Iulia Cornelia Paula bis 220 n.Chr.

AE Bronze Parium Iulia Cornelia Paula 219/220 n.Chr.

Münze:
Provinz Bronze der römischen Kaiserzeit 219/220 n.Chr.
Material: AE
Durchmesser: 21mm
Gewicht: 6,95g
Münzstätte: Parium Mysia, Asia Minor
Provenienz: Aeternitas Numismatics, Spanien
Referenz: RPC VI 3858, Lindgren I 279

Avers:
Zu sehen ist die nach rechts gerichtete Büste Iulia Paula mit Diadem. Die Inschrift lautet: IVLIA PAVLA AVG für Iulia Paula Augusta.

Seit dem Jahr 219 n.Chr. trug Iulia Paula den Titel Augusta. Die severische Kaiserfamilie stellte die Herrschaftslegitimation durch die weiblichen Mitglieder der Familie auf den Umschriften der Münzen heraus. Ähnliches wurde bereits bei den Kaisern der julisch-claudischen Kaiserfamilie beobachtet.

Augusta (die Erhabene) ist eine Ehrenbezeichnung, die römische Kaiser ihren Ehefrauen oder nahen weiblichen Verwandten – etwa ihren Müttern, Schwestern, Großmüttern oder Töchtern – verleihen konnten. Sie stellt bis in die Spätantike das weibliche Gegenstück zum Titel Augustus dar, der im Römischen und frühen Byzantinischen Reich einen Bestandteil der Kaisertitulatur bildete. Obwohl nicht mit bestimmten rechtlichen oder politischen Kompetenzen ausgestattet, kam der Augusta-Würde ideologisch große Bedeutung zu. Die Augustae nahmen oft eine besondere, teils sehr machtvolle Stellung am kaiserlichen Hof ein.

Erstmals bekam Livia Drusilla, die langjährige dritte Ehefrau des ersten Kaisers Augustus, durch testamentarische Verfügung des verstorbenen Princeps im Jahr 14 n.Chr. den Namen Augusta verliehen. Aus dem ehrenhalber verliehenen Cognomen Augusta entwickelte sich zunehmend ein Titel der Kaisergattin oder anderer weiblicher Verwandter, der jedoch – wie auch der Augustus-Titel – keinerlei bestimmte rechtliche Kompetenzen verlieh. Auch fortan war der Augusta-Titel bedeutsam, da er in Gestalt der Augusta als Kaiserinmutter (mater principis) eine dynastische Herrschaft legitimieren konnte. Die Verleihung erfolgte durch einen Senatsbeschluss mit Zustimmung des Kaisers, häufig auch auf dessen Betreiben. Anlässe dafür waren vor allem der Herrschaftsantritt des Kaisers, die Eheschließung oder die Geburt eines Nachkommen. Die Augusta war die erste Frau im Staat, was ihr vor allem zeremonielle Würden und Aufgaben einbrachte. Jedoch waren nicht alle Kaisergattinnen Trägerinnen des Titels. Auch konnte die Verleihung abgelehnt werden (recusatio). Ob kaiserliche Frauen diese Ehre erfuhren oder nicht, gibt aber nicht zwingend Aufschluss über ihre politische Bedeutung. Unabhängig von der Verleihung des Titels Augusta wurden im griechischsprachigen Osten des Imperium Romanum Gattinnen oder weibliche Angehörige der Kaiser häufig mit dem ins Griechische übersetzten Namen Sebaste geehrt.

Iulia Domna führte den Augusta-Titel seit Herrschaftsbeginn ihres Gatten Septimius Severus im Jahr 193 n.Chr. Zudem trug sie als zweite Kaiserin nach Faustina Minor ab 195 n.Chr. den Titel einer mater castrorum, der ihr anlässlich ihrer Anwesenheit im Militärlager verliehen und der später zu mater castrorum et senatus et patriae erweitert wurde. Beide Titel wurden fortan parallel zueinander verwendet. Bei Iulia Mamaea, der Mutter des Severus Alexander, wurde die inoffizielle Titulatur einer spanischen Inschrift zufolge zu einer „Mutter des Heerlagers, des Senats, des Vaterlands und des ganzen Menschengeschlechts“ (mater castrorum et senatus et patriae et universi generis humani) gesteigert.

