinen Anhaltspunkt.

Revers:
Zu sehen ist der griechische Heros Hercules, stehend, nackt bis auf das Löwenfell, welches über den linken Arm drapiert ist. Er hält einen Zweig in der rechten und eine Keule in der linken Hand. Die Inschrift lautet: P M TR P XVII COS IIII P P für Pontifex Maximus Tribunitia Potestas (zum siebzehnten Male) Consul (zum vierten Male) Pater Patriae.

Herakles oder lateinisch Hercules ist ein für seine Stärke berühmter griechischer Heros, dem göttliche Ehren zukamen und der in den Olymp aufgenommen wurde. Seine Attribute sind das Fell des Nemeischen Löwen, Keule, Bogen und Köcher. Gemäß den verschiedenen Sagen, die sich um Herakles ranken, war er der Sohn des Zeus und der Alkmene, Zwillingsbruder des Iphikles, erster Gatte der Megara, zweiter Gatte der Omphale, Gatte der Deïaneira und der Auge und nach seinem Tode Gatte der Göttin Hebe, außerdem Geliebter der Iole und des Abderos und Vater zahlreicher Kinder. Herakles war Vetter und Freund des Oionos, Urgroßvater des Hippotes und des Deiphontes und Vorfahre des Polyphontes. Sein Ziehvater ist Amphitryon. Über die Genealogie seiner Mutter gehört er zum Geschlecht der Perseiden.

Zeus verliebte sich einst in die schöne Alkmene. Ihr Gemahl Amphitryon war aus Mykene geflohen, da er seinen Onkel und Schwiegervater Elektryon erschlagen hatte. Daraufhin kam Zeus zu Alkmene in Gestalt ihres Ehemannes und zeugte mit ihr Herakles. Als Amphitryon von seiner Reise zurückkehrte, kam der Betrug zutage. Er verzieh seiner unwissenden Frau und zeugte mit ihr Iphikles, Herakles’ Zwillingsbruder. Alkmene gebar also zwei Söhne – Herakles, Spross eines Gottes und einer Sterblichen, und Iphikles, Nachkomme zweier Sterblicher. So wurde Herakles in Theben geboren. Hera, die Gemahlin des Zeus, wurde aus Eifersucht zur lebenslangen Verfolgerin des Herakles. Als die Geburt von Herakles und seinem Zwillings-Halbbruder Iphikles bevorstand, verkündete Zeus, dass das erstgeborene Kind aus dem Hause des Perseus, des Großvaters der Alkmene, der Herr über Mykene werden solle. Darum hatte Hera ihn gebeten, um ihn überlisten zu können. Sie verzögerte die Wehen von Alkmene, so dass zuerst Eurystheus, Sohn des Sthenelus, eines Onkels Amphitryons, zur Welt kam und erst dann Herakles, der somit diesem untertan war.

Alkmene setzte den Säugling aus Angst vor Heras Rache aus. Seine Halbschwester Athene, die später als Schutzgöttin eine wichtige Rolle spielte, nahm ihn und brachte ihn zu Hera. Diese erkannte Herakles nicht und säugte ihn aus Mitleid. Dabei sog Herakles jedoch so stark, dass er Hera Schmerzen zufügte und diese ihn von sich stieß. Die Milch spritzte über den Himmel und bildete dort die Milchstraße. Doch mit der göttlichen Milch erhielt Herakles übernatürliche Kräfte. Athene brachte das Kind zu seiner Mutter zurück und Herakles wuchs fortan bei seinen Eltern auf. Er war gerade acht Monate alt, als Hera zwei riesige Schlangen in das Gemach der Kinder schickte. Iphikles weinte vor Angst, doch da ergriff sein Bruder die beiden Schlangen und erwürgte sie. Der Seher Teiresias, den der erstaunte Amphitryon kommen ließ, prophezeite dem Kind eine ungewöhnliche Zukunft. Zahlreiche Ungetüme werde er besiegen.

Herakles wurde in den Künsten des Wagenlenkens, Bogenschießens, Fechtens, im Faustkampf und Ringen unterrichtet. Auch wurde ihm der Gesang und das Spielen auf der Leier beigebracht. Er war zwar sehr gelehrig, doch lebenslang bis zum Wahnsinn jähzornig. So erschlug er seinen Musiklehrer Linos mit der Leier, als dieser ihn zu Unrecht tadelte. Sein Pflegevater König Amphitryon schickte ihn daraufhin, wohl aus Furcht vor seiner ungebändigten Kraft, auf den Kithairon zu seinen Rinderherden. Hier wuchs er unter den Hirten zu einem Jüngling heran.

In diese Zeit verlegt der Sophist Prodikos die sinnreiche Fabel von „Herakles am Scheideweg“. Der junge Herakles begegnet an einer Weggabel zwei Frauen. Die eine trägt kostbare Gewänder und verspricht ihm ein Leben voll Genuss und Reichtum. Die andere, schlicht gekleidet, warnt ihn dagegen: „Von dem Guten und wahrhaft Schönen geben die Götter den Menschen nichts ohne Mühe und Fleiß.“ Im Streitgespräch debattieren die beiden Frauen, die die Glückseligkeit und die Tugend darstellen, die Vorzüge und Nachteile der zwei Lebenswege. Herakles entscheidet sich schließlich, der Tugend zu folgen.

