Lucius Septimius Severus Pertinax 193 bis 211 n.Chr.

Silber Drachme Caesarea Lucius Septimius Severus Pertinax 209/210 n.Chr.

Münze:
Provinz Drachme der römischen Kaiserzeit 209/210 n.Chr.
Material: Silber
Durchmesser: 18,1mm
Gewicht: 2,9g
Münzstätte: Caesarea Eusebia, Cappadocia
Provenienz: NBS Auctions, Eindhoven
Referenz: Sydenham 400 var. Rare

Avers:
Zu sehen ist die nach rechts gerichtete drapierte Büste des Septimius Severus mit Lorbeerkranz. Die Inschrift lautet: AY KAI Λ CЄΠ CЄOYHPOC.

Die Inschrift kann wie folgt übersetzt werden:
ΑΥ = AV = Avtokrator = Imperator
KAI = Kaisar = Caesar
Λ = L = Lucius
CЄΠ = SEP = Septimius
CЄOYHPOC = SEVROS = Severus
Imperator Caesar Lucius Septimius Severus

Nach der Ermordung von Commodus Nachfolger Pertinax in Rom am 28. März 193 n.Chr. nutzte Lucius Septimius Severus die sich bietende Chance und ließ sich zwischen dem 09. und 15. April 193 n.Chr. von den pannonischen Truppen in Carnuntum zum Kaiser und damit zum Augustus ausrufen. Wahrscheinlich spielte die stationierte Legio XIV gemina eine besondere Rolle, da Severus allein für diese Legion zur Ehre auch Goldmünzen schlagen ließ. Wie bereits erwähnt, soll die Ausrufung zum Kaiser zwischen dem 09. Und 15. April erfolgt sein. Letzteres Datum könnte einen abergläubischen oder auch religiösen Hintergrund haben. So soll er die drei Tage von seinem Geburtstag (11. April) an bis zur Proklamation im Glauben an die glückbringende Wirkung der Dreizahl gewartet haben.

Seit dem Jahr 195 n.Chr. nannte sich Septimius Severus in der offiziellen Titulatur der Militärdiplome, in der Mehrzahl der Inschriften und Münzen, in dem er nicht aus bloßer Eitelkeit, sondern zur Einführung der göttlichen Verehrung des Kaiserhauses im Staate seine Adoption durch Marcus Aurelius offiziell verkündete: imperatoris Caesaris divi Marcus Antonini Pii Sarmatici Germanici filius, divi Commodi frater, divi Antonini Pii nepos, divi Hadriani pronepos, divi Traiani Parthici abnepos, divi Nervae adnepos Lucius Septimius Severus Pius Pertinax Augustus. Vor dem Jahr 195 n.Chr. fehlen die Bezeichnungen Pius und Pertinax ausnahmslos in der Titulatur.

Anfang 194 n.Chr. besiegte Septimius Severus seinen Rivalen Pescennius Niger bei Kyzikos, dann entscheidend am 31. März bei Issos. Anschließend verlor dieser auf der Flucht zu den Parthern seinen Kopf und damit sein Leben. Nun konnte sich Severus weiter dem Osten zuwenden. Im Jahr 195 n.Chr. (vor dem 28. August) erfolgte die dreimalige Annahme des Imperatorentitels durch die Siege über Osroene, Arabien und Adiabene. Der römische Senat zeichnete daraufhin Severus durch die Ehrennamen Adiabenicus, Arabicus und Parthicus aus, welche sich auf zahlreichen Münzen und Inschriften in den verschiedensten Kombinationen, wie PART ARAB und PART ADIAB, finden lassen. Die Verleihung des Titels Parthicus ist jedoch insofern merkwürdig, da doch Severus gar keinen Zug gegen die Parther unternommen hatte, und nur so zu verstehen ist, dass die Adiabener und mesopotamischen Araber Vasallen der Parther gewesen sind.

Im Herbst 197 n.Chr. unternahm der Kaiser seinen zweiten Feldzug gegen die Parther und Mesopotamien. Dabei eroberte er unter anderem Babylon, Seleukeia und Ktesiphon. Mit der Belagerung von Hatra scheiterte Septimius Severus jedoch zweimal, so dass später Friedensbedingungen ausgehandelt werden mussten. Durch den insgesamt erfolgreichen Feldzug nahm Septimius Severus Anfang des Jahres 198 n.Chr. den Beinamen „Parthicus Maximus“ an, welcher auch auf Münzen mit der Titulatur „PART MAX“ geprägt wurde. Diesen Titel hatte vor ihm nur Traian getragen, an dessen militärische Erfolge und Größe Septimius erinnern und somit für sich propagandieren wollte.

Den Titel Pius findet man, wie bei seinem Sohn Caracalla, das erste Mal 201 n.Chr. auf den Münzen des Septimius Severus. Der Titel Felix erscheint zwar offiziell, wie zum Beispiel auf dem berühmten Triumphbogen des Septimius Severus, auf Münzen sucht man ihn jedoch vergebens. Einer seiner letzten Ehrentitel erhielt der Kaiser neben Caracalla und seinem zweiten Sohn Geta im Jahr 210 n.Chr. durch die erfolgreichen Feldzüge in Britannien gegen die Kaledonier und Mäaten. Der vergebene Ehrentitel Britannicus findet sich ab diesem Zeitpunkt bis zum Ende der Münzprägung für Septimius Severus auf einigen Münzen mit der Legendeninschrift BRIT wieder.

Von Septimius Severus sind vier Bildnistypen überliefert. In der Gestaltung der beiden ersten ist eine klare Programmatik zu erkennen, anders als bei den beiden folgenden. Der erste Typus ist bis ins Jahr 196 n.Chr. gültig. Septimius Severus ist hier mit kräftig-gedrungenem Gesicht, leichten Gesichtsfalten und kürzerem, durch Bohrungen aufgelockertem Haar und Bart wiedergegeben. In seinem Erscheinungsbild ist er kaum von dem hier auf Clodius Albinus bezogenen Bildnis zu unterscheiden. Sicher war die Ähnlichkeit beabsichtigt und die Bildaussage dieselbe. Zugleich wurde die allzu enge Anlehnung an die überfeinerte Tradition der Antoninen gemieden, wie sie Didius Julianus vertreten hatte.

Dann aber, in der schwelenden Auseinandersetzung mit Clodius Albinus und den damit einhergehenden Legitimationsproblemen, suchte Severus symbolisch den Rückhalt im antoninischen Kaiserhaus. Seit 195 n.Chr. propagierte er seine Abstammung von den Antoninen bzw. seine Adoption in dieses Kaiserhaus. Haar und Bart sind bei diesem Typus wesentlich üppiger und länger als vorher. Das Haar wölbt sich an den Schläfen in großen Schwüngen nach außen, nur in der Mitte sitzen einige kleine kurze Locken. Alle Falten sind aus dem Gesicht getilgt. Bis auf die kurzen Locken in der Stirnmitte sind damit die charakteristischen Züge des letzten Typus des Marc Aurel wiederholt. Auf den Münzen ist der Typenwandel im Jahr 196/197 n.Chr. zu beobachten.