Septimius Severus Sohn Caracalla machte seine Frau Fulvia Plautilla zur Augusta. Nachdem ihr Vater Plautianus von Caracalla des geplanten Mordes an Septimius Severus bezichtigt und getötet worden war, verlor Plautilla jedoch ihren Titel, wurde verbannt und 211 n.Chr. schließlich ermordet. Ihr Name verfiel der damnatio memoriae. Unter den Severern kam zeitweise vor allem der Großmutter und Mutter des Kaisers die Augusta-Würde und außerordentliche politische Bedeutung zu. So führte Iulia Maesa, die Großmutter Kaiser Elagabals, den Augusta-Titel und widmete sich anstelle ihres unmündigen Enkels den Regierungsgeschäften. Elagabals Mutter und die Tochter Maesas, Iulia Soaemias, erlangte den Titel ebenso wie alle drei bezeugten Ehefrauen des Princeps, Iulia Paula, Aquilia Severa und Annia Faustina. Als Kaiserinmutter des Severus Alexander und Augusta übte Iulia Mamaea über die Volljährigkeit ihres Sohnes hinaus großen Einfluss auf die Regentschaft aus. Auch Severus Alexanders Frau Orbiana trug den Augusta-Titel. In severischer Zeit wurde außerdem der Titel sanctissima Augusta geschaffen, den Inschriften etwa für Iulia Maesa, Iulia Mamaea und Orbiana bezeugen und der sich bis zum Ende des 3. Jahrhunderts häufig findet. Zudem dokumentierten die meisten der machtbewussten Augustae des 3. Jahrhunderts ihre außerordentliche Stellung in eigenen Münzen.

Die Haarpracht und Haarmode der Severer Dynastie. Im Vergleich zu den schrillen Frisuren der flavischen und trajanischen Zeit, die keine hundert Jahre zurücklagen, wirkte das Arrangement der gebildeten syrischen Aristokratentochter Iulia Domna an der Seite des Kaisers Septimius Severus kompliziert, jedoch ein wenig statisch. Wie bei vielen ihrer Vorgängerinnen war die Art und Weise, wie die Haare getragen wurden, Teil des programmatischen kaiserlichen Gesamtkonzepts. Ging es doch darum, eine neue, dauerhafte Dynastie zu etablieren, deren Grundsatz der geregelten Verhältnisse sowohl auf familiärer als auf staatlicher Ebene gelten sollte. 

Iulia Domnas vertikal oder horizontal onduliertes Seitenhaar wurde im Bereich des Hinterkopfes von einem überdimensionalen, vertikalen Chignon überdeckt. Gelegentlich trug die Kaiserin auch einen kleineren Haarknoten im Genick, womit sie eine gewisse Solidarität mit ihrer Schwiegertochter Publia Fulvia Plautilla, ihrer Schwester sowie ihren Nichten Iulia Avita Mamaea und Iulia Soaemias Bassiana an den Tag legte. Auch die drei Schwiegertöchter eben jener Iulia Soaemias Bassiana und Gattinnen des Elagabal – Iulia Aquilia Severa, Annia Aurelia Faustina und Iulia Cornelia Paula – bildeten dabei keine Ausnahme. Dies galt in gleicherweise für Gnaea Seia Herennia Sallustia Barbia Orbiana als Schwiegertochter der Iulia Avita Mamaea und als Gattin an der Seite des Kaisers Severus Alexander. Allerdings zeigte sich das severische Kaiserhaus auch Experimenten gegenüber aufgeschlossen, was die Entwicklung des Scheitelzopfes enorm vorantrieb.

Revers:
Zu sehen ist ein nach rechts gerichteter Capricorn (Ziegenfisch) mit einem Globus zwischen den Vorderläufen und Cornucopia (Füllhorn) auf dem Rücken. Die Inschrift lautet: C G I H P für Colonia Gemella Iulia Hadriana Parium.

