Lucius Septimius Severus Pertinax 193 bis 211 n.Chr.

Silber Denar Rom Lucius Septimius Severus Pertinax 202/210 n.Chr.

Münze:
Denar der römischen Kaiserzeit 202/210 n.Chr.
Material: Silber
Durchmesser: 18mm
Gewicht: 2,66g
Münzstätte: Rom
Provenienz: Zöttl Numismatik, Salzburg
Referenz: RIC IV Septimius Severus 261 var. (L statt E, Stempelschneiderfehler Averslegende)

Avers:
Zu sehen ist die nach rechts gerichtete Büste des Septimius Severus mit Lorbeerkranz. Die Inschrift lautet: SLVLRVS PIVS AVG für Severus Pius Augustus.

Bei diesem Exemplar lautet die Averslegende „SLVLRVS PIVS AVG“ statt korrekterweise „SEVERVS PIVS AVG“. Dies kann zwei Gründe haben. Entweder hat der Stempelschneider die Punzen E und L verwechselt oder bei der ursprünglichen Punze „E“ waren die obere und die mittlere Querhaste schlichtweg „verstopft“ – und es wurde so optisch ein „L“ daraus.

Nach der Ermordung von Commodus Nachfolger Pertinax in Rom am 28. März 193 n.Chr. nutzte Lucius Septimius Severus die sich bietende Chance und ließ sich zwischen dem 09. und 15. April 193 n.Chr. von den pannonischen Truppen in Carnuntum zum Kaiser und damit zum Augustus ausrufen. Wahrscheinlich spielte die stationierte Legio XIV gemina eine besondere Rolle, da Severus allein für diese Legion zur Ehre auch Goldmünzen schlagen ließ. Wie bereits erwähnt, soll die Ausrufung zum Kaiser zwischen dem 09. Und 15. April erfolgt sein. Letzteres Datum könnte einen abergläubischen oder auch religiösen Hintergrund haben. So soll er die drei Tage von seinem Geburtstag (11. April) an bis zur Proklamation im Glauben an die glückbringende Wirkung der Dreizahl gewartet haben.

Seit dem Jahr 195 n.Chr. nannte sich Septimius Severus in der offiziellen Titulatur der Militärdiplome, in der Mehrzahl der Inschriften und Münzen, in dem er nicht aus bloßer Eitelkeit, sondern zur Einführung der göttlichen Verehrung des Kaiserhauses im Staate seine Adoption durch Marcus Aurelius offiziell verkündete: imperatoris Caesaris divi Marcus Antonini Pii Sarmatici Germanici filius, divi Commodi frater, divi Antonini Pii nepos, divi Hadriani pronepos, divi Traiani Parthici abnepos, divi Nervae adnepos Lucius Septimius Severus Pius Pertinax Augustus. Vor dem Jahr 195 n.Chr. fehlen die Bezeichnungen Pius und Pertinax ausnahmslos in der Titulatur.

Anfang 194 n.Chr. besiegte Septimius Severus seinen Rivalen Pescennius Niger bei Kyzikos, dann entscheidend am 31. März bei Issos. Anschließend verlor dieser auf der Flucht zu den Parthern seinen Kopf und damit sein Leben. Nun konnte sich Severus weiter dem Osten zuwenden. Im Jahr 195 n.Chr. (vor dem 28. August) erfolgte die dreimalige Annahme des Imperatorentitels durch die Siege über Osroene, Arabien und Adiabene. Der römische Senat zeichnete daraufhin Severus durch die Ehrennamen Adiabenicus, Arabicus und Parthicus aus, welche sich auf zahlreichen Münzen und Inschriften in den verschiedensten Kombinationen, wie PART ARAB und PART ADIAB, finden lassen. Die Verleihung des Titels Parthicus ist jedoch insofern merkwürdig, da doch Severus gar keinen Zug gegen die Parther unternommen hatte, und nur so zu verstehen ist, dass die Adiabener und mesopotamischen Araber Vasallen der Parther gewesen sind.