Ein neuer Bildnistypus des Kaisers, der nur wenige Jahre später entstand, ist aus dem Typus des Jahres 196/197 n.Chr. entwickelt, mit einer auffallenden Veränderung. An die Stelle der kurzen Löckchen in der Stirnmitte treten vier lang herabhängende Locken. Diese können gewellt sein, es können aber auch richtige Korkenzieherlocken sein. Dieser Typus ist seit ca. 200 n.Chr. auf Münzen gut erkennbar. Die Forschung hat in den Stirnlocken lange eine Nachahmung der Stirnlocken des graeco-ägyptischen Gottes Sarapis sehen wollen. Deshalb wird der Typus gern als „Sarapistypus“ bezeichnet. Septimius soll den Gott auf einer Reise nach Ägypten in den Jahren um 200 n.Chr. besonders schätzen gelernt haben, sein Sohn Caracalla hat ihm später in Rom einen aufwendigen Tempel errichtet. Doch ist diese Vermutung inzwischen mit guten Gründen in Frage gestellt und vorgeschlagen worden, in der Frisur eine auch sonst verbreitete Modefrisur zu sehen.

In einem späteren Typus, der auf dem nach 204 n.Chr. zu datierenden Ehrenbogen für Septimius Severus in seiner Heimat Leptis Magna erscheint, hat Septimius Severus einen längeren, aber weniger voluminösen Bart und sehr kurz geschnittenes Haar, das zungenförmig ins Gesicht gekämmt ist und dem Kopf eng anliegt. Nach den retardierenden Rückgriffen auf die antoninische Tradition scheint Severus sich damit der schon lange beliebten und programmatisch von seinen Söhnen getragenen Kurzhaarmode der Zeit anzunähern.

Die antike Drachme bezeichnet eine Gewichts- und Münzeinheit aus Silber, selten aus Kupfer und Gold (Ptolemaier). Sie war im gesamten hellenischen Kulturkreis verbreitet und wurde von vielen Städten geprägt. Die ersten Prägungen zeigen Tierbilder, die meist sprechende Wappen der Städte waren und bis in das 6. vorchristliche Jahrhundert zurückgehen. Aufgrund der Prägetechnik sind Drachmen meist auf der Rückseite flach und auf der konvexen Vorderseite sehr plastisch ausgearbeitet. Die Prägungen zeigen ein hohes künstlerisches Niveau und sind sehr fein gearbeitet. Dies führte dazu, dass bereits seit der Renaissance schöne Prägungen gesammelt wurden. Drachmen wurden häufig ohne Inschriften geprägt. Die Datierung lässt sich nur auf Grund stilistischer Merkmale durchführen und ist wenig exakt.

Dem antiken Münzsystem lagen das Silber als Münzmetall und die vorderasiatische Masseneinheit Talent zugrunde, die in 60 Minen geteilt war. Manche Städte prägten aus einer Mine Silber 100 Drachmen, andere 50 Stater. Kunstvoll gestaltete Minen wurden zwar geprägt, waren aber für den täglichen Gebrauch viel zu groß und wertvoll. Neben 1-Drachmen-Prägungen gab es im östlichen Bereich Tetradrachmen (4 Drachmen) und in Magna Graecia (Süditalien, Sizilien) Didrachmen (2 Drachmen). Es wurden vereinzelt auch Dekadrachmen (10 Drachmen) geprägt, in hellenistischer Zeit auch ptolemäische Oktadrachmen (8 Drachmen) in Gold. Recht häufig war die Hemidrachme (Halbdrachme) gleich 1 Tribolos (Münze im Wert von drei Oboloi). Der Obolus ist die kleinste Einheit, die jedoch gelegentlich in weitere Einheiten aufgespalten wurde, bis hin zum Achtelobolus.

Revers:
Zu sehen ist der heilige Berg Argaeus (Argaios), flankiert von spitzen Vulkanfelsformationen (Gesteinsnadeln) oder Dampf- und Feuer speienden seitlichen Vulkankegel. Mittig könnte eine Grotte bzw. Höhle abgebildet sein, ebenso könnte dies aber auch ein religiöses Symbol darstellen. Über dem Berg ist ein Stern abgebildet. Unterhalb des Berges befindet sich die Datierung der Prägung mit: ЄT IZ. Die Inschrift lautet: MHTPO KAICAP NЄΩ.

Die Datierung kann wie folgt übersetzt werden:
ЄT = ETOVC = Jahr
I = Iota = 10
Z = Zeta = 7
Im 17ten (10+7) Regierungsjahr des Septimius Severus (209/210 n.Chr.)

Die Inschrift kann wie folgt übersetzt werden:
MHTPO = METRO = Metropolis = Metropoliten
KAICAP = KAISAR = Kaisareia = Caesarea
NЄΩ = NEO = Neokoros
Von den Metropoliten aus Caesarea, welche die Ehre eines kaiserlichen Kult-Tempels besitzen

Der Berg Argaeus (griechisch Argaios, türkisch Erciyes Dağı) ist ein ruhender Vulkan, welcher mit einer Gesamthöhe von 3916 Meter auch der höchste Berg Kleinasiens ist. Sein Gipfel, oftmals über den Wolken, ist selbst im Sommer noch mit Schnee bedeckt. Er ist wahrlich Riese und König der Berge zugleich. Kletterer in der Antike berichteten, dass bei guter Sicht vom Gipfel aus, sowohl das Schwarze Meer (Pontus), als auch das östliche Mittelmeer (Issikos, Golf von Iskenderun) gesehen worden konnten. Zu seinen Füßen, etwa 25km weiter nördlich gelegen, liegt die heutige Stadt Kayseri in Kappadokien. In der Antike war die Stadt unter den Namen Kaisareia, Caesarea oder auch Eusebia bekannt. Der Berg war bereits in Vorzeiten ein Wahrzeichen der Region. Er überragt die etwa auf 1000 Meter Höhe liegende Stadt um 2900 Meter. Es ist ein sehr beeindruckender Berg, allein wegen seiner gewaltigen Höhe, seiner herausragenden Stellung und seinen vulkanischen Aktivitäten. Im Jahr 253 v.Chr. soll sich ein großer Ausbruch ereignet haben, welcher auch auf Münzen der römischen Republik Erwähnung gefunden haben soll. Der Geograph Strabon berichtete in seinen Schilderungen über die Region bei Caesarea von Ebenen, welche mit Feuergruben übersät waren, bei denen nachts die Flammen aus dem Boden brachen. Laut Strabo gab es noch zu seiner Zeit (54 v.Chr. bis 19 n.Chr.) schwefelhaltige heiße Wasserdämpfe am Vulkan. Aber auch der lateinische Dichter Claudius Claudianus (370 bis 404 n.Chr.) berichtete in der Spätantike über die zu seiner Zeit noch vorhandenen vulkanische Aktivitäten des Argaeus. Noch heute berühmt sind die Tuffsteinlandschaften mit ihren typischen Felskegeln, von den Einheimischen „Feenkamine genannt, welche durch die Ausbrüche des Argaeus entstanden sind.