Abgebildet ist auf der Rückseite dieser Provinz Prägung der sogenannte Ziegenfisch. Wie der Name schon vermuten lässt, ist der Ziegenfisch eine Mischwesen aus Ziege und Fisch. Höchstwahrscheinlich ist der Steinbock eines der ältesten Sternbilder überhaupt. Bereits die Babylonier kannten das Sternbild und bezeichneten es als Ziegenfisch. Erst zur Zeit der Römer wurde daraus der Steinbock. Während viele der antiken Sternzeichen bereits seit den Babyloniern bekannt waren und sowohl im ägyptisch-arabischen als auch im griechisch-römischen Raum über Jahrtausende fast unverändert blieben, hat der Steinbock, wie wir ihn heute kennen, einige Metamorphosen durchlaufen. Ein Steinbock ist er frühestens seit spätrömischer Zeit. Doch bis in jüngste Zeit wurde das Sternbild weiterhin als Mischwesen mit gehörntem Kopf und Fischschwanz dargestellt.

Zuvor hatte dieses Sternbild verschiedene Namen und Bedeutungen. Die üblichste und verbreitete Beschreibung ist jedoch der Ziegenfisch, der wohl auch gleichzusetzen ist mit dem griechischen Gott der Hirten, dem Waldgott Pan. Rund um den Steinbock, den Ziegenfisch, den Gott Pan und sein Leben gibt es verschiedene, sich teils ergänzende, teils aber auch widersprechende Sagen und Mythen. Wie sich das Sternbild über viele Jahrtausende von der assysisch-babylonischen Kultur über griechische, römische und arabische und europäisch-mittelalterliche Vorstellungen gewandelt hat, so haben sich auch die Geschichten rund um dieses Sternbild gewandelt, wurden ergänzt, anders erzählt, gerieten teils in Vergessenheit und wurden verschiedenartig überliefert. Daher ist es heute nicht mehr möglich, die eine klare Geschichte zu diesem Sternbild zu erzählen.

Die ältesten Quellen, die dieses Sternbild beschreiben, stammen aus der mittleren Bronzezeit. So wird es auf einem mesopotamischen Siegel aus dem Jahr 2100 v.Chr. erwähnt und auch die Keilschriftsammlung „Astolab B“ aus dem 3. Jahrtausend v.Chr. kennt das Sternbild. Explizit als Ziegenfisch erscheint es auch in einem babylonischen Sternenkatalog um 1000 v.Chr. Das Sternbild stand damals für die Gottheit Ea (Enki), Gott des Lebens, der Erde. Ea wurde als der Erschaffer der Menschen und Hüter des lebensspendenden Wassers bereits in frühsumerischer Zeit verehrt. Nicht verwunderlich, dass dieses Sternbild den Zeitpunkt der Wintersonnenwende angibt. Die länger werdenden Tage symbolisieren Leben und Neubeginn und damals wohl auch die Wiederkehr der Regenzeit. In der babylonischen Kunst wurde Ea auch als bärtiger Mann mit Hörnern (oder einem Hut mit dem Kopf eines Steinbocks oder Widders) dargestellt, ähnlich wie der Gott Pan der Griechen. Gelegentlich wird auch angegeben, dass der Gott Ea selbst nicht identisch mit dem Ziegenfisch, dieser jedoch sein Begleiter gewesen sei oder eben das Tier, das ihn symbolisierte. Ein Mythos berichtet, dass Ea dem Bier sehr zugetan war und eine ausgesprochen große Libido besaß; eine weitere mögliche Gemeinsamkeit mit dem beschriebenen Pan.

Dass der Ziegenfisch bei den Babyloniern eine herausragende Position innehatte, verdeutlicht auch: „Die Babylonier unterteilten den Himmel in drei Teile, die nach ihnen [den Göttern] benannt wurden. […] und der südliche Himmel war der Pfad des Ea. Auch wenn andere Tempel abwesend sind, so wird Ea immer irgendwo von einem Ziegenfisch mit einem Widderkopf repräsentiert“ (British Astronomic Association, Orgins of the ancient constellations, The mesopotamian tradition). Auch bei den Ägyptern gab es das Sternbild des Ziegenfischs, wie ein Tierkreis aus dem Jahre 36 v.Chr. zeigt. Der auf ihm stehende Gott erinnert ein wenig an eine Darstellung aus babylonischer Zeit. Auch dort wird auf den Rücken des Ziegenfischs noch ein Symbol gesetzt (ein Hut oder Tempel mit Widderkopf?). Evtl. stehen beide Figuren für denselben Gott des Lebens: Ea (bzw. Enki) der Babylonier und Re, Gott der Schöpfung und Wiedergeburt der Ägypter. In der griechischen Mythologie steht das Sternbild einerseits für Amalthea, die Ziege, die Zeus säugte, als er von seiner Mutter versteckt wurde, um nicht Opfer seines Vaters Kronos zu werden. Andererseits wird das Sternbild des Ziegenfischs auch mit dem Gott Pan in Verbindung gebracht, wenngleich es verschiedene und sich widersprechende Versionen gibt.