Im Herbst 197 n.Chr. unternahm der Kaiser seinen zweiten Feldzug gegen die Parther und Mesopotamien. Dabei eroberte er unter anderem Babylon, Seleukeia und Ktesiphon. Mit der Belagerung von Hatra scheiterte Septimius Severus jedoch zweimal, so dass später Friedensbedingungen ausgehandelt werden mussten. Durch den insgesamt erfolgreichen Feldzug nahm Septimius Severus Anfang des Jahres 198 n.Chr. den Beinamen „Parthicus Maximus“ an, welcher auch auf Münzen mit der Titulatur „PART MAX“ geprägt wurde. Diesen Titel hatte vor ihm nur Traian getragen, an dessen militärische Erfolge und Größe Septimius erinnern und somit für sich propagandieren wollte.

Den Titel Pius findet man, wie bei seinem Sohn Caracalla, das erste Mal 201 n.Chr. auf den Münzen des Septimius Severus. Der Titel Felix erscheint zwar offiziell, wie zum Beispiel auf dem berühmten Triumphbogen des Septimius Severus, auf Münzen sucht man ihn jedoch vergebens. Einer seiner letzten Ehrentitel erhielt der Kaiser neben Caracalla und seinem zweiten Sohn Geta im Jahr 210 n.Chr. durch die erfolgreichen Feldzüge in Britannien gegen die Kaledonier und Mäaten. Der vergebene Ehrentitel Britannicus findet sich ab diesem Zeitpunkt bis zum Ende der Münzprägung für Septimius Severus auf einigen Münzen mit der Legendeninschrift BRIT wieder.

Von Septimius Severus sind vier Bildnistypen überliefert. In der Gestaltung der beiden ersten ist eine klare Programmatik zu erkennen, anders als bei den beiden folgenden. Der erste Typus ist bis ins Jahr 196 n.Chr. gültig. Septimius Severus ist hier mit kräftig-gedrungenem Gesicht, leichten Gesichtsfalten und kürzerem, durch Bohrungen aufgelockertem Haar und Bart wiedergegeben. In seinem Erscheinungsbild ist er kaum von dem hier auf Clodius Albinus bezogenen Bildnis zu unterscheiden. Sicher war die Ähnlichkeit beabsichtigt und die Bildaussage dieselbe. Zugleich wurde die allzu enge Anlehnung an die überfeinerte Tradition der Antoninen gemieden, wie sie Didius Julianus vertreten hatte.

Dann aber, in der schwelenden Auseinandersetzung mit Clodius Albinus und den damit einhergehenden Legitimationsproblemen, suchte Severus symbolisch den Rückhalt im antoninischen Kaiserhaus. Seit 195 n.Chr. propagierte er seine Abstammung von den Antoninen bzw. seine Adoption in dieses Kaiserhaus. Haar und Bart sind bei diesem Typus wesentlich üppiger und länger als vorher. Das Haar wölbt sich an den Schläfen in großen Schwüngen nach außen, nur in der Mitte sitzen einige kleine kurze Locken. Alle Falten sind aus dem Gesicht getilgt. Bis auf die kurzen Locken in der Stirnmitte sind damit die charakteristischen Züge des letzten Typus des Marc Aurel wiederholt. Auf den Münzen ist der Typenwandel im Jahr 196/197 n.Chr. zu beobachten.

Ein neuer Bildnistypus des Kaisers, der nur wenige Jahre später entstand, ist aus dem Typus des Jahres 196/197 n.Chr. entwickelt, mit einer auffallenden Veränderung. An die Stelle der kurzen Löckchen in der Stirnmitte treten vier lang herabhängende Locken. Diese können gewellt sein, es können aber auch richtige Korkenzieherlocken sein. Dieser Typus ist seit ca. 200 n.Chr. auf Münzen gut erkennbar. Die Forschung hat in den Stirnlocken lange eine Nachahmung der Stirnlocken des graeco-ägyptischen Gottes Sarapis sehen wollen. Deshalb wird der Typus gern als „Sarapistypus“ bezeichnet. Septimius soll den Gott auf einer Reise nach Ägypten in den Jahren um 200 n.Chr. besonders schätzen gelernt haben, sein Sohn Caracalla hat ihm später in Rom einen aufwendigen Tempel errichtet. Doch ist diese Vermutung inzwischen mit guten Gründen in Frage gestellt und vorgeschlagen worden, in der Frisur eine auch sonst verbreitete Modefrisur zu sehen.