Vom achtzehnjährigen Herakles berichtet Apollodor folgendes Abenteuer: „Auf dem Kithairon, an welchem die Herden des Amphitryon und die des Thespios weideten, hauste ein Löwe, den Herakles zu bekämpfen unternahm. Thespios gab dem jungen Helden währenddessen 50 Tage hindurch jede Nacht je eine seiner 50 Töchter, von denen darauf 50 Söhne geboren wurden. Nach langem Kampf erlegte Herakles den Löwen und trug seitdem dessen Haut statt seines gewöhnlichen Gewandes und dessen Kopf als Helm.“

Später kam noch die aus einem Ölbaum bei Nemea gefertigte Keule hinzu; sein römischer Beiname Claviger lässt sich aus dieser Episode ableiten. Bei seiner Rückkehr nach Theben begegnete Herakles den Gesandten des orchomenischen Königs Erginos, welche einen den Thebanern abgerungenen Tribut von 100 Ochsen holen wollten. Herakles schnitt den Gesandten Nasen und Ohren ab, schickte sie gefesselt nach Hause und zwang in dem darauffolgenden Krieg die Orchomenier, den empfangenen Tribut doppelt zurückzuerstatten. Es kam zur Schlacht zwischen den Minyern und den Thebanern, die Herakles mit außerordentlichen Taten für Theben gewann. Schnell verbreitete sich der Ruhm seiner Taten. Kreon, der König von Theben, gab ihm zum Lohn seine Tochter Megara zur Frau, mit der er drei Söhne zeugte.

Dann rief Eurystheus, dem Herakles als Zweitgeborener untertan war, ihn in seine Dienste, doch Herakles verweigerte die Dienstbarkeit. Da überzog die rachsüchtige Hera ihn mit Wahnsinn. Darin verfangen, tötete Herakles seine mit Megara gezeugten Kinder – laut der Darstellung des Euripides in der Tragödie Herakles zudem Megara selbst. Als der Anfall von ihm gewichen war und er seine schreckliche Tat vor Augen sah, ergriff ihn tiefe Bekümmernis. Schließlich fragte er das Orakel von Delphi um Rat. Da antwortete die Pythia: „Entsühnung für deine schreckliche Mordtat erlangst du nur, wenn du dich zwölf Jahre in den Dienst des Eurystheus stellst und die von ihm geforderten Taten erfüllst.“ In jenem Orakel soll er das erste Mal Herakles genannt worden sein, als der Held, welcher durch die Verfolgungen der Hera Ruhm erlange, während er bisher nach Amphitryons Vater Alkaios Alkeides oder Alcides geheißen hatte. Herakles tat, wie ihn das Orakel geheißen hatte. Bewaffnet mit einer Keule, die er selbst geschnitzt hatte, einem von Hermes geschenkten Schwert sowie Pfeil und Bogen, die er von Apollon erhalten hatte, ging er nach Argos zu König Eurystheus.

Dieser gab ihm insgesamt zwölf Aufgaben – im griechischen „Arbeiten“ genannt. Sie waren Ausfluss und Folge der von der zürnenden Hera veranlassten ponoi: Unterordnung gegenüber Eurystheus, Wahnsinn und weiteres. Die griechische Mythologie kannte mit Ponos einen eigenen Daimon für derlei Erscheinungen. Herakles bewältigte alle Aufgaben, obwohl Hera die ponoi durch das Hervorbringen weiterer Ungeheuer, etwa eines Krebses im Kampf gegen die Hydra, noch verschärfte. Nach ihrer Vollbringung spricht man meist von den Zwölf Taten des Herakles. In der griechischen Literatur ab hellenistischer Zeit wurden die zwölf Taten unter dem in den Fachwissenschaften üblichen Begriff Dodekathlos zusammengefasst. Das deutsche Wort „Herkulesaufgabe“ leitet sich von dem immensen Umfang jeder dieser zwölf Aufgaben ab.

Herakles

  • tötete den nemeïschen Löwen,
  • erlegte die neunköpfige Hydra, eine Tochter der Schlange Echidna, in deren Gift er seine Pfeile tauchte, die danach unheilbare Wunden hervorriefen,
  • fing die Hirschkuh Kerynitis,
  • brachte den erymanthischen Eber lebend nach Mykene,
  • mistete die Ställe des Augias aus,
  • verjagte die Stymphaliden (stymphalische Vögel), die auf einem See bei Stympalos lebend, mit ihren Federn Mensch und Tier töteten,
  • brachte den Stier des Poseidons,
  • holte die Stuten der Thrakers Diomedes nach Mykene,
  • brachte das Wehrgehänge der Amazone Hyppolyta,
  • schaffte die Rinder des Riesen Geryones herbei,
  • holte die Äpfel der Hesperiden und
  • entführte den Höllenhund Kerberos aus der Unterwelt.

Jahre später wandte sich Herakles der erbeuteten schönen Iole zu. Da ließ ihm die eifersüchtige Deïaneira das von ihr blutgetränkte Untergewand (das als „Nessoshemd“ oder „Lichashemd“ zur stehenden Redensart geworden ist) durch den Diener Lichas überbringen, der nicht ahnte, dass er seinem Herrn durch diesen Dienst schaden würde. Nachdem Herakles es übergeworfen hatte, befielen den Helden entsetzliche Schmerzen. Er versuchte, das Hemd abzulegen, doch es hatte sich fest mit seiner Haut verbunden, sodass er zugleich sein Fleisch mit abriss. Deïaneira tötete sich aus Verzweiflung. Um seinen unerträglichen Qualen ein Ende zu bereiten, schichtete Herakles auf dem Berg Oite einen Scheiterhaufen und ließ sich durch Philoktetes darauf lebend verbrennen. Der Berg Oite war durch das Orakel von Delphi einst für das Ende des Herakles verkündet worden. Zudem traf die Prophezeiung ein, dass er durch jemanden sterben sollte, der selbst nicht mehr am Leben war. Doch wurde er aus den Flammen zum Olymp entrückt, dort erlangte er die Unsterblichkeit. Seine Qualen endlich begütigten Hera, und Herakles wurde mit ihrer Tochter Hebe, der Göttin der Jugend, vermählt.