Über den Kult und den Riten rund um den hier dargestellten Berg Argaeus bzw. Berggott ist so gut wie nichts bekannt. Der heilige Berg ist allerdings auch nur einer in einer ganzen Serie von Berggöttern. Den Numismatikern ist der Argaeus seit jeher ein Begriff, und hier wurden die Bergdarstellungen auch verschiedentlich diskutiert. Die altertumswissenschaftlichen Disziplinen haben sich mit diesem prominenten heiligen Berg bzw. Berggott bisher eher nur am Rand beschäftigt. Obwohl der Berg bereits in der Zeit der Hethiter eine kultische Rolle spielte, sind aus der frühen Zeit kaum historische Zeugnisse vorhanden. Argaeus wird in der antiken Literatur meist im Zusammenhang mit Mazaka-Kaisareia genannt und hier oft nur stereotyp erwähnt. Die Kenntnis der antiken Autoren über Argaeus und ein wirkliches Interesse an ihm ist insgesamt gering. Es fällt im Wesentlichen zusammen mit dem – ebenfalls beschränkten – Interesse an dem rückständigen Kappadokien selbst.

Nach einer Vermutung ist der Argaeus wahrscheinlich identisch mit dem in hethitische Keilschrifturkunden erwähnten heiligen Berg bzw. Berggott Hargaia (oder Harga), dem weißen, glänzend schimmernden Berg. Während des hethitischen purulliya-Festes wurde Harki neben anderen Bergen aufgefordert, an seinem Platz zu bleiben. So bleibt die Geschichte des Argaeus bis kurz vor der Zeitenwende weitgehend im Dunkeln. Aus der Zeit vor dem 1. Jahrhundert v.Chr. sind keine Schriften oder gesichert datierten Bergdarstellungen bekannt. Erst als eine Allianz mit Rom bestand, gab es in der kurzen Zeitspanne zwischen 101 v.Chr. und 17 n.Chr. griechische Münzprägungen mit der Erwähnung des Berges. Nach einer Pause erscheinen dann ab dem 1. Jahrhundert n.Chr. vermehrt die sogenannten Argaiosmünzen unter römischer Herrschaft. Eine mögliche Erklärung wäre, dass der Kult durch die Römer wiedereingeführt wurde, um die Kappadokier an die römische Trias Jupiter-Helios-Serapis heranzuführen und sie zur Anerkennung eines Summus-Deus-Glaubens zu bringen. (Peter Weiss). Bekannt ist, dass in seinem Namen ein Agon (Wettstreit) stattfand. In seinem Kommentar zu Kultbildern der Götter, schrieb Maximus von Tyrus im 2. Jahrhundert n.Chr. von einem Berg, welchen die Kappadokier als Gottheit (theos), Eid (horkos) und Weihbild (Agalma) betrachteten.

Entsprechend schwer ist die Darstellung der Argaeus Abbildungen auf den Münzen, mangels historischer Aufzeichnungen, deuten zu können. Der Berg wird, abgesehen von wenigen Ausnahmen, im Umriss dreieckig abgebildet. Oft werden deutlich oder ansatzweise zwei Nebengipfel dargestellt. Nach oben und an den Rändern, in der Regel kleiner werdend, befinden sich konische bis zapfenförmige Elemente. Hier könnte es sich um die erkalteten Felsnadeln in der Vulkanlandschaft – oder, wie von Strabon beschrieben, die Feuer und Wasserdampf spuckenden kegelförmigen Felsformationen handeln, welche sich an den Hängen des Vulkanes befanden. Mittig in der Bergdarstellung abgebildet soll es sich um ein Kultbild selbst oder um eine Grotte bzw. Höhle handeln. Ich glaube (mein subjektiver Eindruck) auf anderen und meiner hier vorgestellten Münze eine solche Grotte zu erkennen, zu der ein geschlängelter Weg führend angedeutet wird. Tatsächlich wurden am Berg zwei Höhlen entdeckt, zumindest eine davon wurde von Menschenhand erweitert. Über dem Berg thront ein Stern. Auch hier gibt es mehrere verschiedene Interpretationsversuche. Die solaren Züge einer gefundenen Figur mit Strahlenkranz und Globus, weißen Argaeus als eine Himmelsgottheit aus. In die gleiche Richtung würden damit die sehr häufig erscheinenden Astralsymbole ein Stern, zwei Sterne, drei Sterne, aber auch Stern und Halbmond oder nur Halbmond hinweisen. Es gibt allerdings auch eine Theorie eines heiligen Steines, ähnlich wie der heilige Stein von Emesa, welcher der Vulkan ausgespien haben soll und der dann verehrt wurde. Allerdings sprächen die eben erwähnten mehrfach verwendeten Astralsymbole gegen diese Theorie des einen verehrten Steines (ein Stern).

Eine weitere ungeklärte Frage stellt sich in Bezug auf die Abbildung des Berges Argaeus, wie auf dieser hier vorgestellten Drachme. Sehen wir hier den Berg selbst dargestellt oder ein Kultbild von ihm? Dass es ein Kultbild vom heiligen Berg gab, halte ich für sehr wahrscheinlich. Auf der Rückseite einer Bronze unter Commodus (SNG Cop. 254) ist ein Altar mit dem Berg Argaeus abgebildet. Auch auf einer Silber Drachme der Iulia Domna (SNG Cop. 267) ist sein Abbild deutlich erhöht auf einem Altar positioniert. Auf einer weiteren Bronze des Commodus sehen wir das Kultbild des Berg Argaios auf zweisäuligem Altar, darunter befindet sich ein Adler. Und auf einer Bronze des Severus Alexander sehen wir einen Tempel mit einem Kultbild des Argaeus in der Mitte zwischen den Säulen des Heiligtums. Soll also die Abbildung auf der hier vorgestellten – und anderen typähnlichen Münzen – eine relative naturgetreue Abbildung des Berges mit seinen Nebengipfeln und Felsnadeln nebst Grotte bzw. Höhle darstellen – oder sehen wir hier ein stilisiertes heiliges Kultbild des Berges, welches vielleicht in einem Tempel stand oder in einer Prozession durch die Straßen der Stadt geführt wurde? Die Einheitlichkeit der Darstellungen lässt allerdings nahelegen, dass es sich wahrscheinlich um die Darstellung eines tatsächlich existierenden Kultbildes, eines sogenannten Agalma (Kultbild, Weihebild) handelte.