In einem späteren Typus, der auf dem nach 204 n.Chr. zu datierenden Ehrenbogen für Septimius Severus in seiner Heimat Leptis Magna erscheint, hat Septimius Severus einen längeren, aber weniger voluminösen Bart und sehr kurz geschnittenes Haar, das zungenförmig ins Gesicht gekämmt ist und dem Kopf eng anliegt. Nach den retardierenden Rückgriffen auf die antoninische Tradition scheint Severus sich damit der schon lange beliebten und programmatisch von seinen Söhnen getragenen Kurzhaarmode der Zeit anzunähern.

Revers:
Zu sehen ist die nach links stehende Personifikation der Felicitas mit einem Caduceus (Hermesstab) in der rechten und Cornucopia (Füllhorn) in der linken Hand. Die Inschrift lautet: FELICITAS AVGG für Felicitas Augustorum (Glückseligkeit der Kaiser).

In der antiken römischen Mythologie ist Felicitas (vom lateinischen Adjektiv felix „fruchtbar, gesegnet, glücklich, glücklich“) ein Zustand göttlich inspirierter Produktivität, Seligkeit oder Glück. Felicitas konnte sowohl die Fruchtbarkeit einer Frau als auch das Glück eines Generals umfassen. Die göttliche Personifikation von Felicitas wurde als Göttin gepflegt. Obwohl Felicitas als „viel Glück“ übersetzt werden kann und die Göttin Felicitas einige Eigenschaften und Attribute mit Fortuna teilt, wurden die beiden in der römischen Religion unterschieden. Fortuna war unvorhersehbar und ihre Auswirkungen konnten negativ sein, wie die Existenz eines Altars für Mala Fortuna (Unglück) bestätigt. Felicitas hatte jedoch immer eine positive Bedeutung. Sie erscheint mit mehreren Beinamen, die sich auf Aspekte ihrer göttlichen Kraft konzentrieren.

Felicitas hatte bereits Mitte des 2. Jahrhunderts v.Chr. einen Tempel in Rom und wurde während der republikanischen Ära bei zwei offiziellen Festen der römischen Staatsreligion am 1. Juli in Verbindung mit Iuno und am 9. Oktober als Fausta Felicitas geehrt. Felicitas spielte weiterhin eine wichtige Rolle im kaiserlichen Kult und wurde häufig auf Münzen als Symbol für den Reichtum und den Wohlstand des römischen Reiches dargestellt. Ihre Hauptattribute sind der Hermesstab (Caduceus) und das Füllhorn (Cornucopia).

Seit dem Diktator Sulla, der den Beinamen Felix trug, gewann der Kult immer größere Bedeutung. Caesar ließ ihr einen Tempel errichten und in der entscheidenden Schlacht bei Thapsus war „Felicitas“ die Parole von Caesars Truppen. In der Kaiserzeit war Felicitas Augusta die Versinnbildlichung des fortdauernden Glückszustandes des Imperiums und erschien mit ihren Attributen als „kaiserliches Glück“ häufig auf dem Revers von Münzen. Commodus nahm felix 185 n.Chr. erstmals in die offizielle kaiserliche Titulatur auf.

In seinem religiösen Sinne bedeutet Felix „gesegnet, unter dem Schutz oder der Gunst der Götter glücklich“. Was Felix ist, hat das Pax Divom erreicht, einen Zustand der Harmonie oder des Friedens mit der göttlichen Welt. Die fortgesetzte magische Assoziation von sexueller Potenz, Steigerung und allgemeinem Glück in der Produktivität wird durch die Inschrift Hic Habitat Felicitas („Felicitas wohnt hier“) auf einem apotropen Relief eines Phallus in einer Bäckerei in Pompeji angezeigt.

Die Fähigkeit, Glück zu fördern, wurde zum Beweis für die göttliche Gunst. Felicitas war gleichzeitig ein göttliches Geschenk, eine Eigenschaft, die in einem Individuum residierte und eine ansteckende Fähigkeit, produktive Bedingungen außerhalb von sich selbst zu schaffen. Sie war eine Form von „charismatischer Autorität“. Cicero listet Felicitas als eine der vier Tugenden des beispielhaften Generals auf, zusammen mit Kenntnissen der Militärwissenschaft (Scientia rei Militaris), Virtus (sowohl „Tapferkeit“ als auch „Tugend“) und Auctoritas („Autorität“). Virtus war eine regelmäßige Ergänzung zu Felicitas, von denen nicht angenommen wurde, dass sie an diejenigen gebunden sind, die unwürdig waren. Cicero schrieb Felicitas besonders Pompeius Magnus zu und unterschied diese Felicitas sogar von dem göttlichen Glück erfolgreicher Generäle wie Fabius Maximus, Marcellus, Scipio der Jüngere und Marius.