Sein Kult verbreitete sich um das Mittelmeer. Die Römer verehrten Herakles unter dem lateinischen Namen Hercules (der aus dem etruskischen Hercle und dem griechischen Namen per Synkope entstanden ist) wie die Griechen als Gott. Dieser unterscheidet sich jedoch in einer Reihe von Mythen von seinem griechischen Pendant. An seinem Tempel auf dem Forum Boarium gelobten ihm Geschäftsleute bei Antritt ihrer Reisen einen Zehntel ihres Gewinnes.

Der Pontifex maximus war der Ranghöchste im Priesterkollegium der pontifices im Römischen Reich. Seit dem 3. Jahrhundert v.Chr. wurde sein Amt durch die Wahl in einer speziellen Volksversammlung vergeben. Der Pontifex maximus hatte offenbar die Oberaufsicht über alle sakralen Angelegenheiten in Rom, insbesondere über die Priesterinnen der Vesta. Laut Cicero führte der Pontifex maximus einst auch die annales maximi, in denen wichtige religiöse und politische Ereignisse nach Jahren geordnet gelistet worden seien.

Die letzten Pontifices maximi zur Zeit der Römischen Republik waren Gaius Iulius Caesar und Marcus Aemilius Lepidus. Nach Lepidus Tod wurde 12 v.Chr. Caesars Adoptivsohn Augustus neuer Pontifex maximus, und fortan hatten alle römischen Kaiser diese Funktion inne. Im Falle eines Mehrkaisertums kennzeichnete sie den ranghöchsten Herrscher, bis das Oberpontifikat 238 n.Chr. unter Pupienus und Balbinus erstmals geteilt wurde. Laut Alan Cameron war der Pontifex maximus vor Augustus zwar einer der angesehensten Priester Roms, aber erst in der Kaiserzeit sei er zum obersten Aufseher der römischen Kulte geworden, da der Inhaber des Amtes als Kaiser zugleich stets auch der mächtigste Mann im Reich war.

Die Tribunizische Gewalt (lateinisch tribunicia potestas) bezeichnet die Amts- und Gewaltbefugnisse der Volkstribunen im antiken Rom. Im Zuge der Gründung des Prinzipats durch den ersten römischen Kaiser Augustus kam es zu einer Trennung von Amt und Amtsgewalt des Volkstribunen. Die Verleihung der tribunicia potestas an Augustus ist aufgrund der Quellenlage unklar und umstritten. Im Jahr 36 v.Chr. erhielt er die tribunizische Gewalt, so die sacrosanctitas, das ius subselli und das ius auxilii. Im Jahr 30 v.Chr. wurde letzteres über das Stadtgebiet Roms bis zum ersten Meilenstein ausgeweitet. Ab dem Jahr 23 v.Chr. konnte der princeps über die tribunicia potestas annua et perpetua verfügen und damit im gesamten Reichsgebiet des römischen Imperiums ständig ausüben. Seitdem war die Amtsgewalt der Tribunen Bestandteil der kaiserlichen Macht, was sich auch an der Zählung der Kaiserjahre nach der tribunicia potestas zeigte. Das Amt selbst und den Titel übernahm der Patrizier Augustus nicht, desgleichen seine Nachfolger. Der princeps genoss mithin die Rechte des Volkstribuns, ohne auch den Pflichten und Beschränkungen des Amtes unterworfen zu sein.

Auch für Augustus Nachfolger gehörte die tribunicia potestas fortan über Jahrhunderte zum Kernbereich ihrer kaiserlichen Macht. Die tribunizische Amtsgewalt stattete sie formal mit den Mitteln aus, die römische Innenpolitik scheinbar im Einklang mit den Gesetzen zu kontrollieren. Um die Fiktion der Annuität zu wahren, wurde die Vollmacht jährlich (allerdings automatisch) erneuert – oft wie beim regulären Tribunat am 10. Dezember, so dass man die Angaben TRI POT, TR P o. ä. auf Münzen und in Inschriften zur Datierung verwenden kann. Im Laufe des 4. Jahrhunderts hörten die Kaiser auf, sich auf die tribunicia potestas zu beziehen, da generell die Anknüpfung an Regeln der alten res publica in der Spätantike stark an Bedeutung verloren hatte.

Der Titel pater patriae wurde vom Senat verliehen. Bereits Marcus Furius Camillus und Quintus Fabius Maximus Cunctator wurden aufgrund ihrer Verdienste als parentes bezeichnet. Marius und Sulla erhielten ebenfalls den Titel parens bzw. pater ob cives servatos („Vater aufgrund der Rettung der Bürgerschaft“). Der Redner und Politiker Marcus Tullius Cicero wurde für die Aufdeckung der Verschwörung des Catilina während seines Konsulats im Jahr 63 v.Chr. mit diesem Titel geehrt.