Laut dem römischen Schriftsteller und Biografen Gaius Suetonius Tranquillus (Sueton, der göttliche Augustus, 1,94) wurde Octavius, der spätere Kaiser Augustus, unter dem Zeichen des Steinbocks geboren (der Mond, nicht die Sonne, war bei seiner Geburt im Steinbock). Suetonius erzählt eine Geschichte aus der Jugend des Augustus, in der Agrippa und er einen Astrologen besuchten. Im Herbst 45 v.Chr. hielt sich der achtzehnjährige Octavian in Apollonia auf. Zusammen mit Agrippa besuchte er den Mathematiker und Astrologen Theogenes auf seinem Turm. Beide ließen sich die Zukunft vorhersagen. Agrippa kam zuerst dran. Ihm wurden kaum glaubliche Dinge vorhergesagt. Octavian hatte weniger Vertrauen in seine Sternzeichen und Bedenken, weniger glänzende Aussichten als Agrippa vorhergesagt zu bekommen. Sueton schreibt, er habe hartnäckig seine Geburtsstunde verschwiegen aus Furcht, für nicht so erfolgreich befunden zu werden wie Agrippa, Theogenes konnte ihm jedoch schließlich die Angaben entlocken und seine Reaktion wird Augustus vollständig beruhigt haben. Theogenes fiel vor ihm auf die Knie, womit die Rangfolge der Gefährten auch im Bereich der Wahrsagung, in der von Octavian gewünschten Weise wiederhergestellt war. Der Bericht der Episode endet mit einem numismatischen Hinweis: „Später hatte Augustus ein solches Vertrauen in sein Schicksal, dass er sein Horoskop öffentlich bekanntgab und eine Silbermünze mit dem Zeichen des Capricornus, in dem er geboren ist, prägen ließ.“

Interessant ist die Symbolik des Mischwesens aus Ziege und Fischschwanz. Der Ziegenbock (Steinbock, Capricornus) war das astrologische Zeichen der Sternkundigen der Antike zur Erinnerung an die Verheißung eines Erlösers. Fische wiederum, stellten im Zodiak der Antike die Vielzahl der lebenden Menschenmengen dar. So ergibt sich eine Deutung der Verheißung eines Erlösers für die Menschenmenge, dem Volke. Das zusätzlich abgebildete Füllhorn verdeutlichte bereits unter Augustus den durch die neue Weltordnung eintretenden Wohlstand. Ruder – und wie auf dieser Münze abgebildet – der Globus, sind Aspekte der Fortuna und sind damit ein weiterer Ausdruck auf die Herrschaftslegitimation durch den göttlichen Willen.

Hintergrund:
Parium (griechisch Parion) ist eine antike griechische Stadt in Mysien an der südlichen Küste des Hellesponts (Dardanellen) in der Nähe des heutigen türkischen Ortes Kemer. Parium, zwischen Lampsakos und Priapos in der Nähe des Kaps von Tersana-Bounou gelegen, wurde wohl von Pariern um 709 v.Chr. gegründet, daher der Name. Als große Küstenstadt mit zwei Häfen in der Römerzeit hatte Parium im Laufe der Geschichte intensive Beziehungen zu Thrakien und Anatolien. Es gehörte zum Delisch-Attischen Seebund, in hellenistischer Zeit zum Einflussbereich des Lysimachos, später zum Reich der Attaliden von Pergamon. In römischer Zeit wurde Parium unter Augustus zur Colonia Pariana Iulia Augusta ernannt. In römischer Zeit war Parium eine Kolonie in der Provinz Asien. Nachdem diese Provinz im 4. Jahrhundert n.Chr. geteilt wurde, befand sie sich in der Provinz Hellespontus. Die antike Münzprägung von Parium ist reichlich vorhanden und zeugt von seiner großen Produktion und fortschrittlichen Münzstätte.