Ein Neokorat war ein Rang oder eine Würde, die vom römischen Senat und dem römischen Kaiser bestimmten Städten verliehen wurde, welche Tempel für den Kaiser gebaut oder Kulte von Mitgliedern der kaiserlichen Familie etabliert hatten. Die Stadt selbst wurde als Neokoros bezeichnet. Ein Tempel, der dem Kaiser gewidmet war, wurde auch Neokorat genannt. Diese Titel kamen vom griechischen Wort νεωκόρος, wörtlich ein Tempelkehrer (νεώς, Tempel, κορεῖν, fegen) und wurden auch für einen Tempelwächter und für einen Priester von hohem Rang verwendet, welcher für einen Tempel verantwortlich war. Ab dem 2. Jahrhundert n.Chr. erschien der Titel auf vielen Münzen. Die Stadt Ephesus durfte den Titel erstmalig für seinen Tempel der Sebastoi verwenden. Es gab ungefähr 37 Städte, die das Neokorat hielten, vor allem in der Provinz Asien, aber auch in benachbarten Provinzen. Einer Stadt konnte mehr als ein Neokoros gewährt werden, und die Anzahl der Neokoroi wurde oft in der umgekehrten Legende der Münzen angegeben (B = 2, Γ = 3, ∆ = 4).

Hintergrund:
Caesarea (ursprünglich Mazaka oder Eusebeia, griechisch Kaisareia, heute Kayseri), benannt zu Ehren des römischen Kaisers Tiberius, war Hauptstadt der römischen Provinz Cappadocia. Der Standort der heutigen Stadt war noch bis in das 4. Jahrhundert von Salzseen und Sümpfen durchsetzt, die teilweise erst im letzten Jahrhundert drainiert wurden. Seit hethitischer Zeit hieß der Ort Mazaka. In hellenistischer Zeit residierten hier die Könige von Kappadokien und Eusebeia, wie Mazaka damals auch genannt wurde, bildete neben Tyana im Süden eines der beiden Landeszentren. Nach Strabon war die Stadt noch zu seiner Zeit unbefestigt und von räuberischen Stämmen umgeben. Das umgebende Land war unfruchtbar, sandig und steinig, die Stadt selbst „wasserlos“.

Von der vulkanischen Tätigkeit um den Erciyes scheinen sich damals noch zahlreiche „Feuergruben“ erhalten zu haben. Auch die Holzversorgung über die Hänge des Vulkanbergs gestaltete sich daher schwierig. In der Ebene um die Stadt floss der sumpfreiche Fluss Melas, der heutige Karasu Çayı (beide Namen bedeuten „schwarzer Fluss“), ein Nebenfluss des Delice Çayı, in der Antike Cappadox genannt und seinerseits ein Nebenfluss des Kızılırmak oder Halys. Durch die Aufstauung des Melas bei dessen Mündung schuf der kappadokische König Ariarathes einen „meerähnlichen See“ mit einigen Inseln. Doch der Bruch des Staudamms sorgte für eine Schlammflut am gesamten Unterlauf des Halys, namentlich bei den Galatern Phrygiens, die daraufhin Entschädigung verlangten.

Um 77 v.Chr. wurde die Stadt zum zweiten Mal vom armenischen Großkönig Tigranes II. eingenommen, wobei der Herrscher abermals zahlreiche Bewohner in seine neue Hauptstadt Tigranokerta im nördlichen Mesopotamien deportieren ließ. Erst nach der Eroberung dieses Ortes durch die Römer unter Pompeius (69 v.Chr.) konnte die umgesiedelte Bevölkerung wieder zurückkehren. Mit dem Tode seines letzten Königs Archelaos verlor Kappadokien 17 n.Chr. seine Selbstständigkeit und wurde unter Kaiser Tiberius in die römische Provinz Cappadocia umgewandelt. Mazaka–Eusebeia diente nun als Provinzhauptstadt und erhielt den Namen Caesarea (griechisch Kaisareia). Nach der Teilung Kappadokiens unter Kaiser Valens war Caesarea die Hauptstadt von Cappadocia prima.

Nach christlicher Überlieferung fand das Christentum bei den Bürgern der Stadt früh Anklang (1 Petr 1,1 EU). Zu Beginn des 3. Jahrhunderts war Caesarea ein Mittelpunkt christlich-theologischer Bildung. Seine Blüte erlebte Caesarea im 4. Jahrhundert. Die Sozialwerke (Spitäler, Altersheime, Armenspeisung), die Basilius von Caesarea in der zweiten Hälfte des vierten Jahrhunderts dort einrichtete, waren in der Antike berühmt. Die neue Siedlung wuchs rasch, während die alten Viertel allmählich verfielen (Reste sind noch heute zu finden).

Silbermünzen wurden in Caesarea für Septimius Severus in seinen Regierungsjahren 2, 5 und 12 bis 20 geprägt. Da Severus de facto aber nur 18 Regierungsjahre hatte, wurden die Jahre 19 und 20 unter Caracalla und Iulia Domna ausgegeben. Die traditionellste Münzsorte war dabei die Drachme, gelegentlich ergänzt durch die sogenannte Tridrachme – seltener die Didrachme und die Tetradrachme. Die Drachme hatte ein Gewicht von etwa 3 Gramm und wurde über die gesamte Zeit (2, 5 und 12 bis 20 Regierungsjahr) ausgegeben. Die Tridrachme hatte wiederum ein Gewicht von etwa 9 Gramm und erschien in den Regierungsjahren 5 und 13 bis 18. Die Didrachme mit ihrem Gewicht von etwa 5 Gramm und die Tetradrachme mit dem Gewicht von circa 10 Gramm, wurde allein in den „Regierungsjahren“ 19 und 20 geprägt.

Bei der Gestaltung der Rückseitendarstellung unter den Severer fallen bei näherer Betrachtung einige Dinge auf. Der Berg Argaeus war seit der Zeit der Flavier ein gängiger Rückseitentyp und gab es in zwei Formen. Einmal überragt von einer stehenden Figur, welche manchmal Patera und Szepter hält und üblicherweise als Helios identifiziert wird. Und als zweite Form den Berg Argaeus, welcher einfach von einem Stern überragt wird, welcher als Symbol des Gottes dienen könnte. Auf Ausgaben des Marcus Aurelius und Lucius Verus sind beide Symbole gar nebeneinander zu sehen. Unter Septimius Severus erscheint die stehende Figur jedoch nur noch auf Tridrachmen. Für Iulia Domna gibt es als erste Frau eine eigene Münzprägung mit Ausgaben im 5. und 12. Regierungsjahr und auch für Plautilla erscheinen Münzen, allerdings jeweils nur mit den konventionellen Rückseiten. Ansonsten gibt es unter den Severer zwei neue Typen. Eine auf einem Steinhaufen sitzende Figur, welche Argaeus selbst darstellen muss und eine Art „Krönungsszene“, welche eine Gruppe von Figuren auf dem abgeflachten Argaeus darstellt. Auf diese Krönungsszene möchte ich gleich nochmals zu sprechen kommen.