Der Kult von Felicitas wird erstmals Mitte des 2. Jahrhunderts v.Chr. aufgezeichnet, als ihr von Lucius Licinius Lucullus, dem Großvater des berühmten Lucullus, ein Tempel geweiht wurde, welcher dazu die Beute aus seinen Feldzügen in Spanien in den Jahren 151/150 v.Chr. verwendete. Dieser Tempel der Felicitas gehörte zu mehreren, die eine sekundäre Funktion als Kunstmuseen hatten und wurde von Cicero für diejenigen empfohlen, die gerne Kunst betrachteten, aber nicht über die Mittel verfügten, um Privatsammlungen anzuhäufen. Im Tempel befanden sich mehrere aus Griechenland geplünderte Statuen, darunter auch Werke des Praxiteles (die Thespiaden und eine Venus). Im Bezug auf diesen Tempel ist auch eine Anekdote über Iulius Caesar überliefert, dessen Wagen bei einem Triumphzug 46 v.Chr. genau vor diesem Gebäude einen Achsbruch erlitten haben soll. Der Tempel wurde während der Regierungszeit von Kaiser Claudius durch ein Feuer zerstört. Die meisten Kunstwerke konnten gerettet werden, der Tempel wurde an dieser Stelle aber nicht wieder aufgebaut.

Pompeius errichtete in seinem neuen Theater- und Tempelkomplex einen Schrein für Felicitas, in dem die Stufen zum Tempel der Venus Victrix als Sitzgelegenheit genutzt wurden. Eine vierte Kultstätte für Felicitas in Rom war von Cäsar geplant und möglicherweise vor seinem Tod begonnen worden. Die Arbeiten am Tempel wurden von Lepidus an der Stelle der Curia Hostilia abgeschlossen, die von Sulla restauriert, 52 v.Chr. durch einen Brand zerstört und 44 v.Chr. von Cäsar abgerissen worden war. Dieser Tempel scheint zur Zeit Hadrians nicht mehr existiert zu haben. Sein Standort liegt wahrscheinlich unter der Kirche Santi Lucae Martina. Wahrscheinlich gehören ein ionisches Kapitell und eine Tuffsteinwand der Kirche zu den bekannten Überresten des Tempels.

Am 1. Juli und 9. Oktober erhielt Felicitas auf dem kapitolinischen Hügel ein Opfer, am letzten Tag als Fausta Felicitas in Verbindung mit dem Genius Publicus und Venus Victrix. Diese Auspizien fanden wahrscheinlich an einem Altar oder einem kleinen Schrein (Aedicula) statt, nicht an einem separaten Tempelbezirk. Die Apostelgeschichte der Brüder Arval (aus dem ersten Jahrhundert n.Chr.) beschreibt dabei eine Kuh als Opfer für Felicitas.

Der Hermesstab (lateinisch Caduceus) ist ein Stab mit zwei Flügeln, der von zwei Schlangen miteinander zugewendeten Köpfen umschlungen wird. Im Altertum war der Heroldsstab Erkennungszeichen der Herolde, der die Immunität dieser Überbringer militärischer Befehle oder geheimer Nachrichten signalisieren und ihre schadlose Rückkehr sichern sollte. In späterer Zeit war der Heroldsstab als Merkurstab, Symbol des Handels, auch in der Heraldik (Merkurstab). Der berühmteste Stabträger war der griechische Gott Hermes, der von den Römern Mercurius (Merkur) genannt wurde.

Der Caduceus des Hermes hatte bei den Griechen vielfältige Bedeutung. Ursprünglich ein Zauberstab, galt er später vorwiegend als Symbol des Herolds und als Friedenssymbol. Nach einer Legende fand Hermes einst zwei Schlangen in heftigem Kampfe ineinander verschlungen. Mit einem Olivenzweig trennte er die Kämpfenden, und zum Dank dafür umschlangen sie den Stab friedlich und wandten sich in Liebe einander zu. Hermes mit seinem Symbol galt fortan als Friedensstifter. Dies ist die positivste Bedeutung, die der Hermesstab erlangt hat. Bei den Römern galt er neben dem Friedenszeichen auch als Symbol für Handel und Verkehr. In Rom feierten die Kaufleute am 15. Mai ein Fest zu seinen Ehren. Dabei besprengten sie sich mit Wasser, um sich damit von den Meineiden zu reinigen, die sie in ihrem Handel und Wandel bis dahin begangen hatten.