Die nächsten Titelträger waren Gaius Iulius Caesar und Augustus, dem der Titel vom Senat, den Equites und dem römischen Volk verliehen wurde. Da der Titel pater patriae für die Legitimität des Herrschers nicht wesentlich war – anders als die Titel Imperator, Caesar, Augustus, Pontifex maximus oder die Tribunicia potestas – wurde er nicht Bestandteil der kaiserlichen Ehren. Erst seit der Verleihung an Pertinax 193 n.Chr. zählte er zur festen kaiserlichen Titulatur. Ebenso resultierte aus dem Titel keinerlei juristische Macht, vielmehr war die Verleihung ein Zeichen der Würde wie auch eine Verdeutlichung der Pflichten des Trägers gegenüber der Bürgerschaft. Wie der Pater familias einer Familie vorstand, war auch der Geehrte mit dem Schutz des Staates betraut. Dasselbe gilt für die weibliche Form. Der Titel einer mater patriae ist, nach Ansätzen bei Livia, zum ersten Mal bei Julia Domna belegt.

Der Senat verlieh den Titel zahlreichen römischen Kaisern, oft erst nach vielen Jahren der Herrschaft, manchmal aber auch bald nach Regierungsantritt, wenn der neue Kaiser die besondere Achtung des Senats genoss (wie etwa Nerva). Folglich trugen viele der kurzlebigen Herrscher diesen Titel nicht. Die Verleihung war an die Zustimmung des zu Ehrenden gebunden, der den Titel auch ablehnen konnte. So ließ sich Kaiser Tiberius den Ehrentitel nicht verleihen; auch Nero schlug das erste Angebot im ersten Jahr seiner Herrschaft aufgrund seiner Jugend aus. Als letzter Kaiser bezeichnete sich Anastasius I. in einem Brief aus dem Jahr 516 n.Chr. an den römischen Senat als pater patriae.

Hintergrund:
Kaiser Commodus, von Caracallas Vater Septimius Severus zum Gott erhoben, hatte ein weitaus größere Vorliebe für den griechischen Heros Hercules als Caracalla selbst. Dennoch war auch unter ihm – und generell zu allen Zeiten in Rom – der griechische Held in der Kunst, der kaiserlichen Propaganda und damit auch auf Münzen recht beliebt, wenn auch nicht so sukzessiv wie eben unter Commodus.

Der Tempel des Hercules Victor („siegreicher Hercules“), ist ein um 120 v.Chr. erbauter antiker Tempel im Forum Boarium in Rom. Der runde, allseitig von Säulen umstandene Tempel ist der älteste in Rom erhaltene Marmorbau. Die Ähnlichkeit mit den Resten des Tempels der Vesta auf dem Forum Romanum verleitete früher zu der Annahme, dass es sich auch hier um ein Heiligtum der Vesta gehandelt habe. Doch die Zuschreibung zu Hercules, der in Rom hoch verehrt wurde, ist mittlerweile gesichert. Eine fragmentarische Inschrift auf einer Statuenbasis nennt Hercules Olivarius. Dieser Beiname kann daher rühren, dass der Bauherr – ein reicher Kaufmann namens Marcus Octavius Herrenus – möglicherweise mit Öl gehandelt hat.

Gnaeus Pompeius Magnus ließ Tempel für Hercules Invictus sowie für Venus Victrix und vielleicht auch für Minerva Victrix erbauen und hat somit mehr für die Siegesgottheiten getan hat als jeder andere Römer zuvor. In der Schlacht von Pharsalos lautete seine Parole „Hercules Invictus“.

Unter Domitian wurde an der Via Appia etwa 12km von Rom entfernt ein Hercules Tempel erbaut und etwa 93/94 n.Chr. eingeweiht. Das Kultbild im Hercules Tempel war mit den Gesichtszügen des Kaisers versehen. Martial widmete dem Tempel drei Gedichte seines neunten Buches und hatte dabei den Hercules-Vergleich als Mittel des Kaiserlobes vielfach eingesetzt.

Ebenso bekannt ist die antike Hercules Farnese Skulptur. Benannt wurde sie nach dem Thema ihrer Darstellung, dem antiken Halbgott und Heros Hercules, und dem Ort, an dem die Statue als Sammlungsstück in der Neuzeit Aufstellung fand, der Farnesischen Sammlung. Mehr als 200 groß- und kleinformatige Nachbildungen und Variationen des „Hercules Farnese“ aus römischer Zeit belegen die Berühmtheit, welche die Statue bereits in der Antike hatte. Unter Archäologen besteht Einigkeit darüber, dass das Original des Hercules Farnese dem Bildhauer Lysipp zuzuschreiben ist. Strabon berichtet, dass eine sehr große lysippische Statue des Herakles von Fabius Maximus nach der Einnahme der Stadt 209 v.Chr. aus Tarent nach Rom geschafft wurde und auf dem Kapitol Aufstellung fand. Lysipp schuf um 320 v.Chr. seine knapp drei Meter große Kolossalfigur, deren Bronzeoriginal verloren gegangen ist.

Caracalla ließ wohl für seine nach ihm benannten Thermen eine römische Kopie der „Hercules Farnese Skulptur“ von dem Bildhauer Glykon fertigen und 216 n.Chr. dort aufstellen. Diese Kopie wurde 1546 zumindest dort gefunden.

Gut möglich, dass die Darstellung des siegreichen Hercules auf Caracallas militärischen Erfolg des Germanien Feldzuges 213 n.Chr. anspielte. Dennoch dürften Caracallas Hercules Darstellung auf der Rückseite der Münze eher einer allgemeinen Beliebtheit oder allgemeiner Propaganda für den griechischen Heros entspringen. Denn bei der Wahl seiner Vorbilder vollzog Caracalla einen bemerkenswerten Wechsel gegenüber früheren Kaisern. Hatte sich Commodus, wie schon zu Begin erwähnt, als neuer Hercules stilisiert und entsprechend darstellen lassen, hatte sich Septimius Severus in einem seiner Porträttypen dem hellenistisch-ägyptischen Gott Serapis angeglichen, so präsentierte sich Caracalla mit Vorliebe in der Pose Alexander des Großen.