Unter Kaiser Hadrian erhielt Parium den Beinamen Hadriana. In seiner Regierungszeit wurde die Kolonie neu gegründet, zudem soll die Stadt beträchtliche finanzielle Mittel für den Bau von Gebäuden vom Kaiser erhalten haben. Als Dank nahm man den erwähnten Beinamen des Kaisers an, so dass die Stadt nun den Namen „Colonia Gemella Iulia Hadriana Pariana“ trug. Den Beinamen „Gemella“ trug die Stadt bereits zur Gründung als Colonia unter Kaiser Augustus. Diesen Titel erhielt sie als sogenannte Zwillingskolonie. Augustus erhob Parium und seine Nachbarstadt Lampsacus (Lampsakos) gleichzeitig zur römischen Colonia.

Als bildfüllendes Rückseitenmotiv ist der Capricornus erstmals seit dem Jahr 27 v.Chr. auf Cistophoren bezeugt, denn im Januar 27 v.Chr. erhielt Octavian den auf der Rückseite genannten Ehrentitel Augustus. Es ist auffällig, dass die astrologische Herrschersymbolik zuerst im Osten des römischen Reiches etabliert wurde, der auf eine lange Tradition des Herrscherkultes zurückblickte. Die verschiedenen Bilder auf den augusteischen Cistophoren dienten in der Provinz Asia zur Verbreitung des Augustus-Namens und der herrscherlichen Selbstdarstellung. Die ersten Prägestätten sollen laut Sutherland wohl Ephesos und Pergamon gewesen sein. Die Darstellung des Capricornus in Kleinasien ist ein Beleg für die im Vergleich zu Rom unterschiedliche Akzentuierung herrscherlicher Propaganda des Augustus im griechischen Osten des römischen Reiches zu Beginn seiner Alleinherrschaft. Stand in Rom zunächst die Vorstellung von der Geburt zur Bewahrung oder Wiederherstellung idealer staatlicher Strukturen im Vordergrund, so diente die astrologische Propaganda im Osten von vornherein zur Etablierung des Herrscherkultes für Augustus, bei dem der lebende Herrscher zum Gott wurde. Diese astrologische Propaganda wurde von Augustus aktiv betrieben.

Das Motiv des augustinischen Capricornus auf Münzen beschränkte sich jedoch nicht allein nur zu den Lebenszeiten des Augustus oder auf die zwei genannten Münzstätten. Auch spätere Prägungen bis hin zu Antoninus Pius oder bis hin zu Severus Alexander können als Beleg für die fortdauernde Augustusverehrung gewertet werden. Auch ist die Liste der ausgebenden Städte lang, wie zum Beispiel Alexandria, Amisos, Germe, Kibyra, Kyzikos, Laodicea, Nikomedia, Philadelphia, Sabratha, Sinope, Tabai, Thapsus, Tralles und viele mehr – wie auch die hier vorgestellte Bronze Prägung aus Parium. Letztere könnte hier auch einen besonderen Bezug zu Augustus ausdrücken, vielleicht als „Markenzeichen“ der Stadt. War doch Kaiser Augustus der Gründer der Colonia Parium.

Quellen:
* Wikipedia: Iulia Paula
* Wikipedia: Elagabal
* Wikipedia: Augusta
* Wikipedia: Parion
* Feminae: römische Frisuren der römischen Frauen
* Deutsche Digitale Bibliothek: Tierkreiszeichen auf Münzen
* Bernhard Weisser: Der Capricornus des Augustus in Pergamon
* Philipp Keltenich: Sternbild Steinbock – der mythische Ziegenfisch (aus sternenhimmel-fotografieren.de)

Obverse:
You can see the right-facing bust of Iulia Paula with a diadem. The inscription reads: IVLIA PAVLA AVG for Iulia Paula Augusta.

Since the year 219 AD Iulia Paula bore the title of Augusta. The Severan imperial family emphasized the legitimation of power by the female members of the family on the inscriptions on the coins. Something similar has already been observed among the emperors of the Julio-Claudian imperial family.