Hintergrund:
Im Laufe der Kaiserzeit kam es zu einer größeren Meisterschaft im Umgang mit den Aussagemöglichkeiten des Mediums Münze. Die Bildersprache wird perfektioniert und konzentriert, und das Wechselspiel zwischen Legende und Bild wird in immer stärkerem Maße genutzt. Die komplexen und oft singulären Darstellungen der Republik verschwinden zugunsten von einfacheren, prägnanten und standardisierten Typen. Der Grund dafür ist wohl nicht zuletzt in der Tatsache zu suchen, dass die Aussagen, die mit dem Medium des Münzbildes vermittelt werden sollten, nun einem größeren Personenkreis zugänglich gemacht werden mussten. Mit der ständigen Vergrößerung des Reiches und der Eingliederung immer neuer Gebiete und Völkerschaften konnten die Münzmeister nicht mehr voraussetzen, dass der Rezipienten Kreis der Münzbilder einen einheitlichen Bildungshintergrund besaß, der eine korrekte Lesung der auf den Münzen vermittelten Botschaften ermöglichte. Um dies dennoch zu gewährleisten, mussten Bilder und Legenden vereinfacht und beispielsweise zu speziellen Anspielungen auf römische Mythen oder die Stadtgeschichte vermieden werden, da dieses große Teilen der kaiserzeitlichen Reichsbevölkerung unbekannt war. Die Bestrebung war, dass auch neue Reichsbewohner und Angehörige weniger gebildeter Bevölkerungsteile die Aussage der Bilder und Legenden lesen und verstehen konnten.

Nachdem im Jahr 193 n.Chr. der Kaiser Publius Helvius Pertinax ermordet wurde, entbrannte ein Machtkampf um den römischen Thron, das sogenannten zweite Vierkaiserjahr. Am Ende konnte sich Septimius Severus gegen die Konkurrenten Didius Iulianus, Pescennius Niger und letztendlich Clodius Albinus durchsetzen. Danach schloss Severus seinen Krieg gegen die Parther 197/198 n.Chr. erfolgreich ab, zog 200 n.Chr. nach Ägypten und befriedete hier einen Aufstand – bis er dann 202 n.Chr. nach Rom zurückkehrte. Im Zuge seiner zehnjährigen Regierungszeit, der glücklichen Rückkehr, der erfochtenen Siege und der Heirat seines Sohnes Caracalla mit Plautilla fanden nicht nur ausgiebige Feierlichkeiten in Rom statt – auch die Münzprägungen sollten das römische Volk immer wieder daran erinnern, wem sie die nun glückseligen Zeiten des Wohlstandes und der Sicherheit zu verdanken hatten.

Felicitas ist dabei eine von Septimius Severus gern und häufig verwendete Personifikation. Ob als „glückselige Zeit“, glückseliges Zeitalter“, „die Glückseligkeit für das Volk“ oder wie hier auf die „Glückseligkeit der beiden Kaiser“ Severus und Caracalla – so versprach die göttliche Fügung und Vorsehung der Felicitas gutes Gelingen. Da hier die Attribute Caduceus und Cornucopia abgebildet wurden, beziehen sich die glücklichen Umstände auf materielle Dinge und dem Handel – eben dem Wohlstand.

Quellen:
* Wikipedia: Septimius Severus
* Wikipedia: Felicitas
* Wikibrief: Felicitas
* Wikipedia: Hermesstab
* Archäologisches Institut Göttingen: Porträttypen römischer Kaiser
* Christian Heitz: Alles bare Münze? Fremdendarstellungen auf römischem Geld.

Obverse:
You can see the right-facing bust of Septimius Severus with a laurel wreath. The inscription reads: SLVLRVS PIVS AVG for Severus Pius Augustus.

On this specimen, the obverse legend reads „SLVLRVS PIVS AVG“ instead of the correct „SEVERVS PIVS AVG“. This can have two reasons. Either the die cutter mixed up the E and L punches or the upper and middle crossbars of the original „E“ punch were simply „blocked“ – and it became an „L“ optically.