Quellen:
* Wikipedia: Caracalla
* Wikipedia: Hercules
* Wikipedia: Pontifex Maximus
* Wikipedia: Tribunizische Gewalt
* Wikipedia: Pater Patriae
* Peter Robert Franke, Ilse Paar: die antiken Münzen der Sammlung Heynen
* Archäologisches Institut Göttingen: Porträttypen römischer Kaiser
* Angela Kühnen: Die imitatio Alexandri als politisches Instrument römischer Feldherren und Kaiser in der Zeit von der ausgehenden Republik bis zum Ende des dritten Jahrhunderts n.Chr.

Obverse:
You can see the right-facing bust of Caracalla with a laurel wreath. The inscription reads: ANTONINVS PIVS AVG GERM for Antoninus Pius Augustus Germanicus.

Born as Lucius Septimius Bassianus, he received from his father around the year 195/196 AD the name of Marcus Aurelius Antoninus. He was thus accepted into the imperial family of the Antonines and issued as the fictitious grandson of Marcus Aurelius. At the same time he was given the title of Caesar, designating him as the future emperor. In the year 197, but no later than 198 AD he was promoted to Augustus and endowed with imperial powers.

After the successful campaigns against the Parthians, he received around 199 AD the honorary title „Parthicus maximus“, which then from 200 AD also appears on coins. In the year 208 AD moved the entire imperial family under Septimius Severus to Britain to take military action against the Caledonians and Maatians in the far north of Scotland. After the victorious campaign, Caracalla led from 210 AD the winning name „Britannicus maximus“, which his father and brother also adopted.

Caracalla used the victor’s name „Germanicus maximus“ from 208 or 213 AD. According to a publication by Dr. Werner Robl, it came on the way to Britain in 208 AD for an expedition to Germania. In order to separate the mutually hated brothers Caracalla and Geta, Iulia Domna is said to have sent her son on a visitation trip to the Upper Germanic and Rhaetian Limes. However, there was no war, but the formal submission of one or the other tribe under Roman rule, which prompted the young Caracalla to claim a victory over the Germans and to that early pseudo-title „Germanicus maximus“.

The year 213 AD offers a second explanation. at. In the summer of that year he campaigned in Germania across the Rhaetian Limes against the Alemanni and finally fought a successful battle with them on the Main River. However, his attitude towards the enemy was marked by treachery and brutality. So he called on the Alemannic youth to fight under his banner and then had them cruelly murdered. Subsequent battles, however, seem to have gone less favorably, for he felt compelled to make payments to Germanic groups. Overall, however, his approach was apparently successful, as the situation on the northern border remained stable for two decades.

Caracalla was probably by the Arvalbrothers in Rome, a priesthood in civil service, as early as May 17, 213 AD publicly proclaimed as „Germanicus maximus“. That would be a full three months before the battle event associated with his name in late summer of the same year. When he had unofficially or officially borne the title is therefore still a matter of controversy. The title first appears on coins from the year 213 AD.

The epithets Pius and Felix appear officially for the first time on April 1, 200 AD and are usually placed between the name Antoninus and the title Augustus. The title Felix is missing until 211/212 AD often, so that initially Pius appears alone in the title. Pius has appeared on coinage since 201 AD the first time, while Felix only since 213 AD can be read in the legend.

He was usually only referred to as „Princeps iuventutis“ during his father’s lifetime. Caracalla received the tribunicia potestas in 198 AD first time. He accompanied the first office of consulship in 202 AD. Pater Patriae is verifiable since the year 205 AD. He received the title Imperator II around 207/208 AD and then in 213 AD as Emperor III. He correctly bore the title „Pontifex Maximus“ only after the death of his father Septimius Severus, but he was also called that earlier, either by mistake or out of flattery. Actually he was before the year 211 AD only pontifex.

As sole ruler and emperor, he bore the name Marcus Aurelius Severus Antoninus. Caracalla (actually Caracallus) was a nickname he probably used from 208 or 213 AD received after a long hooded cloak and introduced in Rome. This was a modified luxury version of a Germanic or Celtic garment personally designed by the emperor. Another nickname given to Dio by Cassius was Tarautas. By this name was known a short, ugly, and brutal gladiator who apparently looked similar to the emperor, at least according to his opponents.

Four types of portraits of Caracalla are known. They differ so clearly that their use can be precisely determined with the help of the dated coins. A first type emerged in 196 AD. The youthful, curly-headed portrait is unmistakably based on that of the young Marc Aurel. The type was created at the same time as a portrait type of Septimius Severus, the design of which is based on the last portrait type of Marc Aurel. The portraits of father and son were intended to demonstrate the alleged descent from the house of the Antonines, which was also reflected in Caracalla’s new name. There were new editions of this type with growing proportions.

In the year 204 AD new types of portraits were created for Caracalla and Geta. Both now wore the short-cropped hair that subsequently became popular in the 3rd century AD became the leading hairstyle fashion. Oddly enough, the types of the two brothers are so similar that one cannot reliably tell them apart. There were various new editions for both, which indicated aging through increasing beard growth. The portraits from the year of the joint government 211/12 AD correspond to these types and both show a short full beard.

With the gain of sole rule in 212 AD Caracalla completely redesigned his portrait. The head is turned sharply to the left, and the forehead of the massive face is drawn together so violently that the viewer can vacillate between looking into an expression of supreme exertion or supreme anger. Caracalla wears a short curly hairstyle and a short-curled beard in this portrait. Part of this design was the invention of a new type of short armored bust, in whose cloak pulled tightly to one side the strong movement of the head is reflected.