Die Legendeninschriften der Vorder- und Rückseiten zeigen eine große Vielfalt an Variationen und verwendeten Abkürzungen und scheinen keinem besonderem gewollten Muster zu folgen. Ausschließlich der Status als „Neokoros“ sorgt für etwas Verwirrung. Bis ins 13. Regierungsjahr wird Caesarea nie als „Neokoros“ tituliert. In den Regierungsjahren 14 und 15 sind sowohl Prägungen bekannt, welche den Status erwähnen, allerdings auch Prägungen, auf denen der Status nicht ersichtlich ist. Ab dem 16. Regierungsjahr wird der Status „Neokoros“ ausschließlich auf allen Ausgaben erwähnt. Caesarea müsste den Titel demnach im 14. Regierungsjahr des Septimius Severus erhalten haben. Dass der Status in den ersten beiden Jahren mal ersichtlich, mal nicht ersichtlich ist, wird von William E. Metcalf mit der mitunter herrschenden Gleichgültigkeit korrekter Legenden der provinzialen Münzprägung erklärt.

Kommen wir erneut zur oben erwähnten Krönungsszene auf einer der Münzprägungen. Ich möchte dazu Peter Weiss zitieren:

Argaios, darauf vier kleine stehende Figuren: rechts auf einer stegartigen Plattform eine zum Gipfel hin gewendete Dreiergruppe, jeweils mit erhobener Rechter; die Figuren sind unterschiedlich groß, die größte steht in der Mitte; links eine der Gruppe zugewendete Figur mit Langszepter. — Nach Imhoof-Blumer Darstellung einer Expedition. Es fällt auf, dass bei der Verteilung der vier Figuren das symmetrische Schema scheinbar durchbrochen ist und nur die Einzelfigur ein Langszepter hat, während die Figuren der Dreiergruppe nahezu identisch, aber unterschiedlich groß sind. Die Einzelfigur ist sicher die auch sonst auf dem Berg stehende Gottheit, die Dreiergruppe mit großer Wahrscheinlichkeit die Kaisertrias, die den Gott verehrend grüßt. Inhaltlich ist die Darstellung also vollkommen symmetrisch. Eine tatsächliche Bergbesteigung der Kaiser (bis zum Gipfel) darf man aus dem Münzbild kaum herleiten. Gut verstehen ließe sich die auffällige Darstellung allerdings dann, wenn das Hauptheiligtum des Argaios-Kultes nicht in der Stadt Kaisareia selbst lag, sondern außerhalb im Bereich des Gebirges.

Peter Weiss: Argaios, Erciyas Dagi – Heiliger Berg Kappadokiens Monumente und Ikonographie

Aus dieser Prägung und Darstellung aus dem 14. Regierungsjahr des Septimius Severus leitet William E. Metcalf die Ernennung zur „Neokoroi“ ab. Die linke Figur wäre so mit ziemlicher Sicherheit die göttliche Figur, welche normalerweise auf dem Berg zu sehen ist – die drei Figuren auf der rechten Seite stellen damit die Kaisertrias mit Septimius Severus, Caracalla und Geta dar. Wenn diese Interpretation richtig ist, liegt die Vermutung nahe, dass der Tempel der Berggottheit Argaeus für den kaiserlichen Kult und des kaiserlichen Trios umgewidmet wurde. Damit verschmolzen der Berggott, Helios und der Kaiser. Der Münztypus der Krönungsszene wurde in Caesarea erneut ausgegeben, als Geta zum Augustus ernannt wurde – und gewinnt dadurch noch einmal deutlich an Kraft.

Unklar ist noch, wieso anfänglich im 2. Regierungsjahr des Severus, dann erst wieder im 5. Regierungsjahr Silbermünzen geprägt wurden – und dann, aus welchen Gründen auch immer, ab dem 12. Regierungsjahr eine lange Zeit der kontinuierlichsten Münzprägungen Kappadokiens bis ins 20. Regierungsjahr hinein begann. Geht man von vorherigen Kaisern und deren gelegentlichen unregelmäßigen Prägungen aus, hätte es einer besonderen Gedenkprägung nach Widmung des Tempels für den kaiserlichen Kult ausgereicht. Reine Spekulation meinerseits ist die im 12. Regierungsjahr stetig zunehmende „Begeisterung“ für das severische Kaiserhaus – vielleicht auch durch Zuwendungen des Septimius Severus für die Stadt Caesarea. Das Ganze gipfelte dann wohl in die Umwidmung des lokalen populären Argaeus-Tempels zu einem kaiserlichen Kult-Tempel im 14. Regierungsjahr des Severus, bei dem der Berg- und Himmelsgott mit dem Kaiser verschmolzen. Dies würde auch die weiter anhaltende ungewöhnliche kontinuierliche Prägung von Silbermünzen bis zum Tod des Severus erklären. Eine weitere plausible Erklärung könnte die Versorgung der Ostprovinzen mit Reichswährung für den Truppensold sein – da hier Caesarea für diese Aufgabe zuständig war. Als die Eroberung Mesopotamiens und Befriedung des Ostens durch Septimius Severus abgeschlossen war, begann man wohl gegen 205 n.Chr. (12. Regierungsjahr) im großen Stil mit der Auszahlung der beteiligten Truppenkontingente, sowie dem Ausbau der Grenzbefestigungen. Beides erforderte eine große Menge an Silberwährung.

Quellen:
* Wikipedia: Septimius Severus
* Wikipedia: Griechische Drachme
* Numiswiki: Neokoros
* Wikipedia: Kayseri
* Wikipedia: Erciyes Dağı
* Archäologisches Institut Göttingen: Porträttypen römischer Kaiser
* William E. Metcalf: Notes on the Coinage of Severan Caesarea
* Numismatikforum.de: Peter43 (Jochen), Der Argaios – der heilige Berg Kappadokiens
* Peter Weiss: Argaios, Erciyas Dagi – Heiliger Berg Kappadokiens Monumente und Ikonographie

Obverse:
You can see the draped bust of Septimius Severus with laurel wreath facing right. The inscription reads: AY KAI Λ CЄΠ CЄOYHPOC.

The inscription can be translated as follows:
ΑΥ = AV = Avtokrator = Emperor
KAI = Caesar = Caesar
Λ = L = Lucius
CЄΠ = SEP = Septimius
CЄOYHPOC = SEVROS = Severus
Emperor Caesar Lucius Septimius Severus

After the assassination of Commodus‘ successor Pertinax in Rome on March 28, 193 AD Lucius Septimius Severus took advantage of the opportunity and settled between April 9th ​​and 15th, 193 AD proclaimed emperor and thus Augustus by the Pannonian troops in Carnuntum. The stationed Legio XIV gemina probably played a special role, since Severus had gold coins struck for this legion alone in honor of it. As already mentioned, the proclamation as emperor is said to have taken place between April 9th ​​and 15th. The latter date could have a superstitious or religious background. He is said to have waited the three days from his birthday (April 11) until the proclamation, believing in the auspicious effect of the number three.