Augusta (the sublime) is a title of honor that Roman emperors could bestow on their wives or close female relatives – such as their mothers, sisters, grandmothers or daughters. Until late antiquity it represented the female counterpart to the title Augustus, which was part of the imperial title in the Roman and early Byzantine Empires. Although not endowed with specific legal or political powers, the Augustan dignity was of great ideological importance. The Augustae often held a special, sometimes very powerful position at the imperial court.

For the first time, Livia Drusilla, the longtime third wife of the first Emperor Augustus, was granted a will by the deceased Princeps in 14 AD given the name Augusta. From the honorary cognomen Augusta, a title of the emperor’s wife or other female relatives increasingly developed, which, however – like the Augustus title – did not confer any specific legal powers. The Augusta title was also significant from then on, since it could legitimize dynastic rule in the form of Augusta as Empress Mother (mater principis). The award was made by a Senate decision with the consent of the emperor, often at his instigation. The main reasons for this were the emperor’s accession to power, marriage or the birth of a descendant. The Augusta was the first woman in the state, which above all brought her ceremonial dignities and duties. However, not all imperial wives were holders of the title. The award could also be rejected (recusatio). Whether imperial women received this honor or not does not necessarily provide information about their political importance. Irrespective of the granting of the title Augusta, in the Greek-speaking east of the Roman Empire, wives or female relatives of the emperors were often honored with the name Sebaste, translated into Greek.

Iulia Domna held the Augusta title from the beginning of her husband Septimius Severus‘ reign in 193 AD. In addition, she was the second empress after Faustina Minor from 195 AD the title of mater castrorum, given to her on the occasion of her presence in the military camp and later extended to mater castrorum et senatus et patriae. From then on, both titles were used in parallel. In the case of Iulia Mamaea, the mother of Severus Alexander, the unofficial title was increased according to a Spanish inscription to a „mother of the army camp, the senate, the fatherland and the entire human race“ (mater castrorum et senatus et patriae et universi generis humani).

Septimius Severus son Caracalla made his wife Fulvia Plautilla Augusta. However, after her father Plautianus was accused by Caracalla of planning the murder of Septimius Severus and killed, Plautilla lost her title, was banished and in 211 AD eventually murdered. Her name fell into damnatio memoriae. At times, under the Severans, the grandmother and mother of the emperor in particular held the Augusta dignity and extraordinary political importance. Iulia Maesa, the grandmother of Emperor Elagabalus, held the Augusta title and devoted herself to government affairs in place of her underage grandson. Elagabalus’s mother and Maesa’s daughter, Iulia Soaemias, attained the title, as did all three of the princeps‘ attested wives, Iulia Paula, Aquilia Severa, and Annia Faustina. As Empress Dowager of Severus Alexander and Augusta, Iulia Mamaea exercised great influence on the regency after her son had come of age. Severus Alexander’s wife Orbiana also held the Augusta title. In the Severan period, the title sanctissima Augusta was also created, which inscriptions attest to for example for Iulia Maesa, Iulia Mamaea and Orbiana and which is frequently found up to the end of the 3rd century. In addition, most of the power-conscious Augustae of the 3rd century documented their extraordinary position in their own coins.

The head of hair and hair fashion of the Severan dynasty. Compared to the flamboyant hairstyles of the Flavian and Trajanic periods less than a hundred years ago, the arrangement of the educated Syrian aristocrat’s daughter Iulia Domna at the side of Emperor Septimius Severus seemed complicated, but a little static. As with many of her predecessors, the manner in which the hair was worn was part of the overall imperial programmatic concept. After all, it was about establishing a new, permanent dynasty, whose principle of regulated relationships should apply both to the family and to the state level.

Iulia Domna’s vertically or horizontally undulated side hair was covered by an oversized, vertical chignon at the back of the head. Occasionally, the empress also wore a smaller bun at the nape of her neck, showing a certain solidarity with her daughter-in-law Publia Fulvia Plautilla, her sister and her nieces Iulia Avita Mamaea and Iulia Soaemias Bassiana. The three daughters-in-law of the same Iulia Soaemias Bassiana and wives of Elagabalus – Iulia Aquilia Severa, Annia Aurelia Faustina and Iulia Cornelia Paula – were no exception. The same applied to Gnaea Seia Herennia Sallustia Barbia Orbiana as daughter-in-law of Iulia Avita Mamaea and as wife at the side of Emperor Severus Alexander. However, the Severan imperial family was also open to experiments, which gave enormous impetus to the development of the crown braid.