For the interpretation of this strange portrait, it is important to see that the emperor took back the extreme staging of himself after just a few years. In a 215 AD in the type created, the pose of the head and the facial expressions were calmed, and Caracalla once again wore the short hair that was now customary. In a presumably posthumous type, the violent facial expressions of the type of 212 AD were used. resumed – one would like to know why.

The extreme facial expressions of the portrait type from 212 AD must also have caught the eye of his contemporaries. This is shown by comments in ancient literature, which, however, attribute these facial expressions to the person. The contemporary Dio Cassius reports that a jester said that Caracalla looked angry because he used to give himself passionately (thymoeidesterone) (Dio 78:11). And in the late antique Historia Augusta it says that the emperor was nice as a child, but later he became ‚restrictior, gravior, vultu etiam truculentior, … in facial expression dark‘ (SHA Caracalla 2,4).

In the background of the strange stylization, above all, must have been Caracalla’s particularly pronounced inclination towards the army and the life of a soldier. He was said not to be a good leader, but loved sharing the lives of the soldiers and was loved by them for it. The ancient nickname Caracalla also derives from a certain soldier’s coat that he liked to wear. In this sense, the portrait type could have expressed strength, energy and commitment. A commitment to the army would be 212 AD very appropriate, since after the murder of his brother, Caracalla is said to have taken refuge there as his mainstay. Caracalla’s growing infatuation with Alexander the Great is also widely reported. He is said to have erected double herms with his portrait and that of the legendary Macedonian. However, there is no evidence of a reference to Alexander in the portrait, as other Roman emperors sought.

Reverse:
You can see the Greek hero Hercules, standing, naked except for the lion’s skin, which is draped over his left arm. He holds a branch in his right hand and a club in his left. The inscription reads: P M TR P XVII COS IIII P P for Pontifex Maximus Tribunitia Potestas (for the seventeenth time) Consul (for the fourth time) Pater Patriae.

Heracles, or Hercules in Latin, is a Greek hero famous for his strength, who received divine honors and was included in Olympus. His attributes are the skin of the Nemean lion, club, bow and quiver. According to the various legends surrounding Heracles, he was the son of Zeus and Alcmene, twin brother of Iphicles, first husband of Megara, second husband of Omphale, husband of Deïaneira and Auge, and after his death husband of the goddess Hebe. also lover of Iole and Abderos and father of numerous children. Heracles was cousin and friend of Oionos, great-grandfather of Hippotes and Deiphontes and ancestor of Polyphontes. His foster father is Amphitryon. According to his mother’s genealogy, he belongs to the Perseid family.

Zeus once fell in love with the beautiful Alcmene. Her husband Amphitryon fled Mycenae after killing his uncle and father-in-law Electryon. Zeus then came to Alcmene in the form of her husband and fathered Heracles with her. When Amphitryon returned from his journey, the deceit was exposed. He forgave his ignorant wife and fathered Iphicles, Heracles‘ twin brother, with her. So Alcmene gave birth to two sons – Heracles, offspring of a god and a mortal, and Iphicles, offspring of two mortals. So Heracles was born in Thebes. Hera, the wife of Zeus, became a lifelong pursuer of Heracles out of jealousy. When Herakles and his twin half-brother Iphicles were about to be born, Zeus proclaimed that the firstborn child of the house of Perseus, Alcmene’s grandfather, should become lord of Mycenae. That’s what Hera had asked him to do to outsmart him. She delayed Alcmene’s labor pains, so that first Eurystheus, son of Sthenelus, an uncle of Amphitryon, was born, and only then Heracles, who was thus subject to him.

Alcmene abandoned the infant for fear of Hera’s revenge. His half-sister Athena, who later played an important role as a tutelary goddess, took him and brought him to Hera. This did not recognize Heracles and suckled him out of pity. However, Herakles sucked so hard that he hurt Hera and she pushed him away. The milk splashed across the sky, forming the Milky Way. But with the divine milk, Heracles received supernatural powers. Athena brought the child back to his mother and Heracles grew up with his parents from then on. He was just eight months old when Hera sent two huge snakes into the children’s room. Iphicles wept in fear, but his brother grabbed the two snakes and strangled them. The seer Tiresias, summoned by the astonished Amphitryon, prophesied an unusual future for the child. He will defeat numerous monsters.

Heracles was tutored in the arts of chariot driving, archery, fencing, fistfighting, and wrestling. He was also taught to sing and play the lyre. Although he was very docile, he was hot-tempered to the point of insanity throughout his life. So he killed his music teacher Linos with the lyre when he was unjustly reprimanded. His foster father, King Amphitryon, then sent him, probably out of fear of his unbridled strength, to his herds of cattle on the Kithairon. Here he grew up to be a youth among the shepherds.

The sophist Prodicus relocated the ingenious fable of “Heracles at the Crossroads” to this period. The young Herakles meets two women at a fork in the road. One wears expensive robes and promises him a life full of pleasure and wealth. The other, simply dressed, warns him: „The gods give man nothing of the good and truly beautiful without effort and diligence.“ In the argument, the two women, who represent happiness and virtue, debate the advantages and disadvantages of the two life paths. Heracles finally decides to follow virtue.

Apollodorus reports the following adventure of eighteen-year-old Heracles: “On the Kithairon, where the herds of Amphitryon and Thespios grazed, lived a lion that Heracles undertook to fight. Meanwhile, Thespios gave the young hero one of his 50 daughters every night for 50 days, of whom 50 sons were born. After a long fight, Heracles killed the lion and since then has worn its skin instead of its usual robe and its head as a helmet.”