Since the year 195 AD Septimius Severus called himself in the official title of the military diplomas, in the majority of the inscriptions and coins, in which he officially announced his adoption by Marcus Aurelius not out of mere vanity, but to introduce the divine worship of the imperial house in the state: imperatoris Caesaris divi Marcus Antonini Pii Sarmatici Germanici filius, divi Commodi frater, divi Antonini Pii nepos, divi Hadriani pronepos, divi Traiani Parthici abnepos, divi Nervae adnepos Lucius Septimius Severus Pius Pertinax Augustus. Before the year 195 AD the designations Pius and Pertinax are missing without exception in the title.

Early 194 AD Septimius Severus defeated his rival Pescennius Niger at Cyzicus, then decisively at Issus on March 31. He then lost his head and with it his life while fleeing to the Parthians. Now Severus could turn further east. In the year 195 AD (Before August 28th) the title of Emperor was accepted three times by the victories over Osroene, Arabia and Adiabene. The Roman Senate then awarded Severus the honorary names Adiabenicus, Arabicus and Parthicus, which can be found on numerous coins and inscriptions in various combinations, such as PART ARAB and PART ADIAB. The granting of the title Parthicus is strange, however, since Severus had not taken any action against the Parthians, and the only way to understand it is that the Adiabenians and Mesopotamian Arabs were vassals of the Parthians.

In the fall of 197 AD the emperor undertook his second campaign against the Parthians and Mesopotamia. Among other things, he conquered Babylon, Seleucia and Ctesiphon. However, with the siege of Hatra, Septimius Severus failed twice, so that later peace terms had to be negotiated. Due to the overall successful campaign, Septimius Severus took early 198 AD the nickname „Parthicus Maximus“, which was also embossed on coins with the title „PART MAX“. Only Traian had borne this title before him, whose military successes and greatness Septimius wanted to commemorate and thus propagate for himself.

As with his son Caracalla, the title Pius is found for the first time in 201 AD on the coins of Septimius Severus. Although the title Felix appears officially, for example on the famous triumphal arch of Septimius Severus, one looks in vain for it on coins. The emperor received one of his last honorary titles alongside Caracalla and his second son Geta in 210 AD by the successful campaigns in Britain against the Caledonians and Maatians. From this point in time until the end of coinage for Septimius Severus, the honorary title Britannicus can be found on some coins with the legend inscription BRIT.

Four types of portraits of Septimius Severus have survived. A clear program can be seen in the design of the first two, in contrast to the two following. The first type is up to the year 196 AD valid. Septimius Severus is shown here with a strong, stocky face, slight facial wrinkles and shorter hair and beard loosened up by drilling. In his appearance he can hardly be distinguished from the portrait related here to Clodius Albinus. Surely the resemblance was intentional and the message of the picture was the same. At the same time, the all too close adherence to the overly refined tradition of the Antonines, as advocated by Didius Julianus, was avoided.

But then, in the smoldering dispute with Clodius Albinus and the problems of legitimacy that went with it, Severus symbolically sought support in the Antonine imperial house. Since 195 AD he propagated his descent from the Antonines and his adoption into this imperial house. The hair and beard of this type are much more luxuriant and longer than before. The hair curves outwards at the temples in large curves, only a few small, short curls sit in the middle. All wrinkles are erased from the face. With the exception of the short curls in the middle of the forehead, the characteristic traits of the last type of Marc Aurel are repeated. The type change in the year 196/197 AD is shown on the coins. to observe.

A new type of portrait of the emperor, which was created only a few years later, is derived from the type of the year 196/197 AD developed, with one striking change. The short curls in the middle of the forehead are replaced by four long, hanging curls. These can be wavy, but they can also be real corkscrew curls. This type has been around since about 200 AD easily recognizable on coins. Scholars have long wanted to see the forelocks as an imitation of the forelocks of the Graeco-Egyptian god Sarapis. That is why the type is often referred to as the „Sarapis type“. Septimius is said to have met the god on a trip to Egypt around 200 AD especially appreciated, his son Caracalla later erected an elaborate temple for him in Rome. In the meantime, however, this assumption has been questioned with good reason and it has been suggested that the hairstyle be seen as a fashionable hairstyle that is also widespread elsewhere.

In a later type, based on the after 204 AD when the Arch of Honor for Septimius Severus to be dated appears in his native Leptis Magna, Septimius Severus has a longer but less voluminous beard and hair that is cropped very short and combed over his face in a tongue-like manner, lying close to his head. After the retarding recourse to the Antonine tradition, Severus seems to be approaching the long-popular short-haired fashion worn programmatically by his sons at the time.

The ancient drachma is a unit of weight and coin made of silver, rarely of copper and gold (Ptolemaier). It was widespread throughout the Hellenic culture and was shaped by many cities. The first embossings show images of animals, which were mostly speaking coats of arms of the cities and go back to the 6th century BC. Due to the embossing technique, drachmas are usually flat on the back and very plastic on the convex front. The embossing shows a high artistic level and is very finely worked. As a result, beautiful coins have been collected since the Renaissance. Drachmas were often minted without inscriptions. The dating can only be carried out on the basis of stylistic features and is not very precise.

The ancient monetary system was based on silver as the coinage metal and the Near Eastern mass unit of talent, which was divided into 60 mines. Some cities minted 100 drachmas from a mine of silver, others 50 staters. Artfully designed leads were minted, but were far too large and valuable for everyday use. In addition to 1 drachma coins, there were tetradrachms (4 drachma) in the eastern area and didrachms (2 drachma) in Magna Graecia (southern Italy, Sicily). Dekadrachms (10 drachms) were occasionally minted, and in the Hellenistic period Ptolemaic octadrachms (8 drachms) were also minted in gold. Quite often the hemidrachm (half drachm) was equal to 1 tribolos (coin worth three oboloi). The obolus is the smallest unit, but it has occasionally been split into other units, down to the eighth obolus.

Reverse:
You can see the holy mountain Argaeus (Argaios), flanked by pointed volcanic rock formations (rock needles) or steam and fire-breathing lateral volcanic cones. A grotto or cave could be shown in the middle, but this could also represent a religious symbol. A star is depicted above the mountain. Below the mountain is the dating of the embossing: ЄT IZ. The inscription reads: MHTPO KAICAP NЄΩ.