Reverse:
Shown is a capricorn (goatfish) facing right with a globe between its forelegs and cornucopia on its back. The inscription reads: C G I H P for Colonia Gemella Iulia Hadriana Parium.

The so-called goatfish is depicted on the reverse of this province coinage. As the name suggests, the goatfish is a hybrid of goat and fish. Capricorn is most likely one of the oldest constellations of all. The Babylonians already knew the constellation and called it the goat fish. Only in Roman times did it become Capricorn. While many of the ancient signs of the zodiac had been known since the Babylonians and remained almost unchanged for thousands of years in both the Egyptian-Arabic and the Greco-Roman areas, Capricorn as we know it today has undergone some metamorphoses. He has been an ibex since late Roman times at the earliest. However, until very recently, the constellation continued to be represented as a hybrid creature with a horned head and a fishtail.

Previously, this constellation had different names and meanings. The most common and widespread description, however, is that of the goat fish, which can also be equated with the Greek god of shepherds, the forest god Pan. There are various legends and myths about the ibex, the goat fish, the god Pan and his life, some of which complement each other, but some also contradict each other. Just as the constellation has changed over many millennia from the Assyrian-Babylonian culture through Greek, Roman and Arabic and European-medieval ideas, so have the stories about this constellation changed, been supplemented, told differently, fell into oblivion and were reported in different ways. Therefore, today it is no longer possible to tell a clear story about this constellation.

The oldest sources describing this constellation date back to the Middle Bronze Age. This is what it says on a Mesopotamian seal from 2100 BC mentioned and also the cuneiform writing collection „Astolab B“ from the 3rd millennium BC knows the constellation. It also appears explicitly as a goat fish in a Babylonian star catalog around 1000 BC. The constellation then stood for the deity Ea (Enki), god of life, of the earth. Ea was worshiped as the creator of humans and keeper of the life-giving waters as early as early Sumerian times. Not surprising that this constellation marks the time of the winter solstice. The longer days symbolize life and new beginnings and at that time probably also the return of the rainy season. In Babylonian art, Ea was also depicted as a bearded man with horns (or a hat with the head of an ibex or ram), much like the Greek god Pan. Occasionally it is also stated that the god Ea himself is not identical with the goatfish, but that this was his companion or the animal that symbolized him. One myth relates that Ea was very fond of beer and had an exceptionally high libido; another possible similarity with the pan described.

The fact that the goatfish held a prominent position among the Babylonians is also illustrated: “The Babylonians divided the heavens into three parts, which were named after them [the gods]. […] and the southern sky was the path of Ea. Even when other temples are absent, Ea is always represented somewhere by a goatfish with a ram’s head” (British Astronomic Association, Orgins of the ancient constellations, The mesopotamian tradition). The Egyptians also had the constellation of the goat fish, like a zodiac from the year 36 BC indicates. The god standing on it is somewhat reminiscent of a depiction from Babylonian times. There, too, a symbol is placed on the back of the goatfish (a hat or a temple with a ram’s head?). Possibly both figures stand for the same god of life: Ea (or Enki) of the Babylonians and Re, god of creation and rebirth of the Egyptians. In Greek mythology, the constellation stands for Amalthea, the goat that Zeus suckled when he was hidden by his mother to avoid becoming a victim of his father Kronos. On the other hand, the Goatfish constellation is also associated with the god Pan, although there are different and conflicting versions.