Later came the club made from an olive tree near Nemea; his Roman epithet Claviger can be derived from this episode. On his return to Thebes, Heracles met the envoys of the Orchomenian king Erginos, who wanted to fetch a tribute of 100 oxen that had been wrested from the Thebans. Heracles cut off the noses and ears of the ambassadors, sent them home bound, and in the ensuing war forced the Orchomenians to pay back double the tribute received. A battle ensued between the Minyans and the Thebans, which Herakles won for Thebes with extraordinary deeds. The fame of his deeds quickly spread. Creon, king of Thebes, gave him his daughter Megara as a wife, with whom he fathered three sons.

Then Eurystheus, to whom Heracles was subject as a second-born, called him into his service, but Heracles refused the servitude. Then the vengeful Hera overwhelmed him with madness. Caught in it, Heracles killed his children begotten by Megara – according to the account of Euripides in the tragedy Heracles also Megara herself. When the fit had passed from him and he saw his terrible deed, deep sorrow seized him. Finally he asked the Oracle of Delphi for advice. The Pythia answered: „You will only obtain expiation for your terrible murder if you place yourself in the service of Eurystheus for twelve years and fulfill the deeds demanded of him.“ Hero who attained fame by pursuing Hera, while hitherto his name was Alkaides or Alcides, after Amphitryon’s father. Heracles did as the oracle bid him. Armed with a club he had carved himself, a sword given by Hermes, and a bow and arrow given to him by Apollo, he went to King Eurystheus in Argos.

He gave him a total of twelve tasks – called “work” in Greek. They were the outcome and consequence of the ponoi prompted by the angry Hera: submission to Eurystheus, madness and more. With Ponos, Greek mythology had its own daimon for such apparitions. Heracles accomplished all the tasks, although Hera exacerbated the ponoi by spawning other monsters, such as a crab to fight Hydra. After their completion one usually speaks of the Twelve Deeds of Heracles. In Greek literature from the Hellenistic period onwards, the twelve deeds were summarized under the term dodekathlos, which is customary in the specialist sciences. The German word „Herculean task“ derives from the immense scope of each of these twelve tasks.

Herakles

  • killed the Nemean lion,
  • killed the nine-headed Hydra, a daughter of the serpent Echidna, in whose venom he dipped his arrows, which afterwards caused incurable wounds,
  • caught the hind Kerynitis,
  • brought the Erymanthian boar alive to Mycenae,
  • mucked out the stables of Augeas,
  • drove out the Stymphalids (Stymphal birds), which lived on a lake near Stympalos and killed man and beast with their feathers,
  • brought the bull of Poseidon,
  • brought the mares of the Thracians Diomedes to Mycenae,
  • brought the battle belt of the Amazon Hyppolyta,
  • brought the cattle of the giant Geryones,
  • fetched the apples of the Hesperides and
  • kidnapped the hellhound Kerberos from the underworld.

Years later, Heracles turned his attention to the captured beautiful Iole. Then the jealous Deïaneira had her blood-soaked undergarment (which has become a popular saying as the “Nessos shirt” or “Lichas shirt”) brought to him by the servant Lichas, who had no idea that he would harm his master by doing this. After Heracles had thrown it on, the heroes felt excruciating pain. He tried to remove the shirt, but it was firmly bonded to his skin, causing him to rip off his flesh at the same time. Deïaneira killed herself in desperation. To put an end to his unbearable torment, Heracles built a pyre on Mount Oite and had Philoctetes burn him alive on it. Mount Oite was once proclaimed by the oracle of Delphi for the end of Heracles. In addition, the prophecy came true that he should die at the hands of someone who was no longer alive himself. But he was caught out of the flames to Olympus, where he attained immortality. His torments finally appeased Hera, and Heracles was married to her daughter Hebe, the goddess of youth.

His cult spread around the Mediterranean. The Romans, under the Latin name Hercules (derived from the Etruscan Hercle and the Greek name per syncopation), worshiped Heracles as a god, as did the Greeks. However, this differs from its Greek counterpart in a number of myths. At his temple on the Forum Boarium, businessmen promised him a tenth of their profits when they set off on their journeys.

The pontifex maximus was the highest-ranking priest in the college of pontifices in the Roman Empire. Since the 3rd century BC his office was assigned by election in a special popular assembly. The pontifex maximus apparently had supreme authority over all sacred affairs in Rome, especially the priestesses of Vesta. According to Cicero, the pontifex maximus once also kept the annales maximi, in which important religious and political events were listed by year.

The last pontifices maximi at the time of the Roman Republic were Gaius Iulius Caesar and Marcus Aemilius Lepidus. After Lepidus‘ death in 12 BC Caesar’s adopted son Augustus was the new pontifex maximus, and all Roman emperors henceforth held this position. In the case of multiple empires, it marked the highest-ranking ruler until the supreme pontificate in 238 AD was first divided under Pupienus and Balbinus. According to Alan Cameron, the pontifex maximus was one of the most respected priests in Rome before Augustus, but it was not until the imperial period that he became the chief overseer of Roman cults, since the holder of the office of emperor was always the most powerful man in the empire.