After the assassination of Commodus‘ successor Pertinax in Rome on March 28, 193 AD Lucius Septimius Severus took advantage of the opportunity and settled between April 9th ​​and 15th, 193 AD proclaimed emperor and thus Augustus by the Pannonian troops in Carnuntum. The stationed Legio XIV gemina probably played a special role, since Severus had gold coins struck for this legion alone in honor of it. As already mentioned, the proclamation as emperor is said to have taken place between April 9th ​​and 15th. The latter date could have a superstitious or religious background. He is said to have waited the three days from his birthday (April 11) until the proclamation, believing in the auspicious effect of the number three.

Since the year 195 AD Septimius Severus called himself in the official title of the military diplomas, in the majority of the inscriptions and coins, in which he officially announced his adoption by Marcus Aurelius not out of mere vanity, but to introduce the divine worship of the imperial house in the state: imperatoris Caesaris divi Marcus Antonini Pii Sarmatici Germanici filius, divi Commodi frater, divi Antonini Pii nepos, divi Hadriani pronepos, divi Traiani Parthici abnepos, divi Nervae adnepos Lucius Septimius Severus Pius Pertinax Augustus. Before the year 195 AD the designations Pius and Pertinax are missing without exception in the title.

Early 194 AD Septimius Severus defeated his rival Pescennius Niger at Cyzicus, then decisively at Issus on March 31. He then lost his head and with it his life while fleeing to the Parthians. Now Severus could turn further east. In the year 195 AD (Before August 28th) the title of Emperor was accepted three times by the victories over Osroene, Arabia and Adiabene. The Roman Senate then awarded Severus the honorary names Adiabenicus, Arabicus and Parthicus, which can be found on numerous coins and inscriptions in various combinations, such as PART ARAB and PART ADIAB. The granting of the title Parthicus is strange, however, since Severus had not taken any action against the Parthians, and the only way to understand it is that the Adiabenians and Mesopotamian Arabs were vassals of the Parthians.

In the fall of 197 AD the emperor undertook his second campaign against the Parthians and Mesopotamia. Among other things, he conquered Babylon, Seleucia and Ctesiphon. However, with the siege of Hatra, Septimius Severus failed twice, so that later peace terms had to be negotiated. Due to the overall successful campaign, Septimius Severus took early 198 AD the nickname „Parthicus Maximus“, which was also embossed on coins with the title „PART MAX“. Only Traian had borne this title before him, whose military successes and greatness Septimius wanted to commemorate and thus propagate for himself.

As with his son Caracalla, the title Pius is found for the first time in 201 AD on the coins of Septimius Severus. Although the title Felix appears officially, for example on the famous triumphal arch of Septimius Severus, one looks in vain for it on coins. The emperor received one of his last honorary titles alongside Caracalla and his second son Geta in 210 AD by the successful campaigns in Britain against the Caledonians and Maatians. From this point in time until the end of coinage for Septimius Severus, the honorary title Britannicus can be found on some coins with the legend inscription BRIT.

Four types of portraits of Septimius Severus have survived. A clear program can be seen in the design of the first two, in contrast to the two following. The first type is up to the year 196 AD valid. Septimius Severus is shown here with a strong, stocky face, slight facial wrinkles and shorter hair and beard loosened up by drilling. In his appearance he can hardly be distinguished from the portrait related here to Clodius Albinus. Surely the resemblance was intentional and the message of the picture was the same. At the same time, the all too close adherence to the overly refined tradition of the Antonines, as advocated by Didius Julianus, was avoided.

But then, in the smoldering dispute with Clodius Albinus and the problems of legitimacy that went with it, Severus symbolically sought support in the Antonine imperial house. Since 195 AD he propagated his descent from the Antonines and his adoption into this imperial house. The hair and beard of this type are much more luxuriant and longer than before. The hair curves outwards at the temples in large curves, only a few small, short curls sit in the middle. All wrinkles are erased from the face. With the exception of the short curls in the middle of the forehead, the characteristic traits of the last type of Marc Aurel are repeated. The type change in the year 196/197 AD is shown on the coins. to observe.