According to the Roman writer and biographer Gaius Suetonius Tranquillus (Suetonius, the Divine Augustus, 1,94), Octavius, later Emperor Augustus, was born under the sign of Capricorn (the Moon, not the Sun, was in Capricorn at his birth). Suetonius tells a story from Augustus‘ youth, in which he and Agrippa visited an astrologer. In the fall of 45 BC eighteen-year-old Octavian stayed in Apollonia. Together with Agrippa he visited the mathematician and astrologer Theogenes on his tower. Both could predict the future. Agrippa came first. Unbelievable things were predicted for him. Octavian was less confident in his zodiac signs and concerned about less bright prospects than Agrippa predicted. Suetonius writes that he stubbornly concealed his birth date for fear of being found less successful than Agrippa, but Theogenes was eventually able to extract the information from him and his reaction will have completely reassured Augustus. Theogenes fell on his knees before him, restoring the order of precedence of the companions in the area of ​​divination, in the manner desired by Octavian. The episode’s account ends with a numismatic note: „Later Augustus was so confident in his fate that he publicly announced his horoscope and had a silver coin minted with the sign of Capricornus, in which he was born.“

The symbolism of the mixed creature of goat and fish tail is interesting. The goat (Capricorn) was the astrological sign of ancient astronomers to commemorate the promise of a Redeemer. Pisces, on the other hand, represented the multitude of living crowds in the zodiac of antiquity. This results in an interpretation of the promise of a redeemer for the crowd, the people. The additionally depicted cornucopia already illustrated the prosperity arising from the new world order under Augustus. Rudders – and as depicted on this coin – the globe, are aspects of fortune and are thus a further expression of the legitimacy of rule by the divine will.

Background:
Parium (Greek Parion) is an ancient Greek city in Mysia on the southern coast of the Hellespont (Dardanelles) near modern-day Kemer in Turkey. Parium, located between Lampsacus and Priapus near the cape of Tersana-Bounou, was probably built by Parians around 709 BC founded, hence the name. A large coastal city with two ports in Roman times, Parium has had close ties with Thrace and Anatolia throughout history. It belonged to the Delian-Attic sea alliance, in the Hellenistic period under the influence of Lysimachus, later to the kingdom of the Attalids of Pergamon. In Roman times, under Augustus, Parium was named Colonia Pariana Iulia Augusta. In Roman times, Parium was a colony in the province of Asia. After this province in the 4th century AD was divided, it was in the province of Hellespontus. The ancient coinage of Parium is plentiful and attests to its large production and advanced mint.

Under Emperor Hadrian, Parium received the nickname Hadriana. The colony was re-established during his reign, and the city is said to have received considerable financial resources from the emperor for the construction of buildings. As a sign of gratitude, the aforementioned nickname of the emperor was accepted, so that the city now bore the name „Colonia Gemella Iulia Hadriana Pariana“. The city already bore the nickname „Gemella“ when it was founded as Colonia under Emperor Augustus. It received this title as a so-called twin colony. Augustus made Parium and its neighboring city of Lampsacus (Lampsakos) a Roman colonia at the same time.

For the first time since 27 BC, the capricornus has been used as a picture-filling motif on the reverse. attested on cistophores, because in January 27 BC Octavian received the honorary title Augustus mentioned on the reverse. It is striking that astrological ruler symbolism was first established in the east of the Roman Empire, which had a long tradition of ruler cults. The various images on the Augustan cistophores served to spread the name of Augustus and the sovereign self-portrayal in the province of Asia. According to Sutherland, the first mints are said to have been Ephesus and Pergamon. The depiction of Capricornus in Asia Minor is evidence of the fact that Augustus‘ propaganda in the Greek east of the Roman Empire differed from that in Rome at the beginning of his sole rule. While in Rome the idea of ​​birth to preserve or restore ideal state structures was initially in the foreground, astrological propaganda in the East served from the outset to establish the ruler cult for Augustus, in which the living ruler became a god. This astrological propaganda was actively pursued by Augustus.

However, the motif of Augustinian Capricornus on coins was not limited to the lifetime of Augustus or to the two mints mentioned. Later coinage up to Antoninus Pius or up to Severus Alexander can also be seen as proof of the continuing veneration of Augustus. The list of issuing cities is also long, such as Alexandria, Amisos, Germe, Kibyra, Cyzicus, Laodicea, Nicomedia, Philadelphia, Sabratha, Sinope, Tabai, Thapsus, Tralles and many more – as is the bronze coinage from Parium presented here . The latter could also express a special connection to Augustus, perhaps as a „trademark“ of the city. After all, Emperor Augustus was the founder of Colonia Parium.

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