The tribunician power (Latin tribunicia potestas) refers to the official and violent powers of the tribunes in ancient Rome. In the course of the founding of the principate by the first Roman emperor Augustus, the office and official powers of the tribune were separated. The award of the tribunicia potestas to Augustus is unclear and controversial due to the sources. In the year 36 BC he received the tribunician power, so the sacrosanctitas, the ius subselli and the ius auxilii. In the year 30 BC the latter was extended over the urban area of ​​Rome to the first milestone. From the year 23 BC the princeps could dispose of the tribunicia potestas annua et perpetua and thus constantly exercise it throughout the entire territory of the Roman Empire. Since then, the official power of the tribunes was part of the imperial power, which was also reflected in the counting of the imperial years after the tribunicia potestas. The patrician Augustus did not take over the office itself and the title, neither did his successors. The princeps thus enjoyed the rights of the tribune of the people without being subject to the duties and restrictions of the office.

For the successors of Augustus, too, the tribunicia potestas was part of the core of their imperial power for centuries to come. The tribunician authority formally endowed them with the means to control Roman domestic politics, seemingly in accordance with the law. In order to preserve the fiction of the annuity, the power of attorney was renewed annually (albeit automatically) – often as with the regular tribunate on December 10th, so that the indications TRI POT, TR P or similar on coins and in inscriptions are used for dating can. In the course of the 4th century, the emperors ceased to refer to the tribunicia potestas, since in general the connection to the rules of the old res publica had lost much of its importance in late antiquity.

The title of pater patriae was conferred by the Senate. Already Marcus Furius Camillus and Quintus Fabius Maximus Cunctator were called parentes because of their merits. Marius and Sulla also received the title parens or pater ob cives servatos (‚Father due to the salvation of the citizenry‘). The orator and politician Marcus Tullius Cicero was credited with exposing the conspiracy of Catiline during his consulship in 63 BC honored with this title.

The next title holders were Gaius Iulius Caesar and Augustus, to whom the title was bestowed by the Senate, the Equites and the Roman people. Because the title pater patriae was not essential to the ruler’s legitimacy—unlike the titles imperator, caesar, augustus, pontifex maximus, or the tribunicia potestas—it did not become part of the imperial honors. It was only after it was awarded to Pertinax in 193 AD that it became part of the permanent imperial title. Likewise, no legal power resulted from the title, rather the award was a sign of dignity as well as a clarification of the duties of the bearer towards the citizenry. Just as the pater familias presided over a family, the honoree was entrusted with the protection of the state. The same applies to the feminine form. The title of a mater patriae, after beginnings with Livia, is documented for the first time by Julia Domna.

The Senate bestowed the title on numerous Roman emperors, often only after many years of rule, but sometimes soon after assuming power if the new emperor enjoyed the special respect of the Senate (such as Nerva). Consequently, many of the short-lived rulers did not hold that title. The award was subject to the consent of the honoree, who could also refuse the title. Emperor Tiberius did not allow himself to be given the honorary title; Nero also rejected the first offer in the first year of his rule because of his youth. Anastasius I described himself as the last emperor in a letter from the year 516 AD to the Roman Senate as pater patriae.

Background:
Emperor Commodus, made a god by Caracalla’s father Septimius Severus, had a far greater fondness for the Greek hero Hercules than Caracalla himself. Yet even under him – and generally at all times in Rome – the Greek hero was in the arts, in imperial propaganda and thus also quite popular on coins, albeit not as gradually as under Commodus.

The Temple of Hercules Victor („victorious Hercules“), is a 120 BC built ancient temple in the Forum Boarium in Rome. The round temple, surrounded on all sides by columns, is the oldest preserved marble building in Rome. The similarity with the remains of the Temple of Vesta in the Roman Forum led to the assumption that this was also a sanctuary of Vesta. But the attribution to Hercules, who was highly venerated in Rome, is now certain. A fragmentary inscription on a statue base names Hercules Olivarius. This nickname can come from the fact that the builder – a rich merchant named Marcus Octavius ​​Herrenus – may have traded in oil.

Gnaeus Pompeius Magnus built temples to Hercules Invictus, Venus Victrix, and perhaps Minerva Victrix as well, doing more for the gods of victory than any Roman before. At the Battle of Pharsalus his watchword was „Hercules Invictus“.

Under Domitian, a Hercules temple was built on the Via Appia about 12 km from Rome and about 93/94 AD inaugurated. The cult image in the Temple of Hercules bore the emperor’s facial features. Martial dedicated three poems from his ninth book to the temple, often using the Hercules comparison as a means of praising the emperor.

Equally well known is the ancient Hercules Farnese sculpture. It was named after the subject of its depiction, the ancient demigod and hero Hercules, and the place where the statue was placed as a collector’s item in modern times, the Farnese Collection. More than 200 large and small format replicas and variations of the „Hercules Farnese“ from Roman times prove the fame that the statue already had in antiquity. Archaeologists agree that the original of Hercules Farnese is attributed to the sculptor Lysippus. Strabo reports that a very large Lysippian statue of Heracles was built by Fabius Maximus after the city was taken in 209 BC was taken from Taranto to Rome and placed on the Capitol. Lysippe created around 320 BC his colossal figure, almost three meters tall, whose bronze original has been lost.

Caracalla probably had a Roman copy of the „Hercules Farnese sculpture“ made by the sculptor Glycon for the thermal baths named after him and had it made in 216 AD set up there. This copy was found there at least in 1546.

It is quite possible that the depiction of the victorious Hercules is based on Caracalla’s military success in the Germania campaign of 213 AD alluded to However, Caracalla’s depiction of Hercules on the reverse of the coin is more likely to stem from general popularity or general propaganda for the Greek hero. Because in choosing his models, Caracalla made a remarkable change from previous emperors. While Commodus, as already mentioned at the beginning, was stylized as a new Hercules and portrayed accordingly, Septimius Severus had adapted himself to the Hellenistic-Egyptian god Serapis in one of his portrait types, Caracalla preferred to present himself in the pose of Alexander the Great.

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