A new type of portrait of the emperor, which was created only a few years later, is derived from the type of the year 196/197 AD developed, with one striking change. The short curls in the middle of the forehead are replaced by four long, hanging curls. These can be wavy, but they can also be real corkscrew curls. This type has been around since about 200 AD easily recognizable on coins. Scholars have long wanted to see the forelocks as an imitation of the forelocks of the Graeco-Egyptian god Sarapis. That is why the type is often referred to as the „Sarapis type“. Septimius is said to have met the god on a trip to Egypt around 200 AD especially appreciated, his son Caracalla later erected an elaborate temple for him in Rome. In the meantime, however, this assumption has been questioned with good reason and it has been suggested that the hairstyle be seen as a fashionable hairstyle that is also widespread elsewhere.

In a later type, based on the after 204 AD when the Arch of Honor for Septimius Severus to be dated appears in his native Leptis Magna, Septimius Severus has a longer but less voluminous beard and hair that is cropped very short and combed over his face in a tongue-like manner, lying close to his head. After the retarding recourse to the Antonine tradition, Severus seems to be approaching the long-popular short-haired fashion worn programmatically by his sons at the time.

Reverse:
You can see the personification of Felicitas standing to the left with a caduceus in the right hand and cornucopia in the left hand. The inscription reads: FELICITAS AVGG for Felicitas Augustorum (Good fortune of the emperors).

In ancient Roman mythology, Felicitas (from the Latin adjective felix, „fertile, blessed, happy, fortunate“) is a state of divinely inspired productivity, bliss, or happiness. Felicitas could encompass both a woman’s fertility and a general’s happiness. The divine personification of Felicitas was cultivated as a goddess. Although Felicitas can be translated as „good luck“ and the goddess Felicitas shares some qualities and attributes with Fortuna, the two were distinguished in Roman religion. Fortuna was unpredictable and its effects could be negative, as attested by the existence of an altar to Mala Fortuna (misfortune). However, Felicitas always had a positive meaning. She appears with several epithets that focus on aspects of her divine power.

Felicitas had already in the middle of the 2nd century BC a temple in Rome and was honored during the republican era at two official festivals of the Roman state religion on July 1 in connection with Iuno and on October 9 as Fausta Felicitas. Felicitas continued to play an important role in Imperial cult and was frequently depicted on coins as a symbol of the wealth and prosperity of the Roman Empire. Her main attributes are the caduceus and the cornucopia.

Since the dictator Sulla, who was nicknamed Felix, the cult has become increasingly important. Caesar had a temple built for her and in the decisive battle at Thapsus „Felicitas“ was the watchword of Caesar’s troops. In the imperial period, Felicitas Augusta was the symbol of the enduring state of happiness of the empire and often appeared on the reverse of coins with her attributes as „imperial luck“. Commodus took felix in 185 AD for the first time in the official imperial title.

In its religious sense, Felix means ‚blessed, happy under the protection or favor of the gods‘. What Felix is ​​has attained Pax Divom, a state of harmony or peace with the divine world. The continued magical association of sexual potency, enhancement, and general happiness in productivity is indicated by the inscription Hic Habitat Felicitas („Felicitas dwells here“) on an apotropaic relief of a phallus in a bakery in Pompeii.

The ability to promote happiness became evidence of divine favor. Felicitas was at once a divine gift, a quality residing in an individual and an infectious ability to create productive conditions outside of oneself. It was a form of „charismatic authority“. Cicero lists felicitas as one of the four virtues of the exemplary general, along with knowledge of military science (scientia rei militaris), virtus (both „valor“ and „virtue“), and auctoritas („authority“). Virtus was a regular complement to Felicitas, who were not believed to be attached to those who were unworthy. Cicero attributed Felicitas specifically to Pompeius Magnus, even distinguishing this Felicitas from the divine good fortune of successful generals such as Fabius Maximus, Marcellus, Scipio the Younger and Marius.

The cult of Felicitas is first mentioned in the middle of the 2nd century BC recorded when a temple was dedicated to her by Lucius Licinius Lucullus, grandfather of the famous Lucullus, who also added the spoils from his campaigns in Spain in 151/150 BC used. This temple of Felicitas was among several that had a secondary function as art museums and was recommended by Cicero for those who enjoyed viewing art but did not have the means to amass private collections. In the temple were several statues looted from Greece, including works by Praxiteles (the Thespiads and a Venus). In relation to this temple there is also an anecdote about Iulius Caesar, whose chariot was destroyed in a triumphal procession in 46 BC is said to have suffered a broken axle right in front of this building. The temple was destroyed by fire during the reign of Emperor Claudius. Most of the artwork was saved, but the temple was not rebuilt on this site.