The dating can be translated as follows:
ЄT = ETOVC = year
I = iota = 10
Z = zeta = 7
In the 17th (10+7) year of the reign of Septimius Severus (209/210 AD)

The inscription can be translated as follows:
MHTPO = METRO = metropolis = metropolitans
KAICAP = KAISAR = Kaisareia = Caesarea
NЄΩ = NEO = Neokoros
By the metropolitans of Caesarea, who have the honor of an imperial cult temple

Mount Argaeus (Greek Argaios, Turkish Erciyes Dağı) is a dormant volcano, which with a total height of 3916 meters is also the highest mountain in Asia Minor. Its summit, often above the clouds, is covered with snow even in summer. He is truly giant and king of the mountains at the same time. Ancient climbers reported that when visibility was good from the summit, both the Black Sea (Pontus) and the eastern Mediterranean (Issikos, Gulf of Iskenderun) could be seen. At its feet, some 25km to the north, lies the present-day city of Kayseri in Cappadocia. In ancient times, the city was known under the names of Kaisareia, Caesarea or Eusebia. The mountain has been a symbol of the region since ancient times. It towers 2,900 meters above the city, which is about 1,000 meters above sea level. It is a very impressive mountain simply because of its towering height, prominent position and volcanic activity. In the year 253 BC a great eruption is said to have occurred, which is also said to have been mentioned on coins of the Roman Republic. In his descriptions of the region near Caesarea, the geographer Strabo reported plains dotted with fire pits, where flames broke out of the ground at night. According to Strabo, in his time (54 BC to 19 AD) there was hot sulphurous water vapor on the volcano. But the Latin poet Claudius Claudianus (370 to 404 AD) also reported in late antiquity about the volcanic activities of the Argaeus that were still existing in his time. The tufa landscapes with their typical rock cones, called „fairy chimneys“ by the locals, which were created by the eruptions of the Argaeus, are still famous today.

Almost nothing is known about the cult and rites surrounding Mount Argaeus or the mountain god depicted here. However, the holy mountain is only one in a whole series of mountain gods. The Argaeus has always been known to numismatists, and the depictions of the mountains have also been discussed here on various occasions. The disciplines of classical studies have so far only marginally dealt with this prominent holy mountain or mountain god. Although the mountain already played a cultic role in the time of the Hittites, there is hardly any historical evidence from the early period. Argaeus is mostly mentioned in ancient literature in connection with Mazaka-Kaisareia and is often only mentioned in stereotypes. The knowledge of the ancient authors about Argaeus and a real interest in him is generally low. It essentially coincides with an interest, also limited, in backward Cappadocia itself.

According to one assumption, the Argaeus is probably identical with the holy mountain or mountain god Hargaia (or Harga), the white, shiny shimmering mountain mentioned in Hittite cuneiform documents. During the Hittite festival of purulliya, Harki, among other mountains, was asked to remain in place. So the story of Argaeus remains largely in the dark until shortly before the turning point of time. From before the 1st century BC no writings or definitely dated mountain depictions are known. Only when there was an alliance with Rome, in the short period between 101 BC and 17 AD Greek coinage mentioning the mountain. After a pause then appear from the 1st century AD increased the so-called Argaeus coins under Roman rule. A possible explanation is that the cult was reintroduced by the Romans to introduce the Cappadocians to the Roman triad Jupiter-Helios-Serapis and to get them to accept a Summus Deus faith. (Peter Weiss). It is known that an agon (contest) took place in his name. In his commentary on cult images of the gods, Maximus of Tire wrote in the 2nd century AD. from a mountain which the Cappadocians regarded as deity (theos), oath (horkos) and holy image (agalma).

The representation of the Argaeus images on the coins is correspondingly difficult to interpret due to the lack of historical records. With few exceptions, the mountain is depicted as a triangular outline. Two secondary peaks are often shown clearly or rudimentarily. Conical to cone-shaped elements are located at the top and at the edges, usually becoming smaller. Here it could be the cooled rock needles in the volcanic landscape – or, as described by Strabo, the fire and water vapor spitting conical rock formations, which were located on the slopes of the volcano. Depicted in the center of the depiction of the mountain is said to be a cult image itself or a grotto or cave. I believe (my subjective impression) to recognize such a grotto on other coins and on the coin presented here, to which a winding path is indicated. In fact, two caves have been discovered on the mountain, at least one of which has been expanded by human hands. A star looms over the mountain. Here, too, there are several different interpretations. The solar traits of a found figure with a halo and globe identify Argaeus as a heavenly deity. The astral symbols that appear very frequently, a star, two stars, three stars, but also a star and a crescent or just a crescent, would point in the same direction. However, there is also a theory of a sacred stone, similar to the sacred stone of Emesa, which the volcano is said to have spewed out and which was then worshiped. However, the astral symbols just mentioned speak against this theory of the one revered stone (a star).

Another unanswered question arises in relation to the depiction of Mount Argaeus, as on this drachma presented here. Do we see the mountain itself represented here or a cult image of it? I think it is very likely that there was a cult image of the holy mountain. On the reverse of a bronze below Commodus (SNG Cop. 254) is an altar with Mount Argaeus. His image is also clearly elevated on an altar on a silver drachma from the Iulia Domna (SNG Cop. 267). On another bronze by Commodus we see the cult image of Mount Argaeus on a two-pillared altar, beneath which is an eagle. And on a bronze of Severus Alexander we see a temple with a cult image of Argaeus in the middle between the pillars of the sanctuary. So is the image on the coins presented here – and other coins of a similar type – a relatively lifelike image of the mountain with its secondary peaks and rock needles together with a grotto or cave – or do we see a stylized sacred cult image of the mountain, which perhaps stood in a temple or was taken in a procession through the streets of the city? However, the uniformity of the representations suggests that it was probably a representation of an actually existing cult image, a so-called Agalma (cult image, consecration image).

A neocorate was a rank or dignity bestowed by the Roman Senate and Emperor on certain cities that had built temples for the emperor or established cults of members of the imperial family. The city itself was referred to as Neokoros. A temple dedicated to the emperor was also called Neokorat. These titles came from the Greek word νεωκόρος, literally a temple sweeper (νεώς, temple, κορεῖν, to sweep), and were also used for a temple guardian and for a high-ranking priest in charge of a temple. From the 2nd century AD the title appeared on many coins. The city of Ephesus was allowed to use the title for the first time for its Temple of Sebastoi. There were about 37 cities holding the Neocorate, mostly in the province of Asia but also in neighboring provinces. More than one neokoros could be granted to a city, and the number of neokoroi was often given in the reverse legend of the coins (B = 2, Γ = 3, ∆ = 4).

Background:
Caesarea (originally Mazaka or Eusebeia, Greek Kaisareia, today Kayseri), named in honor of the Roman Emperor Tiberius, was the capital of the Roman province of Cappadocia. The location of today’s city was interspersed with salt lakes and swamps until the 4th century, some of which were only drained in the last century. Since Hittite times the place was called Mazaka. In Hellenistic times, the kings of Cappadocia resided here and Eusebeia, as Mazaka was also called at the time, formed one of the two national centers in addition to Tyana in the south. According to Strabo, the city was still unfortified in his day and surrounded by thieving tribes. The surrounding land was barren, sandy and rocky, the city itself „waterless“.

From the volcanic activity around the Erciyes, numerous „fire pits“ seem to have been preserved at that time. The supply of wood over the slopes of the volcanic mountain was therefore difficult. In the plain around the city flowed the swampy river Melas, today’s Karasu Çayı (both names mean „black river“), a tributary of the Delice Çayı, called Cappadox in ancient times, and in turn a tributary of the Kızılırmak or Halys. By damming the Melas at its mouth, the Cappadocian king Ariarathes created a „sea-like lake“ with a few islands. But the rupture of the dam caused a flood of mud along the entire lower reaches of the Halys, especially among the Galatians of Phrygia, who then demanded compensation.

Around 77 BC the city was conquered for the second time by the Armenian Great King Tigranes II, whereby the ruler again had numerous residents deported to his new capital Tigranokerta in northern Mesopotamia. Only after the Romans conquered this place under Pompeius (69 BC) was the resettled population able to return. With the death of its last king, Archelaus, Cappadocia lost 17 AD its independence and was transformed into the Roman province of Cappadocia under Emperor Tiberius. Mazaka-Eusebeia now served as the provincial capital and was given the name Caesarea (Greek Kaisareia). After the division of Cappadocia under Emperor Valens, Caesarea was the capital of Cappadocia prima.

According to Christian tradition, Christianity found favor with the townspeople early on (1 Pet 1.1 EU). At the beginning of the 3rd century, Caesarea was a center of Christian theological education. Caesarea experienced its heyday in the 4th century. The social services (hospitals, old people’s homes, feeding the poor) that Basil of Caesarea set up there in the second half of the fourth century were famous in antiquity. The new settlement grew rapidly while the old quarters gradually fell into disrepair (remnants can still be found today).

Silver coins were minted in Caesarea for Septimius Severus in his reigns 2nd, 5th and 12th to 20th. But since Severus had de facto only 18 years of reign, the years 19 and 20 were spent under Caracalla and Iulia Domna. The most traditional type of coin was the drachm, occasionally supplemented by the so-called tridrachm – more rarely the didrachm and tetradrachm. The drachma weighed about 3 grams and was issued throughout the period (2, 5 and 12 to 20 regnal years). The tridrachm, in turn, had a weight of about 9 grams and appeared in the reign years 5 and 13 to 18. The didrachm with its weight of about 5 grams and the tetradrachm with the weight of about 10 grams, was only in the „government years“ 19 and 20 embossed.

A closer look at the design of the rear view under the severer reveals a few things. Mount Argaeus has been a common reverse type since Flavian times and came in two forms. Once surmounted by a standing figure, sometimes holding a patera and sceptre, commonly identified as Helios. And as a second form, Mount Argaeus, which is simply surmounted by a star, which could serve as a symbol of the god. Both symbols can even be seen side by side on editions of Marcus Aurelius and Lucius Verus. Under Septimius Severus, however, the standing figure only appears on tridrachms. Iulia Domna is the first woman to have her own coinage with issues in the 5th and 12th year of her reign, and coins are also issued for Plautilla, but only with the conventional reverse side. Otherwise, there are two new types of severers. A figure seated on a cairn, which must represent Argaeus himself, and a sort of ‚coronation scene‘, which represents a group of figures on the flattened Argaeus. I would like to come back to this coronation scene in a moment.

The obverse and reverse legend inscriptions show a wide variety of variations and abbreviations used, and do not seem to follow any particular intended pattern. Only the status as „Neokoros“ causes some confusion. Until the 13th year of his reign, Caesarea was never referred to as „Neokoros“. In the reign years 14 and 15, coins are known which mention the status, but also coins on which the status is not visible. From the 16th year of the reign, the status „Neokoros“ is mentioned exclusively on all issues. Caesarea should therefore have received the title in the 14th year of the reign of Septimius Severus. William E. Metcalf explains that the status in the first two years is sometimes apparent and sometimes not by referring to the sometimes prevailing indifference of correct legends of provincial coinage.

Coming back to the coronation scene mentioned above on one of the coinages. I would like to quote Peter Weiss:

Argaios, on it four small standing figures: on the right on a footbridge-like platform a group of three facing the summit, each with their right hand raised; the figures are of different sizes, the largest is in the middle; on the left a figure facing the group with a long scepter. — Representation of an expedition based on Imhoof-Blumer. It is striking that the distribution of the four figures seems to break the symmetrical pattern and only the single figure has a long scepter, while the figures in the group of three are almost identical but of different sizes. The single figure is certainly the deity who is also otherwise standing on the mountain, the group of three most likely the imperial triad, who greets the god in veneration. In terms of content, the presentation is therefore completely symmetrical. An actual mountain ascent by the emperors (to the summit) can hardly be deduced from the coin image. However, the conspicuous representation can be understood if the main sanctuary of the Argaeus cult was not in the city of Kaisareia itself, but outside in the area of ​​the mountains.

Peter Weiss: Argaios, Erciyas Dagi – Heiliger Berg Kappadokiens Monumente und Ikonographie

William E. Metcalf derives the appointment of „Neokoroi“ from this coinage and representation from the 14th year of Septimius Severus‘ reign. The figure on the left would thus almost certainly be the divine figure normally seen on the mount – the three figures on the right thus represent the imperial triad with Septimius Severus, Caracalla and Geta. If this interpretation is correct, the guess is there suggests that the temple of the mountain deity Argaeus was rededicated for the imperial cult and the imperial trio. With this, the mountain god, Helios and the Emperor merged. The coin type of the coronation scene was issued again in Caesarea when Geta was proclaimed Augustus – and thus gains even more power.

It is still unclear why silver coins were minted, initially in the 2nd year of Severus‘ reign, and then only again in the 5th year of his reign – and then, for whatever reason, from the 12th year of his reign, a long period of continuous coinage in Cappadocia up to the 20th year of his reign into began. Based on previous emperors and their occasional irregular coinage, a special commemorative coinage after the dedication of the temple for the imperial cult would have been sufficient. Pure speculation on my part is the steadily increasing „enthusiasm“ for the Severan imperial house in the 12th year of the reign – perhaps also through donations from Septimius Severus for the city of Caesarea. The whole thing then probably culminated in the rededication of the popular local Argaeus temple to an imperial cult temple in the 14th year of Severus‘ reign, in which the mountain and sky god merged with the emperor. This would also explain the continued unusual continuous minting of silver coins until the death of Severus. Another plausible explanation could be the supply of the eastern provinces with imperial currency for the troop pay – since Caesarea was responsible for this task here. When the conquest of Mesopotamia and the pacification of the east by Septimius Severus was completed, people probably began around 205 AD (12th year of government) on a large scale with the payment of the troop contingents involved, as well as the expansion of the border fortifications. Both required a large amount of silver currency.

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