Pompey built a shrine to Felicitas in his new theater and temple complex, using the steps to the Temple of Venus Victrix as a seat. A fourth place of worship for Felicitas in Rome had been planned by Caesar and possibly begun before his death. Work on the temple was completed by Lepidus on the site of the Curia Hostilia restored by Sulla, 52 BC destroyed by fire and 44 BC demolished by Caesar. This temple appears to have ceased to exist in Hadrian’s time. Its location is probably under the Church of Santi Lucae Martina. Probably an Ionic capital and a tufa wall of the church are among the known remains of the temple.

On July 1st and October 9th Felicitas received a sacrifice on the Capitoline Hill, on the last day as Fausta Felicitas in conjunction with the Genius Publicus and Venus Victrix. These auspices probably took place at an altar or small shrine (aedicula), not at a separate temple precinct. The Acts of the Apostles by the Arval brothers (from the first century AD) describes a cow as a sacrifice for Felicitas.

The caduceus (Latin caduceus) is a staff with two wings entwined by two snakes, their heads facing each other. In antiquity, the herald’s staff was the herald’s identification mark, which was intended to signal the immunity of these bearers of military orders or secret messages and to ensure their harmless return. In later times the herald’s staff was used as a staff of Mercury, a symbol of trade, also in heraldry (staff of Mercury). The most famous staff bearer was the Greek god Hermes, who was called Mercurius (Mercury) by the Romans.

The caduceus of Hermes had many meanings among the Greeks. Originally a magic wand, it was later used primarily as a herald symbol and as a symbol of peace. According to a legend, Hermes once found two snakes entwined in a fierce fight. With an olive branch he separated the combatants, and in gratitude they peacefully embraced the staff and turned to each other in love. From then on, Hermes with his symbol was considered a peacemaker. This is the most positive meaning that the caduceus has acquired. In addition to the peace sign, the Romans also regarded it as a symbol for trade and traffic. In Rome, on May 15, merchants held a festival in his honor. They sprinkled themselves with water to cleanse themselves from the perjuries which they had committed in their trade and conduct up to then.

Background:
In the course of the imperial period, there was greater mastery in dealing with the possibilities of the coin as a medium. The imagery is perfected and concentrated, and the interplay between legend and image is increasingly used. The complex and often singular representations of the republic disappear in favor of simpler, concise and standardized types. The reason for this is probably not least to be found in the fact that the statements that were to be conveyed through the medium of the coin image now had to be made accessible to a larger group of people. With the constant expansion of the empire and the incorporation of more and more new areas and ethnic groups, the mint masters could no longer assume that the group of recipients of the coin images had a uniform educational background that would enable the messages conveyed on the coins to be read correctly. In order to guarantee this, however, images and legends had to be simplified and, for example, specific allusions to Roman myths or the history of the city avoided, since this was unknown to large parts of the imperial population of the time. The aim was that new residents of the empire and members of less educated sections of the population could also read and understand the meaning of the pictures and legends.

After in the year 193 AD when the emperor Publius Helvius Pertinax was murdered, a power struggle for the Roman throne broke out, the so-called second year of the Four Emperors. In the end, Septimius Severus was able to prevail against competitors Didius Iulianus, Pescennius Niger and finally Clodius Albinus. After this, Severus concluded his war against the Parthians in 197/198 AD successfully, pulled 200 AD to Egypt and pacified an uprising here – until it then 202 AD returned to Rome. In the course of his ten-year reign, the happy return, the victories he had won and the marriage of his son Caracalla to Plautilla, there were not only extensive celebrations in Rome – the coinage was also intended to remind the Roman people again and again who they were enjoying the blissful times of prosperity and thanks to security.

Felicitas is a personification that Septimius Severus likes to use and often uses. Whether as „happy time“, happy age“, „happiness for the people“ or, as here, on the „happiness of the two emperors“ Severus and Caracalla – divine providence and providence promised Felicitas good luck. Since the attributes caduceus and cornucopia were depicted here, the happy circumstances refer to material things and trade – just wealth.

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